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vintage MTB -> ATB again

Ich habe immer wieder geschrieben, daß alte MTB eine gute Basis für zeitgemäße Allzweckrad ist. Hier wieder ein beispiel dafür. Den Rahmen habe ich bei Radler Martin im Schrotthaufen gefunden, immerhin ein Brodie(kanadische MTB_Pionier), wahrscheinlich aus Tange Prestige Rohrsatz, recht leicht. Ein Paar Dellen habe ich nur gespachtelt. Gabel war nicht mehr dabei. So mußte ich eine passende Gabel zulegen. Mit Sicherheit war es ursprünglich mit einer Federgabel bestückt. Ich will sie natürlich nicht, aber die Geometrie soll etwa so bleiben wie es vorgesehen war. Neue Starrgabel ist 435mm lang so daß sie etwas die Länge der Federgabel hat und auch für 28″-Rad passt. Für 26″ Rad erlaubt sie den Einbau von recht breiten Reifen. Außerdem ist sie für die Scheibenbremse,, Ich bin der Meinung, daß ein ATB ohne sportliche Ambition keine Scheibenbremse braucht. Aber um ein etwas zeitgemäßes Erscheinungsbild zu gewähren, habe ich für vorn eine Scheibenbremse gewollt. Technisch finde ich für diesen Zweck V-Bremse besser; denn sie bremst genauso gut, wenn die Bremsflanke nicht verdreckt oder naß ist, sie ist billiger und leichter in der Wartung. Um das zu demonstrieren, habe ich die Leitung ungekürzt gelassen. Denn, es wird weitere ca. 40 Euro kosten, wenn man die Leitung in passende Länge kürzt, Mineralöl nachfüllt und auch noch entlüften sollte. Ein Vorteil der hydr. Scheibenbremse ist, daß sie sich automatisch einstellt. Aber es könnte deshalb so etwas passieren, daß man unbemerkt von abgenutzten Beläge bis Metall auf Metall bremst. Also, ich bin kein Fan der Scheibenbremsen beim Alltagrad. Ach ja, ATB heißt hier AllTagsBike, nicht nur All Terain Bike.

Ein Problem mit alten MTB-Rahmen ist,, daß sie lang sind, d.h. der Oberrohr lang ist. Daher nehme ich fast imme einen Lenker, der stark zurückgebogen ist, damit eine komfortable Haltung möglich wird. Auch damit wird das Rad stadttauglich.

Lenkerbreite ist je nach dem Hauptzweck und persönlichem Geschmack zu wählen. Diesmal ist es recht breit, um eher gemütlich fahren zu können.

Ganz wichtig ist die Wahl der Reifen.Die Breite wie Profile sollten gut überlegt ausgesucht werden. Diesmal wurde so gedacht; 40% Asphalt, 30% Feldweg, 30% Waldweg, und insgesamt mit gemütlichem Tempo. Meine Wahl ist Conti Contact Travel 47-559. Für vorne mußte ich einen Schwalbe Marathon Racer 42-559 montieren, weil ich nichts anders vorrätig hatte. Marathon Racer ist gar nicht mein Geschmack so daß ich bald mit Contact Travel austauschen werde.

3×7-fache Schaltung mag altmodisch aussehen,, Ich habe nix gegen 1×10, 1×11 oder 1×12. Aber sie sind teuer, und halten nicht so lange. Dazu kann ich bei 3fachen Kettenblättern einen großen Sprung unter- u. hochschalten, was ich manchmal nützlich finde.

Der leistungsunterschied zwischen V- u. Scheibenbremsen, im normalen Gebrauch, sehe ich kaum.

Für Tagestourentauglichkeit ein gutes Vorderlicht(Rücklicht wird angeklipst) und ein Wasserflaschenhalter. Das wäre das mindeste. Möglich wäre noch Schutzblech und Gepäckträger.

