Kategorie-Archiv: Radeln in der Stadt

Ulis Fahrradmuseum, Spandau

Nach Spandau komme ich nicht so oft, 3,4 mal im Jahr. Viele lachen über Spandau; sie sei wie eine Kleinstadt in Westdeutschland. Irgendwie stimmt das auch. In der Mauerzeit gab es böse(lustig gemeinte) Jungs, die einen Verein gegründet haben, mit dem Ziel, Spandau mit angrenzendem Staaken(damals DDR-Gebiet) zu tauschen. Aber so schlimm ist Spandau gar nicht. Es ist grüner als in Berlin, nicht so dicht bebaut, hat viel Wasser. Ausserdem gibt es viel historische Industriebauten. Und am Wasser entstanden und entstehen viele moderne Wohnhäuser. Gute alte Wohnbauten gibt es auch. Typisch Berliner Randgebiet? Aber mit eigener Geschichte. Spandau an sich ist älter als Berlin. Zitadele aus Renaissance-Zeit ist hochinteressant, Altstadt läßt noch ihre alte Form erahnen, Stadtmauerreste aus dem Mittelalter, barock gegliederte Innenstadt mit einigen alten Häusern. Gefühlsmäßg weit weg für Bewohner im Ostteil Berlins, aber sehenswert ist sie allemal.

Der Grund, warum ich am vorletzten Sonntag nach Spaudau wollte, war Ulis Fahrradladen in der Jagowstrasse dort. Er hält schon lange historisch interessierte Fahrradenthusiasten zusammen, hat neben seinem Fahrradgeschäft ein Fahrradmuseum und unterhält einen Verein „Hitorische Fahrräder Berlin e.V.“, lange bevor klassische Fahrräder populär und Eroica/Tweed Run u. Co. modisch wurde. Und heute ist ein Fahrradteilmarkt.

Plan Karl August Platz bis Ulis
Ich versuche, möglichst am Wasser entlang zu radeln.
Startpunkt Karl-August-Platz, wo am Mittwoch und vor allem am Samstag einer der besten Märkte in Berlin stattfindet. Dann Krummestrasse hoch. An der Ecke Otto-Suhr-Allee(frühere Berliner Strasse)schaut man den hohen Turm vom Rathaus Charlottenburg am . Das Gebäude ist im Jugendstil erbaut mit reicher Ornamente, was in einem interessanten Kontrast zum Nachbarhaus Postamt Charlottenburg 1 im Bauhausstil steht.
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Alt-Litzow ist der alte Dorfkern von Lietzow, später Charlottenburg. Man sieht immer noch, daß hier ein Angerdorf war. Am Platz ist Malteser Hilfsdient in einem alten Feuerwache Lietzow. Gegenüber steht das Charlottenburger Standesamt in Villa Kogge.
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Durch Lüdtgeweg zum Spree. hier sind mehrere Gebäude von Caritas, überwiegend Seniorenheime. Eine hübsche Fußgängerbrücke „Siemensteg“ spannt sich über die Spree. Auf der anderen Uferseite befindet sich Kraftwerk Chartlottenburg, ehm. Elektrizitätswerk, heute ein Heizkraftwerk. Bis 2000 gab es mit Kohle betriebenes Werksteil. Daher hat man damals noch Kähne mit vollbeladenen Kohle anliegen gesehen. Interessant sind aus den unterschiedlichen Epochen stammenden Gebäuden als Enssamble der Industriebauten.
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Der Fuß- und Radweg zwischen Caprivibrücke und Schloßgarten war lange Zeit Baustelle. Er ist aber nun fertiggestellt und befahrbar. Charlottenburger Schloßgarten ist täglich offe, ab 8 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit. Es gab mal Versuch, Radfahren auf dem Gartengelände gänzlich zu verbieten. Das hat zum Glück nicht funktioniert. Wenn man eine Runde drehen möchte, kann man besser das Rad parken und zu Fuß laufen.
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Prächtiger(mindestens im Sommer) Barockgarten und lieblicher Englischer Garten dominieren die Fläche, aber es gibt im hinteren Teil auch Liegewiesen und Kinderspielplatz.

