Archiv der Kategorie: Radtour

Keschde sammeln, im Pfälzerwald

Keschde? Das ist Eßkastanien auf Pfälzisch. Südpfälzerwald ist der größte natürlich zusammenhängende Eßkastanienwald in Westeuropa(ich habe diese Aussage nicht verifiziert). Nun, als kastanienliebender Japaner kann ich nicht untätig bleiben. Bei fast sommerlich schönem Wochenende geht es los. 1 Std. mit der Regiobahn nach Rinnthal, dann geht es erst entlang Bächlein Queich. Queich ist der längste Fluß in der Pfalz, entspringt im Wald hinter Hauenstein, mündet in Germersheim in den Rhein. Es gibt Queichtalradweg, den werde ich auch irgendwann fahren. Strukturschwache Südpfälzerwald ist Keschde auch eine touristische Attraktion.

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Ausgestiegen in Rinnthal, ist man bereits im Wald, oder umgeben von Bergen. Wald heißt hier bewaldete Bergen, wie Bayerischer Wald oder Schwarzwald. Diese Bergen sind nicht so hoch, etwa zwischen 400 und 600m. Diesmal radeln wir nur ca. 20km, zuerst Tal entlang. Aber ca. 400 Hohenmeter ist drin. Meine Freundin wird öfters absteigen und das Rad schieben.
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Tal ist schmal, aber in einer breiten Stelle, etwas sümpfig, sehen wir Kühe weiden. Nein, Büffeln sind sie. Sie liegen gemütlich im Tümpel.
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Im Dorf Wilgartswiesen sehe ich an einer Hauptstrasse ein Gebäude, was sehr nach alter Tankstelle aussieht. Vom Stil her ist es aus den 30er Jahren, aber ich finde keine Information aus dem Netz. Dachziegel sehen nicht sehr alt aus, und der Adler drauf macht es etwas verdächtig, ob das Original ist.
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Angekommen an Hauenstein, verlassen wir Queichtal, d.h. es geht etwas auf und ab. Hier gab es Schuhindustrie, und es gibt Deutsches Schuhmuseum. Gleich sehen wir Leute, die mit Taschen in den Wald spazieren gehen. Klar Keschde-Sammler. Einheimische wissen wo gute Bäume stehen, und gehen früh los. Wie wir, wer erst nachmittags losradelt, hat wenig Chance, große Menge gute Keschde zu sammeln. Dieses Jahr sollen sie auch klein sein, wegen trockenem Sommer. Uns wird es reichen, bißchen zu sammeln um sie zuhause was leckeres zu machen.
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Meine Freundin schiebt schon ihr Rad. Und gleich finden wir am Wegerand einen großen und guten Baum.
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Hier wird die Tüte halbvoll. An einem anderen Baum wird die Tüte voll. Damit sind wir zufrieden. Am Baum hängen noch viele Kastanien. Die Saison wird noch 2 Wochen dauern. Ich merke, nicht jeder Eßkastanienbaum trägt Früchte. Ich weiss nicht warum,,

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Wir fahren wieder auf die Talebene ab. Vom Dorf Spirkelbach fahren wir auf Strassen, auf den am Sonntag kaum Autos fahren. Manche Raubbäume(oje,, ein Bilderbuchbeispiel meiner Deutschfehlern! Keine Angst, Im Pfälzerwald gibt es keine Raubbäume, die Menschen angreifen,,) sind bereits bunt. In 2 Wochen werden sie noch schöner sein, vorausgesetzt, das Wetter bleibt einigermaßen gut und wird kühl.
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Ein Papierfabrik! Typische Industrialisierung des Waldgebietes. Wasser(Flüßchen) als Energiequelle, Holz als Rohmaterial. Dann ergibt sich automatisch die Papierherstellung. Überall, egal in der Pfalz, Thüringen, Sachsen, war die Papeirhestellung eine wichtige Industrie. Daß sie heute noch standhalten kann, ist der Bemühung des Betriebes zu verdanken, glaube ich.

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Trifels in Sicht. Drei Brgen und drei Burg(-Ruinen). Im Mittelalter recht bedeutsam. Damals gab es Berlin noch nicht. Brandenburg war lange unwirtliche Mark.

Und Annweiler, ein Luftkurort. Hübsch ist der alte Stadtkern. Mitten drin fließt Queich, links und rechts alte Fachwerkhäuser. Unter Trifels kommen wir mit einer Dame ins Gespräch. Sie lebt über 60 Jahre hier, und kann keine Stadtleben vorstellen. Eine schöne, fast heile Welt ist es hier, schöne Landschaft, saubere Luft, weniger Stress.
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Dazu moch nette Lokale, nettes Essen, netter Wein. Ja, wir wollen abends etwas mit Kastanien. Ich Schweinefleisch mit Kastaniensause, meine freundin Flammkuchen mit Kastanien. Sehr einfallsreich vielleicht nicht, aber hat es geschmeckt.
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Nach Espresso rennen wir zum Bahnhof, um den Zug zu kriegen. Im Zug ssitzen wir dann gemütlich und schauen den schönen Vollmond. In einer Stunde sind wir wieder zuhause.

