Archiv der Kategorie: Fahrrad

über Fahrräder

accident as a chance

Normalerweise baue ich ein Fahrrad planvoll und planmäßig. Beim Entwurf sollten die meisten Details feststehen. So fing es auch mit diesem MBK/Campus-Rahmen an. Es sollte ein einfaches Sportrad werden.

Ich wollte den Rahmen dunkelrot lackieren. Es ist aber richtig schief gegangen. Der Lack trocknete sich nicht, oder nicht richtig und bildete die Elefantenhaut. O nein, habe ich gedacht. War der Originallack evtl. eine Pulverbeschichtung? Ich habe die blaue Originaloberfläche angeschliffen gehabt . Es fühlte sich wie ein Naßlack. Oder war es zu kalt, als ich lackiert habe, oder zu feucht?? Oder war die 2K-Dose defekt???

Sofort dachte ich, verdammt, ich muß das noch einmal machen. Dazu aber hatte ich nicht wirklich Lust. Ich fing aber damit an, die Lackschicht abzukratzen. Das war mühsam. Ich hätte den Rahmen zum Strahlen gebracht. Dann wäre er wieder dunkelrot lackiert worden. Statt dessen habe ich die Schicht mit Spachtel und Cutter geschabt. Im Winter hat man Zeit für solchen Unsinn.

Es kam die blaue Originalfarbschicht im Vorschein. Aber an manchen Stellen kratzte ich bis zur Grundierungsschicht. An manchen Stellen blieb die rote Farbe fest. Langsam fand ich das interessant.

So habe ich den Rahmen halbes Jahr gelassen, am Haken hängend. Dann wurde der Lack auch fest. Dann sagte ich mir, warum nicht, diesen Rahmen so aufbauen, als Fixie, oder Singlespeed. Ich habe dann überall Klarlack gespritzt.

Radsatz wurde entsprechend, aus den Teilen, die ich habe, eingespeicht. Campa Victory Lurbel mit 44er Kettenblatt passt. Dem fehlte linke Seite, die durch irgendeinem ersetzt wurde. Auch die Bremsen sind vorn und hinten nicht die gleiche. Das stört mich gar nicht. Reifen sind vorn Conti Contact Speed 28mm, hinten Conti Contact Urban 32mm.

Nachdem das Rad ungefähr aufgebaut war, ließ ich es noch eine Weile stehen. Mir fehlte noch etwas, denn das wäre fast nur ein Zufallsprodukt. Irgendwann sagte ich mir, noch etwas Farben wäre besser. Aktiv drauf etwas malen, dann ist es nicht mehr alles Zufall. Aber was? Ich nahm Pinsel und Lack, malte Blümchen, unbeholfen und abstrakt. Danach kamen die Züge mit 2 Farben dazu. Dann war das Rad fertig.

Aufgebaut ist das Rad momentan als Singlespeed. Aber ich denke, Fixie würde besser passen. Vielleicht demnächst,,

Freilich ist es gut möglich, noch extremer zu gehen. Das vielleicht ein anderes Mal.

Sursee, rebuilt, 58cm

Sursee war eine Schweizermarke, natürlich eine solide und gehobene Mittelklasse. Was sollte man sonst von einem Schweizer erwarten,, außer ihrer Spitzenklasse.

Hier in Südwesten sieht man noch öfters Räder von dieser Marke, die bereits seit Jahrzehnte nicht mehr gibt(Konkurs ca. 1993). Sie sind langlebig, und das finde ich gut.

Diesen Rahmen habe ich bekommen, von einem Bekannten, um aufzuarbeiten. Nur der Lack war in einem schlechten Zustand. Ich habe als Hauptfarbe British Racing Green genommen, und als Zierde mehrere Rottöne benutzt. Ein etwas altmodischer Eindruck ist durchaus gewollt. Atmosphäre der 50er Jahren war meine Vorstellung.

Eingebaute Teile sind eine Mischung von Heute und Vergangenheit, dem Wunsch des Auftragsgeber entsprechend ausgesucht.

Solider Radsatz ist eine gute Basis für den Einsatz in der Stadt wie auf Waldwege. Lichtanlage entspricht dem Image der Marke Sursee, solie und hochwertig.