Und ganz hinten gibt es einen Nebeneingang, der praktisch ist, wenn man von der S-Jungfernheide kommt. Hier schiebt man am besten das Rad unter der Bahnbrücke, dann kommt man in die Gartenkolonie an der Spree rein. Hier ist der Weg oft sehr schmal. Langsames Radeln wäre angebracht. Dieser Weg bis Wiesendamm(etwa 4km) ist manchen Charlottenburger und Spandauer beliebt(manche nützen ihn als Arbeitsweg mit dem Rad), ist aber für die Bewohner in anderen Bezirken wenig bekannt.
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Früher standen Lauben hier auch direkt am Ufer. Sie wurden gekündigt und abgerissen, um für das Eurokahn-Projekt Schleusen und Spree auszuweiten. Und die Eurokähne?, die nach EU-Politiker und -Beamten freizügig gange Eu-Innengewässer mit Überseekontainer befahren können, gibt es immer noch nicht. Für das Projekt wurden zahlreiche Gewässer ausgeweitet, tiefer gebaggert, Brücken höher gelegt. Vielleicht ist das Projekt mittlerweile aufgegeben? Ich weiss leider nichts weiteres. Diese Bahnbrücke wurde auch in der Zeit abgerissen. Einst fuhren die S-Bahnzüge nach Siemensstadt bis Gartenfeld.
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Einige verkaufen selbstgemachten Honig oder Gemüse/Obst. Es ist nett, anzuschauen, wie die Laubengarten gepflegt werden. Jeder macht etwas anders. Und manche Lauben sind richtige Häuser, in den man permanent wohnen könnte. Es sieht fast so aus, daß man an der Fürstenbrunner Brücke die Treppen hochsteigen muß, um die Strasse zu überqueren. Nicht nötig, unter der Brücke gibt es einen ganz schmalen Weg. Radeln ist nicht ganz einfach, besser absteigen und schieben.
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Der Weg ist schön aber eng, so daß man wenn nötig anhalten oder absteigen sollte. Man verliert nicht viel Zeit dadurch.
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Und endlich? kommt man auf die Strasse. Situation ändert sich schlagartig. Wiesendamm und dann Freiheit(Was für eine Strassenname!), hiere ist ein altes Industriegebiet. Wo Wiesendamm endet und Freiheit beginnt, kann man recht in die Sopgienwerderweg einbiegen(Komoot konnte diesen Weg nicht erkennen,,). Am Spree auf der gegenüberliegende Seite steht Kraftwerk Reuter.
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Dieser Gegend ist heute hauptsächlch für die Abfallbeseitugung/Baumatrialversorgung tätig. Früher gab es normale Kleinindustrie wie Gießerei, Metallverarbeitung usw. Sie sind aber verschwunden. Nur alte Bauten lassen ahnen, was hier früher war.
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Entlang Spree kann man den Sophienwerderweg weiter radeln. Aber vor dem Tor des Wasser- und Schiffahrtsamtes ist es Schluß und man kommt nicht weiter. Deshalb radelt man gleich auf die Freiheit zurück. Für die freunde der Industriergeschichte gibt es hier einige schöne alte Gebäude. Sogar Reste der Werkbahn mit 600mm Spurweite ist noch vorhanden, ein wenig.
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Wenn man Spree überquert, ist man gleich in der Spandauer Altstadt. Hier fliesst Spree in die Havel. Ein strategisch wichtiger Ort. Daher gab es früher massive Militärpräsenz, und auch Rüstungsindustrie.
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Spandau hat ausser Zitadelle noch mittelalterliche Mauerreste und einige alte romantisch gelegene Häuser. Havel entlang radelt man im Park nach Norden. Dann kommt der Brauereihof mit janz chicen alten und neuen Häusern, teils Hotel und Gastro, teils Wohnhäuser. Danach kommt die Hafenanlage mit Spreicherhäusern, die nicht mehr benützt wird. Auch hier wird sicher tuere Wohnungen entstehen.
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Raus aus dem Brauereihof in die Jagowstrasse. Hausnummer 28 ist Ulis Fahrradladen und Museum. Teilmarkt interessiert mich nicht so sehr. Ich wollte nur den Blick reinwerfen. Uli sehen und Hallo sagen. Das Radeln hierher war schön genug, auch wenn sein Museum einige schöne Räder verbirgt. Mit ein Paar Enthusiasten kurz gequatscht, dann bin ich auf eine andere Route zurückgeradelt.
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Einsteinturm, Potsdam