Rinko zum PBP

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Zusammen mit Imi-san von Ostrich wird Rinko-Tasche für den Gebrauch in Europa entwickelt. Wir sammeln die Erfahrungen. Erster Feedback kam von einem PBP-Teilnehmer. Für sein Rad wurde eine Prototyp-Tasche gebaut, in die auch großes Rad(Rahmengröße 630mm) reinpasst. Normal erhältliche Rinko-Taschen in Japan sind max. bis zum Rahmengröße 580mm ausgelegt. Für hiesigen Gebrauch müßte die Tasche mehrere unterschiedliche Größen haben.
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Sein Rad ist für Rinko vorbereitet, d.h. Lenker-Vorbaueinheit wie Gabel ist leicht abnehmbar, alle Zuganschläge sind mit Schlitze versehen wegen Ergopower. Hinteres Schutzblech ist trennbar. Zerlegt und geschickt zusammengebunden wird das ganze Fahrrad recht kompakt in der Abmessung. So läßt sich das Rad problemlos in die Bahn mitnehmen, auch ICE/TGV usw. Auch in normalgroße Auto wird es reinpassen und macht den Innenraum nicht dreckig(was auch bei der Mitnahme in die Bahnzüge Pflicht ist).
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Zerlegen und Aufbauen vom Fahrrad ist eine Übungssache. Routinierte Fahrer werden in 20 Minuten das schaffen. Jeder entwickelt seine eigene Technik. Die Tasche ist aus einem leichten aber stabilen Stoff so daß sie beim Radeln ganz klein gefaltet mitgenommen werden kann. Rinko und Rinko-Tasche erweitern den Randonneures ihre Reisemöglichkeiten.

auf Kocher-Jagst-Radweg pt. 3 Schwäbisch Hall

Rückweg nach karlsruhe wählte ich die Route, Langenburg/Bächlingen – Nesselbach – Orlach – Braunsbach, dann Kocher entlang bis Schwäbisch Hall. von dort mit der RE nach Heilbronn, dann mit S4(Tram) nach Karlsruhe.
Bächlingen Schwäbisch Hall
Wie das Höhenprofil zeigt, 3km von Bächlingen bis Nesselbach ist ca. 10% Steigung(Serpentine).
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Wenn man Nesselbach ankommt, dann ist die Tour so gut wie fertig. der Weg zum Kocher/Braunsbach habe ich die Strasse gewählt, nicht den Radweg. Hier auf Hochebene kann man gut Tempo machen, und geht ab Orlach steil bergab. Schnurgerade und 12 %. Ohne Bremsen erreicht man 70kmh. Ich kann kein Foto machen, weil ich mit beiden Händen Lenker halten muß. Vor dem Ortseinfahrt aber gibt es eine scharfe Kurve. Gute Bremsen sollte man haben. Für Radfahrer gibt es einen weniger steilen Radweg mit Serpentinen.
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Am Kocher geht es unspektaklär weiter. Obwohl, der Anblick auf Kochertalbrücke der A6 ist schon recht eindrucksvoll.
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Hier am Kocher sehe ich mehr Radtouristen als an der Jagst. Die Meisten sind mit einem E-Bike unterwegs. Ich komme leicht zum Grübeln,, Kocher-Jagst-Radweg beinhaltet viele kurze aber steile Abschnitte, die für einen normalen Radfahrer recht anspruchsvoll sind. Mit E-Bike natürlich ist es kein Problem. Aber wenn ein Radweg basierend auf der Leistung des E-Bikes konzipiert und gebaut werden sollte, was in naher Zukunft durchaus realistisch werden könnte, hat ein Normalradfahrer ohne E-Zusatzantrieb oft Problem.
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Der Radweg ist recht gut beschildert, so daß man auch ohne Karte/Navi nicht so leicht verloren gehen kann. Und ich bin schon in Schwäbisch Hall in 1 1/2 Stunden. Diese Stadt kenne ich schon, aber schaue den alten Stadtkern an. Sie war reich, wegen des Salzhandels. Die Stadt liegt am Hang, bis Flußeben hinunter, sieht hübsch aus mit ihren zahlreichen alten prächtigen Bauten. Heute prosperiert sie wegen Tourismus, Würth-Kunsthalle und Bausparkasse? Auf alle Fälle ist diese Stadt lebhaft, traditionsbewußt und sehehnswert.
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Der Bahnhof ist etwas schäbig. DB hat scheinbar keine Lust, hier etwas zu investieren. Hauptlinie hält hier nicht, sondern am benachbarten Hessental. Mit einem schienenbusähnlichen Dieseltriebwagenzug aus Crailsheim fahre ich nach Heilbronn. Dort sehe ich einen Velo-Taxi stehen, meine alte Design-Arbeit. Das war mein Übergang von der Autoindustrie zur Fahrradmanufaktur. Es ist bereits 20 Jahre her,,
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Vor dem Bahnhof ist noch ein Bahnhof für Tramzüge. Hier machen die Trams wie S4 Überlandfahrten als Eilzug. In anderthalb Stunden bin ich in Karlsruhe. Es war eine lockere Tour.
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auf Kocher-Jagst-Radweg pt. 2 Kirchberg

