Kategorie-Archiv: Fahrrad

über Fahrräder

Solange, mon Alex Singer

Als ich zum ersten Mal das Rad probegefahren bin, dachte ich; oh, das ist ja extrem seidig geschmeidig. Und an diesem Eindruck hat sich bis jetzt nichts geändert.
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Dabe ist das Rad nicht für mich maßgeschneidert. Aber die Augen von Olivier, der seit über 10 Jahren diese Traditionswerkstatt führt, waren sehr genau. „Ich habe ein Fahrrad für Dich!“ sagte er und holte vom hinteren Raum ein dunkelblaues Rad, was wie neu aussah. Für eine Freundin sei es gebaut, aber sie habe die Knieproblem bekommen und stünde eine Weile im Südfrankreich. Nun sei es zum Kauf angeboten. Das Rad passte mir wie gegossen. Trotzdem habe ich ihm damals gesagt, daß ich ein Weilchen überlegen werde. „Oui bien sûr, nous ne sommes pas pressés.“ Und ein Monat später war ich wieder in Paris, um mir das Rad zu kaufen. Und ich tauchte das Rad als „Solange“, als Engel auf der Erde(Der ursprung und die Bedeutung des Namen „Solange“ sei aber angeblich ganz anders). Seitdem ist viel Zeit vergangen, das Rad ist aber immer noch mein Engel geblieben, auch wenn ich nicht ganz zimperlich mit ihr umgehe.
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Jahrgang um 1990, recht praktisch aufgebaut mit den damals modernen Teilen. Trotzdem hat das Rad eine Aura von traditionell französischen Sportifs/Randonneuses. Nicht französische Teile sind, nur Bremshebel und Brooks Sattel(was bei Singer mehr der Fall ist als Ideale). Haha, Sachs von damals wurde als französisch verstanden. Auf den Fotos sind der Ersatzradsatz mit Campa Nuovo Tipo Naben und Grandbois Reifen zu sehen. Original ist natürlich Maxicar-Naben und Michelin Elite Reifen dran.
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Der Rahmen ist weder hart noch weich, ist durch und durch „smooth“. Die Know-Hows, die aus 80 Jahre Erfahrung mit viel Experimente, Wettbewerbe und Rennen begründet werden, sind hoch respektabel. Ästhetisch ist das Rad fast vollkommen.
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In Japan gibt es viel Fans von Singer, Herse und Co. Diese Räder werden als Idealbild von Reiserädern angesehen. Trotzdem verstehe ich Olivier mehr als gut, daß er keine Lust hat, Räder im alten Stil und mit alten Teilen zu bauen. Französische Constructeure waren up to date, nicht nostalgisch rückwärts gewandt. Allerdings verpflichtet die Tradition auch, das zu machen, was lange gewährt hat. Ich bin mit Olivier, der in 3. Generation das Hauses führt, befreundet. Deswegen sage ich auch deutlich, daß er einen schwierigen Weg vor sich hat, Tradition und Fortschritte zu vereinen und weiter gehen muß.
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Ich habe so geschrieben, als kenne jeder Singer mehr oder weniger. Wer sich an diese Werkstatt interssiert, bitte siehe deren Websites:
http://www.cycles-alex-singer.fr/histoire/alex-singer-cycliste.html
https://www.facebook.com/CyclesAlexSinger?ref=hl
Fullchrome Alex Singer Bike
Es gibt auch ein sehr schönes Bildband, was von den Freunde Singers in Japan herausgegeben wurde. Leider bereits ausverkauft, aber Restbestand gibt es noch bei Granbois.
http://www.cyclesgrandbois.com/SHOP/AS.html
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rebirth of old MTB, pt. 1 Muddy Fox

