Gestern abend war bfs eve. Aufbau vom Messestand ist wieder im letzten Moment fertig geworden.

Heute der Tag 01. Ein kalter Samstag. Trotzdem wird die Messehalle gut besucht.
Bis 19 Uhr Kaum Zeit, Pause zu einzulegen, um etwas zu essen.
Für viel Lob und Fragen bedanke ich mich jetzt schon. Ich finde es sehr nett, wenn die Räder gut ankommen, wenn die kleinen Details erkannt und gewürdigt werden.
In der Nachbarschaft sind nette Aussteller.
Nebenan ist WheelDan mit seinen präzisen Titan-Räder.

Sein Standgast, nette Suse von Parsley Bags. Ihre Taschen mag ich sehr. Dahinter im Bild vom Schmidt, dessen Dynamo und Lampe ich immer mit großer Respekt einbaue.

Direkt vor uns Naturrad aus Holz, und dann Bambusräder von La Bambu. Diese Materialien faszinieren mich.

Schräg gegenüber ist ein Maßschneider, der exklusiv fürs Radeln sehr stillvolle Kleidung entwirft und anfertigt. Ich finde es toll, als ein Knicker-Radler, daß auch in Berlin solche Mode angekommen ist.
Viele haben plötzlich und auf einmal Meral-Rahmen entdeckt und bieten Räder mit diesem formschönen Rahmen an. Steckt dahinter irgendein Rahmenlieferant?

Cargo-Bike ist immer noch mein Interesse. Hier passiert eine ganze Menge Experimente. Ich finde es total spannend.

Von größeren Unternehmen finde ich Räder vom Canyon mit Abstand am besten und professionalsten gestaltet. City-Bike mit versteckte Steuersatz erinnert mich einige Experimente aus den 70er Jahren.

Und natürlich mein Standpartner Dan, der sich trotz Grippewelle in der Familie wacker durchhält. Wir sind etwas müde, aber gut drauf(noch?).

Morgen ist noch ein ganzer Sonntag Fahrradschau. Viel Spaß damit!

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Messevorbereitung
Vor der Messe ist immer hektisch wie chaotisch. Eigentlich will man mit allem rechtzeitig anfangen und fertig werden. Aber es gibt immer seltsame wie ärgerliche Ereignisse, die den guten Vorsatz hindern. Trotzdem wird es irgendwie fertig, mehr oder weniger, hofft man sehr. In der Werkstatt wird ein Fahrrad zusammengestellt. Zuhause wird noch ein Fahrrad montiert. Unvorhergesehene Probleme tauchen auf. Kurz vor dem Wutausbruch,, tief einatmen. Plan umschwenken, telefonieren, Teile suchen, bohren, feilen, Fett schmieren. Gedanken über Messestand machen(das wird gerade Tag vorher zusammengebastelt). Am Freitag wird er aufgebaut und geht die Messe gleich los.



cycle butchers

Die neue Räumlichkeit für die Werkstatt war früher ein Metzgerladen. Die Wände waren überall gefliest. Im Laufe der Zeit wurden die Wände mit Rauhfasertapeten zugekleistert, so daß nichts mehr davon merken konnte, daß damals hier Tiere zerlegt wurden. Wir haben die schön vergilbten Fliesen wieder befreit. Nun nehmen wir die Ehre, uns Cycle Butchers zu nennen. Das ist unsere inoffiziell interne Bezeichnung für mich, Kimura Cycle Works, und für meinen Freund Dan, Santucci Cycles, zusammen. Jetzt zerlegen wir alte Fahrräder und machen daraus neue. Kühlkammer im Keller mußten wir leider aus Platzgrunden zertrümmern.
Werkstatt • Showroom
Meine Wohnung konnte ich nicht mehr betreten, ohne irgendein Fahrrad umzustoßen. Teile liegen zu Berge. Höchste Zeit, einem Werkstattraum zu finden. Nach langem Suchen endlich da! Bin nun Untermieter von Santucci Cycles in der Danziger Strasse, Prenzlauer Berg. Umzug ist fast getan. Renovieren/Einrichten nimmt noch viel Zeit. Aber, die Wohnung ist wieder eine Wohnung geworden, nicht mehr Lager, Werkstatt und Rumpelkammer zugleich. Arbeiten für die Fahrradschau kann ich dort verrichten, auch wenn es noch etwas provisorisch ist. Vorderer Raum soll ein Showroom werden. Vielleicht eine Opening Party? Ich hoffe, ich kann bald wieder darüber berichten.

paper work
Mit der Angabe für Lackierer ist meine Atrbeit auf Papier für berliner fahrradschau beendet. Es begann im Oktober mit der Arbeit, Konzeption, Geometrie, Konstruktion, Gespräche mit dem Rahmenbauer, Teillieste, Detaillösungen, Beschriftung/Grafik/Farbgebung usw. Bis mein Rahmenbauer eine Nachricht sendet, „sie sind fertig!“ kann ich nur noch warten. Es ist wieder aufwendig geworden, mit handgeschnitzten Laminaten, mehrteiligen Gepäckträgern, Verchromung, mehrfarbiger Lackierung. Hoffentlich werden sie 3 Wochen vor messebeginn eintreffen, damit ich sie aufbauen und fotografieren kann. Bis dahin, ein wenig Luft holen und Anbauteile zusammenstellen. Paper work is done.