Bächlingen Kirchberg
Ausfahrt von Bächlingen nach Kirchberg an der Jagst. Gerade 2x15km. Anfangs angenehm entlang Jagst. Ab Hessenau wird hügelig, da die Radroute Jagst verläßt.
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HIer fließt Jagst gemächlich, es ist sehr seicht und die Flueßgeschwindigkeit recht langsam. Es gibt viele Fische, auch einige größere. Der Fluß hat sich schnell erholt von der Katastrophe vor 3 Jahren.
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Von Hessenau muß man zum Dorf Leofels hochfahren. Es ist aber nicht lang. Hier verläßt man Jagst. Es gibt Waldwege, die sich weiter entlang Jagst verläuft und sich ab Diembot in Talstrasse münden. Hier muß man aber auch mit Steigung(etwas weniger) und schlechteren Wege rechnen. Auf der Steigung finde ich ein frisch getötetes Eichhörnchen auf der Strasse. Wahrscheinlich vom Auto gefaßt. Bei steiler Bergabfahrt könnte das auch mit Fahrrad passieren.
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Ich fahre die Burg Leofels vorbei, und der Ausblick öffnet sich.
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Hier klaue ich wieder Apfel vom Baum und mache eine kleine Pause. Äpfel schmecken von jedem Baum anders, und welche an der Sonnenseite hängen, schmecken besser.
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Die Landschaft wird gleich wellig. Nach mehrmaligen großen Auf und Ab kommt man Kirchberg an. Die Altstadt liegt wie eine Festung auf einer Anhöhe.
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Die Lage ist typisch für die alte vermauerte wehrhafte Kleinstädte. Langenburg ist es auch, Krautheim, Jagsthausen genauso. Aber die Dichte und Kompaktheit von Kirchberg erinnert mich ein wenig an Rothenburg. Hier sind Tore und Mauer vorhanden, darin dicht gebaute alte Häuser, Schloß(-burg) und Kirche. Eine Miniaturausgabe von Rothenburg,, Von hier bis Rothenburg ist gerade 30 bis 35km, je nach Routen. So kann man von Jagst- auf Tauber-Radweg umsteigen. Und was noch erwähnungswert ist, gibt es hier, seit langem und immer noch, ein Kino, und einen Bioladen. Früh haben Künstler hier angesidelt.
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Es gibt auch Cafés und Restaurants, auch Hotels(Schloß ist auch teils ein Hotel). Ein touristisches Zentrum dieser Gegend. In der Tat sehe ich etwa 15 Radtouristen. Das kommt mir jetzt viel vor. Auch ich mache hier Mittag, bei Café Alte Post, Maultasche in Fleischbrühe, und reichlich Sprudelwasser. Als Mittagstisch für Touristen ist es akzeptabel.
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Nach dem Essen fahre ich zurück, diesmal via Lendsiedel. Auf einem Hang lege ich mich auf die Wiese hin und mache kleines Nickerchen, eine Verdauungspause.
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Eine kleine Abkürzung durch den Wald, dann bin ich schon unten auf Flußebene. Diese Gegend ist sicher strukturschwach. Die Landschaft ist aber wirklich lieblich.
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Kocher-Jagst-Radweg pt.1 Öhringen-Bächlingen

