Kategorie-Archiv: Fahrrad

über Fahrräder

Ulis Fahrradmuseum, Spandau

Nach Spandau komme ich nicht so oft, 3,4 mal im Jahr. Viele lachen über Spandau; sie sei wie eine Kleinstadt in Westdeutschland. Irgendwie stimmt das auch. In der Mauerzeit gab es böse(lustig gemeinte) Jungs, die einen Verein gegründet haben, mit dem Ziel, Spandau mit angrenzendem Staaken(damals DDR-Gebiet) zu tauschen. Aber so schlimm ist Spandau gar nicht. Es ist grüner als in Berlin, nicht so dicht bebaut, hat viel Wasser. Ausserdem gibt es viel historische Industriebauten. Und am Wasser entstanden und entstehen viele moderne Wohnhäuser. Gute alte Wohnbauten gibt es auch. Typisch Berliner Randgebiet? Aber mit eigener Geschichte. Spandau an sich ist älter als Berlin. Zitadele aus Renaissance-Zeit ist hochinteressant, Altstadt läßt noch ihre alte Form erahnen, Stadtmauerreste aus dem Mittelalter, barock gegliederte Innenstadt mit einigen alten Häusern. Gefühlsmäßg weit weg für Bewohner im Ostteil Berlins, aber sehenswert ist sie allemal.

Der Grund, warum ich am vorletzten Sonntag nach Spaudau wollte, war Ulis Fahrradladen in der Jagowstrasse dort. Er hält schon lange historisch interessierte Fahrradenthusiasten zusammen, hat neben seinem Fahrradgeschäft ein Fahrradmuseum und unterhält einen Verein „Hitorische Fahrräder Berlin e.V.“, lange bevor klassische Fahrräder populär und Eroica/Tweed Run u. Co. modisch wurde. Und heute ist ein Fahrradteilmarkt.

Plan Karl August Platz bis Ulis
Ich versuche, möglichst am Wasser entlang zu radeln.
Startpunkt Karl-August-Platz, wo am Mittwoch und vor allem am Samstag einer der besten Märkte in Berlin stattfindet. Dann Krummestrasse hoch. An der Ecke Otto-Suhr-Allee(frühere Berliner Strasse)schaut man den hohen Turm vom Rathaus Charlottenburg am . Das Gebäude ist im Jugendstil erbaut mit reicher Ornamente, was in einem interessanten Kontrast zum Nachbarhaus Postamt Charlottenburg 1 im Bauhausstil steht.
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Alt-Litzow ist der alte Dorfkern von Lietzow, später Charlottenburg. Man sieht immer noch, daß hier ein Angerdorf war. Am Platz ist Malteser Hilfsdient in einem alten Feuerwache Lietzow. Gegenüber steht das Charlottenburger Standesamt in Villa Kogge.
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Durch Lüdtgeweg zum Spree. hier sind mehrere Gebäude von Caritas, überwiegend Seniorenheime. Eine hübsche Fußgängerbrücke „Siemensteg“ spannt sich über die Spree. Auf der anderen Uferseite befindet sich Kraftwerk Chartlottenburg, ehm. Elektrizitätswerk, heute ein Heizkraftwerk. Bis 2000 gab es mit Kohle betriebenes Werksteil. Daher hat man damals noch Kähne mit vollbeladenen Kohle anliegen gesehen. Interessant sind aus den unterschiedlichen Epochen stammenden Gebäuden als Enssamble der Industriebauten.
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Der Fuß- und Radweg zwischen Caprivibrücke und Schloßgarten war lange Zeit Baustelle. Er ist aber nun fertiggestellt und befahrbar. Charlottenburger Schloßgarten ist täglich offe, ab 8 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit. Es gab mal Versuch, Radfahren auf dem Gartengelände gänzlich zu verbieten. Das hat zum Glück nicht funktioniert. Wenn man eine Runde drehen möchte, kann man besser das Rad parken und zu Fuß laufen.
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Prächtiger(mindestens im Sommer) Barockgarten und lieblicher Englischer Garten dominieren die Fläche, aber es gibt im hinteren Teil auch Liegewiesen und Kinderspielplatz.

