Kürbis Kaufen in Linum

Im Herbst konnte wenig rausfahren. Seit eine Weile hatte ich vor, wenn ein schöner Tag kommt, unbedingt rauszufahren. Der lange gewartete Tag kam, und ich nahm frei und fuhr los, zuerst mit der Bahn nach Nauen. Zwei Sachen hatte ich vor; mal schauen, ob man noch Kraniche findet, und in Linum bei Rixmanns Kürbis kaufen.
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Wolkenlos! Stadt Nauen lasse ich links liegen und raus. Gleich höre ich Kraniche, wie schön! Ich biege in den Feldweg ein, meine Standardroute.
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Zwischen Großfunkstelle und Dorf Weinberg sehe ich so etwa hundert Kraniche, und noch mehr Gänse. Später erfahre ich von Herrn Rixmann, daß der Großteil sich in der Umgebung von Nauen ist, weil sie dort mehr Futter finden. Noch etwa 10000 sollen da sein laut Zählung(was eine Hochrechnung ist). Einige davon überwintern dort, denn Kälte macht es ihnen nichts aus, andere ziehen noch weiter. Wenn sie günstige Thermik finden, steigen sie hoch und nützen den Wind. Dann werden sie innerhalb 3 Tagen in Spanien sein. Ich wunderte mich immer, wie die Zugvögel ohne Schlaf so lange Strecken ohne Pause fliegen können. Neue Erkenntnisse zeigen scheinbar, daß sie eine Gehirnhälfte zum Schlaf schicken können, also im Halbschlaf fliegen. Das wäre vielleicht auch praktisch für uns.
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Kühe interessieren sich nicht an Kraniche oder Gänse, behalten ihren Frieden bei Gras kauen, obwohl,, einige recht neugierig sind.
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Havelland ist, wie Oderbruch, neues Land, das von Menschen mit viel Mühe urbanisiert worden ist. Es wird intensive Landwirtschaft betrieben, hier gibt nicht viel Wälder. Trotzdem ist der Ursprung als Sumpf noch sehr gut erkennbar. Überall verlaufen Kanäle, die ursprünglich für die Trockenlegung der Sümpfe gelegt worden sind. Es gibt immer noch viele Sumpfwiesen, Luch, welche für die Naturschutz heute eine große Bedeutung bekamen. Die Feldwege hier sind meist gerade, sehr gerade, Landschaft ist flach, sehr flach. Langweilig zum Radeln? Natürlich ist das Radeln in Uckermark abwechselungsreicher. Für Tagestour finde ich ganz nett. Prächtige Eichenallee, viele Pappelalleen, unter diesen Bäumen eingentlich kein Mensch spaziergeht. Für den Moment gehört das alles mir alleine.
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Manche Bäume lagen immer noch auf dem Weg. Der Stürm im Oktober war heftig. Ich muß Umweg suchen, am einfachsten geht man aufs Feld. Aber Felder sind auch feucht nach vielen Regentagen. Trekker hat seine Spur hinterlassen, was aber schön schrammig ist. Das habe ich ungefähr geahnt und habe 26″-Rad mit 42mm-Reifen mitgenommen, sogar ein Schutzblech drangemacht.
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Viele meinen, Panzerplatten sind unangenehm zu fahren. Aber matchige Feldwege nach dem Regen sind schlimmer.

Ich mag die Pappelalleen. Sie sind typisch für hier. Sie trennen den Raum, aber verstärken den Eindruck von Weite, finde ich. Bin dankbar für die Menschen, die damals solche Bäume hier gepflanzt haben.
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Ein Stückchen Strasse fahren. Autoverkehr ist minimal. Strassen sind auch gerade.
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Linum angekommen, wollte ich gleich Kaffee trinken. Franks Kleines Haus war noch nicht offen(Fr. ab 15Uhr, Sa-+So. ab 12 Uhr, bis Weihnachten). Kuchen war noch nicht fertig, aber Kaffee habe ich bekommen. Nach einer tasse Kaffe in der Sonne geht zu Rixmanns Kürbisladen. Warum fahre ich für Kürbis soweit? Einfach, weil hier Kürbissorten gibt, die wirklich schmecken, die sonst nirgends zu finden sind. Ich weiss, es gibt menge Leute, die Kürbis nicht ausstehen können. Probiere mal Butter Cup, oder Shishigatani, einfach in Scheibe schneiden und in Butter braten, oder in größeren Würfel schneiden und dünsten(sie zerfallen nicht). So lecker kann Kürbis sein, besser als Esskastanien. Hokkaido ist schon gut, aber ich hoffe, bald kommt die Zeit von diesen noch unbekannten Kürbissorten. Nach Plauderei mit Hernn Rixmann packe ich 2 Stück ein. Nun ist mein Rucksack 5kg schwerer.