Für Sommerpause fahre ich nach Hohenlohe. Von Berlin aus war das eine lange Reise mit der Bahn. Nun, aus Karlsruhe könnte man ganze Strecke mit dem Rad fahren. Die kürzeste Strecke wäre weniger als 140km. Ich bin aber müde von der Arbeit,, So dachte ich, ich fahre die halbe Strecke mit der Bahn, dann radle ich den Rest. Ich schaue die Karte und Bahnanbindungen. Ich lasse Kraichgau links liegen, steige Heilbronn oder Öhringen aus. Wenn radeln, dann schöne Route. Das wäre freilich Kocher-Jagst-Radweg. Von Heilbronn aus könnte man fast ganze Zeit Flüsse entlang radeln. Das bedeutet, es ist fast immer angenehm flach. Von Öhringen aus muß man erst zum Kocher, dann zur Jagst eine Querverbindung fahren. Das bedeutet eine ziemlich steile auf und ab. Nach Überlegung mache ich die Route fest. Ich möchte Öhringen anschauen, deshalb von dort losradeln. S4 fährt auch bis Öhringen. 5:30 Karlsruhe Hbf. ab ist auch eine gute Zeit. Dann entlang Flüßchen Ohrn bis Ohrnberg, von dort entlang Kocher bis Sindringen, dann hoch hinauf und hinunter zu Jagsthausen. Danach immer Jagst entlang bis Langenburg/Bächlingen. Mit Orte Anschauen knapp 80km, gut überschaubare Strecke. Es geht los.
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Der Tag ist bereits kürzer geworden. Erst gegen 06:30 geht die Sonne auf. Wetterbericht sagt einen heissen Tag voraus. Ich möchte früh starten und ans Ziel kommen. Tram-S-Bahn fährt wacker mit hohem Tempo(etwa 100?). In Heilbronn hat die Strecke Strassenbahncharakter. Danach fährt der Zug wieder als Überlandbahn. Öhringen, 07:30. Die Stadt ist noch nicht ganz wach. Im alten Stadtkern sind viele intererssante Bauten vorhanden.
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Ohrn ist ein kleiner Fluß, der in Ohrnberg in den Kocher mundet. Es gibt entlang Ohrn einen schönen Radweg. Schmale Felder sind feucht. Die Sonne ist noch tief, die Luft sehr frisch. Hände mit Halbhandschu frieren fast.
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Ab Ohrnberg fahre ich entlang Kocher und Kocherkanal. Dieser Abschnitt Vogelhalde Sindringen-Ohrnberg ist ein Naturschutzgebiet und wirkt ziemlich menschenleer. Ich sehe auch kaum Radfahrer.
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Ab Sindringen verlasse ich Kocher und fahre die Querverbindung zu Jagsthausen, d.h. in 6km 150m hoch und wieder soviel unter. Das ist gefühlt 8%(ich weiss nicht, wie steil es wirklich ist) Steigung und Abfall. Das geht noch gut. Oben auf dem Kamm knallt die Sonne schon. (das erste Foto unten ist rückblickend,,)
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HIer oben klaue ich 2 Äpfel vom Baum und geniesse den weiten Blick bis Widdern, wo die Autobahn die Jagst überquert. Dann sause geschwind unter bis Flußebene.
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Jagsthausen liegt auf kleiner Anhöhe, besteht hauptsächlich aus Schloß und Burg. Es ist noch zu früh, kein Lokal ist offen. Jetzt sehe ich einige Radtouristen.
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Von hier geht es ziemlich flach und angenehm entlang Jagst. Ich biege gleich ein in Berlichingen. Hier wurde Götz von Berlichingen geboren, den Goethe frei nach seiner Vorstellung für seine Erzählung modellierte. Es war sicher eine interessante Zeit, wo hier Krieg, Fehde und Intrige Alltag war. Du hast mich beleidigt, so mache ich Dich platt, so ungefähr? Die Mächte hatten, oder stellten selber, Freibrief. Das ist vielleicht heute noch so, nur „wie“ hat sich geändert,, Aber dieser Ort ist ganz unscheinbar. Ich fahre weiter.
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Gleich kommt Kloster Schöntal. Er ist prächtig und wirkt auch mächtig. Wie wichtig Kloster war, als Zentrum des Wissens, der Technik und der Macht, spürt man deutlich. Hier gibt es im Sommer, als Teil von Hohenloher Kultursommer, viele Konzerte. Es ist noch Vormittag. Gerade wird ein Violinstück geübt. Ich setze mich ins Kloster-Café, nehme eine Tasse Kaffee und Walnußtaler. Es gibt große Kuchenauswahl hier, vorbereitet für den Besucherdrang am Nachmittag. Oleander und andere blühen im Innenhof. Nur ein Paar Radtouristen, sonst sehr ruhig.
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Übrigens, es gab hier eine Schmalspurbahn, Jagsttalbahn, zwischen Möckmühl und Dörzbach, die in Möckmühl mit der DB Anschluß hatte. Seit 1988 steht der Betrieb still. Diese Bahn ist noch nicht stillgelegt, und es gibt Willen mancher orte und Interessenten, diese bahn wiederauferleben zu lassen. Aber die zu beteiligende Kommunen können sich nicht einigen so daß Wiederinbetriebnahme recht schwierig scheint. Mehr sich an Necker orientierte, und industriell prosperierende Stadt wie Möckmühl hat scheinbar kein Interesse daran. Auch Krautheim, vielleicht zu nah an Dörzbach, was der Hauptpunkt der Bahn ist, gelegen, ist dagegen. Die Trasse zwischen Möckmühl und Widdern ist bereits abgetragen und daraus entstand ein Radweg. Widdern bis Dörzbach ist die Gleise meist noch vorhanden, und sieht man sie oft vom Radweg aus.
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Ich lasse mehrere Orten links liegen und fahre in Ruhe mit konstantem Tempo. Ich gewöhne mich an die Landschaft. ich komme gut voran.
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Dann bin ich schon in Dörzbach, wo ich die gebliebene Eisenbahnanlage anschaue. Es sind noch viele Fahrzeuge vorhanden. Zum Restaurieren brauchen sie aber viel zeit. Ich hoffe, es wird hier irgendwann wieder Züge fahren.
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In Dörzbach gibt es auch ein Schloß. Es wirkt etwas unzugänglich versteckt, auch wenn hier Veranstaltungen gibt. Im Vorhof stehen nette Häuser.
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Eventuell wollte ich hier ein Mittag machen. Aber nichts wirkt einladend. So beschliesse ich, weiter zu fahren, und unterwegs Würstchen zu essen, was ich mithab. Diese Bauernringle, was ich Karlsruhe gekauft habe, kommt auch von Hohenlohe. Hier gibt es bekannten Bauernverbund „Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall“, die mittlerweile überall in Deutschland mit ihren Produkte vertreten ist.
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Langsam wird der Tal oft enger und der Radweg auch etwas welliger. Es wird nicht langweilig hier. Und ich sehe einige Radfahrer mehr, aber immer noch recht wenig. So etwa einen Radfahrer/eine Radlergruppe pro halbe Stunde,, Es ist doch noch Ferienzeit hier im Süden. Natürlich ist es angenehm für mich, viel besser als volle Radwege wie an der Elbe.
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Ziel ist nah. An der Brücke bei Oberregenbach ruft ein Radtourist, „Herrliche Landschaft hier!“. Ja! Bald sehe ich das Schloß von Langenburg. Dann bin ich gleich in Bächlingen.
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Öhringen to Bächlingen

