Sommerpause Nr. 1

KW 28 (06. bis 13. Juli) ist die Radlerhalle geschlossen. Radler Martin hat Urlaub zwischen 02. bis 15. Juli. Allen gute Sommertage! Im August werde ich Pause Nr. 2 einlegen. Ich informiere Euch rechtzeitig.

Nun, ist eine neue Internetseite von Radlerhalle provisorisch online. Daran wird noch gearbeitet. Unter radlerhalle-karlsruhe.de werde ich mit Kollegen Martin und Sebastian über die Neuigkeiten informieren.

Cycles Blondin, Strasbourg, 650B

Nee, sowas kann ich gar nicht gebrauchen, dachte ich, als ich das Rad geschenkt bekam. Es war ein Sperrmüll. und sah auch so aus, Tretlager fast ausgefallen, Kurbelkeile ganz locker, viel Rost am Rahmen, Felgen, Gepäckträger usw. Was soll ich damit anfangen??

Anderseits,, ich hatte etwas mehr Zeit für mich wegen Corona. Der schwungvolle Berceau-Rahmen ist an sich hübsch. Auch wenn das Rad verbastelt war, schien es mir möglich, nah an Originalzustand zurückzubauen. Meiner Freundin wird es gefallen, vielleicht als Einkaufsrad, das man draussen stehen lassen kann. So begann der Umbau.

Radsatz ist 650B. Das ist schon mal gut. Stahlfelge von Samir-Samino ist äußerlich nur leicht mit Flugrost angesetzt. Aber die Innenseite war ziemlich vom Rost gefressen. Erst abbürsten, dann mit Rosteumwandler behandelt. So solltem die Felgen noch eine Weile ihren Dienst tun können. Naben waren vorn wie hinten mit Rollerbremsen, also kein Originalzustand. Befestigunggschellen(Kunststoff von Shimano) wurden vom Rahmen entfernt. Radsatz abgespeicht, vorn mit einem preisgünstigen Nabendynamo(aus praktischem Grund), hinten mit Nrmandy-Nabe eingespeicht(2mm ohne Konifizierung).

Rahmen habe ich nicht vom Rost befreit. Nur ganz leicht stellenweise mit Klarlack versiegelt, auch die bereits zur Hälfte abgeblätterte Markenlogos. Schrauben habe ich auch so rostig gelassen, nur geschmiert. Innenlager wie Steuerlager gereinigt und eingefettet. Kurbelkeile neu eingeschlagen. Kettenschutz wie Schutzblech habe ich nur ein wenig poliert, nicht einmal Dellen begradigt. Ich wollte keine hochpolierte Restaurierung.

Für Schaltung wurde Simplex eingebaut, ziemlich das billigste, das aber passt. Bremsen habe ich Weinmann eingebaut. Schenkelmaß passt gerade noch. Dieser Rahmen könnte auch mit 700C Bereifung bestückt werden. Aber 650B mit etwas breiteren Reifen finde ich schöner, passender. Bremshebel waren Altenburger, was ich übernommen habe.

Frontlampe ist Sanyo-LED in hübscher Form. Nabendynamo Shimano Nexus, nicht so schön aber preiswert. Die beiden lassen sich nur mit einem Stromkabel verbinden, ohne Massekabel. Rücklicht ist Batterielampe, weil ich es einfach wie möglich bauen wollte. Spanninga No.9 wirkt irgendwie altmodisch hübsch.

Über Blondin weiss ich nicht viel. Es ist ein kleines Fahrradgeschäft in Strassburg, was so um 1930 gegrundet und heute noch gibt. Blondin hatte auch Rennteam. Ob die Rahmen dort gebaut wurden, gibt es keine Information. Ich denke eher nicht. Sie wurden wahrscheinlich aus verschiedenen Quellen gekauft und mit eigenen Aufkleber versehen und aufgebaut. Wenn ich nach Strassburg fahre, werde ich das Geschäft besuchen, und danach fragen. In Baden findet man schon ab und zu Blondin-Fahrrad(auch rennrad), eher Mittelklassler, aber könnte hübsch sein. Der Rettungsversuch hat sich für mich gelohnt.