Nun fahre ich nach Nauen zurück, teils nehme ich andere Wege, damit es nicht langweilig wird. Zwischendurch esse ich Lyoner aus der Dose, meine eiserne Ration, immerhin Bio. Die Sonne steht schon lange tief. Es ist aber nicht kalt, so um 6, 7 Grad. Ich muß aufpassen, daß ich nicht schwitze. Konstant mit mäßigem Tempo fahren. Die Wege kenne ich. Züge nach Berlin fahren jede 20 Minuten. Keine Eile, und ich geniesse noch den letzten Sonnenschein eines schönen Tages.
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seltener Gast, Herse

Herse? Was ist das? Solche Frage stellt man nicht, wenn einer französische Fahrräder liebt. René Herse, der Constructuer, Rahmenbauer und Maßschneider von feinen Fahrrädern, ist eine Legende. Aber in Frankreich wissen auch nur wenige heute über ihn und seine Räder. Mehr populär ist er in Japan und in den USA. Es ist ein wenig seltsam, daß die französische Fahrradkultur in Deutschland, ein direktes Nachbarland, beinah unbekannt beglieben ist. Erst jetzt wird sie durch neu entfachtes Interesse an Fahrradhistorie wie -Kultur langsam bekannter. Ich habe z.B. in Berlin noch kein Fahrrad von Herse gesehen, auch nich von Singer, und weiss nicht, wieviel Herses wie Singers überhaupt in Deutschland gibt. Italienische Renner gibt es hier viel mehr(freilich, kein Vergleich). So gesehen, dieses Herse, was einem Freund von mir gehört, ist ein seltener Gast in meiner Werkstatt.
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Wenn man den Namen Herse hört, denkt man fast automatisch an Reiseräder wie Randonneur, Camping, Diagonale, Sportif. Aber Herse hat auch viel Rennrad(course route) gebaut. Das ist auch ein Rennrad, Jahrgang 1967, sehr sauber bearbeitet. Der Hinterbau ist für heutiges Verständnis lang, was damals aber normal war. Und das ermöglicht auch den Einbau von Schutzblech. Viele schütteln man den Kopf vielleicht und fragt „Schutzblech an einem Rennrad?!“ aber für Amatuersportler kann das sinnvoll sein. Das kommt vielleicht wieder.

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Arbeit von herse ist heute noch ein Benchmark für ambitionierte Rahmenbauer/Konstruteure. Geometrie wie Details Studieren und auf dem Sattel Fahrgefühl geniessen. Es ist eine Freude, solche schöne Fahrräder zu erleben.
Herse course route

Tiergarten lichterloh, in letzten Flammen

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Mein Arbeitsweg verläuft teils durch Tiergarten. Dafür bin ich sehr froh. Hier braucht man nicht neben Autos radeln, sieht man den Verlauf von Jahrenszeiten. In einer Großstadt kein Selbstverständlichkeit.
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Viele Bäume behielten noch ihre Blätter trotz mehrere stürmische Tage. Nun fallen die bunten Blätter auch ohne Wind. Ich habe Gefühl,vielleicht durch die Kälte sind die Farben knackiger geworden. Letzte Gelegenheit, Farbenpracht zu geniessen.
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Wenn man 2 Stunden Zeit hat, wird sich schon lohnen, dort spazierenzuradeln. Die positive Wirkung dieses naturähnlichen Parks ist enorm.
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Rahmen f. Ballonreifen