Zum Eis radeln

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Hier im Dorf gibt es keinen Laden. Nur an Sommerwochenenden wird an der Mühle Getränke verkauft. Im Umkreis gibt es einmal Schafsmilcheis beim Schäfer Fischer. Dann vier Dörfer weiter gibt es einen Bauer, der aus Rohmilch Eis macht. Beiden sind personallose Buden, wo man die Ware einfach rausnimmt und das Geld in einen Kasten reinschmeißt. Zum Eis Radeln nach Hessenau ist gerade 8km direkt an der Jagst und schön für die ganze Familie. Nach dem Mittagsnickerchen geht es los.
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Eine junge Mutter fährt großen Trekker aufs Feld. Auf dem Beifahrersitz ist ein hübsch gekleidetes Mädchen, mit einem Korb auf dem Schoß. Wollen sie Picknick machen, vielleicht einen Geburtstag feiern? Landleben kann schön sein, auch wenn die meisten Kleinbauer es recht schwer haben.
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Der Weg, Teil von Jagstradweg, ist schön zum Radeln, abwechselungsreich, mal etwas nach oben, mal direkt am Fluß.
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Hessenau ist erreicht, wir fallen der Eistruhe her, Mango, Joghurt, Himbeer, Erdbeer, lecker. Die Bäuerin kommt, und erzählt wie schwer sie mit der Lebensmittelbehörde hat. Etiketten müssen aus bestimmtem Material, in bestimmten Größen mit bestimmten Schriftarten versehen sein, was Bauern sicher oft überfordert und Direktverkauf erschwert. „Man solle die Menschen nicht zum Verzehr von Rohmilch verführen“ hieß es weiter. Verzehr von Rohmilch sei Infektionsrisiko. Manche Texte darüber scheinen mir ein wenig wie Angstmacherei. Ich hatte schon oft Rohmilch bei Bauern getrunken. Bisher habe ich sozusagen Glück gehabt,, Wir schauen auch Stall an, und die neugeborenen Kälber. Mädels sind wie immer bei Tieren entzückt. Dieser Bauer macht auch Weideeier. Das ist seit einiger Zeit Mode. Bei dieser Haltung kostet ein Ei für den Bauer so um 25 Cent. Kein Wunder, daß diese Eier teuer verkauft werden müssen, sind aber lecker, finde ich. Ich esse Eier ein, zwei Mal in der Woche. Dann ist Weideei gut denkbar/machbar.
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Glücklich radeln wir zurück. Wir wollen noch in der Jagst baden.
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mal nach Frankreich

Kurz vor dem Urlaub kam ein freund aus Hamburg, und wir machten eine kleine Ausfahrt. Nicht zum Schwarzwald, denn Nordlichter könnte Ohrensausen bekommen bei solch Hochlage. Einfach mit der Bahn bis Winden, durch Weinberge nach Bad Bergzabern.
01
Dort den Stadtkern anschauen und Mittag machen. Es ist nicht leicht für Vegetarier in der Pfalz. Wir finden bei einem Griechen ein gutes Mittagsessen. Gleich wird auch Kaffe und Kuchen erledigt. Schon gut zufrieden radeln wir weiter nach Wissenbourg. Die Weinberge hier sind wellig geschwungen, die Wege gehen auf und ab. Ich mache mir Sorge daß der Hamburger seekrank werden könnte.
02
Das Wetter ist schön. Schwarzwald liegt am Horizont. Schweigen-Rechtenbach, das letzte deutsche Dorfpaar vor Frankreich ist zugleich Startpunkt der südliche Weinstrasse. Mächtiges Deutsches Weintor erinnert daran, daß Weinstrasse eine Werbung aus den 30er Jahren entstanden ist. Noch 200m bergab dann ist man schon Im Stadtkern von Wissenbourg(Weissenburg). Altstadt finde ich sehr hübsch, kaum Neubauten zwischendurch, Altbausubstanz ist nicht museal gepflegt. Es sieht bißchen so aus, als wäre der Krieg gerade zu Ende gegangen, den die Stadt gut überstanden hat, leicht staubig, leicht morsch. Bauten sind elsäßisch(nicht gleich deutsch zu nennen), die Nutzung,d.h. wie es gelebt wird aber französisch. Cafes mit kleinen Tischchen und Stuhlen auf schmalen Gehwege, wo die leute klissenhaft sitzen bleiben. Ich hatte leider keine Kamera bei. Über diese Stadt werde ich später einen Beitrag schreiben.
04
Und ich konnte mich nicht verkneifen, vor einem ehm. Fahrradladen mit PEUGEOT-Leuchtkasten für ein Foto mit meinem Peugeot zu stehen.
07
Wir fuhren von Wissenbourg gemütlich mit der Bahn zurück. Danke für die Fotos, und träume weiter vom Frankreich, mein Freund.