Cycles Blondin in Straßburg/Straussbourg vor dem Krieg, in den 80ern und heute.

frisch & jugendlich wie der Frühling

Eine frische Farbkombination tut gut in der fast monoton dunklen Fahrradwelt. Das ist ein Konfirmationsgeschenk, d.h. der Fahrer ist gerade 13 Jahre jung. Er ist aber bereits 1,80 groß und wird noch weiter wachsen. Es ist keine leichte Entscheidung, richtige Rahmengröße zu treffen, damit er länger mit diesem Rad fahren kann. Ich ging davon aus, daß er noch 10cm größer wird. Dafür ist der rahmen maßgeschneidert, in Deutschland händisch angefertigt. Es ist immer etwas problematisch, für Jugendliche richtigen Rrahmen zu zeichnen.

Es ist wunschgemäß ein Singlespeed, mit Flip-Flop-Nabe und Freilafausgestattet. Aber für den späteren Umbau auf Touren-/Cityrad ist dieser Rahmen mit Gepäckträger, etwas breitere Reifen sowie Nabenschaltung unauffällig vorbereitet.

Ständer ist für den alltäglichen Nutzen, zur Schule und zurück, wichtig. Nach hinten offene Ausfallenden brauchen etwas größeren Abstand zwischen Reifen und Schutzblech.

Singlespeed-Ritzel mit 17 Zähne ist vom Sturmey Archer. Die mittelhohe Felgen sind von Extreme, rund und steif. Handgespeichte Radsatz macht das Fahren Freude, hoffe ich.

Eingebaute teile sind alles neue und von heute. Nur die Sattelstütze ist Vintage. Trotzdem vermittelt das Rad einen klassischen Eindruck.

Viel Spaß, fahre umsichtig!

Vintage Kinderrad

Ob ein Fahrrad aus den 70ern ein Vintage ist,, diese Frage ist erst dahingestellt. Es gibt viel weniger Kinderräder als Erwachsenräder aus dieser Zeit. Sie wurden meist verschrottet und sind in Müll gelandet.

Das ist eine 24″ Miniaturausgabe des Damenrades “ Motobecane Monaco“. Meine Nichte hat einige Jahre damit gefahren. Nun wird ihre kleine Schwester damit fahren. Reifen waren original und nun endgültig aufgehört, elastischer Gummi zu sein. Das ist leider ein Problem, weil Französen andere Radmaße hatten. Diese Felgenmaße ist 600A, d.h. ETRTO 541mm(beinah 24×1 3/8 = 540mm)). Es gibt heute nur von Hutchinson Reifen dafür, entweder 38mm breit(beige-Wand) oder 28mm breit(ganz schwarz). Da die 38er hier mit dem Schutzblech kollidiert, gibt es nur eine Möglichkeit, 28er zu montieren. kein besonders gute Reifen, aber man sollte glücklich sein, daß es überhaupt gibt.

Gepäckträger war kaputt. Um stillecht zu bleiben, habe ich Motobecane-Träger für 650B-Rad montiert. Er sitzt etwas höher als sein sollte, ist aber optisch kein Ausrutscher. Um das Rad hübsch zu machen, wurde eine geflochtene Tasche fest montiert(mit Kabenbinder, die man nicht sihet).

Für vorne habe ich ein Sanyo-LED-Lampe spendiert, die recht klein und klassisch aussihet. Das Rücklicht und Dynamo sind original. Eingang reicht für Karlsruhe aus. Ich sehe oft Kinderräder mit 21 oder 24 Gänge, sowie mit Scheibenbremsen. Vollbepackt mit toller Technik und ist sauschwer. Ich weiß nicht welches Kind solches Rad wirklich braucht,, Dagegen, einfach, hübsch und klasse dieses alte Rad.

Entspannen, Auffrischen & fit bleiben

Schönes Wetter! Spaziergang in der Nähe wirkt schon positiv auf die Seele. Sportlich Radeln ist noch mehr, vor allen wenn man aus der Stadt rausfährt. Es blüht und grünt überall. Ich fahre mit der Maske, weil ich hefitiges Heuschnüpfen habe. Ich halte ab und zu an und schaue ich was so freudig blüht. Kleine Pausen zwischendurch müßten erlaubt sein. Aber Picknick nicht. Hier muß man acht geben. Ansonsten könnte es soweit kommen, wie in Frankreich, daß Sporttätigkeit draußen auch eingeschränkt wird.

