Kategorie-Archiv: Fahrrad

über Fahrräder

Clubleben, 50er in Frankreich

50er Jahre in Frankreich, das war eine der Höchblüten in der Fahrradgeschichte. Es geht wieder aufwärts, das Leben macht wieder Spaß. Clubs florieren, Viele machen Fahrradurlaub. Viele Fahrradmacher wetteifern mit der Innovation.
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Zufällig bekam ich viele wunderbare Fotos von Radclubleben damals. Der Großvater von meinem Freund Christian, Louis Mathis, war Franzose und ein Mitglied der UVA (Union Véocipédique Argenteuillaise). Argenteuil ist ein Banlieuebezirk im Nordwesten von Paris. Er fuhr auch Paris-Brest-Paris, Raid Pyrénéen u.a., also ein aktiver Sportler. 1951 fuhr er Paris-Brest-Paris, in 88H42(409, MATHIS, Louis, Union Vélo. Argenteuil). Sein Bruder Gaston Mathis führte damals diesen Verein 1951 bis 57. UVA wurde 21. September 1931 gegründet und als 36. Club beim französischen Radsportverband FFCT (Fédération française de cyclotourisme) registriert. Bei der FFCT sind mittlerweile 3.100 Clubs registriert.
Dieser Verein stand damals näher zu René Herse. Wahrscheinlich weil Alex Singer, der geografisch auch ganz in der Nähe stand(und immer noch steht) einen quasi eigenen Verein ACBO führte(und noch führt).
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Und Clubleben beschränkte sich nicht auf Radfahren. Es gab ständig Grunde zum Feiern, oder Ball, Exkursion, Wandern usw. Clubs hatten für starke soziale Bindung gesorgt.
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Ich werde diese wunderbare Fotos einfach kommentarlos zeigen. Sie duften regelrecht nach 50er Jahre. Viele schöne Räder wie interessante Details sind zu sehen. Ach ja, auf irgendeinem Foto ist René Herse auch dabei. Und wie die Amateure sich damals kleideten, ist auch interessant. Trikot mit Sponsoren-Logos trugen nur Profis.
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Oben ein wunderschönes Herse-Tandem, unten eine Kontrollkarte beim Brevet, von Gaston Mathis.
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Diese Fotos aus Golden Age stammen von der Enkelin Gaston Mathis und von Catherine Deheeger. Ihr Vater Jean Deheeger und ihre Mutter Arlette, die Tochter von Gaston Mathis, waren ebenfalls Mitglied der UVA. Herzlichen Dank an Christian, der mir die Fotos zur Verfügung gestellt hat, und selbst ein guter Rennradfahrer ist. Er sagt „Bereits in dieser Epoche stand in Frankreich der Wunsch, Radfahren im Geist von Geselligkeit und Solidarität zu praktizieren, im Vordergrund. Ich habe einige der Radfahrfreunde meiner Großeltern kennen gelernt und kann das nur bestätigen.“

