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Radfahren in Corona-Zeit

Wir von der Radlerhalle reparieren weiter Fahrräder, bis die Ausgangssperre kommt, oder darüber hinaus solange es möglich ist. Vorübergehend ist die Werkstatt geöffnet:

Di.-Do. 12 bis 18 Uhr

Fr. 12 bis 19 Uhr

Sa. 10 bis 15 Uhr

Steinstr. 23, Gewerbehof, 76133 Karlsruhe

Fahrrad ist ein wichtiges Fortbewegungsmittel, zur Zeit wichtiger denn je.

In Frankreich, wo die Ausgangssperee bereits in Kraft ist, darf man sportliche Tätigkeit in freien nachgehen, wenn es nicht in Gruppe ausgeübt wird.

Bleiben Sie gesund, durchs Radeln. Hoffe, Corona wird die Welt positiv verändern.

neues altes Tourenrad

mein altes Tourenrad, Peugeot Competition, schicke ich in die Rente. Nach 10 jahren ist der Rahmen etwas weich geworden. Es wird als Stadtrad sein ruhige Zeit verbringen.

Dafür plane ich 2 Tourenräder, eins für Tagestour, und ein weiteres für längere Touren. Rechtzeitig zum Frühlingsbeginn ist das Tagestourenrad fertig geworden.

Rahmen von Meral, den ich schon lange habe, wurd meist mit französischen Teile aufgebaut. Ursprünglich wollte ich ihn neu lackieren, weil Lila-Metallic nicht unbedingt meine Lieblingsfarbe ist. Nachdem ich im Karton violette Schutzblech, gebraucht,, vom SKS, gefunden habe, dachte ich, das könnte gut zusammenpassen, auch wenn es etwas bunt wirkt. Gepäckträger waren am Rahmen dabei, also original Meral. Etwas komisch ist, daß die Länge der Trägerstreben nicht den Ösen an Gabel passen. Auch komisch, daß die Ösen für Flaschenhalter fehlen. Hier kamen die Schellen zum Einsatz.

Kurbei wie Innenlager ist Stronglight. Gebohrte kettenblätter sind nicht so mein Ding, auch weil sie schnell dreckig werden, sehen aber lustig aus. Kurbel habe ich enteloxiert und halbherzig poliert. Innenlager macht mir etwas Sorge, weil die Lagerflächen sind nicht mehr ganz glatt. Aber man kann noch mit ihm fahren. Ich fahre erst damit, tausche ihn irgendwann, wenn es notwendig wird. Pedale sind von Kyokuto mit franz. Gewinde, weil ich keine französische Quil-Pedale mit franz. Gewinde mehr habe. Half Clip ist vom MKS.

Transmission ist Simplex. Sie sind zuverläßig und habenrelativ große Kapazität. 3×7-fache Schaltung, vorn 52/42/32, hinten 11/30.

Radsatz ist etwas moderner als Rahmen. Naben sind Dura Ace 7700. Felgen Mavic Open 4CD, Reifen Challenge Strada Bianca 33mm. Es ist recht geschmeidig. Breiter Reifen brauche ich nicht. Zumal, ich merke unangenehme Verformung der Reifengummi bei Krafteinwirkung, wenn er sehr breit ist. Mit dieser Bereifung kann man überall fahren.

Steuersatz ist auch Stronglight, Vorbau hübscher AVA, Lenker Philippe. Lenkerband habe ich zweimal gewickelt, zuerst dünnes Velox-Band, dann Newbaum in Braun drauf, um Komfort zu erhöhen. Danach habe ich 6 mal Schellack drauf gestrichen, aber nur so weit, daß das Band nicht glänzt.

Bremshebel ist vom Dia Compe. Das funktioniert viel leichter als CLB oder Mafac. Bremsen sind Mafac Racer, bestückt mit Cool Stop Belag. Es macht kein unangenehme Quietschen und Bremsleistung auch genügend.

Sattel ist Ideal 92(f. Damen), Sattelstütze No Name. Dieser Sattel ist kurz, aber komfortabel.

