Archiv für den Monat: August 2018

franco-japonais

lancement:
Toei sportif
Mittlerweile ist es vielen bekannt geworden, daß manche Japaner francophil sind, nicht nur bezüglich Kunst oder Cuisine, sondern auch beim Fahrrad. Warum eigentlich?

préhistoire:
Nachdem Japan das Land öffnete, entstand relativ rasch eigene Fahrradindustrie zum Ende des 19. Jhdt., bekannt ist die Stadt Sakai, wo bereits lange Zeit Waffenschmiede gearbeitet haben. Parallel zu St. Etienne ist deutlich. Miyata, auch ehm. Waffenschmied, begann in Raum Tokyo Copy von Rudge zu bauen. Rudge ist der Erfinder vom Roadsters. Rasch wurde Fahrrad ein wichtiger Exportartikel für japanische Wirtschaft(im asiatischen Raum)

Britischer Einfluss dauerte lange, bis in die 50er Jahre. Fahrräder in Japan waren alles im britischen Stil. Roadster ist der Prototyp von heutigen Mama-Chari(Muttis Rad, Billigfahrrad schlechthin). Und sportliches Fahrrad wurde dort Club Model genannt. Eigentliche Bedeutung dieser Bezeichnung ist unbekannt. In Großbritannien gab es öfters ein Club Model in Rahmenbauers Catalogues. Das war ein Einsteigermodell ins Lightweight und oft stand als Radclub-Bestand für Mitglieder zur Verfügung. Japaner machten Touren mit diesem Club Model. Es war mit schmalen Reifen bestückt, Singlespeed oder mit Schaltnabe, und obendrauf schwer. Die Strassen in Japan waren schlecht, kaum geteert, und die Topografie recht bergig. Sportrad im britischen Stil passte eigentlich gar nicht zu japanischen Gegebenheiten.

Alps in Tokyo war ein Vorreiter des Radreisens. Gegründet 1918, als Sportfahrradfachgeschäft ab 1946, entwickelte Alps eigene Modelle. Anfangs war jene Club Model dominierend, später Camping, Pass Hunter. Alps war ein Laden für Radreisende, baute weltreisetaugliche Räder wie leichte Gipfelstürmer. Leider wurde das Geschäft 2007 geschlossen. Der Grund dafür war, „es gibt für unsere Räder keine passende Teile mehr“,,
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premier impact:
Nach dem 2. Weltkrieg wollte der Industrieministerium Fahrradindustrie wieder in Form bringen, um den Export wieder zu aktivieren. Einige Experten wurden nach Europa geschickt, für die Recherche dortiger Fahrradindustrie. Einer davon ist Shinich Toriyama, vom Haus aus Mediziner, aber enthusiastischer Fahrradfreund.
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1953 fuhr er durch Europa, Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Italien, um dortige Fahrradindustrie und Fahrradkultur zu recherchieren. Er fand heraus, daß französische Fahrräder zweckentsprechend systematische Modellvielfalt besitzen, daß die Strassensituation eine Ähnlichkeit besaß mit japanischer, und daß viele kleine Fahrradmanufakture hochwertige Sporträder anboten. Er bestellte bei René Herse ein Cyclotourisme und Tandem. Sie wurden im Jahr drauf geliefert und werden sofort bei Maruto-Bicycles zerlegt und analysiert. Chefkonstrukteur vom Maruto-Bicycles, Umeji Uchiho, macht sich selbständig und gründet 1955 Toeisha, wo Fahrräder vom Anfang an nach französischen Vorbildern gebaut werden.
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TOEI warb sich schon früh als Bewahrer der französischen Fahrradkultur, wie „Herse im Westen, TOEI im Osten“.

