
CBT war bekannt für seine extraordinäre Konstruction. Interne Zugführung war Standard. Viel Chrom, viel Gravur auch. Klein ist dieser Rahmen, 48cm(c-t). Und der Sattelrohr wurde hinten gedrückt, um den Hinterbau kurz zu halten. Tretlagermitte bis Hinterradmitte kann 380 sein. Um leicht zu bauen, hat die Zugfürung keine innen verlegte Röhre. Um Schaltzüge zu wechseln, muß der Innenlager ausgebaut werden. Das ist eine Kehrseite dieser Konstruction. Aber schön ist der Rahmen schon.




Ich dachte zuerst, reinrassig mit Campa aufzubauen. Aber die Rahmenfarbe(warme Silbermetallic) passt ganz gut mit Shimano 105 Teile mit auch warmen Farbton. Gravur und Muffenfester wurde gelb abgesetzt. Lenkerband ist vom Newbaum(Orange) und daruf wurde Schellack mehrfach gepinselt, so daß er wetterbeständig und langlebig ist.


Für kleine Menschen, die ein tolles Rennrad fahren möchte, ist das eine sehr gute Möglichkeit. Reifen- wie Pedal-Wahl steht frei.
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rasende Hélène

Kinderräder sind heute meist sehr bunt, mit greller Grafik versehen. Dagegen waren sie in den 70ern bis 80ern recht gediegen. Ob das besser ist, weiß ich nicht, aber sorgfältig gestaltet finde ich sie schon. Für mein Patenkind habe ich aus Frankreich so ein MotobecaneKinderrad im Originalzustand ergattert. Nun war es so weit, da das Mädel ihr bisheriges Rad kaputtgefahren hat. Sie konnte das neue Rad im Ferien auf dem Land ausgiebig testen.

Sie fährt rasant, auch auf unbefestigten Wegen oder bergauf.

Zum Glück, an der Kreuzung hält sie ganz brav an. Größenmäßig könnte sie es noch zwei Jahre Fahren. Viel Spaß und pass auf Dich auf!
cashew brown metallic again

Natürlich gibt es bei jedem seine lieblingsfarben. Mein Grün ist nicht einfach grün, jede Farbe hat unendlich unterschiedliche Nuancen. Braun genauso. Als ich mal Rahmen in Braun lackieren wollte, habe ich im Lackladen fast eine Stunde verbracht, um alle mögliche Autofarben anzuschauen. Ich hatte eine waage Vorstellung, eher dunkel, tiefer Ton, eher rötlich. Und ich kam zu Renault Cashew Brown Metallic. Es gab viele ähnliche Farben, denn jeder Autohersteller will ähnliche Farben parat haben, was die anderen Hersteller haben. So ähneln sich die Farbangebote der Autoherstellern, was meine Auswahlarbeit wiederum erschwerte. Kein Autohersteller will sich daneben treten mit ihrer Farbauswahl. Das ist auch der Grund, warum Autofarbauswahl so sehr langsam sich weiterentwickelt und meist konservativ ist.

Ich glaube, ich hatte mal Glück mit der Farbauswahl. Das Rad bekam von vielen Zustimmung. Eine Frau wollte das Rad gleich mitnehmen und sie tat es auch. Aber der Rahmen war klein für sie; ich meine, es war kleinst mögliche Rahmengröße für sie(ansonsten hätte ich das Rad ihr nicht gegeben). Also, sie kam am nächsten Tag mit dem Rad zurück und wollte dasselbe Rad, aber eine Nummer größer haben. Da ich nur Einzelstück aufbaue, mußte sie darauf eine ganze Weile warten. Ich benütze auch relativ selten eine Lackfarbe zweimal. Zumal hat der Lackierbetrieb auch mich recht lange warten lassen.




Beim Aufbau habe ich dann noch einiges für sie angepasst; längeres Vorbau, höher steigenden Lenker, Gepäckträger usw. Gute Teile wurden eingebaut, Campa- und Pelissier-Naben, Suntour ∝5000 Schaltwerk, usw.

Das sind Sachen, die für die Besitzerin nicht unbedingt ausschlaggebend, die aber für mich wichtig sind. Gute Qualität und Langlebigkeit wirken beruhigend auch für mich. Und wenn Kunde/Kundin zufrieden ist, bin ich auch zufrieden. Und nun wende ich mich wieder an andere Farben, die vielleicht auch interessant sein könnten.


Entfaltung der Geschmacksrichtungen
Ich habe nichts dagegen, mich auf Experimente einzulassen. Mit diesem Rahmen hatte ich wieder so eine Gelegenheit.

Bereits lackiert in „Senf-Gold-Gelb-Grün-Metallic-Maica“?, war er eine Aufforderung dazu, etwas anders als brav harmonisches zu gestalten. Und das tue ich liebend gerne. Irgendwo sicher zwischen „geschmackvoll“ und „geschmacklos“ zu landen, ist eine Experiment wert. Endergebnis finde ich nicht so sehr gewagt, aber immerhin interessant.

