Kocher-Jagst-Radweg pt.1 Öhringen-Bächlingen

Für Sommerpause fahre ich nach Hohenlohe. Von Berlin aus war das eine lange Reise mit der Bahn. Nun, aus Karlsruhe könnte man ganze Strecke mit dem Rad fahren. Die kürzeste Strecke wäre weniger als 140km. Ich bin aber müde von der Arbeit,, So dachte ich, ich fahre die halbe Strecke mit der Bahn, dann radle ich den Rest. Ich schaue die Karte und Bahnanbindungen. Ich lasse Kraichgau links liegen, steige Heilbronn oder Öhringen aus. Wenn radeln, dann schöne Route. Das wäre freilich Kocher-Jagst-Radweg. Von Heilbronn aus könnte man fast ganze Zeit Flüsse entlang radeln. Das bedeutet, es ist fast immer angenehm flach. Von Öhringen aus muß man erst zum Kocher, dann zur Jagst eine Querverbindung fahren. Das bedeutet eine ziemlich steile auf und ab. Nach Überlegung mache ich die Route fest. Ich möchte Öhringen anschauen, deshalb von dort losradeln. S4 fährt auch bis Öhringen. 5:30 Karlsruhe Hbf. ab ist auch eine gute Zeit. Dann entlang Flüßchen Ohrn bis Ohrnberg, von dort entlang Kocher bis Sindringen, dann hoch hinauf und hinunter zu Jagsthausen. Danach immer Jagst entlang bis Langenburg/Bächlingen. Mit Orte Anschauen knapp 80km, gut überschaubare Strecke. Es geht los.
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Der Tag ist bereits kürzer geworden. Erst gegen 06:30 geht die Sonne auf. Wetterbericht sagt einen heissen Tag voraus. Ich möchte früh starten und ans Ziel kommen. Tram-S-Bahn fährt wacker mit hohem Tempo(etwa 100?). In Heilbronn hat die Strecke Strassenbahncharakter. Danach fährt der Zug wieder als Überlandbahn. Öhringen, 07:30. Die Stadt ist noch nicht ganz wach. Im alten Stadtkern sind viele intererssante Bauten vorhanden.
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Ohrn ist ein kleiner Fluß, der in Ohrnberg in den Kocher mundet. Es gibt entlang Ohrn einen schönen Radweg. Schmale Felder sind feucht. Die Sonne ist noch tief, die Luft sehr frisch. Hände mit Halbhandschu frieren fast.
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Ab Ohrnberg fahre ich entlang Kocher und Kocherkanal. Dieser Abschnitt Vogelhalde Sindringen-Ohrnberg ist ein Naturschutzgebiet und wirkt ziemlich menschenleer. Ich sehe auch kaum Radfahrer.
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Ab Sindringen verlasse ich Kocher und fahre die Querverbindung zu Jagsthausen, d.h. in 6km 150m hoch und wieder soviel unter. Das ist gefühlt 8%(ich weiss nicht, wie steil es wirklich ist) Steigung und Abfall. Das geht noch gut. Oben auf dem Kamm knallt die Sonne schon. (das erste Foto unten ist rückblickend,,)
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HIer oben klaue ich 2 Äpfel vom Baum und geniesse den weiten Blick bis Widdern, wo die Autobahn die Jagst überquert. Dann sause geschwind unter bis Flußebene.
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Jagsthausen liegt auf kleiner Anhöhe, besteht hauptsächlich aus Schloß und Burg. Es ist noch zu früh, kein Lokal ist offen. Jetzt sehe ich einige Radtouristen.
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Von hier geht es ziemlich flach und angenehm entlang Jagst. Ich biege gleich ein in Berlichingen. Hier wurde Götz von Berlichingen geboren, den Goethe frei nach seiner Vorstellung für seine Erzählung modellierte. Es war sicher eine interessante Zeit, wo hier Krieg, Fehde und Intrige Alltag war. Du hast mich beleidigt, so mache ich Dich platt, so ungefähr? Die Mächte hatten, oder stellten selber, Freibrief. Das ist vielleicht heute noch so, nur „wie“ hat sich geändert,, Aber dieser Ort ist ganz unscheinbar. Ich fahre weiter.
