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Winterpause

Wir von der Radlerhalle machen Winterpause. Die Halle bleibt 22. 12. bis 16. 01. geschlossen. Radler Martin macht seine Werkstatt ab 10. 01. auf.

Ich bin ab und an in der Werkstatt, da ich noch Auftragsräder fertigstellen muß. Aber ich lasse die Tüer zu. Beim äußersten Not bitte via Mail nachfragen, ob ich was tun kann.

TA 5-vis Cyclotouriste

Es gibt sie noch, TA 5-vis Cyclotouriste Kettenblätter und Kurbel. Für mich ist das ein vollendetes System. Kettenblatt gibt es zwischen 26 bis 68Z. Daher ist es auch für Bahnrad oder Minivelos verwendbar. 1-, 2- oder 3-fache Belegung ist möglich. Man kann beliebig nach Bedarf konfigurieren solange die Kapazität des Schaltwerks/Umwerfers das zuläßt. Z.B. Alex Singer bevorzugte die Blätter gleichmäßig zu verteilen wie 52/42/32, Rene Herse nach Zweck z.B. 52, 46, 32(Sprintgang, Normalgang, Berggang). Das ist bei heutigen Kurbeln schwer realisierbar. Außerdem, der Kurbel hat einen sehr kleinen Q-Factor, hat auch verschiedene Länge zwische 160(es gab früher auch 155) und 180mm. Einzige Einschränkung ist, daß die Zähne bis 9-fach Kette vertragen(eigentlich bis 8-fach. Es geht auch mit 9-fach, aber nicht mehr ganz optimal). Aber das ist kein Problem, denke ich, bei der Möglichkeit, die diesers System bietet. Es gibt passende dazu auch 4-Kant-Innenlager von TA, in hoher Qualität. Sie ist aber recht teuer, so daß sie nicht oft verwendet wird.

Diesmal habe ich Sun XCD Kurbel(167,5mm) genommen wegen Kosten. Er ist aber genauso gut wie TA-Kurbel. Sun XCD hat evtl. größere Festigkeit. Mit 44/26 Zähne, zusammen mit 9-facher Cassette, wird sie überall gut radeln können.

PEUGEOT Berceau Damenrad

Früher habe ich viele ältere Räder wieder fit und hübsch gemacht. Das ist etwas weniger geworden. Ich muß auch zugeben, daß ich nicht immer Lust dazu empfinde, um alte Teile, wie Weinmann-Bremsen, Normandy-Naben, Philippe-Lenker o.ä. zu zerlegen und polieren, rostige verchromte Gepäckträger in Oxalsäurebad zu entrosten, Eloxalschicht in Rohrreinigerbad zu entfernen, und wieder polieren, den Lack an Roststellen zu entfernen, mit Phosphorsäure zu behandeln, evtl. mit Lackstift auszubessern, genudelte Schrauben auszutauschen usw. Natürlich gehört es auch dazu, die Lager zu prüfen, sauber machen, evtl. Kugel erneuern, einfetten und wieder einstellen. Wenn man stillecht sein will, müßte man auch Teile vorrätig haben, die im Laufe der Jahrzehnte ausgetauscht wurden, wieder in Originalzustand zurückzuversetzen. Man muß dazu vieles wissen, wie bestimmte Räder damals ausgestattet waren. Das ist mit viel Arbeit verbunden, d.h. es kann nicht preisgünstig abgegeben werden. meisten Menschen haben wenig Verständnis für solche Arbeiten, auch nicht für solche restaurierte Räder, vor allem wenn es um alltägliche Räder geht. „Es ist ja teurer als Neurad!“, würde man sagen,, obwohl das alte nur 5 Gänge, oder nur mäßig wirkende Bremsen hat. Im Supermarkt/Netz gibt es für weniger Geld Fahrrad mit 21-Gänge, 27-Gänge, toll aussehende Scheibenbremsen, Nabendynamo mit LED-Leuchten, Federgabel, Federsattelstüze usw. Und in Privatkleinanzeigen gebe es Fahrräder schon ab 30 Euro. Dann kaufen Sie doch die Räder dort, werde ich sagen. Schlecht sind sie vielleicht auch nicht. Natürlich darf jeder selbst Entscheidung treffen.

Problem liegt woanders. Die Wertminderung vom Fahrrad ist selbstverschuldet durch Fahrradindustrie. 1950 hat ein gutes Fahrrad, mit dem man alltäglich und auch auf Tour fahren konnte, etwa Durchschnittsmonatslohn gekostet. Und es gab kein Billig-Fahrrad. Und ein Fahrrad hatte bleibendes Wert.

