Archiv der Kategorie: Rahmen

Lee Cooper / L. A. Cycles 26″ Rennrad

Der Rahmenbauer Lee Cooper aus Coventry, UK, nicht zu verwechseln mit Ron Cooper bei Gillot, arbeitete für div. Shops wie Lieferanten. In den 90er Jahren hatte er mit Kollegen eigene Firma L.A. Cycles gegründet. Heute arbeitet er noch als Rahmenbauer. Seine Vita siehe seine Seite. Er hat recht unterschiedliche Rahmen f. verschiedene Zwecke gebaut.

Dieser Rahmen hier ist eigentlich ein Lo-Pro-Rahmen, d.h. vorn 26″ hinten 700C für TT oder Triathlon. Ich baue ihn auf als 26″ Rennrad für kleine Person oder Jügentliche, mit einer 2×7-fache Schaltung(oja, ich liebe 7-fache Ritzel/Cassette, ich gestehe). Kurbel sollte 160mm sein.

Seit langem habe ich wieder einmal lackiert. Es reizte mich, weil Columbus Max Rohrsatz, was übrigens sehr leicht und steif ist,, eine große Fläche bietet, um interessante Farbteilungen zu probieren, was bei klassischem dünnen Rohrsatz nicht zur geltung kommen wird. Dabei wollte ich trotz großflächiger Teilung eine insgesamt dezente Farbgebung. Daher sind die zwei ausgesuchte Farben etwa gleich hell, VW Beige meta und Renault Gelb meta. Für Jugend vielleicht etwas zu dezent, aber meine INtention zielt eher kleine erwachsenen Damen, die elegant sportlich fahren möchte.

Diesen Rahmen habe ich bereits 5 Jahre, und das Projekt schlief lange Zeit. Ich habe keinen Zeitdruck, so das ist ein schönes projekt im Winter für mich.

Rahmen Lee Cooper/L.A. Cycles 1994, Rohrsatz samt Gabel Columbus Max, Rahmenhöhe 520mm(mitte-Oberkante), 430mm(mitte-mitte), Oberrohrlänge 520mm(mitte-mitte).

Meral modern, 650B Raizin Works

Sogenannte Rahmenform Meral mag ich sehr. ursprünglich für Damenrennrad gedacht, passt universell für verschiedene Zwecke, Rennrad, Cityrad, MTB, 700c, 650B, 26″, sehr sportlich bis gemütlich komfortabel, kann man mit dieser Rahmenform konstruieren.

Dazu noch mit Standardrohrsatz gemufft, oder Oversized mit Fillet-Brazing, kann diese Rahmenform klassisch bis modern gestaltet werden. Nicht nur für Damen ist es gut, diese praktische Standover Hight mit dem Overrohr, der erst unterfällt wie Mixte, dann aber waagerecht zum Sitzrohr stoßt. Steif und ein ausgesprochener Unisex-Rahmen ist es.

Diesmal ist ein Tourenrad, das auch alltäglich benutzt werden soll. Für die Touren sollen Gepäckträger vorn + hiten montiert bekommen, dafür der Rahmen vorbereitet ist, für den Alltag wie abgebildet mit einem Porteurträger ausgestattet.

Grundgeometrie ist mittelsportlich. Radsatz ist 650B mit 38 bis 42mm breiten Reifen. Für die Standsicherheit ist oberrohr etwas tiefer gesetzt als normal. Normalerweise zielt der Oberrohr etwa das hintere Ausfallende. Bei diesem Rahmen geht er tiefer, um die gewünschte Standover Hight zu realisieren. Rohrsatz ist Kaisei 019/8630, komplett oversized und fillet brazed, Steuersatz 1 1/8 ahead. Nur Gabelkrone, mit 54mm Maulweite für Gilles Berthoud 50mm Schutzblech, hat klassische Form als Akzent.