Zur Testfahrt bin ich nach Leopoldshafen zum Altrhein gefahren, Asphalt, Waldweg, Schotterweg, Single Trail. Alles ok. Sitzposition ok, Bremsen ok, Schaltung ok, also alles passt. Nur Bremshebel werde ich etwas nach aussen stellen, damit sie besser auf der Hände liegen und den Sattel 5mm höher stellen. Testfahrt bestanden.

Altrhein ist sümpfig, eine Kette von sichelförmigen Seen, die durch Rheinbegradigung vom Fluß abgetrennt wurden. Ich habe gehört, bevor die amerikanische Soldaten nach Vietnam geschickt wurden, haben sie hier Jungelkampf geübt.

Es ist warm und sonnig, irgendwie weit weg von Corona-Virus. Die Menschen spazieren locker entspannt. Wie es aussehen wird, in 3 oder 6 Monaten, kann keiner sagen.

Radfahren ist sicher nicht verkehrt. In der Natur, fördert Durchblutung, macht gute laune. Ab heute gilt in Frankreich Ausgangssperre. Aber sportliche Tätigkeit in Freien ist erlaubt, wenn es nicht in Gruppe betrieben wird. Kommt das auch bald hierzulande?

Verkehrswende?

Verkehrswende

Das Wort hört man ganz oft heute, Verkehrswende. Vom Auto auf die Bahn, und aufs Fahrrad. Wenn es funktioniert, ist die Eisenbahn und Fahrrad eine sehr gute Kombination. Wenn es funktioniert,,

Eine Szene: irgendwo in der Pfalz auf einem Umsteigebahnhof, ein schöner Herbstsonntag. Es ist 18:30, und auf dem Bahnsteig warten etwa 20 Radfahrer, die nach einer schönen Radtour zurück in die Stadt wollen. Der nächste Zug hat Verspätung. Elektrische Anzeige leuchtet dann und sagt: „Zug fällt aus, aus technischem Grund“ o.ä. Aber ich wußte das schon, weil ich auf dem Netz gelesen habe, dass der Betreiber heute Personalmangel hat und einer oder andere Züge ausfallen könnten. Nun, der nächste Zug soll einfahren auf Gleis 3. Wir standen bisher auf Gleis 1. Alle Radfahrer, meist mit E-Bikes setzen sich in Bewegung und merken gleich, dass Aufzug defekt ist. Fluchend schleppen sie ihre teure und schwere E-Bikes runter und wieder hoch. Man beginnt, gezwungenermaßen, über die Bahn zu reden, natürlich negativ. Dann bringt der Anzeiger die nächste Botschaft: Der Zug, der kommen sollte, hat Verspätung. Daher kommt der übernächste Zug zuerst, (natürlich) wieder auf Gleis 1. Das ist ein schlechter Scherz, oder Versteckte Kamera? Radfahrer schieben ihre Räder wieder auf Gleis 1, wo sie schon mal lange gestanden waren.Eine Stunde später nach dem Zugausfall fährt der sehnlichst erwartete Zug ein. Natürlich brechend voll. Kein Platz für Fahrräder, alles besetzt. Trotzdem drücken sich die Hälfte von Radfahrer irgendwie in den Zug. Der Zug fährt ab. Auf dem Bahnsteig noch 10 Radfahrer wortlos geblieben, und setzt sich wieder in Bewegung, denn der nächste Zug soll wieder auf Gleis 3 einfahren. In 20 Minuten kommt der nächste Zug, nur mäßig voll. Wir steigen ein. Zug fährt los. Dann kommt die Ansage des Zugführers: „Der Zug endet im nächsten Bahnhof, und er fährt zurück.“ Gelächter als Wutanfall. Der Schaffner kommt, wird von allen Seiten attackiert. Dann sagt er, dass er bereits 11 Stunden im Zug dienstlich unterwegs ist und erst in 3 Stunden frei wird. Es wird leise, einige zeigen Verständnis. Auf dem nächsten Bahnhof müssen wir wieder Bahnsteig wechseln. Diesmal ist der Weg noch länger. Was würde ein Gehbehinderter tun. 15 Minuten später kommt der nächste Zug und bringt uns nach Hause. Frohe Gesichter,, „Wir Habens geschafft!“ „Ja wirklich, dann noch einen schönen Abend!“ Das ist ja wie ein Fernsehshow.