Ich stelle mir eine Fahrerin vor, mit Leopardengemustgerter Radhosen(wenn so etwas geben würde,,) und metallisch schimmernd dunkelbrauner Trikot. Geschmacklos? Altmodisch sexistisch? Hm, warum nicht? Guter oder schlechter Geschmack, das ist eine soziale Beurteilung. Ich kümmere mich nicht drum.

http://www.klovesradeln.de/?page_id=2254
Himbeer mit Sahne

Dieses Mondial Rennrad aus dem 80er Jahren hat noch makellosen Lack und Chrom. Also kein Grund für Neulack, nur den Rennlenker ausbauen und einen besser stadttaugliche Flat Bar einbauen, Umwerfer ausbauen und dem großen Kettenblatt die Zähne ausdrehenneuen, neuen Sattel, neue Pedale und schließlich neue Züge einbauen, das wäre alles.

Himbeer-Metallic verleitete mich dazu, weisse Teile einzubauen, sozusagen als Sahne. Das habe ich aber auf Lenkergriff eingeschränkt, und verwendete statt Weiss Hellgrau, den Sattel und die Reifen. Weisse Bereifung mag ich persönlich nicht so sehr, weil sie ganz schnell dreckig werden. Fairweather Reifen sind sehr geschmeidig beim Radeln und sieht recht elegant aus. Frisch sommerliche Farbkombination.

Dieser recht hübsche und geschmeidige Flitzer wartet noch auf eine Liebe auf erstem Blick.


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Beach Cruiser in the city
Da mein Companion Dan neulich einen Beach Cruiser gestaltet hat (https://www.facebook.com/santucci.cycles/photos/a.214446585285828.55633.214444298619390/998745973522548/?type=1&theater), erinnerte mich das an einer alten Fahrradzeitschriftenbericht über West Coast 1980. Ich war bereits damals Freund von Touringräder und nicht sonderlich auf Beach Cruiser interessiert. Wenn ich jetzt die Zeitschrift blättere, begreife ich erst, daß es eine eigene US-Kultur war und ist, vor allem sehr eng mit der Marke Schwinn verbunden ist. Die Fotos erzählen ziemlich alles, das Life Style dort und damals. Alle Fotos sind von Bicycle Quartery 1980 winter/fall, Naigai Shuppan Publication, Tokio.


Das war ganz normale Fahrweise zu zweit dort. Es gab extra Fußstütze dafür.

Korb war wichtig. Es gab Original und Nachbau.

Police cruiserte schon damals auf Räder. Sie fahren auch locker nur mit Hinterbremsen. Man fährt damit halt nicht schnell. Es ist eine Einladung zum Langsamfahren. Das ist nicht verkehrt, auch in der Stadt.
cielo CX + fairweather CX
Chris King macht tolle Fahrräder unter Markennamen Cielo. Karsten suchte für sein Cielo CX einen passenden Reifen und fand durch Umwege Fairweather CX. Da ich diese Kombination richtig gut und schön finde, habe ich um ein Foto gebeten. Hier ist es, ein brillant orangene Cielo CX mit Fairweather CX-Reifen in grau.

Danke Karsten für das Foto!
Paddeln, Schwimmen & Radeln
Sommerliche Tage müssen genossen werden. Man weiß nicht, wie oft solche Tage noch kommen und ob wir in diesen richtigen Momente Zeit haben werden. So sind wir mitten in der Woche aufgebrochen, nachdem wir mehrere Tage auf die Sonne gewartet haben, in die Sonne und ans Wasser.

Uckermark grenzt sich an Mecklenburgische Seenplatte und hat selbst unzäglige Seen. Einige davon haben unglaublich sauberes Wasser, wie Großer Stechkinsee oder Zensee, die wir oft besuchen. Bis Fürstenberg/Havel ist von Berlin Hbf. genau 1 Stunde mit der RE. Über Fürstenberg und Lychen habe ich bereits geschrieben. Wunderbar beschauliche Orte mit unbegrenzt viel Wasser.
Auf dem Weg nach Lychen fährt man durch den Kieferwald voll Blaubeeren. Jetzt ist die Saison. Wir konnten sie nicht einfach liks liegen lassen und pflückten 15 Minuten schweigend emsig die kleinen blauen Beeren. Die Hände und Mund waren sofort violet. Genug für zwei Gläser Marmerade gepflückt, fuhren wir endlich weiter.

Um Moderfitzsee fuhren wir direkt am Wasser den Wanderweg, dann durch Kleinort Pian und den Wald nach Lychen. Zwei Mitfahrer der Tour kannten Lychen nur von Lychener Strasse in Berlin, da die Beiden in einem dortigen japanischen Restaurant „Sasaya“ gearbeit haben.