Durchs Radeln bleibt man fit, tankt man die Sonne und frische Luft, entspannt sich vom Stress, der durch extrem ungewöhnliche Situation zugesetzt wird. Natur ist wie jedes Jahr und kennt kein derzeitiges Problem von Menschen, was zum großen Teil hausgemacht zu sein scheint. Eine Zeit und Gelegenheit, nachzudenken. Auch dafür sollte man fit und gesund bleiben. Gutes Radeln, viel Freude in einer schwierigen Zeit.

ein Rennrad? Nein,, aber was dann?

Ich habe öfters problem mit dem Begriff „Rennrad“. Es gibt so viele Fahrräder, die wie ein rennrad ausshen, aber eigentlich keins ist. Das gibt es schon sehr lange. Früher hat man es ehrlicherweise Sportrad genannt, diese assozialtive Möchtegerne-Rennräder. Genauso wenn die Mountainbikes als Stadtfahrrad benutzt werden.

Aber dann, wie sollen sie sich nennen, und was sind sie eigentlich? Ich kann keine Antwort geben, es ist so unterschiedlich, vielleicht sollte jeder eigenes Rad nennen wie es ihm/ihr passt.

Z.B. dieses Fahrrad. Es sieht ja wie ein Rennrad aus. Der Rahmen ist ein guter italienischer Rennradrahmen. Was wäre nicht richtig? Für mich, wenn so einem Rennrad Schwalbe Marathon aufgezogen wird, ist mir gleich kein Rennrad mehr. Sondern ein rennradähnliches Stadtrad oder so. Ist der Rahmen zu schade dafür? Nein, man kann damit genußvoll durch die Stadt cruisen, ohne allzuviel an Platten denken zu müssen.

Überhöhung vom Sattel soll minimal gehalten bleiben, um die Sitzposition und Blickwinkel stadttauglich zu machen. Der Lenker öffnet sich nach unten breiter, so bleiben alle Griffpositionen komfortabel.

2×7-fache Schaltung(52/39 x 11-30) finde ich mehr als genug für Flachland.Bremsen von heute haben zeitgemäße leistung. Sattel und Pedale sind Geschmackssache. Deshalb habe ich nur was einfaches montiert.

Guter Rahmen und guter Radsatz, Reste kann man mit der zeit upgraden. Nächstes Mal ein Stadtfahrrad mit MTB_Rahamen.

Radfahren in Corona-Zeit

Diese Öffnungszeiten gelten weiter, bis es hier anderweitig angekündigt wird (Stand 01. 05. 2020).

Wir von der Radlerhalle reparieren weiter Fahrräder, bis die Ausgangssperre kommt, oder darüber hinaus solange es möglich ist. Vorübergehend ist die Werkstatt geöffnet:

Di.-Do. 12 bis 18 Uhr

Fr. 12 bis 19 Uhr

Sa. 10 bis 15 Uhr

Steinstr. 23, Gewerbehof, 76133 Karlsruhe

Fahrrad ist ein wichtiges Fortbewegungsmittel, zur Zeit wichtiger denn je.

In Frankreich, wo die Ausgangssperee bereits in Kraft ist, darf man sportliche Tätigkeit in freien nachgehen, wenn es nicht in Gruppe ausgeübt wird.

Bleiben Sie gesund, durchs Radeln. Hoffe, Corona wird die Welt positiv verändern.

neues altes Tourenrad

mein altes Tourenrad, Peugeot Competition, schicke ich in die Rente. Nach 10 jahren ist der Rahmen etwas weich geworden. Es wird als Stadtrad sein ruhige Zeit verbringen.

Dafür plane ich 2 Tourenräder, eins für Tagestour, und ein weiteres für längere Touren. Rechtzeitig zum Frühlingsbeginn ist das Tagestourenrad fertig geworden.

Rahmen von Meral, den ich schon lange habe, wurd meist mit französischen Teile aufgebaut. Ursprünglich wollte ich ihn neu lackieren, weil Lila-Metallic nicht unbedingt meine Lieblingsfarbe ist. Nachdem ich im Karton violette Schutzblech, gebraucht,, vom SKS, gefunden habe, dachte ich, das könnte gut zusammenpassen, auch wenn es etwas bunt wirkt. Gepäckträger waren am Rahmen dabei, also original Meral. Etwas komisch ist, daß die Länge der Trägerstreben nicht den Ösen an Gabel passen. Auch komisch, daß die Ösen für Flaschenhalter fehlen. Hier kamen die Schellen zum Einsatz.