Antrieb/Schaltung wurde so alsgelegt, daß man in der Stadt wie auf Waldwege gut fahrbar ist. 2×7-fache Schaltung besteht aus; Shimano LX Kurbel(FC-M560, mitte 90er) mit 110/74mm Lochkreisdurchmesser, damit kleines Kettenblatt auch montierbar wird. Stronglight Kettenblätter 46Z (mitte)+ 32Z(innen), und dazu ein Kettenschutzring von Sugino. Shimano 7-fache Cassette(11-28), Microshifit Schaltwerk, und Shimano 600 Umwerfer(FD-6200 Arabesque, ca. 1980). Schalthebel ist Shimano Altus Vorbaumontage(SL-AT22, ca. 1980), also eine wilde Mischung.

Lenker ist Velo Orange. Bremshebel Tektro Inverse und die Bremsen Dia Compe large arch mit Mutter-Befestigung. Lenkerband Brooks Kunstleder. Leder sattel mit großen Federn ist von Sella Berolinum. Schutzblech ist SKS. Ach ja, der Gepäckträger ist Pletscher, ein Schweizer. Ich finde es gut, manchmal farbige Schutzbleche einzubauen. Schade, daß man heute kaum farbige Schutzbleche findet.

Es muß nicht immer alles silber sein. Schwarzes reinmischen, oder hauptsächlich in schwarz, das könnte auch interessant sein. Vor dem Krieg war das Fahrrad überwiegend in schwarz. Auch die Teile müssen nicht aus einer Ära sein. Jede Mischung ist erlaubt. Es soll aber einen Sinn ergeben und guten gesamteindruck entstehen.

Wilk ist Canis lupus, Wolf

Am Anfang war der Name, wilk, ist Wolf auf Polnisch. Vorausgegangen eigentlich war die Vorstellung von einem passendem Rad, mit dem der Fahrer geschmeidig längere Strecke fahren kann. Ich habe bereits ein Rad für ihn genau für den Zweck gebaut. Das aber entpuppte sich als zu steif für ihn. Meine Annahme war nicht ganz aufgegangen. Damals hatte ich nur seine physikalische Daten. Nun hörte ich sehr sorgsam zu, fuhr mehrmals zusammen, dann entwarf eine Geometrie mit für seine Fahrweise passenden Rohrsatz.

Sitzposition wurde sehr sorgfältig durch Probieren in 5mm Schritte bestimmt. Im Einsatz kommender Lenker wurde im voraus festgelegt(VO Porteur). Dadurch konnte Oberrohrlänge festgelegt werden. Offset wie Trail wurden für die konstante Fahren auf Asphalt, zwar mit einer Gepäcktasche vorn f. ca. 5kg, ausgesucht. Auswahl des Rohrsatzes erlaubt mehr Flexen am Tretlagerbereich so daß der Fahrer ihm angenehme Federung bekommt. Dann ist das Fahrrad und der Fahrer in einer Schwingung, sozusagen.

Steuerrohr ist etwas länger, damit die Lenkerposition angenehm wird. Dafür der Oberrohr mit Sloping so daß passende Over Stack Hight ermöglicht wird, und der Rahmen insgesamt steif genug bleibt(bei Standard-Rohrsatz).

Fukuda-san von Raizin-works fertigte, wie so oft, Vorbau und Gepäckträger auch einzel passend an. So ergibt sich ein stimmiges Gesamtbild.

Der Rasatz besteht aus Hope-Naben, H+SON-Felgen, DT-Speichen und Renè-Herse-Reifen (32C). Er läuft recht friktionsarm.

Antrieb und Transmission besteht aus; Tange Innenlager, Whiteindustries-Kurbel + Kettenblätter 42/28, Shimano XTR-Pedale, Shimano 11-fache Cassette(11/32), KMC-Kette, Shimano-Ultegra Schaltwerk + Umwerfer sowie Ultegra Rapid-Fire-Schalthebel.

Bremsen sind von Paul. Mini-Moto läßt sich fein justieren, ist aber etwas umständlich gegenüber herkömmliche V-Bremsen. Funktioniert aber gut und sieht super aus.


Die Lenkung besteht aus: Steuersatz Tange Technoglide, Lenker Velo Orange Porteur. Der Vorbau ist wie bereits gesagt passender Einzelanfertigung von Raizin works.

Ganz eng anliegendes Schutzblech ist vom Gilles Berthoud. Seidenmattes Schwarz passt sehr gut zum Gesamtbild.