Einsteinturm in Potsdam, auf dem Telegrafenberg, ist ein Symbol der modernen Wissenschaft in Deutschland. Vom Posdamer Hbf. ist dieses Gelände nur 10 Minuten mit dem Rad.
Einsteinturm Lage

Wir radeln von Berlin aus, entlang Havel. Ab Glienicker Brücke kann man durch Potsdam raden, oder durch Babelsberger Schloßgarten und Nuthe-Park. Zweite Möglichkeit ist etwas länger, aber deutlich gemütlicher und schöner.
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Hier, hinter dem Potsdamer Hbf. fließt Nuthe in die Havel ein.

Im Gelände der Observatorien, wo prächtige Bauten mit preussisch-klassizistischem Baustil nach Schinkel, u.a. Astrophysikalisches Observatorium, emporragen, steht der Turm, gar nicht so groß wie man es ahnt, merkwürdig still.
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Einsteinturm ist ein Gerät, mit dem man Einsteinsche Allgemeine Relativtätstheorie durch Messung von Rotverschiebung des Sonnenlichtes beweisen wollte. Das gelang nicht(andere Noise war zu groß, sozusagen).
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Der Architekit Erich Mendelsohn hat aber die Modernität, wie die Geist der Zeit und der Wissenschaft, radikal deutlich zum Ausdruck gebracht. Einige Bauten von ihm stehen in Berlin, u.a. Schaubühne und IG-Metall-Haus.

Dieses Gelände wird heute von Wissenschaftsinstitute benützt. Besucher dürfen ins Gelände, aber nicht die Gebäude betreten. Cafe/Kantine für Mitarbeiter ist offen für alle(Mo. – Fr.). Neben Bauten aus Preussenzeit gibt es auch interessante moderne Bauten. Mir gefällt auch Bauten aus Wellblech sehr gut.
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Ortsbezeichnung Telegrafenberg(Telegraphenberg) komm daher, daß hier ein Telegrafenmast stand und steht, der ein Teil von der preussischen Telegrafenlinie zwischen Berlin und Koblenz war. Und die Telegrafie funktionierte nicht elektrisch, sondern optisch. Der Mast hat mehrere Arme, wie ein altes Eisenbahnsignal. Damit konnte man nacheinander Zeichen setzen, ja wie Rauchzeichen. Sie werden beobachtet und von Station zu Station weitergegeben, toll.
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Hier in Potsdam kann man sicher irgendwo ins Cafe gehen. Aber wir zogen Fährhaus in Caputh vor. Es war gut voll aber wir fanden einen Platz unter dem großen Baum. Natürlich haben wir Kaffee und großen Pflaumenkuchen genossen, ich mit Sahne, er mit Eis. Aussen kroß, innen saftig. Wonnig und satt im Halbschatten hätten wir fast einschlafen können.
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Aber wir standen irgendwann tapfer auf, und radelten bis Werder. Von dort nahmen wir Regiozug, der natürlich bei solchem Wetter und der Uhrzeit gegen 18 Uhr ganz voll war mit Fahrrädern, Kinderwagen und Anhängern. DB überläßt uns Passagieren, irgendwie miteinander auszukommen. Das gelingt auch meistens, mit Humor, Geduld und Kreativität.

Und kurz vor Charlottenburg kam ein flüchtiger Regenschauer, und schau! Auf dem Himmel erschien so ein prächtiger Regenbogen. Alle, die innerlich doch ein wenig genervt waren, sind gleich begeistert und glücklich, machen Fotos vom Regenbogen durch Zugfenster. „Wie toll!, super!“, so einfach kanns sein.
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Vom U-Siemensdamm zum S-Heiligensee

Ich habe das Gefühl, daß Berliner, die in Mitte, Prenzlauer Berg wohnen, entdecken zunehmend Tegler See für sich. In der Tat ist es gar nicht weit. Liebnitzsee z.B. wäre viel weiter. Tegler See erreicht man auch einfach mit der S- oder U-Bahn. Diesmal vom U-Siemensdamm bis S-Heiligensee.
Weg Siemensdamm Heiligensee