Rosentage + Mittelalterfest

Wieder eine kleine Tour vom Bahnhof Winden aus. Von Karlsruhe bis Winden ist mit der RE 20 Minuten. Für mich gibt es keinen Grund, durch die Karlsruher Innenstadt mit dem Rad zu fahren. Ich habe auf die Wetterbesserung gewartet, da morgens noch geregnet hat. Gestarte habe ich erst mittags. Der Himmel ist noch wolkenreich.
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Kapellen-Drusweiler, ein Winzerdorf unweit von Bad Bergzabern, macht jedes Jahr Rosenwandertag. Rosenpflanzung am Weinberge ist Überbleibsel alter Weinbautechnik. Beim Pilzbefall waren die Rosen zuerst dran. So konnte man rechtzeitig Maßnahme greifen. Heute sind die Rosen touristische Dekoration/Attraktion. Heute stellen die Winzer Stände auf sonst ruhige Weinberge. Zahlreiche Wanderer/Radfahrer kommen, und geniessen Wein und Verpflegung.
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Ich lasse die Betriebsamkeit links liegen, und radle gen Dörrenbach. Dort lebt mein Kollege Sebastian Lindler, aka SeLi, und baut Fahrradrahmen. Heute ist dort eine Mittelalterliche Festmeile. Und eine Dörnröschen, statt Weinkönigin, wird gekront.
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Bis Dörrenbach isr nur 15km, und die Route ist angenehm zu radeln, bis auf die letzte 2km, die steil bergauf geht. Denn, Dörrenbach liegt bereits im Pfälzerwald, nicht mehr auf Rheinebene.Und auf der Oberkante des Weinberges gibt es schöner Ausblick. Am Horizont sind Odenwald wie Schwarzwald zu sehen.
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Hier gibt es einer der größten zusammenhängenden natürlichen Eßkastanienwäldern. Überall sehe ich Kastanienbäume, die ganz bald blühen beginnen werden. Oh, Kastanien, wie ich es liebe, zum Anschauen, und natürlich zum Essen. In Japan werden aus Kastanien vielfältig unterschiedliche Süssigkeiten zubereitet. Reis mit Kastanien gekocht ist auch lecker. Hierher muß ich wieder, so September/Oktober denke ich. Meine Konkkurenten sind sicher die Türken beim Kastaniensammeln, die auch gerne Kastanien essen. Für viele sind Kastanienblüte stinkend. Manche Japaner sagen, Kastanienblüte riecht nach männlichen Samen. Ob das so stimmt,, auf alle Fälle hat Kastanienblüte einen originell penetranten Geruch.
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Dörrenbach, scheinbar ein gut gehendes Dorf. Dorfkern ist alt, Schmale Strasse, Wehrkirche, 400 Jahre altes Rathaus, alte Bauernhöfe, liegt eigentlich am gleichnamigen Bach, das aber unterirdisch kanalisiert wurde. Am Hang stehen neuzeitliche gutbürgerliche Häuser. Scheinbar ein guter Ort zum Leben. Heute ist das ganze Dorf unterwegs. Mittelalterlich ausshenede Verkaufsstände, Es wird Theaterstück gespielt, mit mittelalterlicher Kostumierung. Ein kleines Dorf versucht, durch zahlreiche Veranstaltungen, das Leben zu aktivieren und geschäftig zu bleiben.
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Was aber reizt den Deutschen das Wort Mittelalter?? Es gibt so viele Feste überall hierzulande, angelehnt auf Mittelalter. Warum nicht Barock, nicht Renaissance? Weil die Deutschen erst im Mittelalter, vor allem durch Karl des Großen?, Christen und zugleich Europär geworden sind? Ist das ein Zeitalter, was aus heutiger Sicht als recht beweglich und entwicklungsfähig, gesehen wird? Und vielleicht unschuldig(oder weniger schuldig als heute) waren die Menschen damals? Ich kenne zu wenig Geschichte. Aber Schlüssel könnte auf heute/Jetzt liegen.
Bei Sebastian habe ich lecker hausgemachte Pizza und Erdbeerkuchen gegessen, danke! Er hat tolle Werkstatt. Wer sich in dieser Region auf Rahmenbau interessiert, sollte ihn mal besuchen.
Nun radelte ich Wald unter, fuhr gleiche Route zurück. Das Wetter besserte sich. Es war noch viele Menschen an Weinberge. Danach drückte ich auf Tempo. Flottes Radeln machte Spaß.
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Tabernae Montanae