Sattel und Lenkerband ist Brooks. Der Lenker von VO in 22,2mm Durchmesser gibt es leider nur in silber. Komischerweise gibt es gleichen Lenker in schwarz bei ø23,8mm. Moderne Brems- wie Schalthebel haben fast alle 22,2mm Schelle, die vielleicht gut mit schwarzem lenker passen würden. 23,8mm Bremshebel gibt es fast nur die alte französische, die wiederum nur Silber in Frage käme. Was hat VO dabei gedacht? Ich hätte den Lenker in schwarz oder in Rahmenfarbe mitlackiert,,

Ach ja die Lackierung. Hier war der Name wilk ausschlaggebend. Ich habe das Fellkleid vom Wolf abstrakt nachgeahmt. Zuerst wurde der Rahmen, Gabel wie Vorbau in 2 Farben lackiert, die Innen- und Unterseite (Bauchseite?) heller, die Außen- und Oberseite (Rückenseite) dunkler, wo wie die meisten Wolfen sind. Darauf wurden unterschiedlich große metallic-Flocken verteilt, zwar in silber, gold, kupfer und anthrazit. Vom Weiten sieht man das nicht. Aus der Nähe betrachtet, macht diese Lackierung je nach Lichteinfall recht interessant changierende Farbeindrucke. Sogar die Seitenwand von Herse-Reifen passt farblich gut zusammen(das ist aber ein Zufall). Zughüllen sind von Nissen Cabel aus Osaka.

Ein gelungener Entwurf schafft eine Einheit vom Fahrrad und Fahrer, die sich einfach und auf Anhieb gut zusammen passen. So macht das Fahren großen Spaß.

Lee Cooper, lo-pro

Lee Cooper ist britischer Rahmenbauer, der für viele Shops baute und immer noch baut, und hatte eine Weile eigenen Shop LA Cycles. Er baut ziemlich alles mögliche von TT-Machine bis Tandem-Tourer, daher ein recht interessanter Rahmenbauer.

Dieser Rahmen ist eigentlich für eine Zeitfahrmaschine, vorn 26″ und hinten 28″. Ich habe es als Rennrad für kleinere Person aufgebaut. Rahmenhöhe bis Sitzrohr-Oberkante ist zwar 520mm, aber bis zur Oberrohr-Oberkante ist nur 450mm. So können die Personen von etwa 155 bis 165cm Körpergröße kann das Rennrad fahren. Kurbel ist 165mm lang.

Merkt man daß das Vorderrad 26″ und das Hinterrad 650B ist? Der Oberrohr ist so fast horizontal. Es sieht nicht nach einem Lo-Pro aus, sondern wie ein Rennrad. Auswahl von 650B-Felge für Felgenbremse, das auch in silber, ist sehr klein. Auch die Auswahl von Reifen, die 26″ wie 650B erhältlich sind, ist rar, aber sie gibt es.

Rohrsatz ist Columbus Max, sehr leicht und steif(hart). Lackiert habe ich ihn in Stormbeige(VW) und die Innenseite von Streben und Gabel in Goldgelb(Renault),. Goldgelb Metallic sieht man nur auf zweitem Blick. Es ist also recht dezent. Das ist kein Kinderrennrad, sondern für Erwachsene.

Schaltung 2×7 reicht doch für sportliches Fahren auf Flachland. Es ist einfacher zu handhaben, nicht teuer, auch vorteilhaft in der Wartung. Allerdings, es gibt immer weniger Teile in silber. Dazu noch, wir haben seit ca. einem Jahr mit einem großen Lieferschwierigkeit der Teilen zu kämpfen. Momentan sieht es so aus, daß wir einfach mit den Teilen zufrieden sein müssen, die wir bekommen. Das wird noch lange dauern.

Microshift R10 ist eine gute Wahl für silbernes Schaltwerk. Es macht bis 10fach, sieht gut aus, gibt es mit kurzem/mittellangem Käfig, zuverläßig und nicht so teuer. Aber Aluminium ist heute auch Mangelware. Deswegen können manche ihre Produkte nicht herstellen.