Siemensstadt ist architekturhistorisch sehr interessant. Ausser vielen Verwaltungs- und Fabrikationsgebäude von Siemens gibt es auch viele Siedlungsbauten. z.B. von Walter Gropius, oder Hans Sharoun.
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Jungfernteich läßt man links(rechts?) liegen. Dann radelt man gemütlich durch Gartenkolonie bis Saatwinkel. Hier gibt es ausser Kanupolo auch einige Lokale.
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Ab hier radelt man mehr oder weniger im Wald, aber direkit neben Seeufer. Es gibt einige größere Sandstrände, die bei gutem Wetter fast immer voll sind, und mehrere kleine versteckte Liegeplätze. Man sollte nach Bedarf einen passenden Platz suchen.
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Wir finden unseren Stammplatz noch zur Hälfte besetzt. Bei dem schönen Wetter am Sonntag ein Glück. Das Wasser ist gar nicht kalt. Also reinspringen!
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Danach ist der ufer teils mit Bootsclub, Segelclub besetzt, dann ist man schon auf Tegeler Greenwichpromenade, wo Dampfer anlegen. Auf der bekannten Sechserbrück kann man mehrere Inseln auf dem Tegeler See schauen. Auf der andere Richtung Tegeler Fließ und Humboldt-Bibliothek, die ein wenig wie eine alte Fabrikhalle aussieht(sorry!).
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Auf der anderen Uferseite gibt es auch große und kleine Badestellen, auch richtiges Strandbad mit Eintritt. Diese Seite wäre gut, wenn man vormittags einen sonnigen Platz sucht.
Der Weg führt weiter, entweder am Ufer, oder im Wald(schön geteert) bis süblichem Zipfel namens Tegelort.
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Dann radelt man wieder nach Norden, an der havel entlang. Hier am Ufer gibt es auch mehrere Restaurants/Cafes, je nach Bedarf zum Einkehren. Im Tegelort gibt es eine Fährstelle zum anderen Havelufer, von dort aus man nach Spandau oder nach Hennigsdorf weiterradeln kann.
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Ortsteil Conradshöhe ist recht gediegen, mit vielen Villen, Bootsclubs und Seniorenheimen. Hier gibt es auch kleine Badestellen, oder treffender Bademöglichkeiten. An einem schönen Wochenende ist die Chance klein, hier einen ungestörten Platz für sich zu finden.
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Heiligensee ist verbunden mit Havel. Es gibt Seebad Heiligensee mit Eintritt. Aber durch Laubenkolonie um Eichdamm kommt man auch ans Wasser, wenn man den Weg findet.
Ortskern von Heiligensee ist ein altes Angerdorf. Es sieht wirklich so aus, als wäre irgendwo draußen in Brandenburg. Es gibt ehm. Strassenbahmdepot, was heute ein nettes Restaurant/Cafe ist. Erstaunlich, daß so ein Dorf damals eigene Strassebahnlinie betrieben hat. Viele Bewohner waren damals schon wohlhabend.
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Von hier ist es nur noch 1km bis zum S-Heiligensee. Die Linie 25 fährt direkt in die Stadt, sehr komfprtabel.
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Rhododendronweg, Tiergarten

Im Großen Tiergarten gibt es zwei Stellen, wo Rhododendren gedeihen.
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Sie blühen prächtig in unterschiedlichen Farben.
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Man kann die Wege langsam radeln und die farben geniessen.
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Aber es gibt auch versteckt schmalen Pfad mitten durch Rhododendronbäume. Hier muß man das Rad absteigen. Zusammen mit Farn, der momentan in frischem Grün läuchtet, wirkt es wie Märchenland.
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Nahansicht der Blüte ist auch schön.
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10 Minuten Umweg, der alltägliche Gedanken vergessen läßt.
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Kranich, stoic traveler