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Ein Stadtflitzer, mit dem man auch kleine Touren machen kann, so war der Wunsch des Auftraggebers. Ich ging auf die Suche nach geeigneten Rahmen auf dem Gebrauchtmarkt, denn er soll nicht zu teuer sein. Gute tourentaugliche Rahmen sind relativ selten. Fundig wurde ich wieder in Großbritanien. Ein Rahmen, der 2002 bei Argos gebaut wurde. Bei Argos, Bristol, wird immer noch Rahmen gebaut, und es ist bekannt für die sorgfältige und saubere Arbeit. Aber Hauptgeschäft heute liegt in Restaurierung von Vintage Rahmen.
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Rohrsatz ist Reynolds 725. Der Rahmen ist leicht und sauber verarbeitet. Ein Ständerplatte wurde bei Hinoki-Cycles, Berlin angelötet. Ständer ist für ein Stadtrad/Tourenrad ein wichtiges Teil.
1×7-fache Schaltung mit Dia Compe-Schalthebel genügt völlig dem Zweck. Die meisten Teile hat der Auftraggeber selbst ausgesucht, wie Sachs New Success Schaltwerk, Sugino Kurbel, B&M-/Son-Lampen, Nitto-Vorbau, Velo Orange-Lenker, MKS-Pedale mit Industrielager(superleicht drehend!), ENE-Schutzblech, Conti GP 4-Seasons Reifen usw. Nicht nur der Rahmen, auch die Felgen sind leicht so daß dieses Fahrrad nur knapp 10kg wiegt.
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Das Erscheinungsbild wurde farblich abgestimmt, Rahmenfarbe ist ein blasses Gold mit ganz leichtem Grünstich(Metallic-Flocken), Logo und Beschriftung in goldigem Orange-Ton. Zughüllen im gleichen Orange(Nissen Cable aus Japan). Das Rad heißt „hirundo“, also Schwalbe. Der Auftraggeber ist ein leidenschaftlicher Ornithloge.
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Die Farbe wirkt in der Natur sehr zart, elegant wie edel und gefällt auch mir persönlich recht gut. Fotos sind nleider icht ganz farbecht. Lackiert wurde bei Velociao in Berlin.
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Wir absolvierten die Übergabefahrt auf der Test-Stammstrecke, Werder-Petzow-Caputh-Potsdam, welche verschiedene Fahrbahnbeschaffenheit sowie Auf-und-Abs hat. Zumal ist die Strecke auch schön. Und in Caputh kann man gerne eine Pause einlegen,,,
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Simples Fahrrad

Wenn man sacht in der Stadt bewegen möchte, braucht man kein Hig-Tech-Rad. Ein ganz einfaches Fahrrad wird es genügen. Einfache Technik, Eingang ohne Schaltung, keine neueste und teure Teile, schlichter Rahmen, und trotzdem markant und persönlich.
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Bei diesem Rad ist das Hauptmerkmal eindeutig der Sattel. Ideale 303(der superbequem und recht selten ist), verdeutlicht, daß es sich um ein gemütliches Bewegungsmittel handelt. Zugleich macht dieser Sattel das schlichte Fahrrad so markant und charakteristisch so daß kein weiteres Schnick-Schnack notwendig wird. Dazu gibt das farblich abgesetzte SKS_Schutzblech eine Akzente. Rotbraune Reifen und Zughüllen geben Kontrast zum dunkelblauen Rahmen(Lackfarbe Fiat). Mehr nicht, das reicht.
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Der Rahmen ist ein alter Wheeler, Kurbel von Thun, 1-Gang-Freilaufritzel von Sturmey Archer, Weinmann-Bremshebekn und Alhonga-Bremsen(eine Kopie von Shimano-Bremsen, die aber gut funktioniert) usw. Minimale Technik für den alltäglichen Gebrauch.
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Eroica ruft!

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Es ist relativ selten bei mir, klassisch italienische Rennräder zu präparieren. Dieses Tommasini ist für die Eroica-Teilnahme. Ein Rahmen aus Toskana, das passt. Super Prestige wurde ab 1985 gebaut. Ich und mein Freund Michael konzipierten das Rad, als wäre es gebaut im Jahr 1985/86 (freilich komplett italienisch) als wäre ein gepflegtes Rad aus der Zeit. Glatte Kurbel ist für diesen Zeitraum gerade richtig, und ich finde ihn schön passend zum Super Record Schaltwerk.
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Nur Sattel und Reifen sind neu(ach ja auch Felgenband und Schlauch). Wir haben lange überlegt, ob ein gelb-orangenes Lenkerband(natürlich Benotto) besser passen würde. Wir haben doch auf weiß entschieden, weil es etwas edler aussieht. Michael sagte, es sieht aus wie ein Catalogfoto von damals. Es hat uns Spaß gemacht. Man mußte weder viele Fragen stellen noch Kompromiß eingehen. Freudiges Radeln in toskanischer Landschaft!
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franco-japonais