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In manchen Orte in Brandenburg geht es recht sandig zu. Im Kieferwald kann es sehr oft höllisch sandig sein. Einen Wunsch zu träumen ist gut verständlich, mit dem Fahrrad nicht im Sand stecken zu bleiben. Eine breitere Tragfläche den Last besser verteilen und versinkt nicht so leicht in den Sand. Also, breite Reifen muß her! Aber normaler Fahrradrahmen ist nicht dafür konzipiert und erlaubt höchstens 42mm breite Reifen, wenn überhaupt. Meiste Stadtfahrräder haben 32 bis 38mm breite Reifen. MTB haben viel größeren Reifendurchlaß, aber nicht jeder findet MTB schön. Hier hilft Einzelangertigung, solche Wünsche zu realisieren. Wie gut, daß man flexiblen Rahmenbauer zur Verfügung hat.
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Dieser Rahmen ist konzipiert für 60mm breite Reifen, plus Schutzblech von SKS(65mm breit). Komplett gemufft, Gabel auch mit klassischer Krone. Vorbereitet für modernen Nabenschaltung und Canti-Bremsen. Auswahl von Reifen in der 60mm Breite ist sehr klein. Für 55 oder 40mm gibt es mehr. Ballonreifen nennt man wenn er sehr breit ist(breiter als 45mm). Diese breite Reifen kann man mit geringerem Luftdruck fahren und sind sehr komfortabel. Bei gleichem Luftdruck ist der Rollwiderstand geringer als schmaleren Reifen, weil die breitere Reifen sich weniger verformen. Ntürlich fährt man unterschiedlich breite Reifen nie mit gleichem Luftdruck. Also, das sagt nicht automatisch, daß breitere Reifen geringeren Rollwiderstand haben.

Reifen ist extrem wichtig für Fahrrad. Neben Rahmen ist der Reifen/Radsatz das wichtigste Element. Danach kommen der Sattel, Pedale und Lenker/Griffe. Auswahl von Reifen ist aber gar nicht einfach. Hier gibt es ein interessanter Artikel über die Reifenbreite.
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Muffen werden noch verfeinert(siehe unten, nur kleine Eingriffe, die feinen Unterschied machen), bevor der Rahmen in schöner Farbe lackiert wird. Ein interessantes Projekt. Hier ist der Wunsch, wo und wie man fahren möchte, ganz konkret und wichtig. Erst dann kommt das schöne Aussehen.
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COUGAR, Liverpool

Cougar war ursprünglich eine Marke von Terry Dolan, der in Liverpool Rahmen baute und Shop hate. Er war ein renommierter Rrahmenbauer. Unter der Marke Cougar wurden alles mögliche gebaut, Bahnrad, TT-Rad, auch MTB. Mitte der 90ern begann er seinen eigenen Namen als Marke zu benützen und war/ist besonders erfolgreich im TT und Bahnrennen. Chris Boardman, Bradley Wiegens und weitere Nationalfahrer, Olympiasieger/Weltmeister fuhren/fahren auf Dolan-Rad. Dolan ist noch gut im geschäft.
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Marke Cougar wurde so um 2000 von Paul Donohue(nicht verwechseln mit Donhou Bicycles in London) übernommen, der schon früher für Dolan gearbeitet hat. Donohue arbeitet nicht mehr als Rahmenbauer.
COUGAR MTB frame
Und das ist ein Aufbauprojekt, Cougar-MTB, schätzungsweise so um 1990. Ganz nette Fillet Brazing, schlanker Rohrsatz. Dieser Rahmen wird neu lackiert und mit modernen Teilen aufgebaut für Wald-/Feldwege, also als ein leichtes XC-Rad, ganz ohne Federung. Das Foto zeigt provisorischer Aufbau für die Bestimmung der Sitzposition.