Antrieb/Transmission ist eine interessante Mischung. Da sie auch Bergtouren macht, hat die Übersetzung eine große Breite. Vorn Sun XCD Kurbel mit TA 5vis Touriste 44/28 Zähne, Hinten Shimano 9-fache cassette mit 11/34 Zähne. Schaltwerk ist Deore XT, Umwerfer Campa Chorus für 3-fach. Hier ist zu achten; Umwerfer hat oft problem, wenn kleine Kettenblatt eingebaut wird, wie hier 44 Zähne. Um den Abstand zu den Zähnen korrekt zu halten, kommt der Umwerfer auch nach unten so daß Ende des Flügels(unten links) mit der Kettenstrebe korridieren können. Umwerfer mit einem kleinen Flügel gibt es selten. Schalthebel ist Shimano Dura Ace 7700 für 9-fach, kombiniert mit Paul-Lenkeradapter.


Bremsen sind Tektro 559 mit langem Schenkelmaß. Sie passt gerade gut für die Bereifung/Schutzblech. Bremshebel ist auch von Tektro, ein simpler Hebel, der eigentlich Reprika von Vorkriegszeit-Bremshebel ist. Bremszughülle sind in grasgrün, Schaltzughülle sind in gelb so daß sie der Farbgebung des Rahmens abgestimmt sind.

Porteur-Lenker ist angenehm-sportlich erlaubt unterschiedliche Griffpositionen. Dafür wurde Lenkerband(Brooks) komplett bis zur Mitte gewickelt. Um die spätere Justierung der Lenkerhöhe zu ermöglichen, ist der Steuersatz mit 30mm Spacer versehen.

Zugführung ist konventionell, nur der Bremszug wurde innenverlegt. Wie so oft bei mir, ohne Abdeck. Dieser Abdeck verursacht oft Rost am Zugeinlaß/-Auslaß weil dort Feuchtigkeit sammelt.

Naben sind von HOPE. Sperrklinken des Freilaufs finde ich etwas laut. das ist auch bei Chris King der Fall. Bei Shimano ist zu leise, fast geräuschlos. Irgendwo dazwischen, mit schönen Klang soll es eigentlich sein.

Streben vom Schutzblech sind vorn Gielles Berthoud, hinten Honjo. Hinten sollen die Darumas das Blech schützen, vorn die abgeflachte Befestigungsart die Kollision mit Fußspitzen verhindern, da der Abstand zwischen Vorderradachse und Tretlagermitte gerade 595mm ist(Tretlagermitte bis Hinterradachse ist 435mm).

Der Porteurträger ist von Pelago. Er ist gut und flexibel konstruiert. Trotzdem hätte ich die Ladefläche ca. 10mm tiefer setzen wollen. Das ging leider nicht. Für 26″ Bereifung wäre der Abstand noch größer. Ich möchte die Ladefläche tief wie möglich haben, für bessere Schwerpunktlage.

Der Sattel ist Gyes G3, City- und Tourensattel. Nach kurzer Probefahrt würde ich sagen, er ist schon komfortabel. Und markant ist dessen Design. Ach ja, die Schlitze für die Sattelklemmung ist vorne. Und Klingel von Knog ist total unauffällig.

Jetzt die Farbe; Gelb ist nicht einfach gelb. Diesmal ist Pantone 3945 mit viel Perlmuttanteil. Diese Gelb hat ganz leichte Grünstich, wirkt frisch wie Zitrone, die noch niciht ganz reif ist. Durch Perlmutt wirkt die Oberfläche auch recht unterschiedlich, je nach Einfall vom Licht. Dazu, zu allen Ausfallenden hin wird es grünlicher. Das kann man bei bestimmten Lichtverhältnisse kaum bemerken, aber bei anderen Lichsituation deutlich.

In der Sonne wirkt sie sehr hell reflektierend gelblich, im Schatten sieht es matter und grünlicher aus. Es wird nicht langweilig, diese Farbenspiele zu beobachten. Es ist nicht einfach, diese Farbnuancen in Fotos wiederzugeben.


