Archiv der Kategorie: Historie

Silver Machine

Von Alfred Jarry gibt es ein Gedicht, „Wie man eine Zeitmaschine konstruiert“. Äh, wer ist dieser Alfred Jarry? Wer Pere Ubu kennt, dann kennt auch Jarry. Als Vorläufer des Dadaismus, ist sein Einfluß auf theater- wie Kunstszene bis heute noch groß.

Er war ein passionierter Radfahrer( z.B. sein Text über „10’000 Meilen Rennen, das inter-mechanisch und inter-national von Paris nach Sibirien und zurückführt und bei dem es um einen Wettstreit zwischen Dampfkraft(Eisenbahn), Muskelkraft(Velofahrer), Chemie(Dopingmittel)und demPhantastischen (Radfahrertölpel)geht.“ Interessant?

Und das o.g. Gedicht ist, zugestehen, ich hab es noch nie gelesen, handelt sich eigentlich darum, „wie man ein Fahrrad baut“. So hat Robert Calvert von brit. Band Hawkwind verstanden und schrieb einen Text für ihren Song „Silver Machine“, als Space Travel, was seinerzeit(Anfang 70er) ganz schön aktuell war, was aber eigentlich um Radfahren ging. In der Tat hatte Robert damals, und auch heute, ein silbernes Rennrad.

„I, I just took a ride in a silver machine. And I’m still feeling mean. Do you want to ride. See yourself going by. The other side of the sky. I’ve got a silver machine. It flies. Sideways through time. It’s an electric line. To your zodiac sign. I’ve got a silver machine.“ usw. usf. (Songtext von Silver Machine © Sony/ATV Music Publishing LLC, Universal Music Publishing Group)

Warum ich überhaupt darauf kam? Z.Zt. baut einer bei mir sein neues Rennrad, mit einem komplett verchromten ital. Rahmen, Alle Teile in silber. Das erinnerte mich an dem Song von Hawkwind, ein schillerndes Stück. Gesungen von Lemmy. Let’s go!

marin MTBs, 1995/96

Ganz zufällig kamen zwei Marin-MTB aus gleicher Zeit zusammen. Erdridge Grade(rotes Logo) ist meins, und aus dem Jahr 1996. Bear Valley(weißes Logo) gehört einer Kundin und ist Baujahr 1995. Das war noch die Blütezeit der Stahl-MTBs.

Marin war einer der vielen Massenherstellern für MTBs, begann die Produktion 1986. Die Markenname Marin stammt vom Marin County, in diesem Gegend das Mountainbike geboren ist. Jedes Modell trägt Ortsname, der für damalige MTB-Fahrer geläufig waren.

Erdridge Grade wurde damals bestückt mit vielen Original Leichtbauteile, u.a. White Industries Kurbel, Original-Bremsen. Bear Valley ist mit Shimano-Teile ausgestattet. Beide Rahmen sind, ich glaube baugleich, aus Tange Chromoly-Rohrsatz, der für die Marin-Spezifikation gebaut wurde. Tange beherrschte damals den MTB-Markt. Stolzer Werbespruch „leichter als Alu-Ramen“ zeigt die Übergangszeit von Stahl zu Alu.

Wenn ich damaligen Katalog anschaue, entdecke ich viel Interessantes. Erdridge Grade wiegt 10,4kg, Bear Velley 11,8kg, das leichteste “ Topmodell „Team Marin“ 10,0kg, Topmodell mit Alurahmen „Indian Fire Trail“ 10,2kg.

Im Katalog wurde ausführlich über die Technik beschrieben, wie outbatted/inbutted Rohr, Kastenhinterbau aus Alu, Fully-Federung mit tief liegender Lagerpunkt,,, Technisches Interesse an Neuigkeiten war immer schon groß. Vor allem, war MTB Vorantreiber der Fahrradtechnik damals. Impulse kamen aus den USA, in den viele Ingenieure/Techniker/Designer, die für die NASA und Luftfahrtindustrie arbeiteten, auf Fahrrad aufmerksam wurden, durch Ecology wie bicology Bewegung.

Eine interessante und innovative Zeit, als die schönste MTBs(das ist mein persönlicher Geschmack) entworfen wurde.