Bad Bergzabern liegt am südlichsten Zipfel der Weinstrasse, 7km vor französischer Grenze und Wissenbourg, und direkt vor dem Pfälzer Wald. heute atarten wir ab Bahnhof Winden, nur 11km, eine gemütliche Spazierfahrt durch Weinfelder, z.T. genannt Rosenweg.
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Erst durch Gemüse- und Obstfelder. Pfälzer Wald liegt, noch nicht ganz nah, am westlichen Horizont. Langsam wird die Landschaft wellig hügelig. Manche Stellen sind steil, aber kurz so daß meine Freundin nur ab und zu absteigen und schieben muß, mit ihrer 46-28 Übersetzung. Ich habe viel bequemere 42-32 Übersetzung(vorn Bio-Pace!), dazu noch 26″ Rad.
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Wein wird bald blühen beginnen. Momentan blühen Mohn, Margarite, Brombeere, Heckenrosen wie Hounder am Wegerand. Blaue Kornblume, Notternkopf, Phaselia, Borretsch wie Salbei sind auch sehr schön.
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Bergen kommen näher. Ach ja, Pfälzerwald bedeutet die zusammenhängenden Berge(also Gebirge), welche nicht so steil hochragen und meist bewaldet sind, ähnlich wie Schwarzwald oder Bayerischer Wald. Auch die Bezeichnung Berg wird oft für die Landform verwendet, die keine spitze Gipfel besitzt, wie Kreuzberg, Schöneberg, Prenzlauer Berg, haha.
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Wein wird auch bald blühen. Pfalz hat das mildeste Klima deutschlands. Hier wachsen Mandeln, Eßkastanien, Feigen, Kiwis wie Zitronen. Auch Oleander oder Kaiserbaum habe ich öfters in den Gärten gesichtet. Sicher beeinflußt das günstige Klima auch auf Menschensgemüt.
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Rosen sind, neben Mandeln wie Aprikosen, ein alter Frühwarnsystem gegen Pilz- und Insektenbefall für Weinbauer.Heute sind sie schöne bereicherung der Gegend.
Grüne Farbtönen sind saftiger und tiefer geworden gegenüber April. Wir machen kurz vor Bad Bergzabern eine kurze Paus unter einem großen Nußbaum.
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Bad Bergzabern ist eine Stadt mit ca. 8000 Einwohner, schmiegt sich schon am Hang des Pfälzerwaldes.Stadtkern liegt noch in der Tiefebene, am Flußchen Erlenbach. Von hier ist Wissenbourg(FR) 20 Minuten mit dem Bus. heute schauen wir diese Stadt nur kurz an. Ehm. Amtsitz des Herzoges ist ein schöner Renaissance-Bau. Heute ist das als Stadtmuseum benutzt. Es gibt weitere Rrenaissancebauten, oder Reste davon. Grundung der Stadt solle im Mittelalter liegen, nicht römisch wie die Überschrift dieses Eintrag andeutet. Es gibt auch Reste von Stadtmauern und Turm. Seit geraumer zeit ist die Stadt auch Heilklimatischer Kurort, und eine Stadt, die nicht vom Weinbau abhängig ist.
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Wir fahren die Wege durch Weinberge. Nächste Dörfer sind Pleisweiler und Oberhofen, beide natürlich Winzerdörfer. In Pleisweiler gibt es das beste Eis in der Pfalz „Pfälzer Eis“, das auch in manche gute Gestronomiegeschäfte geliefert wird. Dornfelder Eis? Natürlich auch. Dann kommen nächste Winzerdörfer(was sonst!) Gleishorbach und Gleiszellen. Heute gibt es Kunstmarkt im Gleishorbach. das möchte meine Freundin anschauen und dort was essen. Dorf ist klein, aber bereits mit Neubauten am Rande leicht zersiedelt. Kunstmarkt ist gut besucht, und ist so ungefähr wie man es vorstellt, Gemälde, Keramiken, Gläser, Holzarbeiten, Glafiken, Fotos, präsentiert in den Höfen. Zum Essen gibt es zur Auswahl, Flammkuchen, Waffeln, China-Pfanne, Bratwurstle und ein italienisches Restaurant. Meine Freundin sagt natürlich, Italienisch. Ich verstehe nicht, warum hier in einem kleinen Dorf als einzig permanentes Lokal ein italienisches Restaurant gibt. Nachher erfahre ich, daß hier bis kurzem ein Winzercafe namens „Zum Alten Fritz“ deutsche Küche angeboten hat. Das passt für mein Gefühl besser zum Dorf. Aber es gibt sicherlich irgendwelchen Grund für den Wechsel. Was anders machen als andere Winzerdörfer, als andere Winzerlokale, das verstehe ich auch.
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Die Besucher des Dorfes, die mit dem Rad kamen, sind überwiegend E-Bike-fahrer. Sicher ist es angenehmer, diese hügelige Landschaft zu fahren, mit E-Assistance. Vor allem wenn man von der Waldseite kommt. Hier herrschen die E-Bikes die Szene.
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Das nächste Winzerdorf Klingenmünster fahren wir durch ohne anzuhalten. Auf dem Hang sieht man die Burg Landeck.
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Dann radeln wir etwa entlang Klingbach, via Kingen, Ingenheim, Mühlhofen, allsamt Winzerdörfer, die ich leider nicht mehr unterscheiden kann, zum Bahnhof Rohrbach. Dort trinken wir Radler im Garten der Bahnhoswirtschaft, bis der Zug nach Karlsruhe kommt. Als Nichtweintrinker kann ich nur eine vaage Vorstellung entwickeln, daß Überleben als Winzer, als Winzerlokal oder als Winzerdorf schön schwierig sein könnte.
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mit einem Cargobike nach Germersheim