Bullhornlenker ist ja einerseits Geschmackssache, anderseits nützlich, um die Position anzupassen. Bremshebel ist Tektro. Es gab nur in schwarz, so mußte ich das polieren. Bremsen sind; vorn Campa Veloce, hinten Tektro 559, da hinten ursprünglich 28″ Rad vorgesehen war. Differenz des Durchmessers 28″/650B ist 38mm an der Felge. Ist das viel, oder nicht viel,,

Es sollte so sein, daß jeder, ob sehr klein oder sehr groß, ein passendes und schönes Rad fahren kann. Dafür gibt es Maßanfertigung/Bauen nach Wunsch.

Zur Abwechselung

Ein Fixie in schwarz,, das ist sicher nicht typisch von mir. Aber eigentlich habe ich nix gegen Fixie, nichts gegen schwarz. Sie sind aber nur eine Möglichkeit. Wenn es mit dem Bedürfniss/Umstand passt, und richtig konzipiert ist, warum nicht?

Der Ausgang war ein Singlespeed-Bike von Fuji. Mir gefiel die Farbe von Felgen, und Head Badge von Fuji. Nur die Rahmenfarbe fand ich scheußlich so daß ich ihn umlackierte. Nach reichlich Überlegung kam ich auf schwarz, weil ich keine andere Farbe gefunden habe, was der Felgenfarbe gut gepasst hätte,, Einfallos? Vielleicht. Dafür habe ich eine nette schwarz metallic von Toyota(star light black!) genommen, was unter Lichteinfall nett schimmert.

Ich wollte farblich wenig Akzente setzen so daß nur farbige Bremszughülle verwendet wurde, zwar in Celeste(Grandbois old french calbe outer). Auf Zughalterschelle habe ich verzichtet und den Zug um Oberrohr umschlungen, was ich früher öfters gemacht habe. Natürlich, das macht mehr Widerstand beim Bremsen. Aber Fixie bremst ja eigentlich nicht,, Nur wenn das Rad als Singlespeed gefahren wird, dann wird die Bremse wichtig.

Steuerkopfschild finde ich hübsch gemacht. Das ist evtl. das wertigste Teil dieses Rades?

Ich habe fast alles mit Originalteilen wiederaufgebaut. Nur Inennlager, Griffe, Pedale mit Käfig, Achshalter, Klingel(wenn man nicht rechtzeitig zum Stehen kommt,,) sind neu. Der Sattel ist nur provisorisch drauf gemacht.

Eigentlich finde ich Fixie auf der öffentlichen Straße nicht gut. Es sei denn, man kann das gut beherrschen und ist verkehrssicher. Singlespeed mit Freilauf ist deutlich gesunder,,

now•here, Rennrad

Es war ein Wortspiel. Zuerst dachte ich an nowhere, also nirgends. Dann merkte ich, daß man es in now und here trennen kann. Jetzt und hier, das klingt gut, dachte ich. So wurde mein neues Rennrad, now•here.

Der Rahmen kam aus Großbritanien, gebaut bei Dave Hinde, den keiner wissen muß. Dave Hinde ist ehem. TT-Fahrer und hat einen Shop nahe Manchester. Er und sein Laden hat in GB denkbar schlechten Ruf. Ich werde Beispiel zeigen,,

„avoid dave hinde at all costs if you know what’s good for you. seriously. think of the worst customer service you have ever experienced in any trade and you are still no-where near to realising just how bad they are. really can’t stress it enough, so i’ll say it again…..stay away.“

„once „went in the shop ( staff incredibly rude ) asked for a Dura ace rear mech …was told to „make do “ with a 105 …said i wanted a DA as rest of bike was… Dave ( i know it was him from his TT days ) offered to sandpaper off teh 105 logo & write on dura-ace in black marker & said i wouldnt know the difference.. …i drove down to rourkes instead

Haha,, kommt so etwas bekannt vor? Gibt es in Deiner Nähe auch so einen Fahrradladen mit sonderbaren Chef? Manche sagen, es ist nehmen und geben, seltsame Kunden, seltsame Geschäfte,,

Spaß beiseite,, dieser Rahmen, gebaut 1993 inhouse, Rohrsatz Reynolds 653, ist fürs TT-Fahrer. Rahmenhöhe 54cm, Oberrohrlänge 50cm!, Radstand recht kurz(Tretlager-Mitte bis Hinterrad-Achsmitte 375mm, Tretlagermitte bis Vorderradmitte 575mm). Das ist entgegenkommend für mich, denn ich habe nicht nur kurze Beine, auch kurze Arme.