Auf meisten kleineren Bahnhöfe gibt es kein Bahn-Personal. Stellwerk-Fahrdienstleiter sieht nicht, dass viele Menschen mit schweren E-Bikes auf den Zug warten. Deswegen stellt er Gleis so wie geplant, mal auf Gleis1, mal auf Gleis 3. Auch wenn es technisch kein Problem wäre, diese Züge auf gleichen Gleis einfahren zu lassen, dürfte er wahrscheinlich nicht allein entscheiden. Er weiss nicht einmal, dass der Bahnsteigaufzug defekt ist.

Bahn hat mehrere gravierende Probleme. Im Zuge der Privatisierung(Hallo Herr Mehrdorn!) wurde sie kaputtgespart, um die Bilanz zu beschönigen. Dabei wurde das Personal drastisch reduziert und die Werkstätte geschlossen. Sanierungsarbeiten wurden verschoben. heute stehen z.B. mehr als 100 marode Brücken, die schleunigst saniert werden müssen. An Zügen wurden gespart. Wenn einmal ein Zug nicht fahren kann, kann kein Ersatzzüge bereitgestellt werden, weil sie nicht vorhanden sind. Wenn Krankenstand an Lokführer steigt, müssen die Züge gestrichen werden, wegen Personalmangel.

Die meisten Regionalzüge werden im Auftrag von Ländern/Regionen betrieben. Hier wird die Verkehrsleistung ausgeschrieben. Wer das beste(günstigste) Angebot abgibt, wird den Auftrag erhalten. Der Betreiber wird keinen Zug bereitstellen, was im Anforderungs-/Angebotskatalog nicht enthalten ist, auch wenn Bedarf deutlich bemerkbar wird(z.B. Ferienzeit gepaart mit gutem Wetter), denn spontane Zusatzzüge werden nicht bezahlt.

Außerdem werden die meisten Regionalzüge als Wendezug betrieben, d.h. der Zug hat vorn und hinten einen Steuerwagen oder eine Lok. Man kann hier nicht einfach einen Extra-Wagen anhängen, auch wenn mehr Passagiere erwartet wird. Man kann nur einen kompletten Zug dazu anhängen, was nicht (oder nicht überall)vorhanden ist. Dazu müssen die Züge auch gleiche Bauart sein, weil die Züge unterschiedlichen Steuerstromkreis und Steuerstromkupplung haben.

Zugfahren muss nicht kostenfrei werden(billiger wäre zwar schön), aber viel wichtiger ist die Leistung(Inch. Serviceleistung) des Eisenbahnbetriebes zu erhöhen, zwar deutlich. Ansonsten ist eine Verkehrswende nicht realistisch. Wenn die Nutzer, die mit gutem Willen ihre Autos zuhause stehen lassen, diesmal wieder enttäuscht wird, wegen Kleinigkeit wie defekter Fahrstuhl oder Zugausfall, scheitern die Versuche, viel mehr Menschen zu überzeugen, dass die Zukunft der Eisenbahn gehören soll.

Zur Politik muß man sagen, „Sie müssen die Verantwortung übernehmen für die langjährige falsche Entscheidungen und Steuerung“. Es wird nicht schnell genug sein, eine funktionierende Wende herbeizuführen(vielleicht nicht nur beim Verkehr,,). Ansonsten wird sich der Zulassungsrekord von SUVs weiter fortsetzen.

RIH-Sport, so um 1970, RH58

RIH-Sport war eine renommierte Rahmenbauerwerkstatt in Amsterdamm. Ich schreibe „war“ mit der Vergangenheit, obwohl RIH heute noch gibt. Das entstammt von der Zusammenarbeit mit der Fa. Cove, die jetzt unter RIH Elektroräder u.a. herstellt.

RIH-Rahmen wurden von Olympia- wie Worldcup-Fahrer gefahren und ihnen öfters zum Sieg verholfen. Es war eine ganz kleine Werkstatt, etwa vergleichbar mit Rickert in Deutschland, die hochwertige Rahmen produziert hat.