Anderseits gibt es extrem teure Fahrräder, oft für sportliche Einsätze und für extreme Touren, für jenseits von 10.000,- Euro. Und dazwischen ein Dschungel vom vielfältigen Angebot. man bekommt den Eindruck, man müßte genau richtiges für jeden zu finden sein.. denn die Industrie bemüht sich so sehr, jedes persönliche Beürfnis zu decken. Ist es wirklich so? Findet man wirklich das richtige? Ohne technische Orientierung und Ungewissheit eigener Bedürfnisse geht man ganz leicht verloren.

Heute gibt es Neurad ab 150,- Euro, überall in Bau- u. Supermarkt. Demnach müssen die gebrauchte Räder noch billiger sein. So wird ältere Fahrräder wertlos gemacht. Dazu kommt die Technik-Inflation. 9-Gang-Schaltung? Zu wenig! Heute haben Stadträder schon oft 10-Gänge, beim Rennrad 11, und sogar 12. Ist mehr besser? Braucht man das? Das fragt man oft nicht. Denn, dann müßte man Gedanken machen, was man wirklich braucht. Das ist anstrengend, und zeitraubend. Gib mir meine meinung und dann tue ich es. Schnell denkt man auch, daß es besser ist, wenn man viel und alles hat. Das führt zum Fahrrad-SUV. Oder denkt man modisch, Singlespeed, Retro, bestimmte Markenname wie Peugeot als Wert-vermittelnde Merkmale. Singlespeed macht Sinn, wenn man gemütlich im Flachland radelt, aber nicht überall und nicht für jeden. Retro-Rad wie in 50er Jahre,, sie sehen so aus, aber die alten Räder aus den 50er waren deutlich besser gebaut als heutige Retro-Räder. Und Peugeot, Motobecane, Batavus, Rixe usw. das sind nur noch Namen, die gehandelt werden. Wer heute Inhaber von solchen Markennamen sind und wo die Räder mit den Markenzeichen hergestellt werden, weiss keiner wirklich, und interessiert sich auch kaum jemand.

So macht es Sinn für mich, gute alte Räder, wenn die Grundkondition in Ordnung ist, aufzuarbeiten oder zu restaurieren, auch wenn das vielen Menschen als zu teuer vorkommt. Ich mache das weiter, wenn das gewünscht wird, und wenn ich Zeit dazu finde. Ich würde mich gerne der Technik-Inflation und der Wert-Deflation entgegensetzen.

Pantone 3945 m. Perlmutt

Gelb ist offensichtlich eine meiner Lieblingsfarben. Vielleicht nicht nur am Fahrrad,, mein erstes und sogar auch zweites Auto(oh Auto! das ist lange her) habe ich gelb umlackieren lassen. Das hatte ich schon vergessen gehabt. Ich mag eigentlich alle Farbtöne und viele Farbkombinationen, aber greife anscheinend immer wieder auf bestimmte Fraben zurück.

Eine Kunde wünschte sich den Rahmen in gelb. Ich habe Pantone 3945 ausgesucht. Das ist ein klares Gelbton mit ganz leichtem Grünstich. Zum Ausfallenden habe ich mehr grünton mischen lassen, als wäre es eine noch nicht ganz reife Zitrone, frisch lebendig und nicht zu grell, nicht zu einfach durch Zugabe von Perlmutt-Schicht, und die Beschriftung in Metallic-Grüngrau. Das Foto ist leider nicht ganz farbecht wegen gemischten Lampen des Raumes.

Ich muß gestehen, ich mag es, die Farbfächer anzuschauen. Das faszinieren mich, so viel Farben. RAL-Fächer sind noch harmlos. Pantone hat hunderte, Autolackfarben im Laufe der Jahrzehnten eine ganze Menge, und von Farbhersteller wie Akzo unzählig viel Farben. Man wird schon fast schwindelig, wenn man daraus eine Farbe aussuchen muß. Die Natur hat aber noch viel mehr Farben im Angebot, was wir eigentlich tagtäglich anschauen.