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Mittlerweile ist es vielen bekannt geworden, daß manche Japaner francophil sind, nicht nur bezüglich Kunst oder Cuisine, sondern auch beim Fahrrad. Warum eigentlich?

préhistoire:
Nachdem Japan das Land öffnete, entstand relativ rasch eigene Fahrradindustrie zum Ende des 19. Jhdt., bekannt ist die Stadt Sakai, wo bereits lange Zeit Waffenschmiede gearbeitet haben. Parallel zu St. Etienne ist deutlich. Miyata, auch ehm. Waffenschmied, begann in Raum Tokyo Copy von Rudge zu bauen. Rudge ist der Erfinder vom Roadsters. Rasch wurde Fahrrad ein wichtiger Exportartikel für japanische Wirtschaft(im asiatischen Raum)

Britischer Einfluss dauerte lange, bis in die 50er Jahre. Fahrräder in Japan waren alles im britischen Stil. Roadster ist der Prototyp von heutigen Mama-Chari(Muttis Rad, Billigfahrrad schlechthin). Und sportliches Fahrrad wurde dort Club Model genannt. Eigentliche Bedeutung dieser Bezeichnung ist unbekannt. In Großbritannien gab es öfters ein Club Model in Rahmenbauers Catalogues. Das war ein Einsteigermodell ins Lightweight und oft stand als Radclub-Bestand für Mitglieder zur Verfügung. Japaner machten Touren mit diesem Club Model. Es war mit schmalen Reifen bestückt, Singlespeed oder mit Schaltnabe, und obendrauf schwer. Die Strassen in Japan waren schlecht, kaum geteert, und die Topografie recht bergig. Sportrad im britischen Stil passte eigentlich gar nicht zu japanischen Gegebenheiten.

Alps in Tokyo war ein Vorreiter des Radreisens. Gegründet 1918, als Sportfahrradfachgeschäft ab 1946, entwickelte Alps eigene Modelle. Anfangs war jene Club Model dominierend, später Camping, Pass Hunter. Alps war ein Laden für Radreisende, baute weltreisetaugliche Räder wie leichte Gipfelstürmer. Leider wurde das Geschäft 2007 geschlossen. Der Grund dafür war, „es gibt für unsere Räder keine passende Teile mehr“,,
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premier impact:
Nach dem 2. Weltkrieg wollte der Industrieministerium Fahrradindustrie wieder in Form bringen, um den Export wieder zu aktivieren. Einige Experten wurden nach Europa geschickt, für die Recherche dortiger Fahrradindustrie. Einer davon ist Shinich Toriyama, vom Haus aus Mediziner, aber enthusiastischer Fahrradfreund.
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1953 fuhr er durch Europa, Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Italien, um dortige Fahrradindustrie und Fahrradkultur zu recherchieren. Er fand heraus, daß französische Fahrräder zweckentsprechend systematische Modellvielfalt besitzen, daß die Strassensituation eine Ähnlichkeit besaß mit japanischer, und daß viele kleine Fahrradmanufakture hochwertige Sporträder anboten. Er bestellte bei René Herse ein Cyclotourisme und Tandem. Sie wurden im Jahr drauf geliefert und wurden sofort bei Maruto-Bicycles, Tokio zerlegt und analysiert. Chefkonstrukteur vom Maruto-Bicycles, Umeji Uchiho, machte sich selbständig und gründete 1955 Toeisha, wo Fahrräder vom Anfang an nach französischen Vorbildern gebaut wurden.
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TOEI warb sich schon früh als Bewahrer der französischen Fahrradkultur, wie „Herse im Westen, TOEI im Osten“.