Kurbei wie Innenlager ist Stronglight. Gebohrte kettenblätter sind nicht so mein Ding, auch weil sie schnell dreckig werden, sehen aber lustig aus. Kurbel habe ich enteloxiert und halbherzig poliert. Innenlager macht mir etwas Sorge, weil die Lagerflächen sind nicht mehr ganz glatt. Aber man kann noch mit ihm fahren. Ich fahre erst damit, tausche ihn irgendwann, wenn es notwendig wird. Pedale sind von Kyokuto mit franz. Gewinde, weil ich keine französische Quil-Pedale mit franz. Gewinde mehr habe. Half Clip ist vom MKS.

Transmission ist Simplex. Sie sind zuverläßig und habenrelativ große Kapazität. 3×7-fache Schaltung, vorn 52/42/32, hinten 11/30.

Radsatz ist etwas moderner als Rahmen. Naben sind Dura Ace 7700. Felgen Mavic Open 4CD, Reifen Challenge Strada Bianca 33mm. Es ist recht geschmeidig. Breiter Reifen brauche ich nicht. Zumal, ich merke unangenehme Verformung der Reifengummi bei Krafteinwirkung, wenn er sehr breit ist. Mit dieser Bereifung kann man überall fahren.

Steuersatz ist auch Stronglight, Vorbau hübscher AVA, Lenker Philippe. Lenkerband habe ich zweimal gewickelt, zuerst dünnes Velox-Band, dann Newbaum in Braun drauf, um Komfort zu erhöhen. Danach habe ich 6 mal Schellack drauf gestrichen, aber nur so weit, daß das Band nicht glänzt.

Bremshebel ist vom Dia Compe. Das funktioniert viel leichter als CLB oder Mafac. Bremsen sind Mafac Racer, bestückt mit Cool Stop Belag. Es macht kein unangenehme Quietschen und Bremsleistung auch genügend.

Sattel ist Ideal 92(f. Damen), Sattelstütze No Name. Dieser Sattel ist kurz, aber komfortabel.

Zur Testfahrt bin ich nach Leopoldshafen zum Altrhein gefahren, Asphalt, Waldweg, Schotterweg, Single Trail. Alles ok. Sitzposition ok, Bremsen ok, Schaltung ok, also alles passt. Nur Bremshebel werde ich etwas nach aussen stellen, damit sie besser auf der Hände liegen und den Sattel 5mm höher stellen. Testfahrt bestanden.

Altrhein ist sümpfig, eine Kette von sichelförmigen Seen, die durch Rheinbegradigung vom Fluß abgetrennt wurden. Ich habe gehört, bevor die amerikanische Soldaten nach Vietnam geschickt wurden, haben sie hier Jungelkampf geübt.

Es ist warm und sonnig, irgendwie weit weg von Corona-Virus. Die Menschen spazieren locker entspannt. Wie es aussehen wird, in 3 oder 6 Monaten, kann keiner sagen.

Radfahren ist sicher nicht verkehrt. In der Natur, fördert Durchblutung, macht gute laune. Ab heute gilt in Frankreich Ausgangssperre. Aber sportliche Tätigkeit in Freien ist erlaubt, wenn es nicht in Gruppe betrieben wird. Kommt das auch bald hierzulande?

Verkehrswende?

Verkehrswende

Das Wort hört man ganz oft heute, Verkehrswende. Vom Auto auf die Bahn, und aufs Fahrrad. Wenn es funktioniert, ist die Eisenbahn und Fahrrad eine sehr gute Kombination. Wenn es funktioniert,,