Und ganz hinten gibt es einen Nebeneingang, der praktisch ist, wenn man von der S-Jungfernheide kommt. Hier schiebt man am besten das Rad unter der Bahnbrücke, dann kommt man in die Gartenkolonie an der Spree rein. Hier ist der Weg oft sehr schmal. Langsames Radeln wäre angebracht. Dieser Weg bis Wiesendamm(etwa 4km) ist manchen Charlottenburger und Spandauer beliebt(manche nützen ihn als Arbeitsweg mit dem Rad), ist aber für die Bewohner in anderen Bezirken wenig bekannt.
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Früher standen Lauben hier auch direkt am Ufer. Sie wurden gekündigt und abgerissen, um für das Eurokahn-Projekt Schleusen und Spree auszuweiten. Und die Eurokähne?, die nach EU-Politiker und -Beamten freizügig gange Eu-Innengewässer mit Überseekontainer befahren können, gibt es immer noch nicht. Für das Projekt wurden zahlreiche Gewässer ausgeweitet, tiefer gebaggert, Brücken höher gelegt. Vielleicht ist das Projekt mittlerweile aufgegeben? Ich weiss leider nichts weiteres. Diese Bahnbrücke wurde auch in der Zeit abgerissen. Einst fuhren die S-Bahnzüge nach Siemensstadt bis Gartenfeld.
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Einige verkaufen selbstgemachten Honig oder Gemüse/Obst. Es ist nett, anzuschauen, wie die Laubengarten gepflegt werden. Jeder macht etwas anders. Und manche Lauben sind richtige Häuser, in den man permanent wohnen könnte. Es sieht fast so aus, daß man an der Fürstenbrunner Brücke die Treppen hochsteigen muß, um die Strasse zu überqueren. Nicht nötig, unter der Brücke gibt es einen ganz schmalen Weg. Radeln ist nicht ganz einfach, besser absteigen und schieben.
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Der Weg ist schön aber eng, so daß man wenn nötig anhalten oder absteigen sollte. Man verliert nicht viel Zeit dadurch.
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Und endlich? kommt man auf die Strasse. Situation ändert sich schlagartig. Wiesendamm und dann Freiheit(Was für eine Strassenname!), hiere ist ein altes Industriegebiet. Wo Wiesendamm endet und Freiheit beginnt, kann man recht in die Sopgienwerderweg einbiegen(Komoot konnte diesen Weg nicht erkennen,,). Am Spree auf der gegenüberliegende Seite steht Kraftwerk Reuter.
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Dieser Gegend ist heute hauptsächlch für die Abfallbeseitugung/Baumatrialversorgung tätig. Früher gab es normale Kleinindustrie wie Gießerei, Metallverarbeitung usw. Sie sind aber verschwunden. Nur alte Bauten lassen ahnen, was hier früher war.
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Entlang Spree kann man den Sophienwerderweg weiter radeln. Aber vor dem Tor des Wasser- und Schiffahrtsamtes ist es Schluß und man kommt nicht weiter. Deshalb radelt man gleich auf die Freiheit zurück. Für die freunde der Industriergeschichte gibt es hier einige schöne alte Gebäude. Sogar Reste der Werkbahn mit 600mm Spurweite ist noch vorhanden, ein wenig.
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Wenn man Spree überquert, ist man gleich in der Spandauer Altstadt. Hier fliesst Spree in die Havel. Ein strategisch wichtiger Ort. Daher gab es früher massive Militärpräsenz, und auch Rüstungsindustrie.
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Spandau hat ausser Zitadelle noch mittelalterliche Mauerreste und einige alte romantisch gelegene Häuser. Havel entlang radelt man im Park nach Norden. Dann kommt der Brauereihof mit janz chicen alten und neuen Häusern, teils Hotel und Gastro, teils Wohnhäuser. Danach kommt die Hafenanlage mit Spreicherhäusern, die nicht mehr benützt wird. Auch hier wird sicher tuere Wohnungen entstehen.
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Raus aus dem Brauereihof in die Jagowstrasse. Hausnummer 28 ist Ulis Fahrradladen und Museum. Teilmarkt interessiert mich nicht so sehr. Ich wollte nur den Blick reinwerfen. Uli sehen und Hallo sagen. Das Radeln hierher war schön genug, auch wenn sein Museum einige schöne Räder verbirgt. Mit ein Paar Enthusiasten kurz gequatscht, dann bin ich auf eine andere Route zurückgeradelt.
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Schrottrad, oder was?! Scrap iron, or what!?