Kein High End, eher Low End die Teile,, aber zu sagen, es ist gut genug, finde ich auch wichtig. Tange Steuersatz, Shimano Innenlager, New Success Hinterradnabe wie Shutter Precision Nabendynamo, genügende Qualität an wichtigen Stellen.

Robust und leicht genug, das ganze, macht Spaß in der Stadt wie in der Natur. Das ist der Sinn des ATBs. Das ist kein Sportgerät, aber ein Begleiter, mit dem man freudige Momente erleben könnte, überall, wo man gerade unterwegs ist.

der blaue Esel

Im Stadtbereich Karlsruhe ist es flach so daß man mit 3 oder 5 Gänge problemlos auskommt. Mein Arbeitsweg ist gerade 3km. Im Sommer ist der Tag lang so daß zur/von der Arbeit keine Lichtanlage braucht. Eigentlich wird es kaum noch regnen so daß Schutzblech auch nicht mehr notwendig wäre,, Einkäufe könnte ich in den Rucksack reinschmeissen. So wird mein Sommeresel ziemlich simpel. Mal sehen ob das so geht,,

Antrieb/Schaltung,, 5-Gänge. Ritzelpalet vom Sachs-Maillard 13/28. Das reicht dicke. Dann ein Schaltwerk, was 28er problemlos mitmacht. Ich habe aus meiner Kisten Simplex gefunden, SX440 T, ziemlich das letzte Schaltwerk vom Simplex kurz vor Pleite,, Kurbel ist Sakae SR mit 46Z- Kettenblatt. Der linke Kurbel hatte komplett genudelte Pedalgewinde,, wurde aufgebohrt, größere Gewinde geschnitten und Reparaturhülse reingedreht. Pedale ist No-Name, Kette SRAM-Billigkette für 6-8-fach, Schalthebel Plastikhebel vom Simplex,,

Die Zugführung ist auch ganz einfach (Sachs). Ursprünglich wäre sicher eine Schelle vom Campa vorgesehen. Der Rahmen, französisch und schätzungsweise etwa 1970 mit langen Ausfallenden vom Campagnolo, hat wenig Anlotteilen. Innenlager ist NECO mit franz. Schalen. Eine Rettung für alte franz. Rahmen, auch wenn NECO-Lager nicht ganz gut ist.

Radsatz ist, mit Normandy-Naben, vorne Super Champion Felge, hinten Mavic MA2,vom Dreck befreit und poliert, dann eingefettet und neu eingespeicht. Reifen Conti Contact Speed 28mm. Auf Asühalt brauche ich keine breitere Reifen. Ich mag nicht so richtig unnötig breite Reifen, die für mich schwammig wirken. Eine Frage vom Luftdruck?

Bremsen sind Weinmann Mittelzugbremsen. Vorn und hinten sind aus unterschiedlichen Serien, weil ich nur so hatte. Hintere sind neuer, nach dem Weinmann Mafac übernommen hat. Gummis habe ich welche für V-Bremsen eingebaut. Vielleicht besser so, mal sehen. Inverse-Bremshebel von Teltro mag ich und baue oft ein, passt gut zum Trainingslenker, finde ich. Problem ist nur, daß er 19mm Lenkerinnendurchmesser braucht. Das ist bei Alulenker mit ø22,2mm sehr oft nicht der Fall. Beim Stahllenker kein Problem. Vorbau kommt aus Taiwan, sieht recht chic aus, und nicht teuer, ein Prima Teil.

Warum ich doch noch Schutzblech eingebaut habe?? Das ist mein Wunschtraum, daß im Sommer wieder öfter regnen sollte. Für Bäume ist es jetzt schon wieder zu trocken. So sollte es nicht weiter gehen,, Ich hoffe, das Rad wird meinen Arbeitsweg im Sommer angenehm. Ich fahre weder lange, noch schnell. Das müßte gut reichen.

Trouvez le vert!

Auftraggeberin kam, gekleidet in grün, und sagte, sie möchte ein grünes Fahrrad. Es ist ein klarer Fall, Grün ist ihr Favorit, und diese Farbe steht ihr auch gut.

