Archiv für den Monat: Mai 2017

Rhododendronweg, Tiergarten

Im Großen Tiergarten gibt es zwei Stellen, wo Rhododendren gedeihen.
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Sie blühen prächtig in unterschiedlichen Farben.
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Man kann die Wege langsam radeln und die farben geniessen.
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Aber es gibt auch versteckt schmalen Pfad mitten durch Rhododendronbäume. Hier muß man das Rad absteigen. Zusammen mit Farn, der momentan in frischem Grün läuchtet, wirkt es wie Märchenland.
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Nahansicht der Blüte ist auch schön.
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10 Minuten Umweg, der alltägliche Gedanken vergessen läßt.
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Ausfahrt mit rennrad, Nauen – Neuruppin

Ich fahre selten mit einem Rennrad im Umland, denn ich fahre gerne zwischendurch Feldwege/Waldwege. Diesmal habe ich vorgenommen, auf Asphalt zu bleiben und dafür ein rennrad genommen. Ich hatte einen Nachmittag Zeit, so sparte ich den Weg aus der Stadt. Ab Charlottenburg stieg ich in den Regionalzug bis Nauen ein.
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Von Nauen kann man in allen Himmelsrichtungen losradeln, also ein guter Ausgangspunt. Ich fahre los, ohne Plan nach Lust und Laune, denn ich bin relativ oft hier. Egal in welche Richtung, gibt es überall Alleen mit alten Bäumen. Das macht eine gute Laune, unter grünen Bäume zu radeln.
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Ich mache Umwege und kleine Halte in Ribbeckhorst und Kuhhorst, denn hier gibt es noch Relikte der Landwirtschaftfeldbahn. Das ist nur interessant für Menschen mit Hang auf Feldeisenbahn, aber sie gehört der Geschichte dieser Gegende. Denn, es war sumpfig hier. Die Wege waren schlecht und oft schlammig, so daß die Wagen hätten Problem vorwärts zu kommen. Mit der Feldbahn wurden Produkte bis zum nächsten Bahnhof, z.B. Paulinenaue, transportiert. Kinder fuhren mit dieser winzigen Bahn zur Schule. Sie soll hier bis in die 50er Jahre in Betrieb gewesen sein.
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Älteres Pärchen radeln vorbildlich in auffällig roten Jacken. Machen Sie einen Besuch in nächstem Dorf, oder Einkauf in Nauen gewesen?

Grün ist mittlerweile satter geworden. Wenn man in der Stadt ist, sieht man diese stetige Entwicklung nicht so richtig. Pflanzen haben genaue Zeitplanung. Bis dann und wann müssen sie ihre Arbeit erledigt haben, ziemlich egal wie das Wetter ist.
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Eine Pause im Kleinen Haus in Linum. Frank und sein team macht nicht nur gutes Essen, sondern auch leckere Kuchen. Heute nehme ich Zitronenkuchen, gut. In der Kranich-Saison wird es voll hier. Aber jetzt kann man bequem Platz nehmen und die Pause geniessen.
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Zwischen Linum, Fehrbellin, Langen und Wustrau ist die Strasse etwas langweilig. Deswegen fahre ich bis Hekenberg zügig und dann fahre ich in den Radweg ein. Kurz vor Hakenberg steht eine Siegessäule. Das erinnert den Schlacht bei Fehrbellin vom 18. 06. 1675(Death Match Brandenburg vs Schweden!). Jaja, auch in Deutschland herrschte lange Zeit Kriege, zwar nicht zu wenig.
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Nun fährt man in Weidelandschaft. Hier ist es immer noch etwas feucht trotz intensiver Kanlisierung. Wenig Menschen, einsame Gehöfte. Gefühlsmäßig ist man sehr weit weg von Berlin. Faktisch ist es aber nur 50km entfernt.
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Jetzt ist die Zeit von gelben Rapsfeldern. Es duftet ganz stark. Oft bis zum Horizont gelb! ganz schön gelb.
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Und nun einzig nicht asphaltierter Streckenabschnitt heute. Ein Paar Kilometer bis Wustrau, entweder Kopfsteinopflaster oder relativ fester Sandweg nebenan. Das ist ohne Problem machbar, auch für Rennradreifen. Ich würde alle meine Rennräder mit Conti GP 4 Seasons 28mm ausrüsten. Das wäre aber auch viel Geld.
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In Wustrau sieht man untersten Zipfel von Ruppiner See. In Altfriesack steht eine Hängebrücke über den Kanal. Das ist relativ selten in Brandenburg.
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Nach Altfriesack nach links abbiegen und entlang See radeln. Aber See sieht man nicht so richtig. Und die Strassen hier war früher grottenschlecht. Mittlerweile sind sie sauber asphaltiert. Die Dörfer haben aber etwas an ihren Reiz verloren, kam mir so vor. Radelt man die sanfte auf und ab genüßlich schnell, dann ist Neuruppin nicht mehr weit.
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Neuruppin ist eine nette Stadt, ja eine Stadt mit schöner Bausubstanz. Ich kam 1990 zum ersten Mal hierher, um eine VEB-Großbäckrei zu retten. Damals war Bauarbeiten an Strassen schon im Gange. Aber heute ist die Stadt ziemlich hübsch, auch wenn manche Häuser noch nicht restauriert wurden und teilweise verfallen.
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Ein Weilchen auf dem Seepromenade gestanden und das Wasser angeschaut. Und wie immer im Up-Hus-Idyll Bierchen getrunken und die Zeit für den Zug sinnvoll! genützt. Im Bahnhof Neuruppin Rheinsberger Tor kann man nun bis 18 Uhr Fahrscheine kaufen, von netten Damen, nicht vom komischen Automat. Das ist ja eine enorme Verbesserung.
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Lack, ein Problemmacher?