Rohrsatz ist Reynolds 531, wurden recht sauber verarbeitet., ohne Anlotteile, was in den 60ern Standard war. Unnötige Hitzezuführung war schädlich für den Rohrsatz.

man könnte meinen, das sei ein „Junk Parts Assembly“. In der Tat habe ich aus meinen Kisten alles gefunden, was ich eingebaut habe, und zwar quer durch. Weder marken- noch zeitrein. Hier habe ich keinerei Anspruch auf historische Korrektheit. Das Rad ist für die Stadt, und dafür gut sein. 2×6-fache Schaltung, auch wegen 120mm Einbaubreite. Radsatz habe ich neue aufgebaut, ganz normal mit Alpina Speichen, chzechische Felge, Normandy Naben., die ich geputzt, eingefettet, eingestellt und poliert habe, was mir immer noch, ab und zu, Spaß macht. Reifen, Schwalbe Marathon Racer 30mm, ist ausgesucht für die Stadt.

Es ist interessant, solche Teile anzuschauen, die kein Super Record, kein Dura Ace, eher unbekannt bis verachtet sind. Dieser Schalthebel von Shimano, vom optischen Eindruck her eine Kopie von Campa-Hebel, ist aber größer und liegt gar nicht so schlecht an Fingern.

Oder Schaltwerk 980 von Campa. Das ist ja mehr Simplex als Campa, aber funktioniert tadellos, solange kleine Kapazität respektiert wird. Und Kurbel/Kettenblatt (52/42)von SR-Sakae mit Silstar-Brand. Das ist ja optisch auch ein wenig wie Campa. Der Umwerfer, er ist normal Campa, wie langweilig,,, 6-fache Ritzelpaket ist maillard, genauso wie die Nabe mit franz. Gewinde, und fast unzerstörbar. Bremsen habe ich morderne Dia Compe Bremsen montiert, weil ich die Bremsleistung in der Stadt wichtig finde, und die neuzeitliche Bremsen lassen sich viel besser einstellen und zentrieren. Hebel Weinmann.

Ledersattel wäre der richtige, vielleicht. Aber ich wollte was anders, und kam zu San Marco Carma, der schon lange bei mir liegt und auf seinen Auftritt gewartet hat. Dazu passend? weises Lenkerband von Benotto Celo Tape.

Ist der Gesamteindruck stimmig, komisch oder seltsam? Wenn man sich frei macht, vom historischen Zwang und Standardaufbau, öffnet sich eine interessante Welt, die man vielleicht nicht mit jedem teilen kann. Ich finde das total spannend.

Demae – Delivery

Früher hat jedes Nudelsuppenlokal(hauptsächlich Soba-Nudel und Reisgerichte) in Japan ihre Speisen ausgeliefert, nach hause oder ins Büro. Dafür mussten die Köche und Küchengehilfe Ihre Fähigkeit unter Beweis stellen, guter Artist und Radfahrer zu sein,,

Die Bestellung von Büros zur Mittagszeit könnte eine Ausmaß annehmen, daß die Speisen in Porzellanschalen und auf Holztabletten in atemberaubende Höhe türmen läßt.

Das solche Kunststücke zum japanischen Alltagsbild gehörte, ist aus heutiger Sicht fast ein Wunder. Ich weiß nicht genau, wann diese Art Lieferungen verschwanden, irgendwann in den 70ern, schätze ich. Liefern lassen wurde immer weniger, und irgendwann fingen sie auch an, mit Mopeds zu liefern, zwar mit einer Hängevorrichtung, die auch flüssiges Inhalt sicher transportieren liessen. Das sieht man vielleicht heute noch ab und zu. Aber die Lieferung mit einem Fahrrad ist so gut wie gar nicht mehr. Schade, aber Strassenverkehr hat sich drastisch zugenommen und ist deutlich gefährlicher geworden dafür.

Damals war diese Art Lieferung so populär, daß man in der Schule es gelernt hat.

Haha, das ist ein Scherz. Das Bild oben zeigt nur ein Geschicklichkeitsspiel an einem Sporttag.

Die Zeiten ändern sich,, und es gibt sicherlich zeitgemäßere Transportmöglichkeiten mit dem Fahrrad. Das sollen wir weiter entwickeln, um Automobile im Nahbereich zu ersetzen.