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Einer kam hilfesuchend in die Werkstatt. Zuerst dachte ich, oh ein schrottiges Rad! Aber nachdem ich näher angeschaut habe, dachte ich; hmm, das ist doch hübsch. Ausserdem, daß der Rahmen Basso aus den 80ern ist, und lieblos schwarz gepinselt ist, sind die Teile, die allsamt ungepflegt schrottig aussehen, vielleicht doch sehr durchdacht ausgesucht. Ich könnte fast von einer geglückten Komposition sprechen, was sicherlich reiner Zufall ist. Das gefiel mir.
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Eigentlich sollte nur reifen erneuert werden und die Kette richtig gespannt werden. Ich habe noch den ausgetrockneten und ganz flach gewordenen Brookssattel wieder in Form gebracht, Rahmen leicht geölt. Nun sieht das Rad wie ein verborgener Schatz aus und es gefällt mir noch besser. Wenn jemand mit solchem Schrott kommt, kann ich schlecht „Nein“ sagen, pflegende Hand anzulegen.

merops, ein bunter Vogel

Merops side

merops apiaster ist lat. Bezeichnung für Bienenfresser, ein bunter Vogelart. Der Auftraggeber dieses Rades ist ein leidenschaftlicher Ornithologe. Radfahren, was er genauso leidenschaftlich betreibt, wird oft kombiniert mit der Naturbeobachtung. Also, dieses Rad ist kein Rennrad, sondern ein sportliches Tourenrad.

Der Radstand ist länger, Sitzrohr-/Steuerrohrwinkel sind flacher. Oberrohrlänge, wie Vorbaulänge/Lenkerform wurde genau dem Fahrer und seiner Fahrweise angepasst.
Der Rahmen wurde, wie so oft, nach meiner Zeichnung bei Raizin Works in Japan angefertigt. Rohrsatz ist KAISEI 8630R (Nickel-Chromoly) 0,7 – 0,5 -0,7mm, Gabelscheide 0,9mm stark. Rahmen + Gabel + Steuersatz wiegt 2,7kg, leicht genug für ein Tourenrad.

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Rahmenbauer hat mein Logo sowie ein Vogelsilhouette(dafür habe ich eine Weile die Form des Bienenfressers studiert,,) aus Edelstahl geschnitzt und angelötet. Das macht das Rad schwerer? Ja, aber ein wenig dekoratives kann nicht schaden, wenn es sich nicht um reinrassiges Rennrad handelt.
Merops 42
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Rahmen wurde komplett mit Filet Baring zusammengefügt. Am Steuerrohr wurde Bilaminates angelötet. Entsprechend wurde Sitzrohr verstärkt. Diese Muffenkanten wurden wiederum für die Farbwechsel benützt. Die Art und Weise, wie hier Bilaminates verwendet wurden, ist nicht aus technischer Sicht, sondern aus grafisch rythmischer Überlegung.
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Um den Fahrers Körperbau und -haltung anzupassen wurde 1″ Ahead Vorbau auch maßangefertigt. Er ermöglicht auch eine perfekte Passung vom Trägern und Decaleur.
Gepäckträger wurde den vorgesehenen Taschen angepasst maßangefertigt. Hier sollen 2 verschiedene Taschen im Einsatz kommen, einmal mit 8 Liter, dann mit 16 Liter Volumen, beide bei Berliner Manufaktur Parsley Bags maßgeschneidert werden. Für die größere Tasche ist Decaleur vorgesehen, was genauso wie Tärger vom Rahmenbauer maßangefertigt wurde.
Etwas knifflig ist die Befestigung vom Gepäckträgern, weil er den Raum mit Seitenzugbremse teilen muß. Hier ist eine richtige Maßarbeit verlangt.
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Die Lackierung orientiert sich etwas an die Farbgebung vom Bienenfresser, natürlich stark abstrahiert. Es hat mir Spaß gemacht, die Vierlfarbigkeit/Virlfältigkeit der Natur zu studieren. Und zum Glück haben wir das letzte Exemplar vom Hüdz Gummi in Bordeaux Gold gefunden. Ansonsten wäre mein Farbkonzept nicht ganz aufgegangen,,
Bienenfresser
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Ich habe das Rad so konstruiert, daß der Fahrer immer weitere Möglichkeiten, eigene und des Rades, finden und damit lange Zeit Freude haben wird. Viel Spaß!