In Lychen angekommen, machten wir erst Mittag am Wasser. Die beiden sind recht gute Köche und brachten leckere Sachen mit. Schön, mit solchen Companions zu touren.
Lychen ist traditioneller Hochburg von Urlauber aus Sachsen. Da die Schulferien in Sachsen gerade begonnen haben, ist der kleine Ort bereits gut besucht, aber nicht überfüllt.

Kajak bei netten „Treibholz“ gemietet und gleich los. Die beiden sind zum ersten Mal auf Kajak. Das geht aber leicht, da das Wasser sehr ruhig ist. Oberpfuhlsee hat etwas trüberes Wasser, der Zensee ein sehr klares blaugrünes Wasser. So paddelten wir bis Zensee und dort am kleinen Bucht die Boote an Land gezogen.

Gleich sprangen wir ins Wasser. Im ersten Moment fühlt sich das Wasser recht kühl an, aber man gewöhnt sich schnell dran und dann ist es angenehm im Wasser.
Es herrscht die Ruhe. Das Wasser habe eine Trinkwasserqualität. Schön auf der Wasseroberfläche zu liegen und Vogelzwitschern zu hören.

Die Zeit verfliegt, leider. Wir paddeln zurück. Die beiden tun es nun viel geschmeidiger. Sie sagen, es liege vielleicht daran, daß sie dabei sangen.

Es gibt einige große Seerosenfelder. Abends werden sie aufgehen.

Wieder auf dem festen Boden, gehen wir Kaffee trinken. Unser Favorit ist Hofcafe im Bioladen. Der Garten ist hübsch mit viel Blumen und Obstbäumen. Hier kann man sich gemütlich machen. Das ist auch notwendig nach dem Paddeln, was die Muskeln beanspruchen, die ich scheinbar sonst nie benütze.

Anschliessend gehen wir zum Essen, zum „Gasthof am Stadttor“. Das ist auch unser Standard. Sehr gemütlicher Hofgarten, guter Fischtopf oder Maräne gebraten. Dazu natürlich ein Bier.

Ich schaue kurz die Uhr an. Der Zug nach Berlin fährt jede Stunde. Es gibt keinen Grund zum Hetzen. Wir peilen an, den Zug um 21:12 zu nehmen, und radeln gemütlich zurück.
Die Abendsonne füllt den ganzen Gegend mit einem schönen warmen Licht aus.


Im Wald ist die Luft kühl und angenehm. Man spürt Duft von Kieferbäume.

Wir radelten die Sonne hinterher, die immer tiefer, rötlicher und größer wurde.

Raleigh „record“ für die Stadt
Verglichen mit französischen Großherstellern aus gleichen Epochen(60er/70er) wie Peugeot oder Motobecane sind die Räder von Raleigh vielleicht besser gebaut. Trotz Eigenheiten mit ihrer Hausnorm verweisen die Raleigh-Räder, zumindest ab mittlerer Klasse aufwärts, eine recht gute Qualität.

„record“, aus Reynolds 531 Röhren, mit Anbauteil in guter Qualität, ist sicher auch gut für die Stadt. http://www.klovesradeln.de/?page_id=2149

Typisch britisch sind die dünne Sattel- und Kettenstreben. Ausfallenden sind Campagnolo. Muffen sind Harden?
Feilen

Woran erkennt man einen besser(liebevoller?) gemachten Stahlrahmen? Zum Beispiel an der Oberkante vom Sattelrohr. Hier wird Muffen übers Rohr gestülpt. Wenn man hier an der Oberkante Stufen sieht, heißt es, daß die Muffe nicht ganz exakt angelötet und die Kante nach dem Löten nicht nachbearbeitet wurde. Dazu kommt die Lötung von Sattelstreben. Hier sieht man auch die Exaktheit der Arbeit deutlich. Sind die Deckelplatten für Streben sauber und stufenlos angelötet/bearbeitet? Ist das Lot gleichmäßig und überall geflossen, ohne irgendwo Lücke oder Tropfen zu bilden? Und überhaupt die Muffen. Sind sie sauber bearbeitet, oder nur plump gelötet? Kräfte sollen fließend vom Rohr zu Rohr übertragen werden. Dafür sollen die Muffen zu Spitzen zu immer dünner gefeilt werden. Dicke Muffenkanten sind Schwachpunkte. Beim Einwirken von sehr grosser Kraft könnte der Rahmen an diesen Stellen brechen(theoretisch, vor allem bei Röhren mit geringer Wandstärke).

Wenn ein alter Rahmen(oder NOS) neu lackiert werden soll, bearbeite ich diese Stellen möglichst sorgfältig. Das macht auch optisch einen deutlich besseren Eindruck. Diese Arbeit bezahlt keiner, wird auch nicht gewürdigt, aber ich kann es nicht lassen.