2x Stahl

10kg vs. 85t(Lokleergewicht ohne Tender)! Keine Chance für Fahrrad. Apropos, letztes Jahr wurde ein Kunde am Bahnübergang von einer fahrenden Diesellok erfaßt ;-( Mehrere Knochenbrüche, und Totalschaden am Rad. Man könnte sagen, er hat noch Glück gehabt.

In Ettlingen West steht diese Dampflok, ehm. bad. G12, baugleich wie preußische G12 Güterzuglok, Baujahr 1921, gebaut von Maschinenbaugesellschaft Karlsruhe. Sie gehört zu den Ulmer Eisenbahnfreunde Sektion Ettlingen, und wird im Sommer für Sonderzüge auf der Albtalstrecke u.a. eingesetzt. Yes! Ich bin auch ein Eisenbahnfreund, vor allem DampflokFreund 😉 Stahlarchitektur interessiert mich auch. Vielleicht, die Besichtigung vom Stahlwerk in meinem Heimatort, als ich 12 Jahre alt war, hat einen bleibenden starken Eindruck hinterlassen,,

Nun, was hat ein Fahrrad mit Dampflok gemeinsam,, Ja, eine Dampflok hat auch viel Röhre im Langkessel, Rauchröhre, Heizröhre, Überhitzerröhre,, allein Rohrheizfläche macht fast 200qm bei dieser Lok aus.

Die Herstellung von Metallröhre ist eine technische Errungenschaft. Vor allem,, im Bereich Militärtechnik war es sehr wichtig, für die Herstellung von Gewehrlauf.

Anfangs wurden Röhre aus Stahlbleche hergestellt, etwa wie die Bilder unten,,

Über die Geschichte des geschmiedeten Gewehrlaufs schau bitte , falls interessiert, folgende Links:

http://firearmshistory.blogspot.com/2010/05/barrel-making-pattern-welded-or.html

http://firearmshistory.blogspot.com/2010/06/barrel-making-pattern-welded-or.html

http://firearmshistory.blogspot.com/2010/06/barrel-making-pattern-welded-or_06.html

In Japan wurde Lauf mit sehr großem Durchmesser hergestellt, durch mehrmaliges Legen und Schmieden des Blechs, was eine Dimension von Kanone erreicht hat, was in Europa aus Bronze gegossen wurde.

Warum soviel über Waffen schreiben? Fahrradindustrie entwickelte sich, in vielen Ländern, wo die Waffenindustrie bereits florierte. Ja weil, die Röhrenherstellung eine Schlüsselrolle gespielt hat. In Frankreich war es St.-Etienne, wo z.B. Manufrance(Manufacture Francaise d’Armes et Cycles de St.Etienne)=Hirondelle, Vitus, CLB u.a. ansäßig waren. In Großbritanien war es Birmingham, wo z.B. BSA(Birmingham Small Arms) u.a.(wie Dawes, Sun, Hercules, Phillips u.v.m.) ansäßig war. In Japan wurde Fahrradindustrie in Sakai(Shimano, Suntour, Tange u.a.) und in Tokio(Miyata z.B.) schnell entwickelt, wo hochwertige Waffenschimiede(Schwertschmiede und Gewehrschmiede) vorhanden waren. Der Grunder von Shimano war ein Dreher, welcher von Suntour auch ein Mechanikermeister. Gründer von Miyata war ursprünglich ein Gewehrschmied. Nur Deutschlands größte Konzentration der Fahrradindustrie, Bielefeld war keine Waffenindustriestandort. Hier war Textilindustrie ansäßig und Maschinenbauindustrie für die Textilmaschinen. Daraus entwickelte sich eine große Fahrradindustrie dort.

Für Fahrradrahmen werden heute noch geschweißte(gerollt und geschweißt) Röhre verwendet(meist für preisgünstige Räder). Ich habe auch gehört, daß Columbus Aelle war auch geschweißte Röhre(ob das simmt, weiß ich nicht,,). Ansonsten werden gezogene Rühre verwendet, und für hochwertige Räder konifizierte Röhre, manchmal auch mit Zug versehen(innenseite wird mit Züge/Splines versehen, um Steifigkeit zu erhöhen), um Gewicht zu reduzieren ohne Festigkeitverlust. Diese Züge wurden wahrscheinlich auch vom Gewehrlauf abgeguckt, in dem die Züge aber für die Stabilisierung der Projektilflugbahn dienen. Die Züge am Gewehrlauf sind nur 0,05 bis 0,3mm tief.