Toriyama schrieb viele Bücher über Fahrrad und Radfahren. Sein stetiges Anliegen war die Verbindung von Freude und Gesundheit durch Radeln, denn er ist ein Arzt. Sein Verdienst ist systematische Entwicklung von Sporträdern wie Verbreitung von Radsport(nicht Rennen).
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Gleich danach, 1956, eröffnete ein Schwager von Toriyama, Osamu Itakura, Tokyo cycling Center, der sich auf Maßanfertigung von Tourenrädern spezialisiert.
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Tokyo Cycling Center ließ bei Toi u.a. Tourenradrahmen unter eigenen Markennamen „Zephyr“ bauen, schoß die Tür aber 2008 für immer. (Das war schlimme Zeit für Randonneure in Japan, 1990 bis 2010. MTB-Schock war sehr groß. Junge Radfahrer wollten auf MTB reisen. Viele dachten, Rando-Kultur wird verschwinden. TOEI ging auch recht schlecht und musste sich verkleinern. Viele Liebhaber haben mit ihren Bestellungen TOEI im Leben gehalten, denn TOEI macht keinen Keirin-NJS Rahmen. Wartezeit wurde bis 2 Monate schlumpfen, was heute wieder über 1 1/2 Jahr beträgt.

deuxième impact:
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Ein Schuler Toriyamas, Tsutomu Numa, reiste 1968 nach Paris, bestellte ein Herse. Toriyamas Herse waren muffenlos(aus dem Grund, daß man so besser in damaligen Japan reparieren könnte). Das hat Numa nicht gefallen und bestellte sein Rad mit typischen Muffen. Das kam auf den Titelseite des renommierten Tourenradmagazins „New Cycling“. Das schlug wie Atombombe ein. Alle wollten Fahrrad wie das, und bestellte TOEI oder bei anderen Rahmenbauer. Randonneur wurde ein felsenfester Begriff in der japanischen Cycling-Szene. Herse wurde eine Sehensucht, TOEI ein vielleicht realisierbarer Traum. Und, Herr Numa stieg bei Miyata ein, um die Entwicklung von Sporträdern anzutreiben. Er versuchte eine systematische Typenvielfalt à la Herse zu installieren, was aber als Massenprodukt scheiterte.
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Auf dieser Web-site kann man viele schöne TOEI-Räder anschauen. Es kann eine Warnung vorkommen, daß diese Verbindug unsicher sei. Ich schaue diese Seite schon seit Jahren an. Aber bitte entscheide selbst, ob man den Link aufmacht oder nicht.
Dieser Blogschreiber, ist selbst leidenschaftlicher TOEI-Fan und Cyclo Tourist. Diese Seite scheint komischerweise nicht unsicher zu sein, obwohl das im gleichen Blog ist.

aujourd’hui:
Granbois, Kyoto wird vom enthusiastischen Cyclotourist Tsuchiya-san geführt, mit dem Ziel, Randonneures-Kultur zu erhalten und publik zu machen. Grandios beginnt eigene Teile zu produzieren, die für Randonneures unerlässlich sind. Teile für Radsätzem(700c wie 650B)m Reifen, Felgen und Naben. Dann Lenker, Bremsen. Ohne Grandios gebe heutige Wiederauferleben der Rando-Kultur undenkbar.

Ein im genialen Timing erschienene Magazin „Cyclo Tourist“ trug dazu bei, ältere Rando-Generation zu ermuntern, wieder auf Rando auf die Reise zu gehen, und zugleich daß die junge MTB_Generation sich an Randonneures zu interessieren. Es gibt ein sehr schönes Buch von dessen Redaktion über TOEI-Räder, was evtl. noch kaufen kann. Interessenten bitte bei Maxi anfragen.
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In der Redaktion einer anderen Zeitschrift „Bicycle Club“ gibt es auch Rando-Freaks, die im losen Abstand Randonneur-Bücher publizieren. Neulich machte er eine Reportage, wie es heute ist, bei TOEI einen Rahmen zu bestellen.