Ursprünglich war hintere Einbaubreite 126mm. Ich habe sie auf 130mm gespreizt, damit mein Rennradstandard Campa 2×10-fach reinpasst. 13-29-Cassette machte ein wennig problem, weil 13er an der Kettenstrebe schleifte. Ich habe 13er mit einem 12er ausgetauscht, dann ging es. Umwerfer wird am Anlotsockel befestigt. Er ist nicht ganz exakt palziert. Sitzrohe geht weiter nach vorn weil er gebogen ist., damit der Anlotsockel auch nach vorn. Campa-Umwerfer passte nicht. Deshalb habe ich einen Ultegra-Umwerfer montiert, der etwas länter und tiefer geht. Außerdem mußte ich den Sockel zurecht biegen, damit der Umwerfer mehr oder weniger gerade sitzt.

Ansonsten war alles ok und problemlos. Ich hatte bereits alle Teile, denn geplant war das Rad schon in Berlin, also seit 5 Jahren. Lackiert habe ich den Rahmen auch in Berlin. Mittlerweile muß der lack gut trocken sein. Damals wollte ich es bunt, zwar bißchen wie Renaissance-Zeit oder jap. Momoyama-Zeit, ein wenig Gold hie und da, wieder mit der Plastiktüten-Technik. Das alles, um meine Motivation ein wenig zu steigern, mich zu reizen. Die Entscheidung über den Radsatz kam später. Campa-Naben und Rigida-DR18-Felgen, also typisch für 90er jahre. Um die orangnrote Felgenfarbe ein wenig anzupassen wurden sie auch teils mit Gold getupft.

Conti 5000 ist Benchmark, finde ich. Ich habe hier 23mm, auf mein De Rosa genauso. Gleiche Reifen, und am besten gleiche Komponente, dann kann man die beiden Räder etwas vergleichen.

Für das leichtes Fahren, friktionsarmes Fahren, ist der Tretlager und die Nabenlager weichtig. Diesmal ist Vierkantlager im einsatz(zwar Dura Ace mit NJS-Stempel). Naben sind Campa. Wenn es um die geschmeidiges Laufen geht, gibt es keinen Unterschied zwischen Vierkant und Power-Torque/Hollow-Tech II. Ich persönlich werde eher Virrkantachse vorziehen. Denn ich habe keinen großen Drehmoment. Die Flexibilität der Vierkantlachse finde ich praktischer.

Steuersatz ist Tange, preisgünstig und gut. Lagerkugeln haben unterschiedliche Güteklassen. Turbinen mit über 10.000rpm brauchen sehr präzise gefertigte Kugeln, die auch recht teuer sind. Fahrradlenker macht, wieviel Umdrehung in Minute?? Darum ging es aber nicht, sondern, daß menschliche Wahrnehmung doch sehr fein ist. Dafür braucht der Steuersatz eine sauber angefertigte Lauffläche, die lange halten werden, und eine gut eingestellte Lager. Dafür werde ich aber nicht so viel Geld ausgeben wie von manchen verlangt wird.

San Marco Ponza ist mein Standardsattel für Rennrad. Ich habe den Glück, daß ein preisgünstiger Sattel meinem Po passt. Für Gravel und Touren bevorzüge ich eher ledersattel. Bremsen sin genauso Campa Veloce(vorne Chorus) mit KoolStop-Beläge. Mehr Bremskraft habe ich noch nie benötigt.

Ich hoffe, ich kann öfters damit ausfahren und Spaß haben, mal sehen.

einfach stoisch fahren

Kein Zeitfahren, aber einfach abschalten und fahren, nichts anders als fahren. Keine Überanstrengung, aber auch kein Spazierfahren, Tempo halten und fahren. Dafür ist das Rad, und ein Umbau von einem Umbau, so daß ich es zum zweiten Mal umgebaut habe.

Die Idee ist aus dem Not geboren. Das Vorgängerrad, aus dem viele Teile hier übernommen wurden, war etwas zu klein. Rahmenhöhe war 64cm, Oberrohrlänge 61cm. Der Fahrer fühlte sich eingeengt. Großgewachsene Menschen haben das Problem. Rennrad kann in die Höhe wachsen, aber nicht gleichermaßen in die Länge, denn mit längerem Radstand verliert das Rad die Wendigkeit.