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Gleich kommt Kloster Schöntal. Er ist prächtig und wirkt auch mächtig. Wie wichtig Kloster war, als Zentrum des Wissens, der Technik und der Macht, spürt man deutlich. Hier gibt es im Sommer, als Teil von Hohenloher Kultursommer, viele Konzerte. Es ist noch Vormittag. Gerade wird ein Violinstück geübt. Ich setze mich ins Kloster-Café, nehme eine Tasse Kaffee und Walnußtaler. Es gibt große Kuchenauswahl hier, vorbereitet für den Besucherdrang am Nachmittag. Oleander und andere blühen im Innenhof. Nur ein Paar Radtouristen, sonst sehr ruhig.
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Übrigens, es gab hier eine Schmalspurbahn, Jagsttalbahn, zwischen Möckmühl und Dörzbach, die in Möckmühl mit der DB Anschluß hatte. Seit 1988 steht der Betrieb still. Diese Bahn ist noch nicht stillgelegt, und es gibt Willen mancher orte und Interessenten, diese bahn wiederauferleben zu lassen. Aber die zu beteiligende Kommunen können sich nicht einigen so daß Wiederinbetriebnahme recht schwierig scheint. Mehr sich an Necker orientierte, und industriell prosperierende Stadt wie Möckmühl hat scheinbar kein Interesse daran. Auch Krautheim, vielleicht zu nah an Dörzbach, was der Hauptpunkt der Bahn ist, gelegen, ist dagegen. Die Trasse zwischen Möckmühl und Widdern ist bereits abgetragen und daraus entstand ein Radweg. Widdern bis Dörzbach ist die Gleise meist noch vorhanden, und sieht man sie oft vom Radweg aus.
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Ich lasse mehrere Orten links liegen und fahre in Ruhe mit konstantem Tempo. Ich gewöhne mich an die Landschaft. ich komme gut voran.
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Dann bin ich schon in Dörzbach, wo ich die gebliebene Eisenbahnanlage anschaue. Es sind noch viele Fahrzeuge vorhanden. Zum Restaurieren brauchen sie aber viel zeit. Ich hoffe, es wird hier irgendwann wieder Züge fahren.
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In Dörzbach gibt es auch ein Schloß. Es wirkt etwas unzugänglich versteckt, auch wenn hier Veranstaltungen gibt. Im Vorhof stehen nette Häuser.
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Eventuell wollte ich hier ein Mittag machen. Aber nichts wirkt einladend. So beschliesse ich, weiter zu fahren, und unterwegs Würstchen zu essen, was ich mithab. Diese Bauernringle, was ich Karlsruhe gekauft habe, kommt auch von Hohenlohe. Hier gibt es bekannten Bauernverbund „Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall“, die mittlerweile überall in Deutschland mit ihren Produkte vertreten ist.
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Langsam wird der Tal oft enger und der Radweg auch etwas welliger. Es wird nicht langweilig hier. Und ich sehe einige Radfahrer mehr, aber immer noch recht wenig. So etwa einen Radfahrer/eine Radlergruppe pro halbe Stunde,, Es ist doch noch Ferienzeit hier im Süden. Natürlich ist es angenehm für mich, viel besser als volle Radwege wie an der Elbe.
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Ziel ist nah. An der Brücke bei Oberregenbach ruft ein Radtourist, „Herrliche Landschaft hier!“. Ja! Bald sehe ich das Schloß von Langenburg. Dann bin ich gleich in Bächlingen.
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Öhringen to Bächlingen