Die industrielle Herstellung von gezogenen Röhren ist eine Erfindung von Gebrüder Mannesmann.

Demae – Delivery

Früher hat jedes Nudelsuppenlokal(hauptsächlich Soba-Nudel und Reisgerichte) in Japan ihre Speisen ausgeliefert, nach hause oder ins Büro. Dafür mussten die Köche und Küchengehilfe Ihre Fähigkeit unter Beweis stellen, guter Artist und Radfahrer zu sein,,

Die Bestellung von Büros zur Mittagszeit könnte eine Ausmaß annehmen, daß die Speisen in Porzellanschalen und auf Holztabletten in atemberaubende Höhe türmen läßt.

Das solche Kunststücke zum japanischen Alltagsbild gehörte, ist aus heutiger Sicht fast ein Wunder. Ich weiß nicht genau, wann diese Art Lieferungen verschwanden, irgendwann in den 70ern, schätze ich. Liefern lassen wurde immer weniger, und irgendwann fingen sie auch an, mit Mopeds zu liefern, zwar mit einer Hängevorrichtung, die auch flüssiges Inhalt sicher transportieren liessen. Das sieht man vielleicht heute noch ab und zu. Aber die Lieferung mit einem Fahrrad ist so gut wie gar nicht mehr. Schade, aber Strassenverkehr hat sich drastisch zugenommen und ist deutlich gefährlicher geworden dafür.

Damals war diese Art Lieferung so populär, daß man in der Schule es gelernt hat.

Haha, das ist ein Scherz. Das Bild oben zeigt nur ein Geschicklichkeitsspiel an einem Sporttag.

Die Zeiten ändern sich,, und es gibt sicherlich zeitgemäßere Transportmöglichkeiten mit dem Fahrrad. Das sollen wir weiter entwickeln, um Automobile im Nahbereich zu ersetzen.

Adventure Bike 1990

ARAYA war und noch ist ein ehrliches Unternehmen, und dessen „Muddy Fox“ war lange Zeit ein gutes MTB. MTB hat ganz schnell, in Japan, traditionellen Randonneures verdrängt, auch im Bereich Radreisen. 80er Jahre war die Dekade der Transition von Rando zum MTB. Danach waren Randonneures fast ausgestorben und nur vom harten Kern der frankophilen Cyclisten als Tradition fortgetragen.

Mir fiel heute wieder ein, wie ähnlich die MTBs von damals mit den Adventure Bikes von heute waren. Unterschied liegt im Detail, und vor allem in Radgröße. Radgröße sollte jeder aussuchen nach Körpergröße, so spielt das eigentlich für das Grundkonzept keine Rolle.

Hier ist ein Foto vom Berliner Kollegen Flo(fern)s schönen Adventure Bike mit 650B Rad.

Und hier ist ARAYAs Adventure Bike Package 1990. Systematisch für unterschiedlichen Zwecke gedachte Rahmen und Zubehör, was heute auch kene Selbstverständlichkeit ist.

Also, nichts wirklich neues beim Adventure Bikes dabei? Einige technische Entwicklungen sind schon dabei. Nabendynamo, LED-leuchte, Scheibenbremsen, Schaltwerk mit Dämpfer, wasserdichte Taschenstoffe, Navis, Ob man sie mit einbeziehen will, soll jeder selber überlegen. Abenteuer könnte ja direkt vor Haustür beginnen, ohne 1000km weit fahren zu müssen. Für eigene Abenteuer eigenes Adventure Bike, was man nicht unbedingt so nennen muß.