Nicht von Araya. sondern britische Muddy Fox. Das war auch ein damals bekanntes MTB. Es muß Ende 80er sein mit Tange-Röhre.
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Zum Glück noch aus gutem Stahl, aber die Geometrie ist typisch von damals mit langem Oberrohr. Hier mußte ich radikale Maßnahme greifen, um aus ihn ein stadttaugliches und komfortables Fahrrad zu machen.
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Dafür ist dieser Vorbau notwendig. Wenn jemand mich fragen würde, ob er schön ist, würde ich sagen, es gibt kaum besseren und das geht gerade noch, und er erfüllt seine Aufgabe. Aber ich mußte ihn unbedingt in Rahmenfarbe lackieren. Anders(original war matt-schwarz) hätte ich ihn nicht ertragen können. Wenn ich jetzt das fertige Fahrrad ansehe, finde ich aber nicht so schlimm. Gewöhnt man sich an alles?
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Damals war Canti-Bremsen dran. Ich habe V-Bremsen eingebaut. 7-Gangschaltung ist für die Stadt fast luxuriös. 1.75″-Reifen vom Fairweather ist super. Sattel ist klar eine Geschmackssache. Ledersattel wie Brooks B17 wird auch gut passen.
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Lackierung ist Zweifarben mit geometrischen Mustern. Von weiten sieht man es aber fast nicht, sehr dezent. Nur Schaltzughülle fällt auf. Das könnte auch grün oder orange sein.
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Das Rad ist erstaunlich komfortabel. Viel besser als ich vorgestellt habe. Und ich habe kein Gefühl, unnötige Masse zu schleppen, wegen seiner Kompaktheit. Es lohnt sich, wenn man ein gutes altes MTB hat, ihn für heutigen Bedarf umzubauen.
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colour check

Es ist nicht leicht, die Farbgebung eines Fahrrades im Kopf vorzustellen. Bei Merhfarbenlackierung vom Rahmen sollte die Kombination recht gut überlegt und abstimmt werden. Im Rechner kann man Farbteilung simulieren. Besser(und vielleicht wichtiger) wäre die Anfertigung von Farbmustern in Rohrform. So läßt sich der Eindruck von Farben konkreter unter verschiedenem Lichtverhältniss prüfen. Das mache ich bei aufwendigen Projekten, um evtl. Missverständnis und Fehleinschätzung zu vermeiden.
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Außer Rahmenfarben gibt es noch weitere Kombinationsmöglichkeiten mit den Teilen wie Lenkerband/Lenkergriff, Reifen, Sattel, Zughüllen, Kleinteilen wie Schraubenköpfe usw.
Je mehr Möglichkeit desto schwieriger wird der Abstimmungsprozess.

Kranich, stoic traveler

Konzipiert für einen kraftvollen routinierten Fahrer, der auch längere Strecken fährt, ist das Rad eine Synthese von „steif“ und „komfortabel“. Wie geht das? Das klingt etwas gegenteilig und ist auch ein persönliches Empfinden so daß der Fahrer in der Konzeptphase einiges selbst nachdenken sollte; wie „steif“, wie „komfortabel“ man es möchte. Und versuchen, möglichst präzis klarzustellen, was eigentlich „komfortabel“ für ihn bedeutet.
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Die Frage „Wie fahre ich eigentlich? Und wie möchte ich gerne fahren?“ sollte jeder beantworten versuchen. Das wird mit der Erfahrung immer konkreter. Man kennt sich halt besser. Falls das noch nicht so konkret beschreibbar, dann fahre ich ein wenig mit, oder mindestens beobachte ich, wie er/sie fährt. Am besten, Strecken mit viel Kurven und Auf/Ab.
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Dafür ist Havelchaussee eine gut geeignete Strecke innerhalb Berlin. Es ist nicht lang, aber abwechselngsreich. Hier kann man das Rad und eigene Fahrweise gut prüfen.
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Wenn man längere Strecken fährt, ich meine 200km, 300km und länger, ändert sich langsam die Körperhaltung je nach der Müdigkeit. So muß die Geometrie auch das berücksichtigen, für Position der Händen genügend Spielraum zu gewähren, d.h. Reach u.a. nicht zu lang bemessen, meistens.
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Und wenn man kein Rennen fährt, und nicht Zentimeter hinter oder neben Anderen fahren muß, muß das Rad nicht extrem wendig sein. Es soll lieber weniger nervös sein. Fahrverhalten Könnte man etwas auf Richtung „Komfort“ oder „Stabilität“ verschieben, durch unterschiedliche Maßnahmen, ohne sportlichen Gesamtcharakter zu schmälern. Klar ist es ein sehr agiles Rennrad, aber nicht fürs Rennen konzipiert.
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Dieser Rahmen ist sehr steif und direkt, von Gabel bis Kettenstrebe geht keine Kraft verloren, trotz längere Abmessung für den Komfort. Gabel ist problemlos für Scheibenbremse gewachsen. Schnell, leicht genug(Gewicht ist auch so ein relatives Kriterium, was oft nicht viel von Bedeutung ist), komfortable, also eine Rakete, mit der man längere Strecken fahren kann, ein Kranich halt.
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Magnolia, yes girly!