Dazu gibt es noch unterschiedliche Flocken, die dem Lack beigemischt oder drüber gesprüht werden können, wie Metallic oder Perlmutt. Es gibt auch Effektlacke mit changierenden Farben je nach Blickwinkel und Umgebung. Zudem ist es möglich, mehrfarbige lackierung auszudenken. So wird es immer komplizierter und schwieriger, um die Entscheidung zu treffen. Viele greifen auf Grau oder Schwarz zurück, um eine Fehlentscheidung zu vermeiden. Das macht die Menschen aber nicht wirlich glücklich,,

Manche werden sagen, die Farben haben mit Funktion des Fahrrades nichts zu tun. Sicher mit mechanischer Funktion nicht. Aber kein Ding wird nur durch dessen Arbeitsweise ausgesucht/bewertet. Viele suchen ein Fahrrad nach Farben aus, das weiss ich. D.h. Farbe ist ein wichtiges Entscheidungsmerkmal, und sie hat offenbar doch eine wichtige und nicht ignorierbare Funktion(oder Wirkung) auf Menschen. Nur Farbe, aber Farbe,,

Wiedergeburt

Das kommt manchmal vor. Eines Tages, als ich zur Werkstatt kam, stand ein Fahrradrahmen vor der Tür. Manchmal bringen die Leute ihre alte Räder oder Fahrradteile mit der Hoffnung, daß ich sie sinnvoll wiederverwenden kann. Hier bedanke ich mich für das Vertrauen. Ich versuche für sie ein neues Leben zu geben. manchmal ist es zu spät oder zu mühevoll, dann landen sie leider auf Schrottplatz. So sollen sie recyclet werden, als Stahl, als Alu. Aber besser ist es, wenn man sie so wiederbeleben kann. Hier haben die gepflegte Räder bessere Chance. Bahnhofsräder, die lange nicht bewegt werden, die landen dann auch zur Versteigerung, oder zur ABM_Werkstatt, wo sie weiteres Leben finden. Auch die Räder, die als Sperrmüll an die Strasse gestellt werden, finden meist einen weiteren Nutzer/Wiederverwerter/Wiederverkäufer. Das ist vielleicht besser als Dornröschenschlaf im Keller/in der Scheune oder sogar draußen ohne Dach. Denn, so ohne Pflege abgestellt wird das Fahrrad nicht besser. Es wird irgendwann ein Biotop, mit Motten, Spinnen, Pflanzen ranken. Irgendwann wird die Rettung unmöglich. Ich gebe Mühe, nicht nur weil ich alte Räder mag, sondern auch sie langlebig sein können(vorausgesetzt, sie sind gut konstruiert, gut gebaut und gut gepflegt).

Dieser Rahmen, von Fa. Brügelmann, d.h. wahrscheinlich made in Italy, war in einem recht gutem Zustand, fast makellos. Ich habe mich schnell entschlossen, mit den vorhandenen Teilen ein neues Fahrrad aufzubauen. Ich denke, nur Schutzblech, Lenkerband und Rücklicht sind Neuteile. Alles andere sind gute gebrauchte Teile aus meinen Kisten.

Etwas knackig ist der Farbkontrast zwischen Schwarz und Gelb. der Rahmen ist aber Schwarz mit goldenen Metallicflocken. Das ist so typisch 90er Jahre, glaube ich.

Mit 3×6-fache, und zuverläßige, Schaltung ist das Rad auch tourentauglich, wenn Gepäckträger angebaut wird. 38mm breite Fairweather-Reifen(made by Panaracer) verspricht einen komfortablen Fahrgenuß. Alles die Technik von vor 20 Jahren? Und sie sind gut, leicht und robust für viele Zwecke. Keine Federgabel, keine 9, 10 oder 11-fache Cassette, kein Ahead-Steuersatz, keine Scheibenbremsen,, Ich frage mich manchmal, wohin geht die Entwicklung von Fahrrad. Hoffe, nicht genauso wie bei Autos, vorbei an Bedürfnis von normalen Menschen. Das wäre eine Sackgasse. Es sei denn, Menschen wollen das, was Industrie verspricht, was bequem ist und was der Industrie Gewinn bringt.