Zum Eis radeln

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Hier im Dorf gibt es keinen Laden. Nur an Sommerwochenenden wird an der Mühle Getränke verkauft. Im Umkreis gibt es einmal Schafsmilcheis beim Schäfer Fischer. Dann vier Dörfer weiter gibt es einen Bauer, der aus Rohmilch Eis macht. Beiden sind personallose Buden, wo man die Ware einfach rausnimmt und das Geld in einen Kasten reinschmeißt. Zum Eis Radeln nach Hessenau ist gerade 8km direkt an der Jagst und schön für die ganze Familie. Nach dem Mittagsnickerchen geht es los.
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Eine junge Mutter fährt großen Trekker aufs Feld. Auf dem Beifahrersitz ist ein hübsch gekleidetes Mädchen, mit einem Korb auf dem Schoß. Wollen sie Picknick machen, vielleicht einen Geburtstag feiern? Landleben kann schön sein, auch wenn die meisten Kleinbauer es recht schwer haben.
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Der Weg, Teil von Jagstradweg, ist schön zum Radeln, abwechselungsreich, mal etwas nach oben, mal direkt am Fluß.
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Hessenau ist erreicht, wir fallen der Eistruhe her, Mango, Joghurt, Himbeer, Erdbeer, lecker. Die Bäuerin kommt, und erzählt wie schwer sie mit der Lebensmittelbehörde hat. Etiketten müssen aus bestimmtem Material, in bestimmten Größen mit bestimmten Schriftarten versehen sein, was Bauern sicher oft überfordert und Direktverkauf erschwert. „Man solle die Menschen nicht zum Verzehr von Rohmilch verführen“ hieß es weiter. Verzehr von Rohmilch sei Infektionsrisiko. Manche Texte darüber scheinen mir ein wenig wie Angstmacherei. Ich hatte schon oft Rohmilch bei Bauern getrunken. Bisher habe ich sozusagen Glück gehabt,, Wir schauen auch Stall an, und die neugeborenen Kälber. Mädels sind wie immer bei Tieren entzückt. Dieser Bauer macht auch Weideeier. Das ist seit einiger Zeit Mode. Bei dieser Haltung kostet ein Ei für den Bauer so um 25 Cent. Kein Wunder, daß diese Eier teuer verkauft werden müssen, sind aber lecker, finde ich. Ich esse Eier ein, zwei Mal in der Woche. Dann ist Weideei gut denkbar/machbar.
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Glücklich radeln wir zurück. Wir wollen noch in der Jagst baden.
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mal nach Frankreich

Kurz vor dem Urlaub kam ein freund aus Hamburg, und wir machten eine kleine Ausfahrt. Nicht zum Schwarzwald, denn Nordlichter könnte Ohrensausen bekommen bei solch Hochlage. Einfach mit der Bahn bis Winden, durch Weinberge nach Bad Bergzabern.
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Dort den Stadtkern anschauen und Mittag machen. Es ist nicht leicht für Vegetarier in der Pfalz. Wir finden bei einem Griechen ein gutes Mittagsessen. Gleich wird auch Kaffe und Kuchen erledigt. Schon gut zufrieden radeln wir weiter nach Wissenbourg. Die Weinberge hier sind wellig geschwungen, die Wege gehen auf und ab. Ich mache mir Sorge daß der Hamburger seekrank werden könnte.
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Das Wetter ist schön. Schwarzwald liegt am Horizont. Schweigen-Rechtenbach, das letzte deutsche Dorfpaar vor Frankreich ist zugleich Startpunkt der südliche Weinstrasse. Mächtiges Deutsches Weintor erinnert daran, daß Weinstrasse eine Werbung aus den 30er Jahren entstanden ist. Noch 200m bergab dann ist man schon Im Stadtkern von Wissenbourg(Weissenburg). Altstadt finde ich sehr hübsch, kaum Neubauten zwischendurch, Altbausubstanz ist nicht museal gepflegt. Es sieht bißchen so aus, als wäre der Krieg gerade zu Ende gegangen, den die Stadt gut überstanden hat, leicht staubig, leicht morsch. Bauten sind elsäßisch(nicht gleich deutsch zu nennen), die Nutzung,d.h. wie es gelebt wird aber französisch. Cafes mit kleinen Tischchen und Stuhlen auf schmalen Gehwege, wo die leute klissenhaft sitzen bleiben. Ich hatte leider keine Kamera bei. Über diese Stadt werde ich später einen Beitrag schreiben.
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Und ich konnte mich nicht verkneifen, vor einem ehm. Fahrradladen mit PEUGEOT-Leuchtkasten für ein Foto mit meinem Peugeot zu stehen.
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Wir fuhren von Wissenbourg gemütlich mit der Bahn zurück. Danke für die Fotos, und träume weiter vom Frankreich, mein Freund.