Grünes Band

grünes Band
Berliner Senat will Fahrradwege in grün streichen. Das ist immerhin eine Verbesserung, finde ich. Grün sieht man besser. Aber die Pfosten zwischen Radweg und Fahrbahn für Autos,, da habe ich etwas dagegen. Es wäre mir wünschenswert, Miteinander von Fahrrad und Auto zu verbessern. Auf ganz getrennten Wege zu gehen bedeutet; Autos können gedankenlos schnell fahren. Autofahrer vergessen, in der Stadt umsichtig und langsamer zu fahren. Fahrräder sind eingeschlossen in eine Schneise. Schnelles Ausweichen wird nicht mehr möglich, was manchmal notwendig ist. Breitere Fahrspur, die in der Zukunft für den Fahrradverkehr gestellt werden könnte/sollte, wird de facto verneint. Der Plan von Senat kommt mir vor, als wäre es mehr Zugeständnis für Autofahrer. Verringerung von Gefahr sollte auf anderer Weise erreicht werden.
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Zuerst, solche Engpässe sollen eliminiert werden. Mit dem Tram geht es ja. Aber hier fahren auch Autos. Das kann man umleiten. Dann das Netz von fahrradfreundlichen(verkehrsberuhigten) Strassen ausbauen, bevor man Fahrradschnellstrassen(Autobahnen für Fahrrad, klingt vielleicht schlagkräftig. Aber wer braucht das eigentlich?) baut. Natürlich sollen die Radfahrer auch entspannt fahren, und nicht rasen. Vielleicht insgesamt Tempo verringern, alle Verkehrsteilnehmer.

Stadtansichten

Heute sah ich Kraniche über den Karl-August-Platz kreisen, wo gerade Wochenmarkt war. Sie wollten uns Tschüss sagen? Bis nächstes Jahr, bye-bye Kraniche!
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Unterewegs findet man oft was schönes in der Stadt, kleine Details oder Strassenzüge. Dann möchte ich am liebsten kurz anhalte und sie geniesse. Dafür gibt es keine Markierung, keine Aussichtsturm. Das kann auch nur heute und jetzt sein. Und das muß jeder selber finden. Auch wenn ich arbeitstechnisch unterwegs bin, 10 Sekunden oder Halbe Minute ist doch kein Verlust. Es ist eher eine Bereicherung. Die Wege will ich nicht durchblättern. Ich lasse mich ein bisschen uneffektiv sein.
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Strelitzer Strasse ecke Bernauer Strasse: Strasse fällt zu Mitte hin. Der Fernsehturm steht genau auf der Strassenachse. Je nach dem Wetter und Tagessverlauf wechselt sich die Atmosphäre des Bildes. Auch hübsch im Nebel.
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Uckermark, himmlisch/höllisch

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Was schön an Uckermark für Radfahrer ist, ist das Vielfalt der Wegen, die man nehmen kann. Neben den relativ gut ausgebauten Fahrradwegen gibt es unzählige Waldwege wie Strassen, die man sehr gut fahren kann. Somit ist die Kombinationsmöglichkeit der Routen groß.
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Topografie ist auch gut geeignet zum Radeln, sehr oft wellig hügelig. Die Steigung ist aber so gut wie nie zu hart, nie zu lang. Es gibt schöne Kurven. Diese Landschaft bereitet Radfahrern eine große Freude. Es wird nicht so schnell langweilig. Natürlich gibt es auch viele gerade Strassen, vor allem im Odertal. Aber sie sind nicht so schlimm wie in Sibirien.
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Es gibt natürlich Waldwege, die viel Auf und Ab aufweisen oder/und sandig/matschig sind(Kiefernwald ist oft sandig!). Auch gibt es Strassen, die man wegen Autoverkehrs vermeiden sollten. Aber im Allgemein sind die Strassen dort recht leer. Wenn man schnell Kilometer kassieren will, kann man ganz gut solche Strassen benützen.