Die Suche aber gestaltete sich nicht einfach. Es schien so, sie mag viele Grüntöne in der Natur. Aber einen einzigen Grünton zu suchen und finden? Das ist etwas anders. Und auch noch einen industriell reproduzierbaren Farbton zu definieren, ist eine ungewöhnte Aufgabe. Aber sie suchte und suchte, und fand ein Grün, was ihr gefällt als Rahmenfarbe.

Britische Bahngesellschaft LNER(London North Eastern Railway) hatte diese Farbgebung für die Loks. Engländer nennen diese Farbe oft „Apple Green“. Rot bemalte Pufferbohlen sind ein guter Akzent.

Colnago hatte in den 70ern diesen Grünton. Man könnte sagen, das wäre typische 70er-Farbe gewesen, denn

Opel hatte auch ziemlich ähnliche Farbe im Sortiment, genannt Limonengrün Metallic. Ja, das ist die Farbe! Farbcode 303,, Die Entscheidung fiel! Die Lackierung des Maßrahmens, eine klassische Mixte, übernahm Velo Ciao in Berlin.

Ein Damenrad mit recht klassischer Silhouette, aber überweigend mit zeitgemäßen Teilen bestückt, geeignet für die Stadt und kleine Touren.

Ich dachte zuerst an Gepäckträger von tubes. Sie wollte aber richtig klassisch. So habe ich einen Gepäckträger aus altem Peugeot ausgebaut, mit Oxalsäure Rost entfernt, für die Befestigung Extra-Adapter aus Edelstahl gebaut. Ich finde, dieser Gepäckträger ist so präsent, so daß er dem ganzen Rad einen wirklich klassischen Eindruck verleiht. Ich wünsche mir, daß jemand solche Gepäckträger wieder bauen würde, natürlich verchromt.

Rote Zughüllen sind auch die Wunschfarbe. Und sie bilden einen guten Kontrast zum Grün. Dunkelbraun vom Lenkerband und Sattel vermittelt zwischen Grün und Rot.

Die meisten eingebauten Teile sind in silber. Heute ist es recht schwierig, ein Fahrrad ohne schwarze Teile aufzubauen,, Diesmal ging das ziemlich gut.

Antrieb ist 1×9-fach, vorn 46Z, hinten 11-36Z, so daß Touren auf der hügeligen Landschaft möglich sein sollte. Moderne Seitenzugbremsen haben gute Leistung trotz langer Schenkelmaße. Leistungsstarke Frontlampe mit Nabendynamo gehört heute zum Standard, diesmal auch Rücklicht intern verkabelt und durch Dynamo betrieben. Die Reifen sind breit genug, auch für Wald-/Feldwege. Conti Contact Speed ist geschmeidig.

Ein Bilderbuchfahrrad, es wäre eine Reinkarnation der Peugeot, Motobacane, u. Co. aus den 70ern, aber mit zeitgemäßer Technik. Für mich ist das kein Retro, sondern eigentlich die Hauptlinie(Mainstream??) der Evolution.

Zufällig,

kamen 2 unabhängige Aufarbeitungen von Peugeot-Berceau-Damenräder(PE25 o.ä.) in die Werkstatt. Sie haben gleiche Grafik von ca. 1976. Ausstattung ist etwas unterschiedlich. Es könnte spätere Umbauten sein. Beim orangenen könnten Gepäckträger und Frontlampe spätere Umbauten sein. Beim grünen fehlt der Kettenschutzer. Peugeot baute meistens Simplex-Schaltwerke ein. Daher bin ich nicht sicher, ob das Huret-Schaltwerk beim orangenen Original ist. Es ist aber keine historische Restaurierung. Es sollte für den Alltag gerichtet werden, und etwa ein stimmiges Erscheinungsbild bekommen.

Peugeot war in den 70ern recht populär, nicht nur hier im Region nah am Frankreich, sondern im ganzen BRD. Daher gibt es noch relativ viel Räder aus der Zeit, auch preiswert. Wenn man mit Liebe aufarbeitet, kann es ein hübsches Alltagsrad für heute werde.