Trainingsrad f. Beginner

Die junge Dame will Triathlon, und beginnt gerade im Sportclub zu üben. Mt einem Stahlrennrad solle sie anfangen. Das war scheinbar der Rat vom Club und der richtige. Das Rad sollte nicht zu leicht sein. Warum? Wenn das Rad leicht ist, kann jeder es irgendwie auf gewisse Geschwindigkeit bringen, ohne Übung, und ohne innere Muskeln zu aktivieren. Das ist ein fataler Fehler. Wenn man sich so angewöhnt, mit vorderen Muskeln zu radeln, kommt man nicht weiter, wird nicht ausdauernder, nicht schneller, und die Pedalierung bleibt unrund/unsauber,. Fahrstil bleibt instabil.

Ich habe ein Peuget Comp 2000 gefunden mit passender Rahmengröße 580mm(noch made in France). Rahmen ist aus dem Rohrsatz Columbus Thron, Gabel ist aus Reynolds 531, also eine gute Wahl. Radsatz habe ich übernommen, nur Reifen habe ich einen der besten aufgezogen, um gutes Fahrgefühl und Fahrspass zu vermitteln, Conti GP5000.

Kurbel und Bremsen wurden auch übernommen, Shimano 600. Ansonst alles mit neuen Teilen: Shimano SORA 2×9-fach, Cassette 11/28, Kettenblatt 50/39.

Sie soll erst ohne Triathlon-Lenker fahren, mit SPD-Clickschuhe. Viel Spaß beim Training!

Adventure Bike 1990

ARAYA war und noch ist ein ehrliches Unternehmen, und dessen „Muddy Fox“ war lange Zeit ein gutes MTB. MTB hat ganz schnell, in Japan, traditionellen Randonneures verdrängt, auch im Bereich Radreisen. 80er Jahre war die Dekade der Transition von Rando zum MTB. Danach waren Randonneures fast ausgestorben und nur vom harten Kern der frankophilen Cyclisten als Tradition fortgetragen.

Mir fiel heute wieder ein, wie ähnlich die MTBs von damals mit den Adventure Bikes von heute waren. Unterschied liegt im Detail, und vor allem in Radgröße. Radgröße sollte jeder aussuchen nach Körpergröße, so spielt das eigentlich für das Grundkonzept keine Rolle.

Hier ist ein Foto vom Berliner Kollegen Flo(fern)s schönen Adventure Bike mit 650B Rad.

Und hier ist ARAYAs Adventure Bike Package 1990. Systematisch für unterschiedlichen Zwecke gedachte Rahmen und Zubehör, was heute auch kene Selbstverständlichkeit ist.

Also, nichts wirklich neues beim Adventure Bikes dabei? Einige technische Entwicklungen sind schon dabei. Nabendynamo, LED-leuchte, Scheibenbremsen, Schaltwerk mit Dämpfer, wasserdichte Taschenstoffe, Navis, Ob man sie mit einbeziehen will, soll jeder selber überlegen. Abenteuer könnte ja direkt vor Haustür beginnen, ohne 1000km weit fahren zu müssen. Für eigene Abenteuer eigenes Adventure Bike, was man nicht unbedingt so nennen muß.

1980, Mount Tamalpais unweit von San Francisco. Eric und David Koski, Entwickler von Trailmaster und Breezer, radeln genußlich durch den tiefen Wald, um Vogelzwitschern und Fluß plätschern zuzuhören. MTB ist nicht nur Repack Race gewesen.

Typisch ’73, typisch Italo? „Malizia“

Diese kurze Fahrradszene, auf der eine junge Frau einen Jungen belustigt, der ihr beim Besteigen auf Rad behilflich sein soll, weil sie angeblich nicht fahren kann. Unfair, so kann kein Mann ruhig bleiben bei solcher Situation. Meine Augen sind aber auf die schöne Bremshebel, Lenkergriffe und farbige Zughülle fixiert? Keinesfalls.

Der Film lief 1973 auf der Berlinale, ist typisch aus dieser zeit, verdeutlicht die Verklemmung der Gesellschaft(hauptsächlich bei Männer?) mit sexuellen Fantasien im Alltag und zugleich die Versuche, darüber offen zu werden, vor allem offen zu zeigen.

Daß ein Fahrrad der Erotik dienlich sein kann, finde ich auf alle Fälle nicht schlecht. Das Leben soll doch etwas knistern, oder?