Aber es gibt auch viele Strassen, die sich mehr an Katakomben ähneln als Strassen. Grobe Kopfsteinpflaster ist schon hart zum Radeln auf Dauer. Und von solchen Knochenschüttlern gibt es viel in Uckermark(und in Brandenburg). Eine gute Planung wird wichtig.
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Ich habe neulich mit einem Freund 100km geradelt. Davon war ca. 10%, also nur! 10km, solche Pflaster. Das raubt aber einem die Energie und schliesslich auch die Lust. Ich habe nichts gegen kurze Kopfsteinpassage, aber zu lang sollte es nicht werden. 20km hätte ich bestimmt als zuviel empfunden. Mit einem Rennrad sprich dünnen Reifen wäre schon ein kleiner Abschnitt zwischen Herzfelde und Mittenwalde eine Hölle des Nordens geworden.
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Ansonsten war es recht schön mit Hochnebel und Sonne. Erste Hälfte mehr Wald, letzte Hälfte mehr Ackerlandschaft. Ganz grob könnte man sagen, Nordwestuckermak ist bewaldet, Südostuckermark Ackerland. Seen gibt es überall verstreut.
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Und die Überraschung des Tages kam,, als wir am Radweg Berlin-Usedom in der Nähe von Dorf Steinhöfel eine kleine Pause machten. Ein Jungkranich läuft vom Feld zu uns, einfach so. Das ist, für mich als Kranichbeobachter, eine große Überraschung. Denn sie vermeiden Nähe von Menschen und halten einen großen Sicherheitsabstand(man sagt 300m und mehr). Landmaschinen, Autos oder Züge machen Ihnen keine Angst, aber die Menschen!
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Nun läuft er um uns herum, scheinbar komplett ohne Angst, und buddeln hier und da die Erde mit dem Schnabel. Schließlich schaut er meinen Freund ins Auge und geht an seine Fahrradtasche ran.

Das ist gar nicht normal. Er ist gewöhnt an Menschen. Ich mache Gedanken, er hätte jung seine Eltern verloren und sich an Menschen gewöhnt. Ich hätte ihn fast gefüttert, aber ich verkniff es zu tun.

Nach der Tour habe ich mich bei Kranichschutzbund gemeldet, auch weil er beringt war. Schnell bekam ich eine Antwort. Dort in der Nähe, wo wir die Begegnung mit dem Jungkranich hatten, wohnt ein Ehepaar, das sich um die verlorengegangenen Kraniche kümmern. Und er hieße „Charly“ und hat durch Untaten von Menschen von seinen Eltern getrennt, fand bei dem Ehepaar das Obhut. Also ihm geht gut, aber Auswilderung könnte schwierig sein. Mal sehen was er nächstes Jahr machen wird, wenn er erwachsen ist.

Eine schöne Tour, auch wenn es etwas anstrengend war. Danach hat auch einfachster Spaghetti Bologneser gut geschmeckt.
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Ludo, made in Belgium

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Ludo, eine eher unbekannte Marke in Belgien, nahe Brüssel. 1964 fuhr Eddy Merckx auf dem Rennrad mit Ludo-Rahmen zum Amateurweltmeister. Die Firma existiert noch, aber baut keinen Rahmen mehr und vertreibt Fahrräder unter der Marke „Granville Bikes„.
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Dieser Rahmen, welcher der Kunde mitgebracht hat, müßte aus den 70ern sein, ist in einem guten Zustand. Der Lack im blassen Gold sieht gut aus. Aus diesem Rahmen soll ein City-Flitzer wachsen. Ich habe den Hinterbau auf 130mm gespreizt, um einen zeitgemäßen Radsatz einzubauen. Zum Einsatz kam Campagnolo Khamsin mit 9facher Kassette(Shimano). Alle Teile sollen in schwarz gehalten werden. Shimano Sora sieht noch mehr oder weniger klassisch aus im Gegensatz zu allen Shadow-Schaltwerke. Sitzposition wurde abgestimmt für komfortables Radeln. Schalthebel habe ich zuerst Daummi eingebaut, was aber ergonomisch nicht ganz gut passte. Deshalb kam ein Rapidfire-Schalthebel von Shimano in Einsatz. Er ermöglicht Schalten, ohne Hand verstellen zu müssen. Dafür ist es leider nicht so schön, und unnötig groß. Wer braucht solche Schaltanzeige, die sowieso nur ganz grobe Position zeigen kann?? Ich sage nicht zum ersten Mal, daß Shimano ein wenig wie Toyota ist, nicht nur ihre Produktpolitik, sondern auch Design, ein wenig roboterhaft und seltsam. Japanische Manga-Kultur greift auch hier durch? Da dieser Rahmen für rennrad ist, ist der Abstand zwischen Reifen, Schutzblech und Bremsen recht eng. Aber 28mm Conti GP 4Seasons passt gerade noch. Das Rad ist insgesamt recht klassisch harmonisch geworden.
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Fürstenberg-Boitzenburg Rundfahrt in 2 Tagen