Mongoose IBOC pro, 89/90?

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Ich mag manche Retro-MTBs, aber dieses Mongoose hat bildhübschen Rahmen! Aus Tange Cromo-Stahl, nicht zu leicht, nicht zu schwer. Gut ausgedachtes konstruktionsdesign, schöne Propotion, fast zeitlos.
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Ich wollte ihm ein adäquates Kleid geben, Lackierung wie Aufbau. Nicht zuviel, nicht zuwenig, zurückhaltend einerseits, ausdrückstark anderseits.Sparsam mit Elementen, aber eigenständig genug. Natürlich nicht back to the 80ies. Aber wenn ich denke, was damals so gegeben hat, finde ich im Prinzip gut. Heute ist alles so geschmackvoll und wohl geordnet. Nix darf daneben oder geschmacklos sein. Soziales Netzwerk funktioniert wie ein gegenseitiges Überwachungssystem,, Ich bin halt ein alter Hippie.
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Teile sollen nicht die beste und teuerste sein, aber gut genug. Es wird in der Stadt bewegt, kein harter Einsatz also. 9-fach Schaltung, vorn 42 Zähne, basta.
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Lackierung sieht recht simpel aus, fast einfallslos. Grundidee kam wieder von Kimonos oder Trachten, auch wenn man das so nicht ansieht. Hier habe ich zwei verschiedene Schwarzmetallic benutzt, einmal mit bunten Metallicflakes auf der oberen Partie, und mit goldenen Flakes am unteren Bereich. Das sieht man nur, wenn das Sonnenlicht auf den Rahmen fällt. Eine verstecktes Spiel, hauptsache, ich weiß das. Macht das Sinn? Ich denke ja. Aber vielleicht fehlt es an Witz/Esprit. Ich hätte etwas mehr denken sollen.
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Reifenwahl ist nicht geglückt. Ich muß einen besseren Reifen spendieren. So einen grottenschlechten Reifen hat das Rad nicht verdient. Ansonsten gefällt mir.
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Solange, mon Alex Singer