Dieses Rad heißt „bonheur“, also Happiness. Ich hoffe, dass es in der Tat der Bringer des Glücksgefühls werden wird. Gute Fahrt!

frisch gebacken

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Ein neuer Rahmen aus Japan, sorgfältig gebaut vom Rahmenbauer Fukuda-san und frisch gebacken vom Lackierer Hirai-san in Tokyo. Der Lack erreicht nach dem Backen im Ofen (130 Grad in 15 Minuten) gleich Endfestigkeit. Diesmal in Pearl-White von FIAT und Kupfer.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Bald wird er aufgebaut, und auf Brevet eingesetzt. Schön und praktisch, komfortabel und kraftvoll sollen kein Widerspruch sein.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Claud Butler „New Allrounder“ 1954

00
Allrounder ist schon ein verdächtiger Begriff. Ist das eine Art VW Golf, mit dem man so ziemlich alles erledigen könnte? Geometrie ist sicher für damaliges Verständnis ein universeller Standard (wahrscheinlich 72°/72°). Es ist eher britisch als kontinental. Muffen sind doch aufwendig ausgeführte Bilaminates. Claud Butler ging 1956 Pleite. Einige Jahre im voraus gingen manche Spitzenrahmenbauer bereits weg, da der Untergang des Imperiums bereits sichtbar war.
Allrounder53
Geometries-1954
Dieser Rahmen war teilweise rostig wie so oft bei britischen Rahmen, denn es ist feuchter dort. Rost wurde sorgfältig entfernt, Innenraum mit Wachs versiegelt, die Oberfläche Phosphorbehandelt, bevor er grundiert/lackiert wurde.
0102
Lackierung ist Cremeweiss mit Perlmutt, Rot- und Bronzetöne mit Metallic. Also keine damalige Farbgebung. Trotzdem soll sie traditionell britische Farbgeschmack widerspiegeln.
07
Dazu kommen NewBaum Lenkerband in Violette, Bremszughülle in Rotbraun. Insgesamt etwas bunt und leicht kitchig? Ich würde meinen, es sieht britisch aus.
09101416
17202228
Briten lassen oft ihren Rahmen umbauen, um ihn mit zeitgemäßen Teilen bestücken zu können. So v erändert sich ein Rahmen durch die Jahrzehnte. Bei diesem Rahmen sind die Anschläge f. hintere Bremszug original, aber ich wollte Bremszughülle durchgehend haben so daß ich sie mit Schellen befestigt habe. Aber die hintere Ausfallenden mit Schaltwerkauge könnten spätere Umbauten sein.
12
Auch ich bestücke diesen Rahmen relativ freizügig, ignoriere historische Reinheit. Eine Kombination von Huret Alvit Schaltwerk und Simplex Hebel ist schon ein wenig hart. Dazu ein Sugino Kurbel, SOMA-Pedale, Grandbois Steuersatz, Silk Vorbau, Philippe Lenker, Kerzenstütze von heute, Brooks B17 von heute, Normandie Naben und Super Champion Felgen, Conti GP Classic Reifen, also eine recht bunte Mischung, die einen stimmigen? Eindruck verleihen soll.
Mir ist aber ein ganz klarer „Fehler“ unterlaufen,,, Kenner werden es finden.
0405
26
Natürlich ist das Rad nicht fürs Rennen, auch nicht für den Alltag. Eher für Spazierfahrten, wie zur Eisdiele oder Café hin und zurück, oder an die Wand im Wohn-/Arbeitszimmer.