1980, Mount Tamalpais unweit von San Francisco. Eric und David Koski, Entwickler von Trailmaster und Breezer, radeln genußlich durch den tiefen Wald, um Vogelzwitschern und Fluß plätschern zuzuhören. MTB ist nicht nur Repack Race gewesen.

eine Dame, ihr Fahrrad, und meine Neugier

Vor 4 Wochen kam eine ältere Dame in die Werkstatt, sagte daß sie mir ihr altes Fahrrad vermachten möchte, zum Ausschlachten damit vielleicht noch ein Paar Teile weiter benützt werden könnten. Nun bei solchen Fall denke ich normalerweise an eine verrosteten Kellerleiche. Sie sagte aber, es wurde immer gut gepflegt und gewartet, und zeigt mir noch die Originalrechnung von 1956, ein Victoria-Damenrad, etwa DM170,-, gekauft in Hamburg. Das könnte etwa Monatslohn von damals entsprechen. Wer solche Rechnung feinsäuberlich aufbewahrt, pflegt auch die gekaufte Teile. Nach kurzem Gespräch bin ich sicher daß es sich nicht um eine Kellerleiche handelt. Sie wirkt patent, und erzählt auch, daß sie eine Freundin der alternativen Kultur sei, und deswegen zu mir Gewerbehof/Radlerhalle kam. Sie weckt mein Interesse. Ich verspreche ihr, vorbeizukommen um das Rad abzuholen.

Sie wartet bereits an ihrer Haustür. Wir gehen ins Keller. Dort steht ihr Fahrrad, sehr gepflegt. Ein Victoria Damenrad, 63 Jahre alt. Das Rad beflügelt meine Fantasie, aber mehr noch die Art der Dame, Frau B. Ich schätze sie zuerst so um 75. Sie ist aber 85, nicht nur patent, hat eigene Antwort über die aktuellen Belange und lebt so recht bewußt. Sie habe mit diesem Rad viele Touren gemacht. „Aber solch altes Rad fährt man heute nicht mehr“ Nein nein meine Dame, in diesem Punkt liegen Sie nicht ganz. Ich sage ihr, daß ich es nicht ausschlachten sondern restaurieren werde, und bringe es zur Werkstatt.
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Victoria war ein Nürnberger Fahrrad-/Motorradfabrik, gegründet 1886. Erste Produkte waren Hochrad und Sicherheitsrad. Später, 1958, als die Nachfrage an Fahrrad schlumpfte, ging Victoria mit anderen Fahrradwerke auf Zweirad Union AG über. Marke Voctoria lebt bis 1966 weiter, bis Zweirad Union von Hercules übernommen wurde.
Neuzeitlich sicherte die Fa. Hartje das Namensrecht und produziert heute unter Victoria E-Bikes.
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Da das Rad in einem recht guten Zustand befindet, mußte nicht viel gemacht werden. Techinisch ist das Rad gut in Schuß. Nur einige Teile habe ich ausgetauscht, um es in den originalähnlichen Zustand zu verwandeln. in 63 Jahren wurden einige Teile ausgetauscht. Zuerst fällt den schwarzen Kettenschutzer aus Kunststoff auf. Das sollte weg. Zum Glücl gibt es noch Neuteil von Fa. Horn als gepresstem Alu. Hochbauender Lenker wurd on den 70ern eingebaut, um die Sotzposition etwas komfortabler zu machen. Aber er passt gut zu diesem Rad so daß ich ihn beibehielt. Nur Griffe habe ich ausgetauscht. Was dran war, waren sicher aus den 60er/70er jahre. Rücklicht war auch aus den 70er/80er. Ein Sammlerfreund schenkte mir eine Lampe aus dem 50ern. Was mich noch mehr störte, war die Lichtverkabelung, die aussen am Rahmen lief und mit Klebeband festgemacht war. Der Rahmen hat, am Oberrohr ganz oben und an der linken Kettenstrebe gleich hinter Tretlager, Anschluß zur Innenverlegung. Ich dachte, sie wäre nicht mehr funktionstüchtig und deshalb hat man den Kabel nach aussen verlegt. Nach dem Polieren von Metallteilchen funktioniert es aber wieder. So verschwand der Lichtkabel zum großten teil. Zum Rücklicht läuft der Kabel in der gefalteten Innenkante des Schutzblechs, wie damals ganz normal. Dynamo hat einen neuen Rollgrummi bekommen damit er besser läuft. Scheinwerfer,wahrscheinlich aus den 60ern(vielleicht sogar anfangs 70ern), beließ ich. 50er-Scheinwerfer wäre runder vorne. Und dieses Rocknetz ist aus heutiger Produktion(weiss nicht woher). Es ist etwas dicker als früheren, aber die farbe passt ganz gut. Überhaupt, daß solches Rocknetz noch hergestellt wird, finde ich gut. Nun sieht das Fahrrad wie damals, als es gekauft wurde? Das weiss ich nicht. Das ist auch nicht meine Absicht. Rocknetz war damals schon optional, denke ich. Und es fehlt auch Windschneidemarkenzeichen. Ob es immer vorhanden war, weiss ich auch nicht. Es ist keine Bohrung dafür vorhanden. Es könnte auch optional gewesen sein. Lack auf dem Rahmen habe ich nur geputzt, aber nicht poliert. Die Zeit. die das Rad erlebt hat, soll da haften bleiben.
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Ich habe das Rad umgebaut, nicht um der Dame gefallen zu tun. Aus eigener Neigier fantasiere ich, wie sie früher gelebt hat, und welche Touren sie gemacht hat. Es ist eine kleine Zeitmaschine, zurück auf die 50er Jahre. So ist das Ganze ein Märchen für mich. Die Dame aber interessiert sich sicher viel mehr dafür, wie das Rad sinnvoll weiterleben wird, und jemanden Freude machen kann.