Konzipiert für einen kraftvollen routinierten Fahrer, der auch längere Strecken fährt, ist das Rad eine Synthese von „steif“ und „komfortabel“. Wie geht das? Das klingt etwas gegenteilig und ist auch ein persönliches Empfinden so daß der Fahrer in der Konzeptphase einiges selbst nachdenken sollte; wie „steif“, wie „komfortabel“ man es möchte. Und versuchen, möglichst präzis klarzustellen, was eigentlich „komfortabel“ für ihn bedeutet.
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Die Frage „Wie fahre ich eigentlich? Und wie möchte ich gerne fahren?“ sollte jeder beantworten versuchen. Das wird mit der Erfahrung immer konkreter. Man kennt sich halt besser. Falls das noch nicht so konkret beschreibbar, dann fahre ich ein wenig mit, oder mindestens beobachte ich, wie er/sie fährt. Am besten, Strecken mit viel Kurven und Auf/Ab.
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Dafür ist Havelchaussee eine gut geeignete Strecke innerhalb Berlin. Es ist nicht lang, aber abwechselngsreich. Hier kann man das Rad und eigene Fahrweise gut prüfen.
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Wenn man längere Strecken fährt, ich meine 200km, 300km und länger, ändert sich langsam die Körperhaltung je nach der Müdigkeit. So muß die Geometrie auch das berücksichtigen, für Position der Händen genügend Spielraum zu gewähren, d.h. Reach u.a. nicht zu lang bemessen, meistens.
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Und wenn man kein Rennen fährt, und nicht Zentimeter hinter oder neben Anderen fahren muß, muß das Rad nicht extrem wendig sein. Es soll lieber weniger nervös sein. Fahrverhalten Könnte man etwas auf Richtung „Komfort“ oder „Stabilität“ verschieben, durch unterschiedliche Maßnahmen, ohne sportlichen Gesamtcharakter zu schmälern. Klar ist es ein sehr agiles Rennrad, aber nicht fürs Rennen konzipiert.
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Dieser Rahmen ist sehr steif und direkt, von Gabel bis Kettenstrebe geht keine Kraft verloren, trotz längere Abmessung für den Komfort. Gabel ist problemlos für Scheibenbremse gewachsen. Schnell, leicht genug(Gewicht ist auch so ein relatives Kriterium, was oft nicht viel von Bedeutung ist), komfortable, also eine Rakete, mit der man längere Strecken fahren kann, ein Kranich halt.
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Schwielowseerunde

Jeder Rennradfahrer kenn die Schwielowseerunde. von Potsdam wäre 32km, von Berlin und zurück ca. 80. Hier ist nicht mehr Berlin(nicht mal Potsdam), aber ist auch nicht ganz draussen auf dem Land. Man spürt irgendwie den Sog der Großstadt. Also sagen wir so, ein Übergangsgebiet von der Stadt zum Land. Landschaftlich ist es aber recht hübsch ländlich.
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Wir machen aber gemütliche Spazierfahrt so daß wir meiste Wege direkt am Ufer fahren können, vor allem an der Norduferseite ist es dann schöner und gemütlicher.
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An einem kalten aber heiteren Sonntag fahren wir dick angezogen los, erst mit der regiobahn nach Potsdam. Wir radeln linksdrehend, denn dort am Nordufer bekommt man viel mehr Sonne. Durch Potsdam fliesst Havel, der aber sehr breit wird und als See wahrgenommen wird.
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Neben ehm. Luftschiffhafen steht ein interessanter Bau, ehm. Regattahaus vom 1925. Leider findet man seit langem keine Nutzung. Mindestens ist die Fassade gepflegt.
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Man fährt das Gelände der Potsdamer Rudergesellschaft durch. Hier war ein gutes Lokal Seekrug. Im Sommer konnte man hier direkt vor dem Wasser gemütlich Bierchen trinken und essen. Das Lokal ist schon seit einigen Jahren zu. Rudergesellschaft wurde gespalten. Spitzensportler gründete neues Club. Ich blicke nicht durch, aber es gab und scheinbar gibt Streitigkeiten um die Nutzung dieses Filetstücks am Wasser. Leicht vorstellbar, daß manche hier was schickes teures bauen wollen. Loaklpolitik, Sportpolitik, Immo-Gier, alles spielt scheinbar mit. Ja, Potsdam ist eine schicke Stadt.
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Wald wird lichter. Boden ist voll Laub. Unter Laub ist dünne Eisschicht. Man soll nun etwas vorsichtiger fahren.
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Das Wasser ist wieder ganz klar. Enten schwimmen friedlich. Hier machen wir kleine Pause. Tee aus Termoskanne wärmt.
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Der Weg nach Geltow ist momentan fürs Auto gesperrt. Ruhig radeln wir unter den Bäume, von denen ständig die gelben Blättern fallen.
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Am Restaurant Baumgartenbrück gehen wir auf die Brücke. Ausblick ist etwas diesig.
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in 10 Minuten ist man im Schloßpark Petzow. Im Sommer kann man hier gut baden. Jetzt ist es sehr ruhig.
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Auf dem höchsten Punkt des Parks wieder eine kleine Pause einlegen und Tee trinken. Es ist schon kalt, auch wenn die Sonne wärmend wirkt.
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Am Schatten ist Raureif. Es sieht winterlich aus. Morgen früh wäre das noch schöner.
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Im Ferch kommt man wieder ans Wasser. Der Weg führt dann entlang Südufer. Es wird weniger sonnig.
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Es gibt auch befahrbare Waldwege/Wanderwege. Wir nehmen heute aber Radweg entlang der Strasse.
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Und angekommen am Fährhaus Caputh. Lokal ist sehr gut besucht, aber zum Glück ein Platz am Fenster zum Wasser frei geworden. Wie immer nehmen wir Kaffee und Pflaumenkuchen. Foto entfällt diesmal. Es ist mollig warm. Fensterscheiben sind beschlagen. Bedienung wie immer nett. Es gibt aber tapfere Leute, die draussen auf dem Terasse Bier trinken bei 0 Grad.
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10 vor 4 fahren wir dann los. Wir wollen Bahnhof Potsdam erreichen bevor es dunkel wird. Es ist nur 8km.
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Fox on the Run