Eine Szene: irgendwo in der Pfalz auf einem Umsteigebahnhof, ein schöner Herbstsonntag. Es ist 18:30, und auf dem Bahnsteig warten etwa 20 Radfahrer, die nach einer schönen Radtour zurück in die Stadt wollen. Der nächste Zug hat Verspätung. Elektrische Anzeige leuchtet dann und sagt: „Zug fällt aus, aus technischem Grund“ o.ä. Aber ich wußte das schon, weil ich auf dem Netz gelesen habe, dass der Betreiber heute Personalmangel hat und einer oder andere Züge ausfallen könnten. Nun, der nächste Zug soll einfahren auf Gleis 3. Wir standen bisher auf Gleis 1. Alle Radfahrer, meist mit E-Bikes setzen sich in Bewegung und merken gleich, dass Aufzug defekt ist. Fluchend schleppen sie ihre teure und schwere E-Bikes runter und wieder hoch. Man beginnt, gezwungenermaßen, über die Bahn zu reden, natürlich negativ. Dann bringt der Anzeiger die nächste Botschaft: Der Zug, der kommen sollte, hat Verspätung. Daher kommt der übernächste Zug zuerst, (natürlich) wieder auf Gleis 1. Das ist ein schlechter Scherz, oder Versteckte Kamera? Radfahrer schieben ihre Räder wieder auf Gleis 1, wo sie schon mal lange gestanden waren.Eine Stunde später nach dem Zugausfall fährt der sehnlichst erwartete Zug ein. Natürlich brechend voll. Kein Platz für Fahrräder, alles besetzt. Trotzdem drücken sich die Hälfte von Radfahrer irgendwie in den Zug. Der Zug fährt ab. Auf dem Bahnsteig noch 10 Radfahrer wortlos geblieben, und setzt sich wieder in Bewegung, denn der nächste Zug soll wieder auf Gleis 3 einfahren. In 20 Minuten kommt der nächste Zug, nur mäßig voll. Wir steigen ein. Zug fährt los. Dann kommt die Ansage des Zugführers: „Der Zug endet im nächsten Bahnhof, und er fährt zurück.“ Gelächter als Wutanfall. Der Schaffner kommt, wird von allen Seiten attackiert. Dann sagt er, dass er bereits 11 Stunden im Zug dienstlich unterwegs ist und erst in 3 Stunden frei wird. Es wird leise, einige zeigen Verständnis. Auf dem nächsten Bahnhof müssen wir wieder Bahnsteig wechseln. Diesmal ist der Weg noch länger. Was würde ein Gehbehinderter tun. 15 Minuten später kommt der nächste Zug und bringt uns nach Hause. Frohe Gesichter,, „Wir Habens geschafft!“ „Ja wirklich, dann noch einen schönen Abend!“ Das ist ja wie ein Fernsehshow.

Auf meisten kleineren Bahnhöfe gibt es kein Bahn-Personal. Stellwerk-Fahrdienstleiter sieht nicht, dass viele Menschen mit schweren E-Bikes auf den Zug warten. Deswegen stellt er Gleis so wie geplant, mal auf Gleis1, mal auf Gleis 3. Auch wenn es technisch kein Problem wäre, diese Züge auf gleichen Gleis einfahren zu lassen, dürfte er wahrscheinlich nicht allein entscheiden. Er weiss nicht einmal, dass der Bahnsteigaufzug defekt ist.

Bahn hat mehrere gravierende Probleme. Im Zuge der Privatisierung(Hallo Herr Mehrdorn!) wurde sie kaputtgespart, um die Bilanz zu beschönigen. Dabei wurde das Personal drastisch reduziert und die Werkstätte geschlossen. Sanierungsarbeiten wurden verschoben. heute stehen z.B. mehr als 100 marode Brücken, die schleunigst saniert werden müssen. An Zügen wurden gespart. Wenn einmal ein Zug nicht fahren kann, kann kein Ersatzzüge bereitgestellt werden, weil sie nicht vorhanden sind. Wenn Krankenstand an Lokführer steigt, müssen die Züge gestrichen werden, wegen Personalmangel.

Die meisten Regionalzüge werden im Auftrag von Ländern/Regionen betrieben. Hier wird die Verkehrsleistung ausgeschrieben. Wer das beste(günstigste) Angebot abgibt, wird den Auftrag erhalten. Der Betreiber wird keinen Zug bereitstellen, was im Anforderungs-/Angebotskatalog nicht enthalten ist, auch wenn Bedarf deutlich bemerkbar wird(z.B. Ferienzeit gepaart mit gutem Wetter), denn spontane Zusatzzüge werden nicht bezahlt.

Außerdem werden die meisten Regionalzüge als Wendezug betrieben, d.h. der Zug hat vorn und hinten einen Steuerwagen oder eine Lok. Man kann hier nicht einfach einen Extra-Wagen anhängen, auch wenn mehr Passagiere erwartet wird. Man kann nur einen kompletten Zug dazu anhängen, was nicht (oder nicht überall)vorhanden ist. Dazu müssen die Züge auch gleiche Bauart sein, weil die Züge unterschiedlichen Steuerstromkreis und Steuerstromkupplung haben.