Stahl wird weicher

Einmal sollte ich auch darüber schreiben, über die Eigenschaft von Stahl. Ernsthaft trainierende Rennradfahrer wissen das, daß Stahlrahmen im Laufe der Zeit weicher wird. Keirin-Fahrer(Profi-Bahnfahrer) sagen, daß ihre Rahmen schon in 2 oder 3 Jahren weicher werden. Das bestätigen die Rahmenbauer auch. Das sind aber richtig kraftvolle Fahrer, die unmenge von Kilometer fahren. Sie merken das auch nicht so leicht. Aber wenn man baugleichen Rahmen neu baut und mit dem 3 Jahre tüchtig gefahrenem Rahmen(die Laufleistung von Profis ist aber für Laie nicht so einfach nachzumachen) vergleicht, wird man es merken. Vor allem der Hinterbau, und auch Gabel(je nach Bauart) wird weicher. Fahrradrahmen ist in Fahrtrichtung recht steif. Aber gegenüber seitliche Bewegungen ist er weniger steif. Da der Hinterbau und Gabel auch als Federung funktioniert, werden sie vielen Bewegungen ausgesetzt. Und diese Bewegungen/Schwingungen machen Stahl weicher. Beim Hinterbau ist typischerweise gleich hinter Tretlagerschale, nicht aber die Lötstellen. Wenn der Hinterbau sehr weich wird, wird das Fahrrad etwas eiern auch beim Geradeauslauf. Man kann solches Fahrrad trotzdem noch fahren, ohne Problem, denn Stahl bricht nicht so leicht, aber ist nicht mehr für wirklich schnelles Fahren geeignet. Auch für großes schweres Gepäck ist das Rad nicht mehr geeignet, wenn der Hinterbau weich ist und eiert.

Nun, vielleicht kommt die Frage auf; „Was ist dann mit Vintage Fahrrädern!?“. Zu recht. Intensiv gefahrene Rahmen haben ihre ursprüngliche Steifigkeit/Festigkeit verloren und fahren sich anders. Wie anders? Das ist unterschiedlich und hängt von vielen Faktoren ab, wie intensiv wurde er gefahren? war der Fahrer kraftvoll? Hatte da Rad viel schwere Gepäck zu tragen? Hat der Fahrer unsauber pedaliert? Wurde das Rad auf unebenen Wege gefahren? Ist der Rahmen ein Leichtbau(also Auswahl von Rohrsatz)? usw. usf.

Und wie merkt man das? Optisch kann man das nicht feststellen. Man muß mal fahren. Und für den Urteil müßte man auch viele Rahmen/Fahrräder kennen. Evtl. könnte man etwas vorstellen, wie der Rahmen genommen/genutzt/gepeinigt wurde, durch den Zustand vom Lack. Das ist aber nur eine Vermutung. Wenn der Rahmen mit Neulack restauriert ist, kann man das auch nicht mehr. Eine schwierige Sache.

Es kann auch passieren, daß ein etwas weicher gewordener Rahmen für den neuen Zweck gut passt. So gesehen ist die Sache recht individuell und nicht allgemein zu beurteilen. Sowieso ist es Unsinn, wenn man sagen würde, Weich ist schlecht, hart ist gut. Jeder Rahmen durchläuft zeitlich einen Veränderungsprozess. Wenn er für den Zweck passt, ist es gut. Aber er wird im Laufe der zeit noch weicher, was aber recht lange dauern könnte, bis er eiern beginnt und nicht mehr zweckerfüllend wird. Pfleglicher Umgang beim Fahren wird das Leben jedes Rahmens verlängern.

Wenn ich alte Rahmen restauriere, merke ich das schnell; wenn ich Hinterbau richte, spreize oder zusammendrücke. Oft gibt es sehr weich gewordene Hinterbau. Solche Rahmen sind dann zum (behutsames) Spazierfahren gut. Das sind aber meist Rahmen aus den 60er Jahren oder noch deutlich älter. Ab und zu gibt es auch Rahmen aus den 70ern/80ern sogar 90ern und neuer, die zum forcierten Fahren nicht mehr geeignet sind. Allgemein kann man keine Aussage machen. Daher ist es immer zu empfehlen, nach Möglichkeit probezufahren. Wenn man nur den Rahmen kauft, ist es schwierig. Am besten fragt man nach der Historie des Rahmens nach.