eine Dame, ihr Fahrrad, und meine Neugier

Vor 4 Wochen kam eine ältere Dame in die Werkstatt, sagte daß sie mir ihr altes Fahrrad vermachten möchte, zum Ausschlachten damit vielleicht noch ein Paar Teile weiter benützt werden könnten. Nun bei solchen Fall denke ich normalerweise an eine verrosteten Kellerleiche. Sie sagte aber, es wurde immer gut gepflegt und gewartet, und zeigt mir noch die Originalrechnung von 1956, ein Victoria-Damenrad, etwa DM170,-, gekauft in Hamburg. Das könnte etwa Monatslohn von damals entsprechen. Wer solche Rechnung feinsäuberlich aufbewahrt, pflegt auch die gekaufte Teile. Nach kurzem Gespräch bin ich sicher daß es sich nicht um eine Kellerleiche handelt. Sie wirkt patent, und erzählt auch, daß sie eine Freundin der alternativen Kultur sei, und deswegen zu mir Gewerbehof/Radlerhalle kam. Sie weckt mein Interesse. Ich verspreche ihr, vorbeizukommen um das Rad abzuholen.

Sie wartet bereits an ihrer Haustür. Wir gehen ins Keller. Dort steht ihr Fahrrad, sehr gepflegt. Ein Victoria Damenrad, 63 Jahre alt. Das Rad beflügelt meine Fantasie, aber mehr noch die Art der Dame, Frau B. Ich schätze sie zuerst so um 75. Sie ist aber 85, nicht nur patent, hat eigene Antwort über die aktuellen Belange und lebt so recht bewußt. Sie habe mit diesem Rad viele Touren gemacht. „Aber solch altes Rad fährt man heute nicht mehr“ Nein nein meine Dame, in diesem Punkt liegen Sie nicht ganz. Ich sage ihr, daß ich es nicht ausschlachten sondern restaurieren werde, und bringe es zur Werkstatt.
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Victoria war ein Nürnberger Fahrrad-/Motorradfabrik, gegründet 1886. Erste Produkte waren Hochrad und Sicherheitsrad. Später, 1958, als die Nachfrage an Fahrrad schlumpfte, ging Victoria mit anderen Fahrradwerke auf Zweirad Union AG über. Marke Voctoria lebt bis 1966 weiter, bis Zweirad Union von Hercules übernommen wurde.
Neuzeitlich sicherte die Fa. Hartje das Namensrecht und produziert heute unter Victoria E-Bikes.
Damen 1899Victoria-Fahrrad-Werke 1900vicotria nuernbergmoped

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Da das Rad in einem recht guten Zustand befindet, mußte nicht viel gemacht werden. Techinisch ist das Rad gut in Schuß. Nur einige Teile habe ich ausgetauscht, um es in den originalähnlichen Zustand zu verwandeln. in 63 Jahren wurden einige Teile ausgetauscht. Zuerst fällt den schwarzen Kettenschutzer aus Kunststoff auf. Das sollte weg. Zum Glücl gibt es noch Neuteil von Fa. Horn als gepresstem Alu. Hochbauender Lenker wurd on den 70ern eingebaut, um die Sotzposition etwas komfortabler zu machen. Aber er passt gut zu diesem Rad so daß ich ihn beibehielt. Nur Griffe habe ich ausgetauscht. Was dran war, waren sicher aus den 60er/70er jahre. Rücklicht war auch aus den 70er/80er. Ein Sammlerfreund schenkte mir eine Lampe aus dem 50ern. Was mich noch mehr störte, war die Lichtverkabelung, die aussen am Rahmen lief und mit Klebeband festgemacht war. Der Rahmen hat, am Oberrohr ganz oben und an der linken Kettenstrebe gleich hinter Tretlager, Anschluß zur Innenverlegung. Ich dachte, sie wäre nicht mehr funktionstüchtig und deshalb hat man den Kabel nach aussen verlegt. Nach dem Polieren von Metallteilchen funktioniert es aber wieder. So verschwand der Lichtkabel zum großten teil. Zum Rücklicht läuft der Kabel in der gefalteten Innenkante des Schutzblechs, wie damals ganz normal. Dynamo hat einen neuen Rollgrummi bekommen damit er besser läuft. Scheinwerfer,wahrscheinlich aus den 60ern(vielleicht sogar anfangs 70ern), beließ ich. 50er-Scheinwerfer wäre runder vorne. Und dieses Rocknetz ist aus heutiger Produktion(weiss nicht woher). Es ist etwas dicker als früheren, aber die farbe passt ganz gut. Überhaupt, daß solches Rocknetz noch hergestellt wird, finde ich gut. Nun sieht das Fahrrad wie damals, als es gekauft wurde? Das weiss ich nicht. Das ist auch nicht meine Absicht. Rocknetz war damals schon optional, denke ich. Und es fehlt auch Windschneidemarkenzeichen. Ob es immer vorhanden war, weiss ich auch nicht. Es ist keine Bohrung dafür vorhanden. Es könnte auch optional gewesen sein. Lack auf dem Rahmen habe ich nur geputzt, aber nicht poliert. Die Zeit. die das Rad erlebt hat, soll da haften bleiben.
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Ich habe das Rad umgebaut, nicht um der Dame gefallen zu tun. Aus eigener Neigier fantasiere ich, wie sie früher gelebt hat, und welche Touren sie gemacht hat. Es ist eine kleine Zeitmaschine, zurück auf die 50er Jahre. So ist das Ganze ein Märchen für mich. Die Dame aber interessiert sich sicher viel mehr dafür, wie das Rad sinnvoll weiterleben wird, und jemanden Freude machen kann.