So sahen typische Cyclotourist in Japan damals aus(das bin ich nicht).
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Komfort geht vor

Die Dame ist 77, fährt gerne Rad, und solange es geht ohne E. Anforderungen sind klar, bequeme Körperhaltung, tiefer Einstieg, komfortable, sicheres Fahrgefühl, leichtgängig und leichtgewichtig.
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Ein Rahmen von schweizer Hersteller Villiger. leichte Mavic-Felgen, Sunrace-Cassette 13/34 mit Thun-Kurbel/Kettenblatt 46 Zähne. Reifen sind Fairweather/Panaracer f. CX 32mm. Sie sorgen für Leichtgängigkeit und sicheres Fahrgefühl.
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Recht hohe Lenkerposition mit federndem Stahllenker. Rech griffige Lenkergriffe von CULT x VANS, Vorbauschalthebel von Suntour(70s). Sattel ist alter Ideale 75 mit Federn. Gummierte Pedale f. leichte Schuhe mit Ledersohle. Das alles sorgt für Komfort.
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Nicht belastende Bewegung sorgt für die Gesundheit, und Radeln bringt Freude ins Leben.
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Patria-Meral, eine Farbprobe

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Rahmenform von Meral war in den 80ern ein Hit und von vielen Herstellern gern übernommen. Auch Meral selbst hat diese Rahmenform für manche Marken als OEM hergestellt. Ich mag sie, denn sie ist steif und praktisch. Meral von Patria, hier passt höchstens 25mm schmale Reifen. Diese Rahmenform war für Damenrennrad gedacht. Heutige Meral-Form, die von mehreren Marken angeboten wird, ist meistens für Stadtfahrrad gedacht, so daß sie nicht nur breitere Reifen zuläßt, sondern auch viel bequemere Geometrie besitzt.
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Dieses aber ist hauptsächlich ein Farbversuch, inspiriert von britischen Rädern, die oft recht bunt und eigenwillig lackiert waren. Italienische Räder waren auch bunt, aber anders. Ich kann nicht explizit den Unterschied beschreiben. Aber ich glaube, britishe Farbgeschmack ist allgemein etwas anders. Es gab Dampfloks, in Rot, Rotbraun, Orange, Gelb, Dunkelgrün, Apfelgrün, Blaugrün, Blau usw. wie in keinem anderen Land. Mode und Pop-Geschichte zeigen auch deutlich, daß sie viel mehr Mut(?) haben und experimentierfreudig sind. Warum nicht bei Fahrrädern? Auch wenn die urtraditionell britische Fahrräder in schwarz lackiert waren(viel mehr als Dunkelgrün), gab es bereits in den 30er Jahren recht bunte und individuell lackierte Rennräder.