Stuttgart Special

Von diesem Foto hätte einige evtl. gedacht, das wäre ein 26″ Fahrrad,, Nein, das ist 28″-Rad mit einem recht großen Rahmen. Rahmenhöhe(Tretlager Mitte bis Sattelrohr Oberkante) ist 640mm, Obberrohrlänge(virtuell horizontal) ist 610mm. Der Fahrer ist 195cm groß mit Schrittlänge von 92cm. Um eine nicht zu sportliche Körperhaltung zu ermöglichen, wurde der Steuerrohr länger gestaltet. Oberrohr hat ein Sloping von 3 Grad, um das vordere Dreieck steif zu halten. Das ist eine Lösung, weil ein klassisch, d.h. bainah horizontaler Oberrohr gewunscht wurde. Überhaupt wurde ein klassischs Aussehen erwunscht, daher kamen nur silberne Teile im Einsatz, was heute zunehmend schwer realisierbar wird, wenn man nicht auf Vintage-Teile zurückgreifen will.

Dieses Fahrrad wurde konstruiertund gebaut dafür, täglich vom Wald oben in die Stadt unter-, und wieder nach Hause hinaufzufahren, das in Stuttgart. Das bedeutet etwa, die Hinfahrt geht nur bergab, Heimfahrt nur bergauf, zwar ziemlich steil. Daher ist die Auswahl der Transmission, 34×11/32. Das reicht, weil der Fahrer ein sportlicher Rennradfahrer ist. Auf der Hinfahrt muß/kann er kaum treten, dafür sportlich anstrengend auf der Heimfahrt.

Stuttgart ist ein hartes Terrain für Radfahrer,, nicht nur die topologische Lage, sondern auch die Dominanz der Automobilindustrie. Daimler AG könnte vielleicht auch in die Brandenburger Pampa umsiedeln, wo die Ur-Schwaben eigentlich heimisch waren, damit mehr Platz fürs Fahrrad in Stuttgart frei wird? Was Fritz Kuhn ganz und gar nix bewegen konnte, wird auch sonst keiner bewegen können, da die Struktur so sehr felsenfest steht. Es tut mir Leid für die Leute, die im Talkessel die dicke Luft einatmen müssen.

Antrieb und 1×10-fache Schaltung wurde so gewählt; Kurbel Campa Athena mit 34Z Kettenblatt + Kettenschutzring(Zähne abgedreht von einem TA-Kettenblatt 42Z), dann natürlich Campagnolo Power Torque Innenlager(Außenlager?), MKS Sylvan TOuring Pedale, KMC X10 Kette, Grandbois Nabe mit Shimano-Freilauf, Shimano 10-fache Kassette 11/32, SunXCD(Microshift) Schaltwerk RD51M(schafft locker bis 34Z Ritzel), Microshift Daumenschalthebel 10fach.

Der Rahmen wurde bei Raizin Works gebaut, diesmal komplett gemufft(Takahashi). Rohrsatz ist eine Mischung von unterschiedlichen Herstellern:

-Sitzrohr Reynolds 520(0,9-0,6)
-Unterrohr Kaisei 022(0,9-0,6-0,9)
-Oberrohr Kaisei 019(0,8-0,5-0,8)
-Kettenstreben Tange Prestige(0,7)
-Sitzstreben Tange Prestige(0,8) und die Gabelscheide Kaisei(0,95)

Rahmen und Gabel, incl. Steuersatz(Tange Levin Stahl NJS) bringt genau 2800g auf die Waage. Für diese Rahmengröße akzeptabel leicht.

Nur der Bremszug nach hinten ist innenverlegt. Schalzuganschlag für den Umwerfer ist vorbereitet, falls es später eingebaut werden sollte.

Vorbau ist ITM(130mm, damit der Rahmen nicht zu lang wird), Lenker Ciao Bella Alu(490mm, Lenkerenden 20mm abgekürzt).