Mit nach hinten gestellter Sattel und langem Vorbau, der auch den Lenker auf die Sattelhöhe bringt, gewinnt man die Länge. TT-Bar ermöglicht eine gestrecktere Körperhaltung. Dazu kommt, dieser Rahmen(ein Canyon aus Alu), ein Ersatz für den wegen eines Unfalls unbrauchbar gewordenen Originalrahmen(Fort, Alu), ist 3cm länger.

1″ Alugabel wurde durch Carbongabel mit Aluschaft(Intec) ersetzt. Fast alle Teile wurden vom Vorgängerrad übernommen, außer Innenlager, Steuersatz, Sattelstütze, Flaschenhalter, Kette, sowie die Züge. Rahmen war ursprünglich blau, mit großer Beschriftung CANYON in rot. Es wurde in gelb, RAL 1018 Zinkgelb, lackiert. Hauptdreieck bekam eine dünne Pearlmuttschicht. Mit hauütsäcchlich schwarzen Teilen ergibt sich einen knackigen Kontrast.

Antrieb ist 3×10 Dura Ace. Bremsen sind Ultegra, STI-Hebel sind 105. Der rechte Hebel ist leider deformiert durch den Unfall. Die Hebeln konnten doch wieder zurecht zurückgebogen werden. Bremsen ist ok, Scahlten ist aber leicht hakelig. Weil der neue 10fache 105-Hebel eine unbekannte Wartezeit hat, wird erst damit gefahren. Apropos Lieferzeit,, ob 5 Wochen oder 50 Wochen,, man weiß einfach nicht,m ob das wirklich so ist. Momentan muß man damit auskommen, was man hat. Eine interessante Erfahrung.

Zufällig hat CXP30-Logo gleiches Gelb. Um die strenge Monotonie zu brechen, ist der Lenkerband grün. 7,9kg in diesem Zustand, leicht genug, um das Fahren zu geniessen.

vintage MTB -> ATB again

Ich habe immer wieder geschrieben, daß alte MTB eine gute Basis für zeitgemäße Allzweckrad ist. Hier wieder ein beispiel dafür. Den Rahmen habe ich bei Radler Martin im Schrotthaufen gefunden, immerhin ein Brodie(kanadische MTB_Pionier), wahrscheinlich aus Tange Prestige Rohrsatz, recht leicht. Ein Paar Dellen habe ich nur gespachtelt. Gabel war nicht mehr dabei. So mußte ich eine passende Gabel zulegen. Mit Sicherheit war es ursprünglich mit einer Federgabel bestückt. Ich will sie natürlich nicht, aber die Geometrie soll etwa so bleiben wie es vorgesehen war. Neue Starrgabel ist 435mm lang so daß sie etwas die Länge der Federgabel hat und auch für 28″-Rad passt. Für 26″ Rad erlaubt sie den Einbau von recht breiten Reifen. Außerdem ist sie für die Scheibenbremse,, Ich bin der Meinung, daß ein ATB ohne sportliche Ambition keine Scheibenbremse braucht. Aber um ein etwas zeitgemäßes Erscheinungsbild zu gewähren, habe ich für vorn eine Scheibenbremse gewollt. Technisch finde ich für diesen Zweck V-Bremse besser; denn sie bremst genauso gut, wenn die Bremsflanke nicht verdreckt oder naß ist, sie ist billiger und leichter in der Wartung. Um das zu demonstrieren, habe ich die Leitung ungekürzt gelassen. Denn, es wird weitere ca. 40 Euro kosten, wenn man die Leitung in passende Länge kürzt, Mineralöl nachfüllt und auch noch entlüften sollte. Ein Vorteil der hydr. Scheibenbremse ist, daß sie sich automatisch einstellt. Aber es könnte deshalb so etwas passieren, daß man unbemerkt von abgenutzten Beläge bis Metall auf Metall bremst. Also, ich bin kein Fan der Scheibenbremsen beim Alltagrad. Ach ja, ATB heißt hier AllTagsBike, nicht nur All Terain Bike.

Ein Problem mit alten MTB-Rahmen ist,, daß sie lang sind, d.h. der Oberrohr lang ist. Daher nehme ich fast imme einen Lenker, der stark zurückgebogen ist, damit eine komfortable Haltung möglich wird. Auch damit wird das Rad stadttauglich.