Orakel von Jan Heine, Prognose für 2020er

Manchmal lese ich Blogeinträge von Jan Heine. Ich bin nicht immer gleicher Meinung(z.B. über „low trail“), aber er macht oft interessante Gedanken. Zum Jahresbeginn schreibt er Prognose für die kommende 10 Jahre. Schauen wir mal an:

Wide Tires are here to stay:
Breite Reifen hat dicher Vorteile. Wie Heine sagt, daß breite Reifen mehr Grip und Feedback von der Fahrbahn gibt. Wer aber Rennen fährt, wird nicht so einfach auf deutlich breitere Reifen wechseln. Denn Luftvolumen macht das Fahreigenschaft etwas indirekter, und die Kontrolle des Luftdrucks wird diffiziler. Seritenkraft beim Einlenken könnte je nach Luftdruck unberechnbarer werden. Man könnte auch Gefühl bekommen, daß der Reifen klebt. Breiter bedeutet nicht automatisch besser. Auswahl von passenden Reifen wird auch nicht leichter, weil die Reifen recht unterschiedliche Eigenschaften haben je nach Konstruktion und Gummimischung. Das die Auswahl größer wird, finde ich gut, aber das macht es nicht einfacher, richtige Reifen zu finden.

Gravel Bikes will be replaced by,,,
Gravel Bike, das ist eine grob abgesteckte Definition. Das ist irgendwo zwischen Rennrad und MTB. Hier müßte man aber auch den Begriff Rennrad einmal überdenken, denn viele fahren Rennrad, aber nicht das Rennen. Es wird der englischer Begriff „Road Bike“ besser passen für meisten Menschen. Was früher „Road Race Bike“ war(genauso wie Course Route oder corsa), könnte man heute auf „Road Bike“ oder „Road Race Bike“ teilen. Gegenüber Road Race Bike steht Track Race Bike. Gegenüber Road Bike steht Mountainbike(oder Trail Bike, vielleicht).
„All Road Bike“ oder „Advente Bike“, wie Heine vorschlägt, kommt der Unterschied vom Nutzen, und auf welchem, Weg man mehrheitlich fährt, Asphalt oder unbefestigte Wege. Für die Industrie ist es wichtig, leicht zu verstehende Schlagwörter zu haben als Definition, damit sie ihre Produkte in großen Stückzahlen bauen und verkaufen kann. Für mich ist es gar nicht so wichtig, weil ich individuell für Bedürfnis einzelnem Radfahrer eingehe und passendes Rad baue. Also, solche Bezeichnungen sind eine grobe Orientierung, mehr nicht.

All-Road Bikes will move to 650B wheels
Ich werde, nachdem bereits viele Reifen in verschiedenen Größe auf dem markt sind, Radgröße hauptsächlich nach Körpermaße auswählen. Es ist doch unsinnig, wenn einer mit 1,60 Körpergröße ein 29er fährt. Natürlich spielt die Schwerpunktlage je nach der Radgröße auch eine Rolle. Also, die Radgröße ist eine individuelle Entscheidung, nicht Typen-spezifisch.

Road Bikes will have 38mm tires
Oh, das wird noch schwieriger,, Es ist nicht nur die Breite, welche die Eigenschaft von Reifen ausmacht. 38mm sei flink und stabil genug, das müsste man einzel nachprüfen. Daß der Komfort mit Luftvolumen steigt, ist eine Sache. Andere Sache ist, breitere Reifen sind schwerer. Schauen wir mal: Conti GP5000 wiegt(Herstellerangabe) bei 23mm 205g, 25mm 220g, 28mm 250g und 32mm 295g. Heines Barlow Pass(38mm) wiegt 410g. Hier müsste jeder zwischen Fahreigenschaft, Komfort und Gewicht eine passende Ausgleich finden.

E-Bikes will become commonplace
Das ist anders in den USA. Hier ist E-Bikes bereits Alltag. Oma mit E-Bike überholt mich ganz locker. Da kann ich mich nicht ärgern deswegen. Aber E-Power ist Akku-Power. Ich bin recht suspekt auf Umweltbilanz von E-Bikes und möchte auch kein 25kg oder mehr mitschleppen(z.B. auf Bahnsteig hoch und dann unter). Für bestimmte Situationen sind E-Bikes sinnvoll. Aber das ist nicht mein Beschäftigungsbereich. Das ist für mich kein Fahrrad, sondern eine eigene Kategorie.