Als ich zum ersten Mal das Rad probegefahren bin, dachte ich; oh, das ist ja extrem seidig geschmeidig. Und an diesem Eindruck hat sich bis jetzt nichts geändert.
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Dabe ist das Rad nicht für mich maßgeschneidert. Aber die Augen von Olivier, der seit über 10 Jahren diese Traditionswerkstatt führt, waren sehr genau. „Ich habe ein Fahrrad für Dich!“ sagte er und holte vom hinteren Raum ein dunkelblaues Rad, was wie neu aussah. Für eine Freundin sei es gebaut, aber sie habe die Knieproblem bekommen und stünde eine Weile im Südfrankreich. Nun sei es zum Kauf angeboten. Das Rad passte mir wie gegossen. Trotzdem habe ich ihm damals gesagt, daß ich ein Weilchen überlegen werde. „Oui bien sûr, nous ne sommes pas pressés.“ Und ein Monat später war ich wieder in Paris, um mir das Rad zu kaufen. Und ich tauchte das Rad als „Solange“, als Engel auf der Erde(Der ursprung und die Bedeutung des Namen „Solange“ sei aber angeblich ganz anders). Seitdem ist viel Zeit vergangen, das Rad ist aber immer noch mein Engel geblieben, auch wenn ich nicht ganz zimperlich mit ihr umgehe.
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Jahrgang um 1990, recht praktisch aufgebaut mit den damals modernen Teilen. Trotzdem hat das Rad eine Aura von traditionell französischen Sportifs/Randonneuses. Nicht französische Teile sind, nur Bremshebel und Brooks Sattel(was bei Singer mehr der Fall ist als Ideale). Haha, Sachs von damals wurde als französisch verstanden. Auf den Fotos sind der Ersatzradsatz mit Campa Nuovo Tipo Naben und Grandbois Reifen zu sehen. Original ist natürlich Maxicar-Naben und Michelin Elite Reifen dran.
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Der Rahmen ist weder hart noch weich, ist durch und durch „smooth“. Die Know-Hows, die aus 80 Jahre Erfahrung mit viel Experimente, Wettbewerbe und Rennen begründet werden, sind hoch respektabel. Ästhetisch ist das Rad fast vollkommen.
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In Japan gibt es viel Fans von Singer, Herse und Co. Diese Räder werden als Idealbild von Reiserädern angesehen. Trotzdem verstehe ich Olivier mehr als gut, daß er keine Lust hat, Räder im alten Stil und mit alten Teilen zu bauen. Französische Constructeure waren up to date, nicht nostalgisch rückwärts gewandt. Allerdings verpflichtet die Tradition auch, das zu machen, was lange gewährt hat. Ich bin mit Olivier, der in 3. Generation das Hauses führt, befreundet. Deswegen sage ich auch deutlich, daß er einen schwierigen Weg vor sich hat, Tradition und Fortschritte zu vereinen und weiter gehen muß.
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Ich habe so geschrieben, als kenne jeder Singer mehr oder weniger. Wer sich an diese Werkstatt interssiert, bitte siehe deren Websites:
http://www.cycles-alex-singer.fr/histoire/alex-singer-cycliste.html
https://www.facebook.com/CyclesAlexSinger?ref=hl
Fullchrome Alex Singer Bike
Es gibt auch ein sehr schönes Bildband, was von den Freunde Singers in Japan herausgegeben wurde. Leider bereits ausverkauft, aber Restbestand gibt es noch bei Granbois.
http://www.cyclesgrandbois.com/SHOP/AS.html
singerbuch

rebirth of old MTB, pt. 1 Muddy Fox

Nicht von Araya. sondern britische Muddy Fox. Das war auch ein damals bekanntes MTB. Es muß Ende 80er sein mit Tange-Röhre.
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Zum Glück noch aus gutem Stahl, aber die Geometrie ist typisch von damals mit langem Oberrohr. Hier mußte ich radikale Maßnahme greifen, um aus ihn ein stadttaugliches und komfortables Fahrrad zu machen.
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Dafür ist dieser Vorbau notwendig. Wenn jemand mich fragen würde, ob er schön ist, würde ich sagen, es gibt kaum besseren und das geht gerade noch, und er erfüllt seine Aufgabe. Aber ich mußte ihn unbedingt in Rahmenfarbe lackieren. Anders(original war matt-schwarz) hätte ich ihn nicht ertragen können. Wenn ich jetzt das fertige Fahrrad ansehe, finde ich aber nicht so schlimm. Gewöhnt man sich an alles?
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Damals war Canti-Bremsen dran. Ich habe V-Bremsen eingebaut. 7-Gangschaltung ist für die Stadt fast luxuriös. 1.75″-Reifen vom Fairweather ist super. Sattel ist klar eine Geschmackssache. Ledersattel wie Brooks B17 wird auch gut passen.
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Lackierung ist Zweifarben mit geometrischen Mustern. Von weiten sieht man es aber fast nicht, sehr dezent. Nur Schaltzughülle fällt auf. Das könnte auch grün oder orange sein.
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Das Rad ist erstaunlich komfortabel. Viel besser als ich vorgestellt habe. Und ich habe kein Gefühl, unnötige Masse zu schleppen, wegen seiner Kompaktheit. Es lohnt sich, wenn man ein gutes altes MTB hat, ihn für heutigen Bedarf umzubauen.
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colour check