Dieser Herbst war nicht sonderlich schön. Nach den stürmischen Tagen, in den vieles verwüstet wurden und viele Bäume umfielen, stand auf der Wetterprognose ein Paar schöne Tage kommen. Meine Freundin machte sich an die Planung, buchte eine Übernachtung vom Sonn- auf Montag im Boitzenburg, kaufte Bahntickets ein. Der Zug vom Berliner Hauptbahnhof war ziemlich leer. Die Landschaft war verhüllt im Nebel. Ich mag Nebel anzuschauen, also eine schöne Zugfahrt.

Route Tag 1
Route Fürstenberg nach Boitzenburg

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Route von Fürstenberg nach Lychen habe ich mehrmals beschrieben. Am Piansee lagen einige Bäume noch auf dem Weg liegen. Ansonsten waren die Strassen bis einsame Waldwege gut geräumt. Das ist eine gute Leistung.
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Im Wald ist eine pure Herbststimmung. Kurz vor Lychen hellt sich der Himmel langsam auf.
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„Kunstpause“ ist ein kleiner Laden in Lychen, aber mit einem netten Garten. Die Sonne kommt raus. Der Plan meiner Freundin geht voll auf, hier Mittag zu machen. Ich habe Würstchen mit Kartoffelsalat, sie Kürbissuppe. Es ist fast 20 Grad warm.
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Es geht Richtung Feldberger Seenlandschaft, via Triepkendorf. Hier ist schon Mecklenburg. Sturm hat vielen Bäume Blätter weggefegt.
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Und hier haben wir einen falschen Weg genommen und landete in Mechow. Ganze Zeit dachte ich, diesen Weg kenne ich irgendwie. Als ich die Kirche von Mechow sah, war es mir klar, daß ich woanders gelandet bin als geplant. Das kenne ich ja doch! Wir haben schon vor Jahren einmal in diesen Weg und ins Dorf verirrt. Wer hat die verwirrende Schilder an der Gabelung hinter Triepkendorf aufgestellt? Etwas staubig wirkt das Dorf, wegen der nicht geteerten und sandigen Dorfstrassen vielleicht.
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Eine Frau mit Rucksack kommt zufällig vorbei, schön und so um 50. Meine Freundin fragt sie nach den Wege nach Carwitz. Sie sagt so und so sollen wir fahren, und dann fragt uns ob wir ihre Katze gesehen hätten. Oh leider nicht. Diese Ecke um Dorfkirche wirkt für mich etwas mysteriös. Hierher würde ich angelockt,, Und sie ist der erste und einzige Mensch, den ich in diesem Dorf sehe. Wenn ich allein gewesen wäre, hätte sie mir gefragt, ob ich mit ihr ihre Katze suchen würde,, Dann würde ich von diesem Dorf nie wieder rauskommen,,, Natürlich ist das alles banal, aber das Dorf regt meine Fantasie an, wirkt ein wenig wie die Filme von Lynch. Sorry Mechow, ich habe gar nichts gegen das Dorf. Ich komme bestimmt wieder hierher. Wir fahren aber weiter, wie die Frau beschrieben hat. Das sind auch genau die Waldwege, die wir vor Jahren fuhren, um aus dem Dorf zu entkommen,,
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Ich fahre ein umgebautes MTB mit aufrechter Sitzposition, denn mein linker Daumen ist gestaucht und tut weh, weil ich vor einer Woche einen Sturz hatte. Dieses Rad ermöglicht eine bequeme Sitzposition und eine entlastende Lenkerhaltung.