Samstags von der Radlerhalle in Karlsruhe mit einem Cargobike von Sebastian nach Germersheim, um es dort auf der Spezi-Messe auszustellen. 30km mit einem Cargobike in einem Stück bin ich noch nie gefahren. Da bin ich echt gespannt.
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Verschiedene Routen gibt es. Ich wollte die einfachste, und die angenehmste mit einem Cargobike. So wählte ich eine Route, möglichst ohne Landstrasse und Ortsquerung, erst nach Norden durch Wald(über 10km ganz gerader Waldweg), streift man Leopoldshafen zur Fährstelle Leinersheim, dann am Rhein bis Germersheim auf Radweg.
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Es ist ja recht hübsch hier, hinter leopoldshafen, denke ich, mit vielen Seitenarme und Kanäle. Sogar eine alte kleine Hebebrücke fahre ich über. Das Rad fährt sich gut. Es regnet nur tropfenweise. Alles überschaubar.
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Aber ich gehe hier verloren. Irgendwie merke ich, daß ich vom richtigen Weg abgekommen bin und nicht mehr weiss wo ich bin, obwohl ich eine Karte habe. Es ist dicht bewölkt, die Sonne läßt sich nicht mal ahnen. Ach schiit. Ich fahre ein Stückchen zurück, nirgendwo ein Schild, kein Mensch in Sicht. Ich warte ein Weilchen. Dann kommt ein Opa auf Rad angeradelt, so ein Glück. Er ist so nett, führt mich etwa 15 Minuten lang und so weit durch den Wald damit ich sicher die Fährstelle finden kann. Tausend Dank!
Ich weiss aber heute noch nicht, wo ich war. Und diese hübsche Brücke ist nicht auf der Karte zu finden, auch nicht auf Komoot. Na sowas, das passiert selten.

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Als ich zur Fährstelle ankam, waren nur 3 Radler auf dem Fhärschiff. Einer ist mit einem aerodynamisch verkelidetem Liegerennrad(Vollcarbon).
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Der Radweg ist sehr gut ausgebaut. Ich komme zügig voran. Die Verspätung durch Irrfahrt muß ich zurückholen.
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Angekommen, Germersheim ist eine Festungsstadt und wird von militärischen Großbauten dominiert.
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Am Sonntag zurück mit demselben Rad nach Karlsruhe. Einer fragt auf dem Messestand, warum Cargobike nicht in den Zug mitnehmen darf, wenn Anhänger mitgenommen werden darf. Oh, das ist eine Grauzone. Ich werde dieses Rad nicht in die Bahn mit. Es ist zu groß und wird anderen Passagiere stören. Ausserdem kann ich es nicht Treppen hoch und unterschieben.
Es ist sonnig geworden. So ist es schön zum Radeln. Ich fahre direkt am Rheinufer.
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Dann komme ich wieder hinter dem Deich. Grüne Farben leuchten wunderbar. Ich gebe nun etwas Gas. Ich muß unbedingt die letzte Fähre erwischen.
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In der Ferne sieht man Pfälzer Wald. Ich fange an zu schwitzen. Die Luft ist so um 12 Grad.
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Eine rennradfahrerin überholt mich, ganz locker. Mit einem Rastenrad kann ich nicht schnell fahren. Es ist schwer, und hat mehr Luftwiderstand. Mir fehlt Power. Zum Glück hat das Rad recht gute Fahreigenschaft. Ich murmle den Mantra, ich denke nicht an Motor, ich denke nicht an Motr,,, und komme ich zur Fhärstelle an, rechtzeitig.
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Ich bin allein auf der Fähre, mit der Rennradfahrerin, die Triathletin ist. Dann kommt noch ein Rad, ein Paralleltandem. Dieses Pärchen kenne ich. Fähre setzt sich dann in Bewegung.
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Nun muß ich mich nicht mehr hetzen. Ich drossel den tempo und radle ich den Weg, den ich nun kenne, zurück nach Karlsruhe. Paralleltandem ist, wie ich geahnt habe, schneller als ich und verschwand weit vorne aus meiner Sicht. Hinfahrt hatte ich gut 2 1/2 Std. gebraucht wegen Irrfahrt. Rückfahrt war knapp über 2 Stunden, also Schnitt 15kmh ungefähr.
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