Main d’Or

Ein Hollandrad? Mitnichten! Es ist überhaupt nicht vergleichbar mit einem 25kg schweren Gazelle Damenrad. Der Rahmen stammt aus der belgischen Werkstatt Kessels, bekannt durch die Produktion von Eddy Merckx Rädern. Es ist sehr leicht und stabil-steif. Röhre sind Reynolds 531 butted tubes. Diese Rahmenform finde ich elegant, ohne Versteifungsblech/-Röhre zwischen Ober- und Unterrohr. Ohne ihn schwer zu machen, eine genugende Steifigkeit in senkrechter Richtung zu geben ist bei dieser Rahmenform nicht so einfach. Ich suche immer leichte Rahmen in dieser Form als Basis für einen Stadtflitzer. Gewicht in diesem Zustand 10,7kg. Eine echte Wölfin im Schafspelz. Markenname wie Bildzeichen finde ich auch interessant.




‚rien!‘, ein Stadtflitzer Motobecane Mirage
Motobecane Mirage(anfang 80er) hat leichten muffenlosen Rahmen mit innenverlegtem Bremszug, ist eine gut geeignete Basis für einen Stadtflitzer.

130mm Einbaubreite erlaubt den Einbau von 8, 9, 10 Gänge. Dann genügt vorne nur ein Blatt, um zügig in der Stadt unterwegs zu sein. Lenkerbreite 420mm, mit Inverse Bremsen von Tektro(Hebel habe ich 10mm gekürzt), Weinmann-Seitenzugbremsen, 9-fach Schalthebel von IRD am Vorbauschaft, Shimano 9-fach Cassette, Campa Schaltwerk, leichte Mavic CXP-Felgen, schöne Fairweather Reifen 28mm. insgesamt 9kg leicht. Genau gut genug, in Berlin schnell unterwegs zu sein. Mehr wäre dann ein Luxus, was auch nicht schadet.


Frohes Neues und schönes Radeln!
Schon wieder soweit,,

Das Jahr geht. Ich hatte einige schöne Touren, habe einige schöne Räder aufgebaut, mich von einigen Räder getrennt, einige leute durch Fahrrad und Radeln kennengelernt.
Einige Touren, die ich vor hatte, habe ich nicht geschafft. Zu einigen Aufbauten kam ich nicht dazu. Einige bescheuerte Räder sind bei mir stehen geblieben. Einige schöne Räder konnte ich nicht ergattern. Einige tolle Leute habe ich nicht kennengelernt. So gesehen,, es war ein gutes Jahr, oder kein schlechtes Jahr.

Und immer noch macht das Radeln Spaß. Freude am Fahren ist geblieben, genauso die Freude am Basteln. Das wünsche ich Euch genauso, daß Fahrrad und Cycling eine Inspiration wird und bleibt.

Fukuda-san, RAIZIN WORKS
Fukuda-san von RAIZIN WORKS zu treffen, ist eine Freude für jeden Fahrradenthusiast. Sein Großvater schmiedete bereits Fahrräder. Sein Vater, der einst beim Röhrenhersteller Ishiwata(heute Kaisei) arbeitete, gründete eigene Rahmenbauwerkstatt HARP. Der junge Fukuda-san hat zusammen mit seinem Vater gearbeitet und von ihm gelernt. Später wurde die Werkstatt RAIZIN umbenannt, nachdem sie von Tokyo nach Kiryu umgezogen sind. Dieser Gegend am Fuß der Bergketten ist bekannt für das donnerreiches Wetter. Deshalb RAIZIN, der Donnergott.

Seine Spezialität ist spannabhebendes Löten soweit es möglich ist. Röhre werden beim Löten nicht auf ein Hilfswerkzeug fest montiert. Verzug durch Erhizen und Erkalten wird möglichs vermieden und die Spannung wird nach jedem Arbeitsgang durch Zufügen von minimaler Hitze enthoben. Er besitzt eine enorme Menge Wissen über das Fahrrad und Erfahrung über den Stahlrahmenbau. Dazu ist er experimentierfreudig und offen, etwas neues zu versuchen. Dabei verliert er nicht den Faden, für jedes Fahrrad, was er baut, einen inhaltlichen Sinn zu geben. Unsinnige Show-Effekte mag er nicht, aber steht leidenschaftlich für neuartige unkonventionelle Lösungen. Da er offen ist und eine excellente Technik besitzt, kommt die Kundschaft aus ganzem Japan, oft mit schwierigen Aufgaben. Fukuda-san bemüht sich, nicht nur den Wünschen zu entsprechen, sondern auch Lösungen anzubieten, um das Rad noch besser, interessanter und schöner zu machen.
Neulich besuchte ich ihn wieder mit zwei Vorhaben. Ganzen Tag haben wir über die Projekte und über Fahrrad allgemein gesprochen. Ein Projekt ist eher ein leichter Geburt, weil das ein Auftragsarbeit ist und der Zweck und Fahrer(in) ganz konkret steht. Mein zweites Projekt war noch wackelig, weil ich eigentlich nur das Thema hatte und viele Details noch ziemlich offen waren. Unsicherheiten, wie weit man gehen kann/soll, was technisch möglich ist, habe ich gerne direkt mit ihm gesprochen. Dann lichtete sich der Nebel in meinem Kopf und das Projekt begann zu reifen. Ich hoffe, es wird wieder ein interessantes und schönes Fahrrad.