Toriyama schrieb viele Bücher über Fahrrad und Radfahren. Sein stetiges Anliegen war die Verbindung von Freude und Gesundheit durch Radeln, denn er ist ein Arzt. Sein Verdienst ist systematische Entwicklung von Sporträdern wie Verbreitung von Radsport(nicht Rennen).
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Gleich danach, 1956, eröffnete ein Schwager von Toriyama, Osamu Itakura, Tokyo cycling Center, der sich auf Maßanfertigung von Tourenrädern spezialisiert.
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Tokyo Cycling Center ließ bei Toi u.a. Tourenradrahmen unter eigenen Markennamen „Zephyr“ bauen, schoß die Tür aber 2008 für immer. (Das war schlimme Zeit für Randonneure in Japan, 1990 bis 2010. MTB-Schock war sehr groß. Junge Radfahrer wollten auf MTB reisen. Viele dachten, Rando-Kultur wird verschwinden. TOEI ging auch recht schlecht und musste sich verkleinern. Viele Liebhaber haben mit ihren Bestellungen TOEI im Leben gehalten, denn TOEI macht keinen Keirin-NJS Rahmen. Wartezeit wurde bis 2 Monate schlumpfen, was heute wieder über 1 1/2 Jahr beträgt.

deuxième impact:
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Ein Schuler Toriyamas, Tsutomu Numa, reiste 1968 nach Paris, bestellte ein Herse. Toriyamas Herse waren muffenlos(aus dem Grund, daß man so besser in damaligen Japan reparieren könnte). Das hat Numa nicht gefallen und bestellte sein Rad mit typischen Muffen. Das kam auf den Titelseite des renommierten Tourenradmagazins „New Cycling“. Das schlug wie Atombombe ein. Alle wollten Fahrrad wie das, und bestellte TOEI oder bei anderen Rahmenbauer. Randonneur wurde ein felsenfester Begriff in der japanischen Cycling-Szene. Herse wurde eine Sehensucht, TOEI ein vielleicht realisierbarer Traum. Und, Herr Numa stieg bei Koga ein, um die Entwicklung von Sporträdern anzutreiben. Er versuchte eine systematische Typenvielfalt à la Herse zu installieren, was aber am unreifen Markt des Landes scheiterte.
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Auf dieser Web-site kann man viele schöne TOEI-Räder anschauen.
Dieser Blogschreiber, ist selbst leidenschaftlicher TOEI-Fan und Cyclo Tourist.

aujourd’hui:
Granbois, Kyoto wird vom enthusiastischen Cyclotourist Tsuchiya-san geführt, mit dem Ziel, Randonneures-Kultur zu erhalten und publik zu machen. Grandios beginnt eigene Teile zu produzieren, die für Randonneures unerlässlich sind. Teile für Radsätzem(700c wie 650B)m Reifen, Felgen und Naben. Dann Lenker, Bremsen. Ohne Grandios gebe heutige Wiederauferleben der Rando-Kultur undenkbar.

Ein im genialen Timing erschienene Magazin „Cyclo Tourist“ trug dazu bei, ältere Rando-Generation zu ermuntern, wieder auf Rando auf die Reise zu gehen, und zugleich daß die junge MTB_Generation sich an Randonneures zu interessieren. Es gibt ein sehr schönes Buch von dessen Redaktion über TOEI-Räder, was evtl. noch kaufen kann.
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In der Redaktion einer anderen Zeitschrift „Bicycle Club“ gibt es auch Rand-Freaks, die im losen Abstand Randonneur-Bücher publizieren. Neulich machte er eine Reportage, wie es heute ist, bei TOEI einen Rahmen zu bestellen.

So sahen typische Cyclotourist in Japan damals aus.
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Komfort geht vor

Die Dame ist 77, fährt gerne Rad, und solange es geht ohne E. Anforderungen sind klar, bequeme Körperhaltung, tiefer Einstieg, komfortable, sicheres Fahrgefühl, leichtgängig und leichtgewichtig.
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Ein Rahmen von schweizer Hersteller Villiger. leichte Mavic-Felgen, Sunrace-Cassette 13/34 mit Thun-Kurbel/Kettenblatt 46 Zähne. Reifen sind Fairweather/Panaracer f. CX 32mm. Sie sorgen für Leichtgängigkeit und sicheres Fahrgefühl.
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Recht hohe Lenkerposition mit federndem Stahllenker. Rech griffige Lenkergriffe von CULT x VANS, Vorbauschalthebel von Suntour(70s). Sattel ist alter Ideale 75 mit Federn. Gummierte Pedale f. leichte Schuhe mit Ledersohle. Das alles sorgt für Komfort.
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Nicht belastende Bewegung sorgt für die Gesundheit, und Radeln bringt Freude ins Leben.
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