STI/Ergo/Double Tap will become obsolete
Naja, tendenziell neigt der Mensch immer fauler und bequemer zu werden. Ich könnte mich(mein Gedanke) mit dem Fahrrad verbinden, damit das Rad sich schaltet, wenn ich will und denke, ohne Finger zu bewegen. So bin ich Eins mit meinem Rad 😉 Zugegeben, es gibt schon Vorteil vom ganz leichten Tipschalter, z.B: wenn man sich bis zur körperlichen Grenze verausgabt hat und die Finger zittern, oder wenn einer mit den Fingerbewegung Probleme hat. Oder wenn das Rad 15-fache Cassette hat, lässt sich wahrscheinlich nur elektrisch schalten, ohne Zug dann, ganz präzis mit Stellmotor.
Für Freund des Unterrohrschalthebels und manuelles Schaltens hoffe ich, daß solche Schalthebel nicht aussterben. Aber bei 10-fache und mehr Schaltung ist die gesamte Bewegungswinkel des Unterrohrschalthebel recht groß, so daß es unpraktisch wird.

Fenders will make a breakthrough
Wenn man daran glaubt, daß der Begriff „Road Bike“ revidiert wird, dann hat Schutzblech eine gute Chance, sich in sportliche Fahrräder auszubreiten. Früher war es Gang und Gebe. man müßte frei vom Vorurteil werden, dass Sportfahrrad mit Schutzblech nicht peinlich ist, sondern sinnvoll. Für Strassenrennen ist Schutzblech aber überflüssig.

Silver Components will become popular again
Ha, das hoffe ich aber schwer. Silbern glänzende Komponente könntet aber etwas teurer werden als schwarze, weil die Oberflächenbehandlung mehr kosten wird. Trotzdem sind silberne Teile in den letzten Jahren mehr geworden, vorwiegend von kleineren und enthusiastischen Herstellern, nicht Shimano o.ä.

Bikes will become more individualized
Bravo Monsieur Heine! Je suis totalment d’accord avec votre Avis. Jeder sollte für eigenen Zweck, Geschmack und Empfinden passendes Fahrrad bekommen und fahren. Großhersteller sind dabei, immer mehr Nischen zu füllen. Aber Ziel ist es, für jeden passendes Fahrrad zu bauen. Dafür arbeite ich schließlich.

Schauen wir mal, was die neue Dekade uns bringen wird und was wir tun werden.

Meral modern, 650B Raizin Works

Sogenannte Rahmenform Meral mag ich sehr. ursprünglich für Damenrennrad gedacht, passt universell für verschiedene Zwecke, Rennrad, Cityrad, MTB, 700c, 650B, 26″, sehr sportlich bis gemütlich komfortabel, kann man mit dieser Rahmenform konstruieren.

Dazu noch mit Standardrohrsatz gemufft, oder Oversized mit Fillet-Brazing, kann diese Rahmenform klassisch bis modern gestaltet werden. Nicht nur für Damen ist es gut, diese praktische Standover Hight mit dem Overrohr, der erst unterfällt wie Mixte, dann aber waagerecht zum Sitzrohr stoßt. Steif und ein ausgesprochener Unisex-Rahmen ist es.

Diesmal ist ein Tourenrad, das auch alltäglich benutzt werden soll. Für die Touren sollen Gepäckträger vorn + hiten montiert bekommen, dafür der Rahmen vorbereitet ist, für den Alltag wie abgebildet mit einem Porteurträger ausgestattet.

Grundgeometrie ist mittelsportlich. Radsatz ist 650B mit 38 bis 42mm breiten Reifen. Für die Standsicherheit ist oberrohr etwas tiefer gesetzt als normal. Normalerweise zielt der Oberrohr etwa das hintere Ausfallende. Bei diesem Rahmen geht er tiefer, um die gewünschte Standover Hight zu realisieren. Rohrsatz ist Kaisei 019/8630, komplett oversized und fillet brazed, Steuersatz 1 1/8 ahead. Nur Gabelkrone, mit 54mm Maulweite für Gilles Berthoud 50mm Schutzblech, hat klassische Form als Akzent.