2016 hatte ich einige Lackprobleme, sowohl bei Naßlack als auch bei Pulverbeschichtung. Ich mußte etwas tiefer ins Materie einsteigen und fand heraus, daß Lackierung ein recht komplexer Arbeitsgang ist. Ganz einfach gesagt, Lackieren/Beschichten muß ganz sorgfältig und systematisch ausgeführt werden. Ansonsten kann es zu Probleme kommen, wie nicht haftende Schichte, nicht austrocknende Schichte, Platzer/Kratzer durch leichten mechanischen Druck, schlechte chemische Stabilität usw.

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Bei Naßlack gibt es ganz grob gesagt 2 unterschiedliche Lackarten; 1. 2K-Lack mit beigemischtem Härter(wie Urethane), 2.Einbrennlack(wie Melamin/Aminoammelid, Acryl, Fluorpolymere).

2K-Lack wird durch Beimischung von Härter luftgetrocknet/-gehärtet. Oberfläche wird ca. in 2 tagen fest, aber wirkliche Aushärtung wird 3 Monate oder länger dauern. Hier ist die Vorsicht bei Montage geboten. Auch der Kunde soll es wissen, daß der Lack noch etwas weich ist, wenn ein neulackierter Rahmen ausgehändigt wird.

Einbrennlack wird je nach Werkstoff in 110 bis 180 Grad ca. für 20 Minuten erhitzt. Danach erreicht der Lack sofort endgültige Festigkeit. Fluorpolymere hat die größte Wetterfestigkeit, ist aber extrem teuer, so daß meistens Melamin oder Acryl verwendet wird.

Mein Lackierer in Tokyo verwendet Enbrennlack. Mit seiner Arbeit hatte ich noch nie Problem. In Berlin kenne ich nur Lackierbetriebe für Fahrradrahmen, die 2K-Lack verwenden. Ich lackiere auch für mich nur mit 2K-Lack. Dafür muß man den Rahmen nach dem Lackieren eine Weile hängen und nicht anfassen. Und eine Weile heißt,, am besten 4 Wochen oder länger. Das ist viel Zeit.

Einbrennlack ist aber nur für Materialien verwendbar, die solche hohe Temperatur problemlos aushalten, also für Metall. Für Carbonrahmen u. -Teile kommt es nicht in Frage. Auch wenn Metallteile mit Kunststoff verspachtelt sind, geht es nicht mit Einbrennlack. Man sollte sowieso Dellen von Metallteilen nicht spachteln. Nach dem Lackieren kann es passieren, daß diese Stelle sich verzieht und der Lack abplatzt. Dellen sollen, wenn es sein muß, mit Silberlot gefüllt werden.