Es ist nicht leicht, die Farbgebung eines Fahrrades im Kopf vorzustellen. Bei Merhfarbenlackierung vom Rahmen sollte die Kombination recht gut überlegt und abstimmt werden. Im Rechner kann man Farbteilung simulieren. Besser(und vielleicht wichtiger) wäre die Anfertigung von Farbmustern in Rohrform. So läßt sich der Eindruck von Farben konkreter unter verschiedenem Lichtverhältniss prüfen. Das mache ich bei aufwendigen Projekten, um evtl. Missverständnis und Fehleinschätzung zu vermeiden.
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Außer Rahmenfarben gibt es noch weitere Kombinationsmöglichkeiten mit den Teilen wie Lenkerband/Lenkergriff, Reifen, Sattel, Zughüllen, Kleinteilen wie Schraubenköpfe usw.
Je mehr Möglichkeit desto schwieriger wird der Abstimmungsprozess.

Kranich, stoic traveler

Konzipiert für einen kraftvollen routinierten Fahrer, der auch längere Strecken fährt, ist das Rad eine Synthese von „steif“ und „komfortabel“. Wie geht das? Das klingt etwas gegenteilig und ist auch ein persönliches Empfinden so daß der Fahrer in der Konzeptphase einiges selbst nachdenken sollte; wie „steif“, wie „komfortabel“ man es möchte. Und versuchen, möglichst präzis klarzustellen, was eigentlich „komfortabel“ für ihn bedeutet.
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Die Frage „Wie fahre ich eigentlich? Und wie möchte ich gerne fahren?“ sollte jeder beantworten versuchen. Das wird mit der Erfahrung immer konkreter. Man kennt sich halt besser. Falls das noch nicht so konkret beschreibbar, dann fahre ich ein wenig mit, oder mindestens beobachte ich, wie er/sie fährt. Am besten, Strecken mit viel Kurven und Auf/Ab.
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Dafür ist Havelchaussee eine gut geeignete Strecke innerhalb Berlin. Es ist nicht lang, aber abwechselngsreich. Hier kann man das Rad und eigene Fahrweise gut prüfen.
_abd6161kranich

Wenn man längere Strecken fährt, ich meine 200km, 300km und länger, ändert sich langsam die Körperhaltung je nach der Müdigkeit. So muß die Geometrie auch das berücksichtigen, für Position der Händen genügend Spielraum zu gewähren, d.h. Reach u.a. nicht zu lang bemessen, meistens.
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Und wenn man kein Rennen fährt, und nicht Zentimeter hinter oder neben Anderen fahren muß, muß das Rad nicht extrem wendig sein. Es soll lieber weniger nervös sein. Fahrverhalten Könnte man etwas auf Richtung „Komfort“ oder „Stabilität“ verschieben, durch unterschiedliche Maßnahmen, ohne sportlichen Gesamtcharakter zu schmälern. Klar ist es ein sehr agiles Rennrad, aber nicht fürs Rennen konzipiert.
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Dieser Rahmen ist sehr steif und direkt, von Gabel bis Kettenstrebe geht keine Kraft verloren, trotz längere Abmessung für den Komfort. Gabel ist problemlos für Scheibenbremse gewachsen. Schnell, leicht genug(Gewicht ist auch so ein relatives Kriterium, was oft nicht viel von Bedeutung ist), komfortable, also eine Rakete, mit der man längere Strecken fahren kann, ein Kranich halt.
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Magnolia, yes girly!

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Magnolie ist eine meiner Lieblingsblumen. Es gab auch einen genialen Kinofilm namens Magnolia. Dekor ist diesmal sehr ornamental. Ja, es ist für ein Mädchen.
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Der Rahmen ist Wheeler aus den 90ern, etwas schwer aber stabil und gut gebaut.
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9 Farben habe ich verwendet. Dafür ist es nicht bunt genug, oder dezent geblieben, wie man es nimmt. Ich hätte noch völler machen können. Irgendwann habe ich aber Lust fürs Maskieren verloren.