Und, Alu verhält sich anders. Alu wird härter, und zugleich poröser und kann irgendwann ziemlich plötzlich und ohne Vorwarnung brechen. Eigenschaft ist auch hier je nach Legierung unterschiedlich(und das passiert auch nicht zu oft). Daher kann man nicht allgemein sagen, daß Alu gefährlich sei. Aber Alu ist nicht einfach zu beherrschen. Das sieht man auch, wenn man Automobil anschaut. Dort gibt es heute noch kaum welches aus Alu. Auch aus diesem Grund? gibt es wieder zunehmend Lenker als Stahl. Stahllenker federt mehr, auch Stahlvorbau federt, und somit komfortabler und vielleicht etwas sicherer.

Testfahrt

01
Kollege Dan Santicci hat den Prototyp für seine Touren-/Gravelrad aufgebaut. Wir fuhren eine Testrunde im Grunewald. Der Rahmen, made in Italy, ist sehr klassisch, aber aufbaubar mit modernen Teilen. Reifendurchlaß von 37mm mit Schutzblech oder 45mm ohne Blech ist zeitgemäß. Der Rahmen soll steif und stabil sein, trotz klassischem Rohrsatz und Gabeloffset(ich kann den großen Prototyp leider nicht fahren). Auf Asphalt wie Waldwege macht das Rad eine gute Figur.
07

misty, 26″ Rennrad, Rahmen by Philip Pike

01
0203
Ein 26″ Rennrad, für Jugendliche aufgebaut. Dieser Rahmen stammt aus Bristol, England. Gebaut wurde vom Philip Pike, der Sohn Stan Pikes, einer der besten Rahmenbauer dort in den 70s. Die beiden haben auch den mehreren Radgeschäfte Rahmen geliefert.

Rahmennummer PJ 53, Baujahr so um 1980. Gebaut für ein Fahrradgeschäft C.C.Competition, entweder für Jugendliche oder für kleine Person so zwischen 155 bis 160cm. Rohrsatz ist Reynolds 531. Rahmenhöhe 440mm(mitte-mitte), Oberrohrlänge 475mm(mitte-mitte), front-center 540mm, rear-center 380mm. Klein aber reinrassiger Rennradrahmen.

Die Frabe ist mit Verlauf. Basisfarbe ist Orangemetallic. Darauf wurde weißliche Perlmutt gesprüht, zu den Ausfallenden hin immer mehr Richtung Pink. Diese Farbgebung zeigt unterschiedliche Farbnuancen je nach dem Licht, recht kräftig orangig bis sehr hell pinky. Beschriftung und Muster ist in silber, ausgeführt mit Wrap-Technik. Frischhaltefolien werden zerknittert, dann wieder glatt gemacht. Darauf wird der Lack gesprüht. Diese Folien werden auf Rahmen leicht angedrückt. Im voraus wurde der Rahmen maskiert so daß nur erwunschte Stellen diese Silberton bekommt, mit interessanten Zufallmustern. Etwas mehr Silber hätte der Rahmen gut vertragen, vielleicht.
06
11

Aufbau ist wie so oft, mit den Teilen aus den Kisten im Keller. Radsatz besteht aus: Conti GrandPrix 28mm, Aero-Felge, Shimano Naben/vorn Exage, hinten Deore). Antrieb ist,, Innenlager Suntour, Stronglight Kurbel, 1 Kettenblatt 42Z, 6-fach-Ritzelpaket, Pedale mit Gummi(weil das Rad für ein Kind ist). Schaltung mit Shimano 105. Vorbau ATAX, Lenker no name, Lenkergriffe OURY transparent wie der Sattel vom fabric, Aero-Sattelstütze von Shogun. Bremsen Campa Mirage, Bremshebeln Tektro. Zufhüllen Pearl-Silber.
07
05
08
09
04