Angekommen an Carwitz, ein hübsches Dorf aber vollem Tourismus im Sommer, sehen wir einen schwimmen. Es kann sein, daß das Wasser noch nicht sehr kalt ist. Dorf ist ruhig, nur noch einige Urlauber sind hier jetzt.
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Im Dorf kann man gut einkehren, aber wir fahren bis Hullerbusch, um dort in der Schäferei eine Pause zu machen. Wir nehmen Kaffee und Kuchen, plaudern mit Tischnachbarn, die heuer von Berlin nach Uckermark gezogen sind.

Der Rad- und Waanderweg entlang Schmale Luzin ist wunderschön.
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Ab Wittenhagen fahren wir meist auf Strassen, manchmal auf Kopfsteinpflaster. Autoverkehr ist aber so gut wie gar nicht.
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Die sonne geht langsam unter und die Umgebung wird in rötlichem Licht gefüllt.
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Genau mit dem Sonnenuntergang kommen wir Boitzenburg an. Gasthof Zum Grünen Baum kennen wir schon. Schönes Gebäude, schlicht aber hübsch und gut eingerichtete Zimmer, gutes Essen. Bier zuerst, dann Haxe für mich, Pasta für meine Freundin, dann Creme Brûrée und Espresso, um den Magen zu schliessen. Zufrieden und müde fallen wir ins Bett. Es ist ganz ruhig.
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Die Sonne scheint ins Zimmer. Wieder ein schöner Tag. Gemütlich frühstücken wir im warmen Licht. Heute fahren wir etwas weniger km, die Wege sind angenehmer.

Route Tag2
Route Boitzenburg nach Fürstenberg

Schloß Boitzenburg war Stammsitz von Familie von Arnim, sozusagen die beherrschende Adelsfamile über Uckermark, wo noch mehrere Schlösser/Burgen der Familie stehen. Das Renaissance-Schloß sieht ein wenig verbastelt aus, ist aber hübsch.
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Schloß Boitzenburg war in der DDR-Zeit ein Erholungsheim der NVA. Nach der Wende ist es in privater Hand, hat einen Charakter des Kinder- u. Familienhotels, wobei bei der Sanierung einen Subventionsbetrug in Millionen gegeben haben soll. Eine Sache, was nach der Wende scheinbar oft vorkam.

Wir fahren den Radweg „Spur der Steine“, zuerst auf schön geschwungenem radweg neben Strasse, dann auf ehm. Bahntrasse, d.h. gerade und eben.
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LInks und rechts ist mooriges Naturschutzgebiet. Daß hier früher Eisenbahnzüge fuhren, ist das kaum vorzustellen. Es gibt noch alte Bäume, wie diese Eiche, die 500 Jahre alt sein soll, oder jene Lerche, eine der ältesten in Deutschland.
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Am Warthesee machen wir eine kleine Pause. Über uns fliegen die Kraniche.
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Weiter nach Metzeltin, dann durch Wald nach Gandenitz. Radeln unter fallenden gelben Blättern wie in Zeitlupe.
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Im Alt-Placht steht ein kleines Kirchlein im Grünen, sonst nur noch eine brandenburgische Försterei(ehm. Gutshof) und ein Paar Häuser.
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Am Platkowsee verläuft ein wie eine Autobahn ausgebaute Fahrradweg, gerade, eben und super geteert. Es ist bequem zum fahren, aber langweilig. Ab Zenssee wird der Radweg deutlich schöner mit viel auf und ab, kombiniert mit schönen Kurven.
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Wir steigen ab ans Ufer, beim Waldhotel-Restaurant Sängerslust.
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Der Uferweg ist nicht für Fahrrad gedacht. Man kann z.T. gut fahren, aber manche Stellen sind sehr eng und mit Baumwurzeln recht schwierig.
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Wir seind sehr zeitig Lychen angekommen. Gasthof am Stadttor, wo wir Kleinigkeit essen wollen, macht erst 16 Uhr auf. Wir nehmen Platz auf einer Sitzbank am Ufer und geniessen die Sonne.
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Zufrieden mit einem Bier und kleiner Fischsuppe machen wir uns auf den Weg nach Fürstenberg, wo wir in den Zug nach Berlin steigen. Der tiefen Sonne entgegen treten wir locker auf die Pedale. Ach, dasselbe habe ich schon mal geschrieben,,
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