Lenkerbreite ist je nach dem Hauptzweck und persönlichem Geschmack zu wählen. Diesmal ist es recht breit, um eher gemütlich fahren zu können.

Ganz wichtig ist die Wahl der Reifen.Die Breite wie Profile sollten gut überlegt ausgesucht werden. Diesmal wurde so gedacht; 40% Asphalt, 30% Feldweg, 30% Waldweg, und insgesamt mit gemütlichem Tempo. Meine Wahl ist Conti Contact Travel 47-559. Für vorne mußte ich einen Schwalbe Marathon Racer 42-559 montieren, weil ich nichts anders vorrätig hatte. Marathon Racer ist gar nicht mein Geschmack so daß ich bald mit Contact Travel austauschen werde.

3×7-fache Schaltung mag altmodisch aussehen,, Ich habe nix gegen 1×10, 1×11 oder 1×12. Aber sie sind teuer, und halten nicht so lange. Dazu kann ich bei 3fachen Kettenblättern einen großen Sprung unter- u. hochschalten, was ich manchmal nützlich finde.

Der leistungsunterschied zwischen V- u. Scheibenbremsen, im normalen Gebrauch, sehe ich kaum.

Für Tagestourentauglichkeit ein gutes Vorderlicht(Rücklicht wird angeklipst) und ein Wasserflaschenhalter. Das wäre das mindeste. Möglich wäre noch Schutzblech und Gepäckträger.

Kein High End, eher Low End die Teile,, aber zu sagen, es ist gut genug, finde ich auch wichtig. Tange Steuersatz, Shimano Innenlager, New Success Hinterradnabe wie Shutter Precision Nabendynamo, genügende Qualität an wichtigen Stellen.

Robust und leicht genug, das ganze, macht Spaß in der Stadt wie in der Natur. Das ist der Sinn des ATBs. Das ist kein Sportgerät, aber ein Begleiter, mit dem man freudige Momente erleben könnte, überall, wo man gerade unterwegs ist.

der blaue Esel

Im Stadtbereich Karlsruhe ist es flach so daß man mit 3 oder 5 Gänge problemlos auskommt. Mein Arbeitsweg ist gerade 3km. Im Sommer ist der Tag lang so daß zur/von der Arbeit keine Lichtanlage braucht. Eigentlich wird es kaum noch regnen so daß Schutzblech auch nicht mehr notwendig wäre,, Einkäufe könnte ich in den Rucksack reinschmeissen. So wird mein Sommeresel ziemlich simpel. Mal sehen ob das so geht,,

Antrieb/Schaltung,, 5-Gänge. Ritzelpalet vom Sachs-Maillard 13/28. Das reicht dicke. Dann ein Schaltwerk, was 28er problemlos mitmacht. Ich habe aus meiner Kisten Simplex gefunden, SX440 T, ziemlich das letzte Schaltwerk vom Simplex kurz vor Pleite,, Kurbel ist Sakae SR mit 46Z- Kettenblatt. Der linke Kurbel hatte komplett genudelte Pedalgewinde,, wurde aufgebohrt, größere Gewinde geschnitten und Reparaturhülse reingedreht. Pedale ist No-Name, Kette SRAM-Billigkette für 6-8-fach, Schalthebel Plastikhebel vom Simplex,,

Die Zugführung ist auch ganz einfach (Sachs). Ursprünglich wäre sicher eine Schelle vom Campa vorgesehen. Der Rahmen, französisch und schätzungsweise etwa 1970 mit langen Ausfallenden vom Campagnolo, hat wenig Anlotteilen. Innenlager ist NECO mit franz. Schalen. Eine Rettung für alte franz. Rahmen, auch wenn NECO-Lager nicht ganz gut ist.

Radsatz ist, mit Normandy-Naben, vorne Super Champion Felge, hinten Mavic MA2,vom Dreck befreit und poliert, dann eingefettet und neu eingespeicht. Reifen Conti Contact Speed 28mm. Auf Asühalt brauche ich keine breitere Reifen. Ich mag nicht so richtig unnötig breite Reifen, die für mich schwammig wirken. Eine Frage vom Luftdruck?