Klar, das ist ein Fahrrad für Mädchen. Mädels lieben Pink, nicht wahr? Leider kenne ich zuviel Mädels, die Pink hassen,, Ach und warum „misty“? Nur weil ich den Song von Errol Garner mag, und die Lackierung etwas nebligen Eindruck erzeugen sollte(ob es so gelungen ist,,). Also, das ist kein Frauenname.
12
00

Shimano Aero 1980

aero 2 001 (887x1200)aero 1 001 (914x1200)
Shim_AX1L
Shimano fing 1977 damit an, Aerodynamik des Fahrrad zu forschen. 1980 brachte Shimano åx-Teile auf den Markt, die aerodynamisch gestaltet wurden. Shimano hat die eigenständige Entwicklung des Unternehmes darauf konzentriert, und ist beinah pleite gegangen. Geschäftlich war das ein Flopp. Aerodynamik ist zwar wichtig, aber mußte als gesamtes System Mensch-Maschine entwickelt werden. Für normalsterblichen war der Effekt nicht spürbar, obwohl angeblich 20% Reduktion des Luftwiderstand erzielt wurde(das ist Werte ohne Fahrer, also Aero-Rahmen + åx-Teilen gegenüber herkömmliches Fahrrad) Aber Shimano versuchte seitdem, technisch auf Überholspur zu gehen, was der Firma auch gelang.
01
Es gibt heute noch diese Shimano-Aero-Rahmen aus der Zeit in einem guten Zustand. Sie wurden im Auftrag Shimanos bei manchen japanischen Rahmenbauwerkstätte gebaut. Er besteht aus Tange-Aero-Rohrsatz, und es gibt einige Varianten. Der hier ist mit normalen Muffen. Es gibt auch Rahmen mit Aero-Muffen. Das ist eine gute Basis für originelle Umbauten, als Singlespeed, als City Flyer. Reinrassig mit åx-Teilen oder irgendwas aus der Zeit, macht es fast immer eine gute Figur.
06
07
08
09
10

Not-Operation, oder die Liebe wird besiegen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
SOS, ein Fahrrad im Seenot, mit einem gebrochenen Ausfallende gerät es in Gefahr, in den Müll zu landen. Aber die Liebe zu der alten Weggefährte ist stark. Und die Liebe ist die Rettung. So kam die gebrechliche Dame zu mir, und soll wieder auf alten neuen Glanz gebracht werden. Votox-Spritze? Nönö, der Rahmen soll repariert und gerichtet werden, dann neu lackiert werden, natürlich in gleicher Farbe, ganz klar. Bei der Gelegenheit sollen einige Teile upgradet werden. Das wird eine Groß-OP.

Der Lack, Peugeot Metallic Grün aus den 80ern, hat sehr viel Abplatzer. Das ist nicht normal.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Erster Schritt ist Zerlegen des Rades in Einzelteile, dann die Reparatur vom Rahmen. Für die Rahmenreparatur beauftrage ich David, der sorgfältig arbeitet. Gebrochen ist zwar nur rechte Seite, ausgetauscht werden aber beiden Ausfallenden, um die Waagerechte des Rahmens zu garantieren.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Wie so oft bei älteren Rahmen, hatten wir schwer, Innenlager zu lösen. Da das Innenlagergehäuse(Rahmenteil) kein Entwässerungsloch hat, konnte die Feuchtigkeit nicht auslaufen, und den Innenlager total rosten lassen. Hier war eine chirurgische Behandlung bzw. Metzgerarbeit notwendig. Zum Glück sind die Gewinde noch heil geblieben. Nun wurde ein Loch zum Entwässern gebohrt. Da die Innenseite des Rahmens relativ viel Rost auswies, wurde sie nach dem Lackieren mit Wachs hohlraumversiegelt.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Halter von alten Dynamo, was schon lange nicht gebraucht wird, wurde geflext, und die Stellen der Punktschweissung mit Lot gefüllt.
Bis dahin hat es fast 3 Wochen gedauert. Dann kam die Fahrradmessen dazwischen und das Projekt ruhte eine Weile. Danach für die die Lackierung weitere 2 Wochen. Am lliebsten würde ich den frisch lackieren Rahmen weitere 4 Wochen auf Fleischerhaken hängen, um die Lackschicht weiter härten zu lassen. Dafür habe ich diesmal nur eine Woche Zeit genommen. Denn das Wetter wurde fast sommerlich gut. Das Rad will gefahren werden. FÜr die Montage wurde gewünscht, das Vorderlicht am Ausfallende, und das Rücklicht am Sattel zu montieren. Solche Arbeit mache ich gerne. Nun ist die alte Dame wieder ganz frisch und sieht verjungt aus, ohne ihr Wesen verändert zu haben.
DSC_0728
DSC_0736
DSC_0738
DSC_0739
DSC_0742
DSC_0745
Das war eine kostenintensive und zeitaufwendige Operation. Das ist ja eine wahre Liebe.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
DSC_0724