Auf dem Rückweg von der Werkstatt habe ich heute Fuchs in der Bernauer Strasse gesehen. Es war schon nach 20 Uhr. Sie wich mich aus und hinter mir die befahrene Strasse schnell überquert. Im Winter kommen vielleicht mehr Fuchse in die Stadt, um Futter zu suchen? Hoffentlich sind sie vorsichtig genug und kommen mit dem Berliner Verkehr zurecht.

Großer Tiergarten

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Ich bin froh, daß Berlin eine riesige Parkanlage hat, den Großen Tiergarten. Zwar ist das Tempelhofer Feld größer in der Fläche. Vergleichen kann man die beiden aber gar nicht. Auch mit anderen Parkamlagen wie Treptower Park, Volkslark Friedrichshain oder Rehberge kann man nicht vergleichen. Tiergarten hat, mir kommt es so vor, mehr Ähnlichkeit mit Grunewald und Grunewalder Seengegend, abgesehen von den großen Wiesenanlagen.
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Ich fahre fast täglich durch die Wege im Tiergarten. Es ist zwar ein leichter Umweg, ist aber viel angenehmer als die Strasee der 17. Juni zu fahren. Man könnte unterschiedliche Wege nehmen, nach Lust und Laune. In jeder Saison ist es schön. Es ist kein Wald, sondern eine große Parkanlage mit verschiedenen gartenbaulichen Themen.
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Was ich schön finde, ist daß diese Anlage immer noch etwas von Sumpfiges vermittelt, was Berlin und Berliner Umland früher war. Wenn man die Karten vom 1833(oben) und heute(unten) vergleicht, sieht man daß die Grundstruktur recht gut erhalten ist, obwohl Tiergarten mehrmals Großumbau erlebt hat.
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Tiergarten ist nicht nur für Touristen gut. Hier kann man gut halben Tag verweilen und Städterdasein ein wenig vergessen. Hier und da stehen etwas Historisches und Hübsches. Auch Lokale zum Einkehren gibt es wie Café am Neuen See, Teehaus im Englischen Garten, Schleusenkrug u.a. Im Sommer kann man Boot mieten. Zu Fuß oder auf dem Sattel sollte man Tempo drosseln und ein wenig Natur(oder Naturähnliches) geniessen, ohne die Stadt zu verlassen.
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Gedanken um 26″

Einige Gedanken, die mich tagtäglich beschäftigen. Nicht so recht sortiert, nicht zu Ende gedacht. Also Gedankenfetzen als Anstoß.