Radsatz ist; Naben Grandbois 36L, Felgen Remerx Taurus, Speichen Sapim Race, Reifen Conti GP5000(28mm), und Schutzblech von Honjo H34. Vorgesehen war das Schutzblech von Pelago. Das ist aber schon lange nicht aufzutreiben, und die nächste Lieferung soll erst Ende Februar ankommen. So wurde aus meinem Fundus Honjo H34 eingebaut. Das ist 34mm breit und 18mm hoch. Pelago-Blech ist deutlich flacher. Daher ist es recht eng geworden, nicht zwischen Reifen und Blech, aber zwischen Blech und Bremsen.

Inverse-Bremse von Gran Compe(DC189) zeigt ganz klar, daß dieses Rad kein Rennrad ist, obwohl der Rahmen ist im Prinzip ein Rennradrahmen, mit einer etwas komfortableren Geometrie. Sitzrohrwinkel ist 72 Grad, Steuerohrwinkel 73 Grad. Um eine klassische Biegung der Gabelscheide deutlich zu machen, ist der Offset 50mm lang, dafür der Trail 52mm, so daß dieses Rad ein agiles Fahrverhalten besitzt. Tretlagermittte bis Vorderachsmitte ist 633mm, Tretlagermitte bis Hinterradmitte ist 440mm. Dieser etwas langer Radstand sorgt für ruhigeres Geradeauslauf als ein Rennrad.

Mit silbernen Teilen und Verchromung an Streben und Gabel wirkt das Rad recht klassisch. Farbkombination von Hellblau(mit unterschiedlich großen Metallicflocken) und Gelb trägt auch dazu bei, finde ich. Viel Freude an täglichen Bergfahrten!!

Lee Cooper / L. A. Cycles 26″ Rennrad

Der Rahmenbauer Lee Cooper aus Coventry, UK, nicht zu verwechseln mit Ron Cooper bei Gillot, arbeitete für div. Shops wie Lieferanten. In den 90er Jahren hatte er mit Kollegen eigene Firma L.A. Cycles gegründet. Heute arbeitet er noch als Rahmenbauer. Seine Vita siehe seine Seite. Er hat recht unterschiedliche Rahmen f. verschiedene Zwecke gebaut.

Dieser Rahmen hier ist eigentlich ein Lo-Pro-Rahmen, d.h. vorn 26″ hinten 700C für TT oder Triathlon. Ich baue ihn auf als 26″ Rennrad für kleine Person oder Jügentliche, mit einer 2×7-fache Schaltung(oja, ich liebe 7-fache Ritzel/Cassette, ich gestehe). Kurbel sollte 160mm sein.

Seit langem habe ich wieder einmal lackiert. Es reizte mich, weil Columbus Max Rohrsatz, was übrigens sehr leicht und steif ist,, eine große Fläche bietet, um interessante Farbteilungen zu probieren, was bei klassischem dünnen Rohrsatz nicht zur geltung kommen wird. Dabei wollte ich trotz großflächiger Teilung eine insgesamt dezente Farbgebung. Daher sind die zwei ausgesuchte Farben etwa gleich hell, VW Beige meta und Renault Gelb meta. Für Jugend vielleicht etwas zu dezent, aber meine INtention zielt eher kleine erwachsenen Damen, die elegant sportlich fahren möchte.

Diesen Rahmen habe ich bereits 5 Jahre, und das Projekt schlief lange Zeit. Ich habe keinen Zeitdruck, so das ist ein schönes projekt im Winter für mich.

Rahmen Lee Cooper/L.A. Cycles 1994, Rohrsatz samt Gabel Columbus Max, Rahmenhöhe 520mm(mitte-Oberkante), 430mm(mitte-mitte), Oberrohrlänge 520mm(mitte-mitte).

Pedersen, aber wie!