Zugfahren muss nicht kostenfrei werden(billiger wäre zwar schön), aber viel wichtiger ist die Leistung(Inch. Serviceleistung) des Eisenbahnbetriebes zu erhöhen, zwar deutlich. Ansonsten ist eine Verkehrswende nicht realistisch. Wenn die Nutzer, die mit gutem Willen ihre Autos zuhause stehen lassen, diesmal wieder enttäuscht wird, wegen Kleinigkeit wie defekter Fahrstuhl oder Zugausfall, scheitern die Versuche, viel mehr Menschen zu überzeugen, dass die Zukunft der Eisenbahn gehören soll.

Zur Politik muß man sagen, „Sie müssen die Verantwortung übernehmen für die langjährige falsche Entscheidungen und Steuerung“. Es wird nicht schnell genug sein, eine funktionierende Wende herbeizuführen(vielleicht nicht nur beim Verkehr,,). Ansonsten wird sich der Zulassungsrekord von SUVs weiter fortsetzen.

RIH-Sport, so um 1970, RH58

RIH-Sport war eine renommierte Rahmenbauerwerkstatt in Amsterdamm. Ich schreibe „war“ mit der Vergangenheit, obwohl RIH heute noch gibt. Das entstammt von der Zusammenarbeit mit der Fa. Cove, die jetzt unter RIH Elektroräder u.a. herstellt.

RIH-Rahmen wurden von Olympia- wie Worldcup-Fahrer gefahren und ihnen öfters zum Sieg verholfen. Es war eine ganz kleine Werkstatt, etwa vergleichbar mit Rickert in Deutschland, die hochwertige Rahmen produziert hat.

Rohrsatz ist Reynolds 531, wurden recht sauber verarbeitet., ohne Anlotteile, was in den 60ern Standard war. Unnötige Hitzezuführung war schädlich für den Rohrsatz.

man könnte meinen, das sei ein „Junk Parts Assembly“. In der Tat habe ich aus meinen Kisten alles gefunden, was ich eingebaut habe, und zwar quer durch. Weder marken- noch zeitrein. Hier habe ich keinerei Anspruch auf historische Korrektheit. Das Rad ist für die Stadt, und dafür gut sein. 2×6-fache Schaltung, auch wegen 120mm Einbaubreite. Radsatz habe ich neue aufgebaut, ganz normal mit Alpina Speichen, chzechische Felge, Normandy Naben., die ich geputzt, eingefettet, eingestellt und poliert habe, was mir immer noch, ab und zu, Spaß macht. Reifen, Schwalbe Marathon Racer 30mm, ist ausgesucht für die Stadt.

Es ist interessant, solche Teile anzuschauen, die kein Super Record, kein Dura Ace, eher unbekannt bis verachtet sind. Dieser Schalthebel von Shimano, vom optischen Eindruck her eine Kopie von Campa-Hebel, ist aber größer und liegt gar nicht so schlecht an Fingern.

Oder Schaltwerk 980 von Campa. Das ist ja mehr Simplex als Campa, aber funktioniert tadellos, solange kleine Kapazität respektiert wird. Und Kurbel/Kettenblatt (52/42)von SR-Sakae mit Silstar-Brand. Das ist ja optisch auch ein wenig wie Campa. Der Umwerfer, er ist normal Campa, wie langweilig,,, 6-fache Ritzelpaket ist maillard, genauso wie die Nabe mit franz. Gewinde, und fast unzerstörbar. Bremsen habe ich morderne Dia Compe Bremsen montiert, weil ich die Bremsleistung in der Stadt wichtig finde, und die neuzeitliche Bremsen lassen sich viel besser einstellen und zentrieren. Hebel Weinmann.

Ledersattel wäre der richtige, vielleicht. Aber ich wollte was anders, und kam zu San Marco Carma, der schon lange bei mir liegt und auf seinen Auftritt gewartet hat. Dazu passend? weises Lenkerband von Benotto Celo Tape.

Ist der Gesamteindruck stimmig, komisch oder seltsam? Wenn man sich frei macht, vom historischen Zwang und Standardaufbau, öffnet sich eine interessante Welt, die man vielleicht nicht mit jedem teilen kann. Ich finde das total spannend.