Bremsen sind Weinmann Mittelzugbremsen. Vorn und hinten sind aus unterschiedlichen Serien, weil ich nur so hatte. Hintere sind neuer, nach dem Weinmann Mafac übernommen hat. Gummis habe ich welche für V-Bremsen eingebaut. Vielleicht besser so, mal sehen. Inverse-Bremshebel von Teltro mag ich und baue oft ein, passt gut zum Trainingslenker, finde ich. Problem ist nur, daß er 19mm Lenkerinnendurchmesser braucht. Das ist bei Alulenker mit ø22,2mm sehr oft nicht der Fall. Beim Stahllenker kein Problem. Vorbau kommt aus Taiwan, sieht recht chic aus, und nicht teuer, ein Prima Teil.

Warum ich doch noch Schutzblech eingebaut habe?? Das ist mein Wunschtraum, daß im Sommer wieder öfter regnen sollte. Für Bäume ist es jetzt schon wieder zu trocken. So sollte es nicht weiter gehen,, Ich hoffe, das Rad wird meinen Arbeitsweg im Sommer angenehm. Ich fahre weder lange, noch schnell. Das müßte gut reichen.

Trouvez le vert!

Auftraggeberin kam, gekleidet in grün, und sagte, sie möchte ein grünes Fahrrad. Es ist ein klarer Fall, Grün ist ihr Favorit, und diese Farbe steht ihr auch gut.

Die Suche aber gestaltete sich nicht einfach. Es schien so, sie mag viele Grüntöne in der Natur. Aber einen einzigen Grünton zu suchen und finden? Das ist etwas anders. Und auch noch einen industriell reproduzierbaren Farbton zu definieren, ist eine ungewöhnte Aufgabe. Aber sie suchte und suchte, und fand ein Grün, was ihr gefällt als Rahmenfarbe.

Britische Bahngesellschaft LNER(London North Eastern Railway) hatte diese Farbgebung für die Loks. Engländer nennen diese Farbe oft „Apple Green“. Rot bemalte Pufferbohlen sind ein guter Akzent.

Colnago hatte in den 70ern diesen Grünton. Man könnte sagen, das wäre typische 70er-Farbe gewesen, denn

Opel hatte auch ziemlich ähnliche Farbe im Sortiment, genannt Limonengrün Metallic. Ja, das ist die Farbe! Farbcode 303,, Die Entscheidung fiel! Die Lackierung des Maßrahmens, eine klassische Mixte, übernahm Velo Ciao in Berlin.

Ein Damenrad mit recht klassischer Silhouette, aber überweigend mit zeitgemäßen Teilen bestückt, geeignet für die Stadt und kleine Touren.

Ich dachte zuerst an Gepäckträger von tubes. Sie wollte aber richtig klassisch. So habe ich einen Gepäckträger aus altem Peugeot ausgebaut, mit Oxalsäure Rost entfernt, für die Befestigung Extra-Adapter aus Edelstahl gebaut. Ich finde, dieser Gepäckträger ist so präsent, so daß er dem ganzen Rad einen wirklich klassischen Eindruck verleiht. Ich wünsche mir, daß jemand solche Gepäckträger wieder bauen würde, natürlich verchromt.

Rote Zughüllen sind auch die Wunschfarbe. Und sie bilden einen guten Kontrast zum Grün. Dunkelbraun vom Lenkerband und Sattel vermittelt zwischen Grün und Rot.

Die meisten eingebauten Teile sind in silber. Heute ist es recht schwierig, ein Fahrrad ohne schwarze Teile aufzubauen,, Diesmal ging das ziemlich gut.

Antrieb ist 1×9-fach, vorn 46Z, hinten 11-36Z, so daß Touren auf der hügeligen Landschaft möglich sein sollte. Moderne Seitenzugbremsen haben gute Leistung trotz langer Schenkelmaße. Leistungsstarke Frontlampe mit Nabendynamo gehört heute zum Standard, diesmal auch Rücklicht intern verkabelt und durch Dynamo betrieben. Die Reifen sind breit genug, auch für Wald-/Feldwege. Conti Contact Speed ist geschmeidig.

Ein Bilderbuchfahrrad, es wäre eine Reinkarnation der Peugeot, Motobacane, u. Co. aus den 70ern, aber mit zeitgemäßer Technik. Für mich ist das kein Retro, sondern eigentlich die Hauptlinie(Mainstream??) der Evolution.