eine Begegnung mit Dambedei

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Der E.T. heisst in Karlsruhe Dambedai,, Keiner weiss so richtig woher dieses Wort stammt.. Als E.T. nach Karlsruhe kam, wann das geschah, weiss keiner mehr so richtig, sah er ein lecker aussehendes Gebäck und sagte „Taabetai,,“, was auf Japanisch „möchte gerne essen“ bedeutete, denn E.T. war vorher in Japan gewesen, und hat dort mit diesem kleinen Satz viele Freunde gemacht. Nachdem E.T. Karlsruhe verließ, hat man zum Gedenken an E.T., denn er war ein Schutzgeist, das Gebäck in seiner Gestalt gebacken und nannte es Tambetei, wie E.T. so ungefähr aussprach, aus dem heute Dambedei geworden ist.. Diese Geschichte ist, seltsamerweise, in Vergessenheit geraten,,,
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Vielleicht hat der E.T. auch dem Drais Tip gegeben, Laufmaschine zu entwickeln,,
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Clubleben, 50er in Frankreich

50er Jahre in Frankreich, das war eine der Höchblüten in der Fahrradgeschichte. Es geht wieder aufwärts, das Leben macht wieder Spaß. Clubs florieren, Viele machen Fahrradurlaub. Viele Fahrradmacher wetteifern mit der Innovation.
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Zufällig bekam ich viele wunderbare Fotos von Radclubleben damals. Der Großvater von meinem Freund Christian, Louis Mathis, war Franzose und ein Mitglied der UVA (Union Véocipédique Argenteuillaise). Argenteuil ist ein Banlieuebezirk im Nordwesten von Paris. Er fuhr auch Paris-Brest-Paris, Raid Pyrénéen u.a., also ein aktiver Sportler. 1951 fuhr er Paris-Brest-Paris, in 88H42(409, MATHIS, Louis, Union Vélo. Argenteuil). Sein Bruder Gaston Mathis führte damals diesen Verein 1951 bis 57. UVA wurde 21. September 1931 gegründet und als 36. Club beim französischen Radsportverband FFCT (Fédération française de cyclotourisme) registriert. Bei der FFCT sind mittlerweile 3.100 Clubs registriert.
Dieser Verein stand damals näher zu René Herse. Wahrscheinlich weil Alex Singer, der geografisch auch ganz in der Nähe stand(und immer noch steht) einen quasi eigenen Verein ACBO führte(und noch führt).
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Und Clubleben beschränkte sich nicht auf Radfahren. Es gab ständig Grunde zum Feiern, oder Ball, Exkursion, Wandern usw. Clubs hatten für starke soziale Bindung gesorgt.
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Ich werde diese wunderbare Fotos einfach kommentarlos zeigen. Sie duften regelrecht nach 50er Jahre. Viele schöne Räder wie interessante Details sind zu sehen. Ach ja, auf irgendeinem Foto ist René Herse auch dabei. Und wie die Amateure sich damals kleideten, ist auch interessant. Trikot mit Sponsoren-Logos trugen nur Profis.
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Oben ein wunderschönes Herse-Tandem, unten eine Kontrollkarte beim Brevet, von Gaston Mathis.
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Diese Fotos aus Golden Age stammen von der Enkelin Gaston Mathis und von Catherine Deheeger. Ihr Vater Jean Deheeger und ihre Mutter Arlette, die Tochter von Gaston Mathis, waren ebenfalls Mitglied der UVA. Herzlichen Dank an Christian, der mir die Fotos zur Verfügung gestellt hat, und selbst ein guter Rennradfahrer ist. Er sagt „Bereits in dieser Epoche stand in Frankreich der Wunsch, Radfahren im Geist von Geselligkeit und Solidarität zu praktizieren, im Vordergrund. Ich habe einige der Radfahrfreunde meiner Großeltern kennen gelernt und kann das nur bestätigen.“