Und am besten ist, wenn der ganze Prozess, von Entlacken/Entrosten(chemisch oder mechanisch), Grundieren bis Lackieren, in einem Betrieb ausgeführt wird. Es gibt manchmal Unverträglichkeiten zwischen den Schichten, wenn man nicht weiss was davor gemacht wurde. Dann haftet die Schicht nicht. Für jeden Werkstoff und den Verwendungszweck gibt es optimaler Lackierprozess mit bestimmten Lacksorten.

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Und die Pulverbeschichtung: Das ist wieder ein Kapitel für sich. Polymere in Pulverform wird mit Hilfe der Statik auf die Metalloberfläche gebracht, dann wird in 150 bis 180 °C erhitzt. Polymere wird flüssig und bindet sich als feste Schicht. Verfahren geht ohne Lösungsmittel, also umweltfreundlicher. Hier gibt es auch unterschiedliche Kunststoffe, die als Pulver eingesetzt wird, wie Polyester, Acryl, Epoxid, Epoxid-Polyester. Die fertige Schicht(60 bis 100µ) ist deutlich dcker als Naßlackschicht(25 bis 30µ). Pulverbeschichtung hat große Festigkeit und die Schicht bleibt etwas elastisch so daß sie eigentlich gut kratzfest sein soll. In der Praxis erleb ich aber, daß manche Oberflächen auch Kratzer bekommen. Es kann auch passieren, daß die Schicht großflächig abplatzt, wenn die Vorarbeit nicht sauber ausgeführt ist. Die Reparatur von Pulverbeschichtung ist äußerst schwierig, was beim Naßlack gut möglich ist. Also, es gibt Vor- und Nachteile für Naßlack und Pulverbeschichtung. Für mich ist sauber ausgeführte Naßlack klar die schönere Wahl. Es ist aber auch teurer.

Bilaminates & Fillet Brazing, z.B. Claud Butler

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Bilaminates und Fillet Brazing, was seit einiger Zeit in der Welt der Rahmenbaukunst modisch verbreitet wird, ist nichts neues. Fillet Brazing wurde erst in den 30er Jahren bei französischen Rahmenbau eingesetzt. In Großbnritanien benützte Harry Rensch als erster diese Technik. Bilaminates wurden, so die populäre Behauptung, von Claud Butler entwickelt. Es könnte aber auch sein, daß Harry Rensch diese Technik entwickelte, und sein damaliger Mitarbeiter/Lehrlinge Les Ephgrave sie zum Claud Butler mitgebracht hat. Oder das könnte auch eine Erfindung von Ephgrave gewesen sein. Also, die Wahrheit ist nicht mehr klar zu stellen. Auf alle Fälle wurde diese Technik von mehreren Werkstätten in Großbritanien verwendet. Harry Rensch sagte fdamals, diese Technik hat großen Vorteil in der Zugfestigkeit des Rahmens gegenüber herkömmliche Anwendung von Muffen. Ferner gibt es Vorteil, daß man Winkel der Rohrverbindung frei wählen kann genauso wie bei Fillet Brazing. Und dazu noch ist vielfältige originelle rafische Entwürfe möglich. Diese technik wurde aber mit dem Untergang von britischen Rahmenbau in die Vergesseneheit geraten. Die Renaissance von Bilaminates ist in vielen Hinsicht sehr gut verständlich. Ich mag sie auch, solange es nicht allzu dekorativ wirkt.
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Manchmal wird diese Technik so beschrieben, daß Blech in Form geschnitten wird und um das Rohr gewickelt und gelötet wird. Diese Machart ist sehr selten, denn es ist schwer, so die feine Details beim Löten anliegen zu lassen. Meistens wird ein Rohr mit passend größerem Durchmesser in Form geschnitten und dann über das Rohr gestülpt und gelötet. Deshalb sieht man auch hier an Beispielfotos(Claud Butler New Allrounder 1956) keine Nähte.
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