Ein Freund des Hauses baute ein Pedersen auf, mit Hilfe von Sebastian. Meiste Edelstahlkleinteile hat er selbst gebaut. Die Position des gelöteten Lenkers macht das Rad besonders, vor allem etwas sportlich. Dazu Holzfelgen mit Vittoria Rennradreifen, Sturmey-Archer-5Gang-Nabe, schöne Lederriemen, mattgraue Lackierung, die er selbst aufgetragen hat. Alles im Allen sehr originell, geschmackvoll und stilsicher. Mir gefällt es sehr. Bravo!

HHB? WSB?

Meine Freundin lehnt MTBs strikt ab. Sie seien häßlich, wirken martiallisch und schwer. Ich werde mich den subjektive Empfindungen nichts dagegen stellen. Sie weiß aber auch, daß sie im Wald(wie Schwalzwald oder Pfälzerwald) mit ihrem Peugeot-Citybike nicht weit kommen wird. Sie pflegt zu sagen, man kann das Rad auch schieben. Gewiss, dann kann sie mindestens die Hälfte der Strecke schieben, und das wird doch keinen Spaß machen.

So habe ich für sie ein Rad aufgebaut. Natürlich kein MTB! Der Rahmen ist ein Peugeot Toulouse, Stahl, aus den 90ern etwa. Für fehlende Gabel habe ich eine Tange aus Infinity-Rohr genommen, die im Keller war. Überhaupt, habe ich für dieses Rad nichts neues gekauft, außer Speichen. Sie kennt nur Oldschool-Räder, keine Rapidfire-Schalthebel, keine V-Bremsen, kein Shadow-Schaltwerk, keinen luftgepolsterten Sattel. Willkommen auf Dekaden 1990 bis 2020!

2×7-fache Schaltung wird allemal ausreichen für Waldspazierbike(WSB?) oder Hügel-Hunting-Bike(HHB?), plus nicht Mountain-Biking. Cassette auf LX-Nabe ist 12/32Z. Notfalls kann man noch eine mit 14/34Z montieren. Kleineres Kettenblatt wäre auch möglich.

Vorderrad hat einen Shimano-Nabendynamo. Ryde-Sputnik-Felgen sind breit und stabil genug. Ausnahmsweise sind Schwalbe Marathon(vorn normal, hinten Plus) montiert, weil ich sie hatte, und weil sie Stollenreifen nicht mag,, Wenn noch Schutzblech montiert werden sollte, dann wird das ein Stadtfahrrad,, Das werde ich verhindern versuchen. Sie hat aber auch keine Fahrradkleidung, die sie auch ganz klar häßlich findet.

Rote Kunststoffpedale habe ich gleich nach dem Fotografieren gegen normalen Alu-Pedale getauscht. Das war mir doch etwas zu kitschig, bzw. ich denke auch, daß sie meiner Freundin nicht gefallen werden. Ob ihr das Rad überhaupt gefallen wird, ist ja eine Frage,,

Bei feuchtem Wetter bleibt das Laub länger frisch farbig. Jetzt ist die letzte Gelegenheit, bunte Bäume zu staunen. Raus aus der Stadt, und Herbstluft/-duft einatmen.

Probefahrt 3, Pfälzerwald

Ich habe mein Tourenrad wieder etwas geändert und ging zur Probefahrt, diesmal in den Pfälzerwald, also mehr auf und ab? Ich habe keine Kondition,,

Startpunkt/zielpunk ist Bahnhof Bad Bergzabern, von Karlsruhe 45 Minuten mit der Bahn. Von hier aus kann man in verschiedene Richtungen starten, ein guter Startpunkt. Altstadt ist auch sehenswert, wie das Haus hier aus der Renaissance-Zeit.

Fährt man die Strasse 427 westwärts aus dem Ort heraus, dann kommt man entlang Erlenbach auf ein Radweg. Es ist gemütlich bis Birkenhördt.