Es war anfangs mein subjektiver Eindruck. Hier gibt es viel Menschen, die großes Fahrrad haben wollen und fahren, etwas größer als notwendig. Ich spreche hier von Stadträdern und Trekkingrädern, nicht von Rennrädern. (Rennradfahrer haben sensibles Verhältnis mit ihren Rädern. Es gibt dort auch Vorliebe für kleineres oder größeres Rad, das aber spielt sich im Bereich von +-10mm.) Aber dieser Eindruck bewahrheitet nur zum Teil.

Lange Beine bedeutet natürlich eine große Sitzhöhe. Dann der Wunsch nach extrem aufrechte Sitzposition verlangt langen Steuerrohr und dazu einen langen Vorbau und noch weiter nach oben aufgehenden Lenker. Das Fahrrad baut sich hoch, sozusagen. Das bedeutet, das Rad ist vielleicht nicht zu groß für den Fahrer, aber macht einen recht großen Eindruck. Und das Rad wird auch nicht kürzer. Genügender Kniefreiraum muß vorhanden sein. Auf keinem Fall sollte Schuhspitze das Vorderrad berühren. Davor haben viele Angst. Daß dieses der Fahrweise bedingt ist(abruptes Lenken infolge unnachsichtiges Fahren z.B.), will man nicht wissen. Auch das allese macht das Fahrrad größer. Also, hier sind eine komplexe Zusammenhänge im Spiel.
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Das Bild links entstand im Paris so um 1942. Die Fahrerin hat richtige Körperhaltung. Die Dame im Bild rechts hat eine zu aufrechte Haltung. Das könnte auf Dauer der Wirbelsäule Schaden anrichten. Trotzdem sieht man heute sehr viel diese extrem aufrechte Sitzpostition. Vielleicht weil die Menschen bequemer geworden ist, und die Bauchmuskeln(innere Muskeln) nicht einsetzen wollen. In dieser Haltung werden die Hände entlastet, Bauch auch, aber dafür wird Wirbelsäule belastet. Das merkt man aber nicht so schnell. Das alles ist vielleicht auch egal, wenn man am Tag nur ein Paar Kilometer radelt? Denn strammer Körper verträgt schon einiges.
Und die beiden Fahrräder sehen recht ähnlich aus. Aber das alte ist kompakter in der Länge, nicht nur in der Höhe. Mir gefällt diese Entwicklung nicht. Soll ich aber jeden Interessenten erzählen, daß die richtige Sitzhaltung wichtig ist? Aus Erfahrung weiss ich leider, das graut manche Kunden sichtlich. Wenn einer auf solch aufrechte Haltung besteht, würde ich ihn empfehlen, Hollandrad o.ä. zu kaufen. Wenn man gesund bleiben möchte, oder durch Radeln gesund werden möchte, sollte man auf Körperhaltung achten und ein wenig dafür üben.
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Diese Dame hat beinah richtige Haltung. Neigung des Oberkörpers ist korrekt, d.h. das Rad hat richtige Größe. Sie aber hat noch nicht ihre Bauchmuskel entdeckt. Deswegen ist ihr Rücken noch gerade und nicht leicht in Bogenform, und ihre Arme sind gestreckt, Ellenbogen nicht leicht angewinkelt. Das bedeutet, sie stützt ihren Oberkörper mit den Händen. Folge wäre bald auftretende Probleme an Handgelenke. Schauen wir Schnelleisläufer an; Sie beugen sich nach vorn, die Beine machen große Bewegung und Arbeit, die Arme balancieren mit ihrer lockeren Bewegungen. So ähnlich sollte Radeln sein. Oberkörper wird von Bauchmuskeln gehalten, die auch der Beinbewegung aktiv beteiligen. Hände werden nur leicht am Lenker gelegt und stützen nur ein wenig. Beine machen große Bewegung, die möglichst gleichmäßigen Drehmomenteinsatz ermöglicht. Heftiges treten nach unten könnte Knien kaputt machen, was ich leider oft sehe. Das ist eine recht schwierige Sache. Ich kann nicht jeden das alles erzählen, vorführen und versprechen lassen, daß er das übt, obwohl es doch wichtig ist. Richtiges Gehen und Laufen muß man auch lernen. Radeln genauso. Aber wer will das?