Laub

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Schön, laubbedeckte Waldwege zu fahren. Es fühlt sich samtig weich auf dem bunten Teppich. Wenn es trocken ist ,schlägt sich die Wellen als wäre es mit einem Boot auf Wasser.
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Wahrscheinlich, Millionen von Farben stecken in einem einfachen Landschaftbild.Um sie zu studieren, muß man anhalten und gut beobachten, bis einfaches Grau oder dreckige Farbe in unzähligen Farbkombinationen erscheinen.
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Aber Vorsicht! Darunter könnte rutschig schmierige Schicht oder dünnes Eis verbergen.
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Pfingsten

In Baden-Württenberg ist 2 Wochen Ferien. Ich bin ab Pfingstmontag für 5 Tage in Berlin, um dort ein Auftragsfahrrad zu iefern. Also, 10. bis 13. Juni ist die Radlerhalle geschlossen. Freitag kommt Sebastian nachmittags und macht die Halle auf. Und am Freitag ist auch Radler Martin in seiner Werkstatt, ab 7:00 bis zum bitteren Ende. Martin macht Urlaub vom 16. 06. bis 05. 07.
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An dieser Stelle danke an Herrn Hillebrand für ein nettes Foto von uns. Als er bei uns war und Drais-Ausstellung angesehen hat, machte er von uns ein Foto. Der Abzug ist nuancenreicher Silber Print.

Tabernae Montanae

Bad Bergzabern liegt am südlichsten Zipfel der Weinstrasse, 7km vor französischer Grenze und Wissenbourg, und direkt vor dem Pfälzer Wald. heute atarten wir ab Bahnhof Winden, nur 11km, eine gemütliche Spazierfahrt durch Weinfelder, z.T. genannt Rosenweg.
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Erst durch Gemüse- und Obstfelder. Pfälzer Wald liegt, noch nicht ganz nah, am westlichen Horizont. Langsam wird die Landschaft wellig hügelig. Manche Stellen sind steil, aber kurz so daß meine Freundin nur ab und zu absteigen und schieben muß, mit ihrer 46-28 Übersetzung. Ich habe viel bequemere 42-32 Übersetzung(vorn Bio-Pace!), dazu noch 26″ Rad.
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Wein wird bald blühen beginnen. Momentan blühen Mohn, Margarite, Brombeere, Heckenrosen wie Hounder am Wegerand. Blaue Kornblume, Notternkopf, Phaselia, Borretsch wie Salbei sind auch sehr schön.
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Bergen kommen näher. Ach ja, Pfälzerwald bedeutet die zusammenhängenden Berge(also Gebirge), welche nicht so steil hochragen und meist bewaldet sind, ähnlich wie Schwarzwald oder Bayerischer Wald. Auch die Bezeichnung Berg wird oft für die Landform verwendet, die keine spitze Gipfel besitzt, wie Kreuzberg, Schöneberg, Prenzlauer Berg, haha.
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Wein wird auch bald blühen. Pfalz hat das mildeste Klima deutschlands. Hier wachsen Mandeln, Eßkastanien, Feigen, Kiwis wie Zitronen. Auch Oleander oder Kaiserbaum habe ich öfters in den Gärten gesichtet. Sicher beeinflußt das günstige Klima auch auf Menschensgemüt.
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Rosen sind, neben Mandeln wie Aprikosen, ein alter Frühwarnsystem gegen Pilz- und Insektenbefall für Weinbauer.Heute sind sie schöne bereicherung der Gegend.
Grüne Farbtönen sind saftiger und tiefer geworden gegenüber April. Wir machen kurz vor Bad Bergzabern eine kurze Paus unter einem großen Nußbaum.
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Bad Bergzabern ist eine Stadt mit ca. 8000 Einwohner, schmiegt sich schon am Hang des Pfälzerwaldes.Stadtkern liegt noch in der Tiefebene, am Flußchen Erlenbach. Von hier ist Wissenbourg(FR) 20 Minuten mit dem Bus. heute schauen wir diese Stadt nur kurz an. Ehm. Amtsitz des Herzoges ist ein schöner Renaissance-Bau. Heute ist das als Stadtmuseum benutzt. Es gibt weitere Rrenaissancebauten, oder Reste davon. Grundung der Stadt solle im Mittelalter liegen, nicht römisch wie die Überschrift dieses Eintrag andeutet. Es gibt auch Reste von Stadtmauern und Turm. Seit geraumer zeit ist die Stadt auch Heilklimatischer Kurort, und eine Stadt, die nicht vom Weinbau abhängig ist.
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Wir fahren die Wege durch Weinberge. Nächste Dörfer sind Pleisweiler und Oberhofen, beide natürlich Winzerdörfer. In Pleisweiler gibt es das beste Eis in der Pfalz „Pfälzer Eis“, das auch in manche gute Gestronomiegeschäfte geliefert wird. Dornfelder Eis? Natürlich auch. Dann kommen nächste Winzerdörfer(was sonst!) Gleishorbach und Gleiszellen. Heute gibt es Kunstmarkt im Gleishorbach. das möchte meine Freundin anschauen und dort was essen. Dorf ist klein, aber bereits mit Neubauten am Rande leicht zersiedelt. Kunstmarkt ist gut besucht, und ist so ungefähr wie man es vorstellt, Gemälde, Keramiken, Gläser, Holzarbeiten, Glafiken, Fotos, präsentiert in den Höfen. Zum Essen gibt es zur Auswahl, Flammkuchen, Waffeln, China-Pfanne, Bratwurstle und ein italienisches Restaurant. Meine Freundin sagt natürlich, Italienisch. Ich verstehe nicht, warum hier in einem kleinen Dorf als einzig permanentes Lokal ein italienisches Restaurant gibt. Nachher erfahre ich, daß hier bis kurzem ein Winzercafe namens „Zum Alten Fritz“ deutsche Küche angeboten hat. Das passt für mein Gefühl besser zum Dorf. Aber es gibt sicherlich irgendwelchen Grund für den Wechsel. Was anders machen als andere Winzerdörfer, als andere Winzerlokale, das verstehe ich auch.
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Die Besucher des Dorfes, die mit dem Rad kamen, sind überwiegend E-Bike-fahrer. Sicher ist es angenehmer, diese hügelige Landschaft zu fahren, mit E-Assistance. Vor allem wenn man von der Waldseite kommt. Hier herrschen die E-Bikes die Szene.
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Das nächste Winzerdorf Klingenmünster fahren wir durch ohne anzuhalten. Auf dem Hang sieht man die Burg Landeck.
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Dann radeln wir etwa entlang Klingbach, via Kingen, Ingenheim, Mühlhofen, allsamt Winzerdörfer, die ich leider nicht mehr unterscheiden kann, zum Bahnhof Rohrbach. Dort trinken wir Radler im Garten der Bahnhoswirtschaft, bis der Zug nach Karlsruhe kommt. Als Nichtweintrinker kann ich nur eine vaage Vorstellung entwickeln, daß Überleben als Winzer, als Winzerlokal oder als Winzerdorf schön schwierig sein könnte.
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Karlsruhe, fahrradfreundliche Stadt