Nach Birkenhördt verläßt man die Strasse 427 und es wird schnell bergig. Dieser Abschnitt ist nicht sehr lang, aber ich habe geschwitzt bei 15 Grad. Momentan gibt es Autoverkehr hier, weil Strasse 427 teilgesperrt ist. Ansonsten wäre es eine schöne kurze Teststrecke.

Kurz die L493 nach links, dann gleich wieder nach rechts richtungs Burgruine Lindelbrunn.

Vor Lindelbrunn steuere ich nach links zum Vogelkopf. Ich glaube, diese Felsformation wird so genannt, und liegt zwischen Vorderweidenthal und Lindelbrunn.

Auf dem Weg liegen viele Eßkastanien(„Keschde“ auf Pfälzisch), Buchenkerne wie Eicheln. Tieren werden in diesem Winter nicht verhungern müssen.

Auf einem Feld mit gutem Ausblick mache ich eine Pause. Auch im herbst sind die Wiesen recht grün und verziert mit vielen kleinen Blüten.

Und da fand ich einen Kastanienbaum, der fast nur große Nussfrüchte wirft. Ich hatte es nicht vor, Kastanien zu sammeln, weil ich bereits Woche vorher 7kg gesammelt habe. Aber das konnte ich nicht liegen lassen,, und habe schnell meinen Proviant leer gegessen, um für Kastanien einen Platz in der Satteltasche zu schaffen.

Östlicher Pfälzerwald ist das größte natürlich zusammenhängende Verbreitungsgebiet der Edelkastanien in Westeuropa. Warum ausgerechnet hier? Da bekam ich die Antwort von einem Freund, der Pfalz liebt. Kastanien haben die Römer mitgebracht, nicht zum Essen, sondern für den Weinanbau. Kastanienstamm läßt sich sehr gut gerade spalten und fault nicht. Daher ist es prima geeignet, Stutzpfähle für den Wein herzustellen.

Geschätztes 2kg wurde eingesackt und noch von einem alten Apfelbaum einen leckeren Apfel geklaut(keiner kommt ihn zu nehmen,,), dann fuhr ich weiter. Burgruinen sind was ganz typisch für Pfälzerwald, genauso wie die bizzaren Steinformationen. Ich lasse sie links liegen und fuhr weiter. Hier sind Radwege gut beschildert. Aber viel mehr Wege zum Wandern gibt es hier. Solche Wege sind meist nur mit MTB befahrbar.

Herbst ist farbenfroh. Manche Blätter werden gelb, orange oder rot. Warum machen die Pflanzen das? Weil das ihnen Spaß macht?

Schöne Farben erfreuen unsere Augen. Auch damit wir sie essen,, wie Schlehdorn oder Hagebutt. Herbst ist auch die Sammelzeit.

Ach ja, mein Tourenrad,, es wird langsam stimmig. Bremshebel ist nun vom Tektro, der gut in der Hand liegt auch wenn man Unterlenker greift. Pedale habe ich für diese Tour MKS Plattformpedale mit kleinem Käfig eingebaut, weil ich mit normalen Schuhen auch laufen wollte. Schaltwerk ist nun Shimano ACREA,, die funktioniert tadellos. Die Form ist nicht ganz Shimano-typisch von heute und mir gefällt mehr oder weniger(abgesehen von der Farbe). Ritzelpaket ist nun 7fach mit 14-34Z so daß 1:1 Übersetzung drin ist. Sattel habe ich vorläufig einen Ideal 90 eingebaut.

Nun muß ich weitere Entscheidung treffen bezüglich Schutzblech, ob Alu von Honjo, Edelstahl von Gilles Berthoud oder Kunststoff von SKS. Gepäckträger hinten wird Velo Orange, vorn wird eine Maßanfertigung werden, weil nix auf dem Markt richtig passt.

Von der Lindelbrunn geht es hauptsächlich bergab, und bergab. Nach Lust und Laune, auch sausend. Zuerst menschenleere Radwege, dann ab Völkersweiler entlang Kaiserbach.