franco-japonais

lancement:
Toei sportif
Mittlerweile ist es vielen bekannt geworden, daß manche Japaner francophil sind, nicht nur bezüglich Kunst oder Cuisine, sondern auch beim Fahrrad. Warum eigentlich?

préhistoire:
Nachdem Japan das Land öffnete, entstand relativ rasch eigene Fahrradindustrie zum Ende des 19. Jhdt., bekannt ist die Stadt Sakai, wo bereits lange Zeit Waffenschmiede gearbeitet haben. Parallel zu St. Etienne ist deutlich. Miyata, auch ehm. Waffenschmied, begann in Raum Tokyo Copy von Rudge zu bauen. Rudge ist der Erfinder vom Roadsters. Rasch wurde Fahrrad ein wichtiger Exportartikel für japanische Wirtschaft(im asiatischen Raum)

Britischer Einfluss dauerte lange, bis in die 50er Jahre. Fahrräder in Japan waren alles im britischen Stil. Roadster ist der Prototyp von heutigen Mama-Chari(Muttis Rad, Billigfahrrad schlechthin). Und sportliches Fahrrad wurde dort Club Model genannt. Eigentliche Bedeutung dieser Bezeichnung ist unbekannt. In Großbritannien gab es öfters ein Club Model in Rahmenbauers Catalogues. Das war ein Einsteigermodell ins Lightweight und oft stand als Radclub-Bestand für Mitglieder zur Verfügung. Japaner machten Touren mit diesem Club Model. Es war mit schmalen Reifen bestückt, Singlespeed oder mit Schaltnabe, und obendrauf schwer. Die Strassen in Japan waren schlecht, kaum geteert, und die Topografie recht bergig. Sportrad im britischen Stil passte eigentlich gar nicht zu japanischen Gegebenheiten.

Alps in Tokyo war ein Vorreiter des Radreisens. Gegründet 1918, als Sportfahrradfachgeschäft ab 1946, entwickelte Alps eigene Modelle. Anfangs war jene Club Model dominierend, später Camping, Pass Hunter. Alps war ein Laden für Radreisende, baute weltreisetaugliche Räder wie leichte Gipfelstürmer. Leider wurde das Geschäft 2007 geschlossen. Der Grund dafür war, „es gibt für unsere Räder keine passende Teile mehr“,,
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premier impact:
Nach dem 2. Weltkrieg wollte der Industrieministerium Fahrradindustrie wieder in Form bringen, um den Export wieder zu aktivieren. Einige Experten wurden nach Europa geschickt, für die Recherche dortiger Fahrradindustrie. Einer davon ist Shinich Toriyama, vom Haus aus Mediziner, aber enthusiastischer Fahrradfreund.
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1953 fuhr er durch Europa, Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Italien, um dortige Fahrradindustrie und Fahrradkultur zu recherchieren. Er fand heraus, daß französische Fahrräder zweckentsprechend systematische Modellvielfalt besitzen, daß die Strassensituation eine Ähnlichkeit besaß mit japanischer, und daß viele kleine Fahrradmanufakture hochwertige Sporträder anboten. Er bestellte bei René Herse ein Cyclotourisme und Tandem. Sie wurden im Jahr drauf geliefert und wurden sofort bei Maruto-Bicycles, Tokio zerlegt und analysiert. Chefkonstrukteur vom Maruto-Bicycles, Umeji Uchiho, machte sich selbständig und gründete 1955 Toeisha, wo Fahrräder vom Anfang an nach französischen Vorbildern gebaut wurden.
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TOEI warb sich schon früh als Bewahrer der französischen Fahrradkultur, wie „Herse im Westen, TOEI im Osten“.