Heiss!

Es ist ein heisser Sommer. Bei uns wächst Kiwi. Sie wurde bei der Grundung des Gewerbehofs eingepflanzt, also vor über 30 Jahren. Ich fühlte mich vom Anfang an wohl hier, ein wenig wie in Kreuzberg. Eine gute Luft liegt hier. Ende Mai blühen Kiwis, zeitgleich mit Rosen. danach wachsen die Früchte immer größer. Ich höre, daß sie mich früstern, „eat me, eat me“. Ernte von Kiwis solle nach dem ersten Frost sein, damit sie nicht nur sauer ist. Ob ich so lange warten kann,,
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TITAN, Hyperion

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Es sind unterschiedliche Metallic-Flocken, die diesen Rahmen besonders aussehen lassen. Je nach Lichteinfall sieht er recht unterschiedlich aus, sehr dunkel bis leuchtend glitzernd, grünlich, goldig bis bläulich. Das ist ein schönes Lichtspiel für die Augen. Der Rahmen ist aus dem Anfang 90ern. Eindeutig ein Eye-Catcher.
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TITAN, ein schweizer Fahrradhersteller, baute solide und gute Rennräder. Ursprünglich bestückt komplett mit hellgrauer Shimano 105 Gruppe, 2×7-fach.
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Auf Wunsch wurden einige Teilen ersetzt, Northroad Lenker statt Rennlenker, dazu Inverse-Bremshebel von Gran Compe, längerer Vorbau von 3TTT, BLB-Gepäckträger incl. Korb, Patentsattelstüze statt Stütze mit Sicken, Brooks Professional, hohe Aerofelgen(eingespeicht mit Sapim Race Speichen), Conti Contact Speed Reifen, MKS-Sylvan Touring Pedale.
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Ein funkelnder Weekender, für die Stadt, und auch für draussen.
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Rosentage + Mittelalterfest