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Direkter Anlaß war dieses Foto, ein Hetchins, was Patricia von Classic Lightweights UK gehört. Ich war beeindruckt, von dessen Farbauswahl und Farbteilung. Es sagt vielleicht einiges, daß dieses Rad aus dem Jahr 1970 stammt, aus der Zeit, als Hippie Movement langsam zu Ende ging, Menschen recht bunte Klamotten anhatten, bunte Autos fuhren, Häuser bunt gemalt hatten. Das Rad wirkt trotz eigenartiger Lackierung harmonisch und stimmig(für meine Augen).
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Ich finde, dieser Versuch ist mehr oder weniger ok und irgendwie noch harmonisch geworden. Ich möchte aber weiter, vielleicht schräger, mehr Mut, ungewöhnlicher. Gewöhnliche Bandarollen-Grafik soll ich erst vergessen und andere Farbteilungen nachdenken. Ich möchte auch mehr mit öligen Farben probieren, oder ölige Farbe mit knalligen Farben kombinieren. In den letzten 40 Jahren ist die Sättigung der Farben, die im Alltag gebraucht werden, deutlich stärker geworden(Einfluß vom Bildschirm/Fernseher). Wiederum gibt es, z.B. bei Inneneinrichtung, eine Gegenbewegung in letzten 10 Jahren, in der difuse und stumpfe Farbtöne kombiniert werden. Verbindung von altmodischen und neuzeitlichen Farben und Farbgrafiken könnte interessant sein. Und die farbiliche Integration von Felgen, Vorbau, Lenker, Sattelstütze usw. soll ich weiter probieren.
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Fahrradrahmen als Malgrund, das ist eine weitere Möglichkeit, wie Pegoletti u.a. es praktiziert. Hier öffnet sich ein weiterer Horizont, der aber wirklich fast grenzenlos wird. Davor habe ich schon ein bisschen Angst, daß es uferlos werden kann, und die Lackierung und das Fahrrad nicht mehr abstrakt bleibt sondern bedeutungsschwer werden kann. Probieren sollte ich das auch mal.
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Kollege Dan Santicci hat den Prototyp für seine Touren-/Gravelrad aufgebaut. Wir fuhren eine Testrunde im Grunewald. Der Rahmen, made in Italy, ist sehr klassisch, aber aufbaubar mit modernen Teilen. Reifendurchlaß von 37mm mit Schutzblech oder 45mm ohne Blech ist zeitgemäß. Der Rahmen soll steif und stabil sein, trotz klassischem Rohrsatz und Gabeloffset(ich kann den großen Prototyp leider nicht fahren). Auf Asphalt wie Waldwege macht das Rad eine gute Figur.
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Ich denke, japanische Kimonos sind denkbar ungeeignet zum Radeln. Trotzdem, gab es früher und jetzt wieder Leute, die in Kimonos geradelt haben und radeln.
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Erste Fahrrad kam nach Japan etwa um 1870, mitgebracht von westlichen Geschäftsleuten, die in Japan niederlassen haben und waren sehr wahrscheinlich Typ Ordinary und Tricycles. Japaner interessieren sich schnell an das neue Maschine. Es gibt Fotos wie Zeichnungen, die Japaner auf Ordinary zeigen.
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Männer hatten es leichter. Zum Radfahren mußten sie nur westliche Kleidung anziehen, was viele sowieso schon taten. Dagegen hatten die Frauen recht schwer, denn weder westliche Kleidung noch Kimonos sind zum Radfahren unmöglich geeignet gewesen. Ordinary fahren ist sowieso schwierig. Sie mußten noch eine Weile warten bis der Typ Safety kam.

Für Frauen war es extrem schwer, sich auf Fahrrad zu zeigen. denn die Gesellschaft verachtete solche Frauen, sozusagen als Satansweib. Eine Opernsängerin Tamaki Miura(bekannt durch Puccini-Auftritte in Europa) hat damals in Tokio ersten Frauenfahrradclub gegründet. Das war so um 1900 und damals war ein Fahrrad so teuer wie ein gutes Mittelklasseauto heute. Natürlich konnten nur Damen aus gutem Haus so etwas leisten. Und manche Studentinnen beginnen mit dem Rad zur Schule zu fahren. Das wurde auch bald in der intellektueller Szene als modisch, modern und schön bewundert.
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Und nun gibt es wieder Menschen dort, öfters Kimono tragen wollen. Das bringt wieder das alte Problem beim Radeln. Es gibt zaghafte Versuchung, für Kimonoträgern ein passendes Rad anzubieten wie das.
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Tiefer Einstieg ist selbsverständlich. Aber das Prinzip des rotierenden Kurbels ist etwas gegen Kimono-Ästhetik, finde ich, auch aus praktischem Grund. Hier könnte das Hebelprinzip vielleicht helfen, mit kleineren Beinbewegungen vorwärtszukommen. Historisch gab es eine ganze Reihe von Hebelräder, die allsamt wegen deutlich zu spürenden Totpunkten gescheitert sind.
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Tiefer Einstieg, Hebelprinzip, gepaart mit gescheiter elktronischer Steuerung des Hilfsmotors, könnte Totpunkte ausgeglichen werden. Dann wäre ein Kimono-Fahrrad fertig. oder ist es mehr eine fahrende Omas Nähmaschine?

Solche sexy Radlerinnen werde ich dann vermissen,,
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