A.S. Gillott Italo Road, 1968 by Ron Cooper

A.S: Gillot war ein Fahrradgeschäft in London, gegründet vom Arthur Gillott 1921. De Geschäftsführer Harry Carrington hatte gleich nach dem Krieg eine Voraussicht, daß eine große Nachfrage auf hochwertige Lightweight Cylcles geben wird. So hat er eigene Werkstatt vorbereitet und exzellente Rahmenbauer wie Jim Coliier und Bill Philbrook eingestellt. Gillot wurde respektiert wegen seines sehr hohen Qualitätsstandard und der fein dosierten Ästhetik. Bis in die 60er Jahre wurde Gillot für Weltmeisterschaft/Olympiade eingesetzt, in der Zeit, als italienische Rennräder sich weltweit durchsetzen begannen(Cinelli, Masi usw.). Über die Geschichte von Gillott bitte lese hier und dort. Hilary Stone sagt, alle Gillotts sind ausnahmslos gut gebaut. Er kenne keinen schlechten Gillott. Gillott Bahn- wie Rennräder wurden von vielen Profis und Topfahrer gefahren. Es war eine der feinsten Rahmenbauwerkstatt weltweit.

015

In den 60er Jahren sid traditionell britische Rahmenbauformen beinah verschwunden, ersetzt durch italienische Machart, was mehr wendigkeit und Steifheit, Vorteilhaft in Massenrennen, versprach. Dieser Rahmen(51cm c-t), gebaut von Ron Cooper, der langjährige Rahmenbauer bei Gillott, der 1967 die Firma verließ, um eigene Werkstatt aufzumachen, aber noch weiter für Gillott gebaut hat, zeigt typisch italienische Geometrie und Details von damals. Einige britische Details wie die Behandlung von Sattelstreben, Vorbereitung für Blumels-Schutzblech sind noch vorhanden und das macht diesen Rahmen interessant.
004
002
005

Dieses Rad habe ich völlig histrorisch inkorrekt aufgebaut, mit den Teilen, die ich in Kisten hatte. Wahrscheilich wäre Campa Record/Nuovo Record das richtige Auswahl für diesen Rahmen. Das wird aber nicht als Rennrad verwendet. Großes Kettenblatt und kleiner Ritzel wollte ich auch nicht. So kam ein praktisch bequemes Junk-Parts-Assenbly zustande, was mich überhaupt nicht stört. Das ist ein einfacher Gillott-Rahmen. Es gibt viel schönere, mit ‚Fleur de Lis‘-Bilaminates oder Spear Point Muffen, R.J.B.Doppelplattengabelkrone usw.(ich habe auch noch so einen). Die Lackierung scheint original zu sein. Rohrsatz ist komplett aus Reynolds 531.
001
006
008
011