Dann stoßt der Radweg auf BS48. Hier gibt es entlang der Strasse einen Radweg. Hier kann man auch Gas geben. Dann ist man schnell am Ostrand des Pfälzerwaldes und hier beginnt Weinberge und Weindörfer zwischendurch.

Wenn man die Weinberg hier am Waldrand in Nord-Süd-Richtung fahren will, muß man auch mit viel steilen Auf und Ab rechnen. Das kann recht anstrengend werden.

Weinblätter werden je nach Sorten gelb oder rot. Vögel fliegen in großer Gruppe. Üben sie das Fliegen für den Zug nach Süden? Und am Horizont sieht man den Schwarzwald.

Manche Weindörfer wirken einladend, um irgendwo Pause einzulegen. Kaffee, oder ein Glas Wein? Pfälzer Teller? Nein, ich radle weiter. Wenn ich jetzt Alkohol trinke, werden die Beine nicht mehr mitmachen. Hier auf Weinbergen ist es fast anstrengender als im Wald.

Hinter diesen Hügel liegt Bad Bergzabern. Dann werde ich mich in den Zug setzen und mich gemütlich nach Hause bringen lassen.

Achja, dieses Foto lasse ich hier reinschleichen, obwohl es nicht von dieser Tour stammt. So schön ist der Pfälzerwald. Und um hierher(600m hoch) zu gelangen, muß man 10km Hillclimb hinter sich bringen. Das auf anderes Mal,,

Probefahrt 2, Wissembourg

Ich bastle weiter am Tourenrad,, Kettenblatt habe ich ausgetauscht, nun sin sie 46/34. Das ist gut. Ritzel werde ich auf 7-fach gehen, zwar bis 32Z, d.h. 6-Gang plus 1 Rettungsring. Dann muß das Schaltwerk auch ausgetauscht werden., sehr wahrscheinlich auf zeitgemäßges Teil, Ultegra? Alivio? Microshift?

Ein weiteres Problem ist, daß Bremshebel zu weit weg ist. Ich habe relativ kleine Hände, und ältere Hebel stehen meistens sehr weit vom Lenker. Bei Abfahrten, wenn ich Unterlenker greife, kann ich gerade mit Mühe und Not Bremshebel mit Zeigefinger erreichen. Solches Problem habe ich mit heutigen Hebeln wie Ergopower/STI gar nicht. Ergonomische Entwicklung ist diesbezüglich enorm fortgeschritten. Ob ich diesen Hebel zurückbiege(schlage), oder einen anderen Hebel einbaue,, Wahrscheinlich einen moderneren Hebel einbauen, damit verschwinden auch Bremszüge vom Lenkerbereich, und wird insgesamt etwas moderner.

Die Wege auf dem Weinberg haben viele Auf und Ab, nicht sehr lang, aber manche recht steil. Wege sind nicht immer asphaltiert. Für Testzweck für ein Reiserad ist es ideal. Es macht auch Spaß, hier zu fahren. Natürlich muß ich immer daran denken, Es kommt noch bis zu 15 kg Gepäck dazu. Daher ist ein Rettungsgang schon psychologisch sinnvoll.

Pause unter einem Nußbaum. Weinernte ist fast vorüber. Es ist ruhig dort. Nur Radler, Tagesausflügler oder Langstreckentourer, E-Bike-fahrer oder Rennradfahrer, beleben die liebliche Landhschaft. Ob die Nüssen, oder Keschde, nach extrem trockenem Sommer volle Früchte tragen,, Meine Freundin begutachtet die Keschdebäume etwas besorgt.

Hügel hinter dem Weintor(rechts im Bild) ist bereits Frankreich(so ungefähr,,). Die Grenze ist landschaftlich gar nicht zu merken.

Wissembourg ist reizend. Auch solcher Laden, wo Käse und Salamis gibt, viel zu gefährlich. Spaziergang im Ort entlang Lauter ist ein Muß. Hübsche Häuser, hübsche Gärten, hübsche Details. Nach einem Radler/Panaché fahren wir zum Bahnhof.