Wieder eine kleine Tour vom Bahnhof Winden aus. Von Karlsruhe bis Winden ist mit der RE 20 Minuten. Für mich gibt es keinen Grund, durch die Karlsruher Innenstadt mit dem Rad zu fahren. Ich habe auf die Wetterbesserung gewartet, da morgens noch geregnet hat. Gestarte habe ich erst mittags. Der Himmel ist noch wolkenreich.
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Kapellen-Drusweiler, ein Winzerdorf unweit von Bad Bergzabern, macht jedes Jahr Rosenwandertag. Rosenpflanzung am Weinberge ist Überbleibsel alter Weinbautechnik. Beim Pilzbefall waren die Rosen zuerst dran. So konnte man rechtzeitig Maßnahme greifen. Heute sind die Rosen touristische Dekoration/Attraktion. Heute stellen die Winzer Stände auf sonst ruhige Weinberge. Zahlreiche Wanderer/Radfahrer kommen, und geniessen Wein und Verpflegung.
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Ich lasse die Betriebsamkeit links liegen, und radle gen Dörrenbach. Dort lebt mein Kollege Sebastian Lindler, aka SeLi, und baut Fahrradrahmen. Heute ist dort eine Mittelalterliche Festmeile. Und eine Dörnröschen, statt Weinkönigin, wird gekront.
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Bis Dörrenbach isr nur 15km, und die Route ist angenehm zu radeln, bis auf die letzte 2km, die steil bergauf geht. Denn, Dörrenbach liegt bereits im Pfälzerwald, nicht mehr auf Rheinebene.Und auf der Oberkante des Weinberges gibt es schöner Ausblick. Am Horizont sind Odenwald wie Schwarzwald zu sehen.
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Hier gibt es einer der größten zusammenhängenden natürlichen Eßkastanienwäldern. Überall sehe ich Kastanienbäume, die ganz bald blühen beginnen werden. Oh, Kastanien, wie ich es liebe, zum Anschauen, und natürlich zum Essen. In Japan werden aus Kastanien vielfältig unterschiedliche Süssigkeiten zubereitet. Reis mit Kastanien gekocht ist auch lecker. Hierher muß ich wieder, so September/Oktober denke ich. Meine Konkkurenten sind sicher die Türken beim Kastaniensammeln, die auch gerne Kastanien essen. Für viele sind Kastanienblüte stinkend. Manche Japaner sagen, Kastanienblüte riecht nach männlichen Samen. Ob das so stimmt,, auf alle Fälle hat Kastanienblüte einen originell penetranten Geruch.
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Dörrenbach, scheinbar ein gut gehendes Dorf. Dorfkern ist alt, Schmale Strasse, Wehrkirche, 400 Jahre altes Rathaus, alte Bauernhöfe, liegt eigentlich am gleichnamigen Bach, das aber unterirdisch kanalisiert wurde. Am Hang stehen neuzeitliche gutbürgerliche Häuser. Scheinbar ein guter Ort zum Leben. Heute ist das ganze Dorf unterwegs. Mittelalterlich ausshenede Verkaufsstände, Es wird Theaterstück gespielt, mit mittelalterlicher Kostumierung. Ein kleines Dorf versucht, durch zahlreiche Veranstaltungen, das Leben zu aktivieren und geschäftig zu bleiben.
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Was aber reizt den Deutschen das Wort Mittelalter?? Es gibt so viele Feste überall hierzulande, angelehnt auf Mittelalter. Warum nicht Barock, nicht Renaissance? Weil die Deutschen erst im Mittelalter, vor allem durch Karl des Großen?, Christen und zugleich Europär geworden sind? Ist das ein Zeitalter, was aus heutiger Sicht als recht beweglich und entwicklungsfähig, gesehen wird? Und vielleicht unschuldig(oder weniger schuldig als heute) waren die Menschen damals? Ich kenne zu wenig Geschichte. Aber Schlüssel könnte auf heute/Jetzt liegen.
Bei Sebastian habe ich lecker hausgemachte Pizza und Erdbeerkuchen gegessen, danke! Er hat tolle Werkstatt. Wer sich in dieser Region auf Rahmenbau interessiert, sollte ihn mal besuchen.
Nun radelte ich Wald unter, fuhr gleiche Route zurück. Das Wetter besserte sich. Es war noch viele Menschen an Weinberge. Danach drückte ich auf Tempo. Flottes Radeln machte Spaß.
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animato, Reiserad für Brandenburg