Antrieb/Transmission ist eine interessante Mischung. Da sie auch Bergtouren macht, hat die Übersetzung eine große Breite. Vorn Sun XCD Kurbel mit TA 5vis Touriste 44/28 Zähne, Hinten Shimano 9-fache cassette mit 11/34 Zähne. Schaltwerk ist Deore XT, Umwerfer Campa Chorus für 3-fach. Hier ist zu achten; Umwerfer hat oft problem, wenn kleine Kettenblatt eingebaut wird, wie hier 44 Zähne. Um den Abstand zu den Zähnen korrekt zu halten, kommt der Umwerfer auch nach unten so daß Ende des Flügels(unten links) mit der Kettenstrebe korridieren können. Umwerfer mit einem kleinen Flügel gibt es selten. Schalthebel ist Shimano Dura Ace 7700 für 9-fach, kombiniert mit Paul-Lenkeradapter.


Bremsen sind Tektro 559 mit langem Schenkelmaß. Sie passt gerade gut für die Bereifung/Schutzblech. Bremshebel ist auch von Tektro, ein simpler Hebel, der eigentlich Reprika von Vorkriegszeit-Bremshebel ist. Bremszughülle sind in grasgrün, Schaltzughülle sind in gelb so daß sie der Farbgebung des Rahmens abgestimmt sind.

Porteur-Lenker ist angenehm-sportlich erlaubt unterschiedliche Griffpositionen. Dafür wurde Lenkerband(Brooks) komplett bis zur Mitte gewickelt. Um die spätere Justierung der Lenkerhöhe zu ermöglichen, ist der Steuersatz mit 30mm Spacer versehen.

Zugführung ist konventionell, nur der Bremszug wurde innenverlegt. Wie so oft bei mir, ohne Abdeck. Dieser Abdeck verursacht oft Rost am Zugeinlaß/-Auslaß weil dort Feuchtigkeit sammelt.

Naben sind von HOPE. Sperrklinken des Freilaufs finde ich etwas laut. das ist auch bei Chris King der Fall. Bei Shimano ist zu leise, fast geräuschlos. Irgendwo dazwischen, mit schönen Klang soll es eigentlich sein.

Streben vom Schutzblech sind vorn Gielles Berthoud, hinten Honjo. Hinten sollen die Darumas das Blech schützen, vorn die abgeflachte Befestigungsart die Kollision mit Fußspitzen verhindern, da der Abstand zwischen Vorderradachse und Tretlagermitte gerade 595mm ist(Tretlagermitte bis Hinterradachse ist 435mm).

Der Porteurträger ist von Pelago. Er ist gut und flexibel konstruiert. Trotzdem hätte ich die Ladefläche ca. 10mm tiefer setzen wollen. Das ging leider nicht. Für 26″ Bereifung wäre der Abstand noch größer. Ich möchte die Ladefläche tief wie möglich haben, für bessere Schwerpunktlage.

Der Sattel ist Gyes G3, City- und Tourensattel. Nach kurzer Probefahrt würde ich sagen, er ist schon komfortabel. Und markant ist dessen Design. Ach ja, die Schlitze für die Sattelklemmung ist vorne. Und Klingel von Knog ist total unauffällig.

Jetzt die Farbe; Gelb ist nicht einfach gelb. Diesmal ist Pantone 3945 mit viel Perlmuttanteil. Diese Gelb hat ganz leichte Grünstich, wirkt frisch wie Zitrone, die noch niciht ganz reif ist. Durch Perlmutt wirkt die Oberfläche auch recht unterschiedlich, je nach Einfall vom Licht. Dazu, zu allen Ausfallenden hin wird es grünlicher. Das kann man bei bestimmten Lichtverhältnisse kaum bemerken, aber bei anderen Lichsituation deutlich.

In der Sonne wirkt sie sehr hell reflektierend gelblich, im Schatten sieht es matter und grünlicher aus. Es wird nicht langweilig, diese Farbenspiele zu beobachten. Es ist nicht einfach, diese Farbnuancen in Fotos wiederzugeben.


Dieses Rad heißt „bonheur“, also Happiness. Ich hoffe, dass es in der Tat der Bringer des Glücksgefühls werden wird. Gute Fahrt!