Toriyama schrieb viele Bücher über Fahrrad und Radfahren. Sein stetiges Anliegen war die Verbindung von Freude und Gesundheit durch Radeln, denn er ist ein Arzt. Sein Verdienst ist systematische Entwicklung von Sporträdern wie Verbreitung von Radsport(nicht Rennen).
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Gleich danach, 1956, eröffnete ein Schwager von Toriyama, Osamu Itakura, Tokyo cycling Center, der sich auf Maßanfertigung von Tourenrädern spezialisiert.
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Tokyo Cycling Center ließ bei Toi u.a. Tourenradrahmen unter eigenen Markennamen „Zephyr“ bauen, schoß die Tür aber 2008 für immer. (Das war schlimme Zeit für Randonneure in Japan, 1990 bis 2010. MTB-Schock war sehr groß. Junge Radfahrer wollten auf MTB reisen. Viele dachten, Rando-Kultur wird verschwinden. TOEI ging auch recht schlecht und musste sich verkleinern. Viele Liebhaber haben mit ihren Bestellungen TOEI im Leben gehalten, denn TOEI macht keinen Keirin-NJS Rahmen. Wartezeit wurde bis 2 Monate schlumpfen, was heute wieder über 1 1/2 Jahr beträgt.

deuxième impact:
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Ein Schuler Toriyamas, Tsutomu Numa, reiste 1968 nach Paris, bestellte ein Herse. Toriyamas Herse waren muffenlos(aus dem Grund, daß man so besser in damaligen Japan reparieren könnte). Das hat Numa nicht gefallen und bestellte sein Rad mit typischen Muffen. Das kam auf den Titelseite des renommierten Tourenradmagazins „New Cycling“. Das schlug wie Atombombe ein. Alle wollten Fahrrad wie das, und bestellte TOEI oder bei anderen Rahmenbauer. Randonneur wurde ein felsenfester Begriff in der japanischen Cycling-Szene. Herse wurde eine Sehensucht, TOEI ein vielleicht realisierbarer Traum. Und, Herr Numa stieg bei Miyata ein, um die Entwicklung von Sporträdern anzutreiben. Er versuchte eine systematische Typenvielfalt à la Herse zu installieren, was aber als Massenprodukt scheiterte.
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Auf dieser Web-site kann man viele schöne TOEI-Räder anschauen. Es kann eine Warnung vorkommen, daß diese Verbindug unsicher sei. Ich schaue diese Seite schon seit Jahren an. Aber bitte entscheide selbst, ob man den Link aufmacht oder nicht.
Dieser Blogschreiber, ist selbst leidenschaftlicher TOEI-Fan und Cyclo Tourist. Diese Seite scheint komischerweise nicht unsicher zu sein, obwohl das im gleichen Blog ist.

aujourd’hui:
Granbois, Kyoto wird vom enthusiastischen Cyclotourist Tsuchiya-san geführt, mit dem Ziel, Randonneures-Kultur zu erhalten und publik zu machen. Grandios beginnt eigene Teile zu produzieren, die für Randonneures unerlässlich sind. Teile für Radsätzem(700c wie 650B)m Reifen, Felgen und Naben. Dann Lenker, Bremsen. Ohne Grandios gebe heutige Wiederauferleben der Rando-Kultur undenkbar.

Ein im genialen Timing erschienene Magazin „Cyclo Tourist“ trug dazu bei, ältere Rando-Generation zu ermuntern, wieder auf Rando auf die Reise zu gehen, und zugleich daß die junge MTB_Generation sich an Randonneures zu interessieren. Es gibt ein sehr schönes Buch von dessen Redaktion über TOEI-Räder, was evtl. noch kaufen kann. Interessenten bitte bei Maxi anfragen.
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In der Redaktion einer anderen Zeitschrift „Bicycle Club“ gibt es auch Rando-Freaks, die im losen Abstand Randonneur-Bücher publizieren. Neulich machte er eine Reportage, wie es heute ist, bei TOEI einen Rahmen zu bestellen.

So sahen typische Cyclotourist in Japan damals aus(das bin ich nicht).
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