Eigentlich gibt es bei der Auswahl vom Fahrrad/Fahrradrahmen eine Gesetzmäßigkeit; „Wenn zwei Größen in Frage kommen, dann kleineres nehmen.“
Kleinere Version ist(vielleicht nicht immer so, aber) leichter, kompakter zum Hantieren(z.B. im S-Bahnzug), wendiger beim Fahren und steifer der Rahmen. Also gibt es nur Vorteile, solange das Rad dem Fahrer größenmäßig passt.

Ich höre aber auch oft, daß man mit einem größeren Fahrrad ein sichereres Gefühl bekommt. Das wäre etwa so, daß man sich in einem großen SUV(SAV, MPV usw.) sicherer fühlt? Das wäre rein psychologisch beim Fahrrad. Wenn das Fahrrad zu groß ist, wird das Fahren und Umgang mit dem Fahrrad unsicherer. Aber Gefühl deutet etwas anders,,

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Wenn ich kompakteres Fahrrad preisen will, weil ich es in vielen Hinsichten praktisch finde, muß nicht gleich Minivelos sein, auch wenn ich gar nichts dagegen habe und für sie auch hierzulande eine große Zukunft sehe. Mit Minivelos haben viele schon Angst und ein Gefühl, daß das Fahren damit automatisch unsicherer sein müßte. Warum? Eigentlich nicht, mindestens nicht mit gut konstruierten Minivelos. Oft gesagte Kreiseleffekt von größerem Raddurchmesser, was Radfahren sicherer machen solle, stimmt auch nicht. Irgendwie werden sie aber nicht voll genommen. Das wäre kein richtiges Fahrrad. Zu Mickrig!

Was wäre dann mit 26″er?

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Noch ganze Menge Mountainbikes sind unterwegs in der Stadt, obwohl der Mode ist längst vorbei. Viele wurden umgebastelt, um die Nachteile von damaligen MTBs(langer Oberrohr, tiefere Lenkerposition, Dicke reifen, kein Licht, kein Gepäckträger, kein Schutzblech usw.) aufzuheben.
MTBs von damals, ich meine besonders welche mit guten Stahlrahmen und ohne Federung/Hardtail, sind abgesehen von langem Oberrohr eine gute Basis für stadtgerechte Fahrräder. Leicht, kompakt und hat tiefe Schwerpunktlage.

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Diese Skizzen sind schematisch. Es soll nur verdeutlichen, daß mit 26″ ein kompakteres und vollwertiges Fahrrad möglich ist. Es gibt weiter Möglichkeiten, das Rad noch kompakter zu gestalten, z.B. mit Sloping. Hier gehe ich aber nicht ins Detail.

Das ist kein MTB, sondern für die Nutzung in der Stadt gedacht, daher CTB. So könnte der Rahmen insgesamt leichter gebaut werden, denn die Belastungsspitze ist nicht so heftig wie beim Sporteinsatzu auf unwegbaren Gelände. Und komfortabler, aber quicklebendig. Zusammenbau wird auch anders, weniger Gänge, mit wartungsärmeren und alltagstauglichen Teilen, mit Licht, Schutzblech, Ständern, Gepäckträgern.

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Für Menschen, die denken, „Kleine Räder sind langsamer“, eine Tabelle hier. Wenn man Geschwindigkeit, Trittfrequenz und Kettenblattgröße festlegt, ergibt sich jeweils Übersetzungsverhältnis je nach dem Raddurchmessern. Und daraus benötigte Ritzelgröße. Ich sehe hier, 26″er muß nur minimal (höchstens einen Gang) höher schalten, um mit dem 28″ern zusammenzufahren. In der Praxis wird der Unterschied marginaler.

Ich denke, wenn man einmal den Vorteil von einem kompakten Fahrrad erlebt hat, wird man nicht so schnell zu großen und schweren Fahrrädern zurückkehren. Ich denke so,,