Nach dem neuersten ADFCs Fahrradklima-Test ist Karlsruhe die fahrradfreundlichste Stadt Deutschlands. Viele Bürger erledigen fast alles mit dem Rad. Nicht nur die langjährige Verkehrspolitik/-planung, sondern auch die Größe der Stadt trägt auch dazu bei, sicher auch das milde Klima hier. Fahrradstrassen erlauben den Radler, sich zügig und relativ sicher zu bewegen. Autofahrer sind meist rücksichtsvoll. Wenn ein Auto Radfahrer blockiert oder hetzt, ist es oft ein Fremder.

Aus dem Alltag weiss ich aber auch, daß es noch lange nicht optimal ist. Es gibt recht häufig Unfälle, Radfahrer gegen Radfahrer, Radfahrer gegen Fußgänger, auch Radfahrer gegen Autos. Viele Radfahrer sind schnell unterwegs, oft zu schnell, denke ich. Auch auf belebten Geschäftsstrassen, wo viele Fußgänger querdurch laufen, drossel die Radfahrer ihrem Tempo nicht. Hier wäre Schrittempo angemessen, oder sogar absteigen. Wenn Radfahrer dem Fußgängern Angst einjagen, ist was falsch. Radfahrer haben nicht automatisch Vorfahrt. Ein wenig mehr Respekt auf Fußgänger wäre wünschenswert.

Viele sagen, es wird soviele Räder geklaut. Wenn genügend sichere Stellplätze geben würde, verteilt in ganzer Stadt, wird Diebstahl zurückgehen(ausser Profis, die alles klauen können). Auch für Cargo-Bikes sind die Stellplätze an Strassen/Plätze notwendig. Hier wäre städteplanerische Ideen gefragt. Oft wird ein großer Fahrradhaufen an einem hübschen Platz als häßlich empfunden(Bahnhofsvorplatz z.B.). Wenn die Hälfte aller Karlsruher(das wäre 150000) täglich radelnd in der Stadt unterwegs sind, braucht man entsprechend viel temporäre Stellplätze, nicht nur Radstrassen.

Gute Weiterfahrt für Karlsruher Radler, auch für Karlsruher Verkehrplanner und Politiker. Nun wird gefragt, wegweisend zu sein.
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