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Bei der Übergabe dieses Fahrrades habe ich mit der Besitzerin eine Runde geradelt, Grunewaldrunde plus Waldwege mit vie Sand und Baumwurzeln, plus gemäßigten Kopfsteinweg, also alles was man in Brandenburg häufig begegnen kann. Das Rad hat phne Problem die Runde überstanden. Und als wir am Grundwaldturm eine Pause einlegte, und glitzernde Havel von oben schauten, kam mir wieder Gedanken, daß Havellandschaft Italien Brandenburgs sei. Natürlich ist das nicht real, weder Klima(das vielleicht bald?) noch Topografie entspricht Italien. Das ist eine Idee und Sehensucht von Markgräfen. So gesehen sollte man für die Reise in Brandenburg fantasievolle Augen haben.
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Der Rahmen und die Gabel, eingeliefert von der Auftragsgeberin, ist ein Maßrahmen gebaut von Holger Koch, Kassel, schätzungsweise Ende 80er, ist bestückt mit interessanten Details. Koch baut keinen Rahmen mehr. Der Lack ist auch original, ich glaube eine Mercedes-Farbe.
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Was braucht ein Reiserad für Brandenburg,, einen leichtlaufenden Radsatz mit mittelbreiten Reifen für Asphalt, für Feld- wie Waldwege, die oft sandig oder verwurzelt sind. Dafür habe ich Campa Record Naben, Mavic MA2 Felgen, 2mm Speichen ohne Konifizierung und Grandbois Reifen mit 30mm Breite gewählt.
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Antrieb ist unkompliziert. Gewühnlicher Shimano-Innenlager(einziges Shimano-Teil an diesem Rad,,), um problemlose Innenverlegung der Lichtkabeln zu ermöglichen, Sun XCD Kurbel + 2faches Kettenblatt a la Herse, 5facher Ritzelpaket von Suntour. Damit kommt man fast auf 1:1 Übersetzung, um mit Gepäck und bei Gegenwind die Uckermärkische Hügellandschaft locker freudig fahren zu können. Geschaltet wird mit einem Vorbauschalthebeln von Gran Compe. Er hat recht feine Verzahnung. Damit könnte man auch 10fache Cassette schalten ohne Index. Schaltwerk und Umwerfer sind Campagnolo Veloce. Begrenzungsschrauben mußte ich austauschen für 5fachen Ritzel. Pedale sind MKS Sylvan Touring, ein Standard für klassischen Tourer.
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Für eine kleine Reise bis 3 Tagen würde eine Fronttasche reichen. Für längere Reise Paniertaschen hinten dazu. Also Gepäckträger vorn ist von Nitto, Träger hinten von Velo Orange. Für vorn gibt es passende Tasche von Gout Watanabe, Tokyo. Hinterer Gepäckträger ist hoch gehalten, um genügende Plätze für Ortlieb u. Co. zu gewähren. Halter habe ich passend konstruieren müssen, und gebaut von Kollegen SeLi-Rahmenbau.
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Auch die Lenkung ist klassisch. 1″ Gewindesteuersatz, Cinelli Vorbau und Philippe-Helvetia-Lenker. Bremshebel ist Tektro. Die Züge laufen durch die Lenkerinnere. Zum Glücl war der Gabelschaft lang so daß eine gute Position für die Fahrerin möglich wurde, obwohl der Rahmen ein wenig klein für sie ist. Klingel fand seinen Platz an Spacer.
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Strom für das Licht wird vom Velogical Dynamo gespeist. Ein feines Design. Bei normaler Cantisockel-Montage aber wäre der zierliche Dynamo mit Bremsgummi kollidiert. Ich mußte ein wenig basteln. Es funktioniert, für meinen Geschmack aber etwas zu filigran. Etwas stabilere Befestigung und Umlegefeder fände ich besser. Licht vorn ist B&M, hinten Hermanns. Für Vorderlicht habe ich einen Halter auf Schutzblech gebastelt, der evtl. auch eine Schutzblechstrebe aufnehmen kann.
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Alchemie wird nur geglückt, wenn das Farrad, der Farer/die Fahrerin und die Umgebung miteinander passen und zusammen eine schöne Musik spielen können. Gute Reise!
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Pfingsten

In Baden-Württenberg ist 2 Wochen Ferien. Ich bin ab Pfingstmontag für 5 Tage in Berlin, um dort ein Auftragsfahrrad zu iefern. Also, 10. bis 13. Juni ist die Radlerhalle geschlossen. Freitag kommt Sebastian nachmittags und macht die Halle auf. Und am Freitag ist auch Radler Martin in seiner Werkstatt, ab 7:00 bis zum bitteren Ende. Martin macht Urlaub vom 16. 06. bis 05. 07.
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An dieser Stelle danke an Herrn Hillebrand für ein nettes Foto von uns. Als er bei uns war und Drais-Ausstellung angesehen hat, machte er von uns ein Foto. Der Abzug ist nuancenreicher Silber Print.