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Magnolie ist eine meiner Lieblingsblumen. Es gab auch einen genialen Kinofilm namens Magnolia. Dekor ist diesmal sehr ornamental. Ja, es ist für ein Mädchen.
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Der Rahmen ist Wheeler aus den 90ern, etwas schwer aber stabil und gut gebaut.
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9 Farben habe ich verwendet. Dafür ist es nicht bunt genug, oder dezent geblieben, wie man es nimmt. Ich hätte noch völler machen können. Irgendwann habe ich aber Lust fürs Maskieren verloren.

Gedanken um 26″

Einige Gedanken, die mich tagtäglich beschäftigen. Nicht so recht sortiert, nicht zu Ende gedacht. Also Gedankenfetzen als Anstoß.

Es war anfangs mein subjektiver Eindruck. Hier gibt es viel Menschen, die großes Fahrrad haben wollen und fahren, etwas größer als notwendig. Ich spreche hier von Stadträdern und Trekkingrädern, nicht von Rennrädern. (Rennradfahrer haben sensibles Verhältnis mit ihren Rädern. Es gibt dort auch Vorliebe für kleineres oder größeres Rad, das aber spielt sich im Bereich von +-10mm.) Aber dieser Eindruck bewahrheitet nur zum Teil.

Lange Beine bedeutet natürlich eine große Sitzhöhe. Dann der Wunsch nach extrem aufrechte Sitzposition verlangt langen Steuerrohr und dazu einen langen Vorbau und noch weiter nach oben aufgehenden Lenker. Das Fahrrad baut sich hoch, sozusagen. Das bedeutet, das Rad ist vielleicht nicht zu groß für den Fahrer, aber macht einen recht großen Eindruck. Und das Rad wird auch nicht kürzer. Genügender Kniefreiraum muß vorhanden sein. Auf keinem Fall sollte Schuhspitze das Vorderrad berühren. Davor haben viele Angst. Daß dieses der Fahrweise bedingt ist(abruptes Lenken infolge unnachsichtiges Fahren z.B.), will man nicht wissen. Auch das allese macht das Fahrrad größer. Also, hier sind eine komplexe Zusammenhänge im Spiel.
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Das Bild links entstand im Paris so um 1942. Die Fahrerin hat richtige Körperhaltung. Die Dame im Bild rechts hat eine zu aufrechte Haltung. Das könnte auf Dauer der Wirbelsäule Schaden anrichten. Trotzdem sieht man heute sehr viel diese extrem aufrechte Sitzpostition. Vielleicht weil die Menschen bequemer geworden ist, und die Bauchmuskeln(innere Muskeln) nicht einsetzen wollen. In dieser Haltung werden die Hände entlastet, Bauch auch, aber dafür wird Wirbelsäule belastet. Das merkt man aber nicht so schnell. Das alles ist vielleicht auch egal, wenn man am Tag nur ein Paar Kilometer radelt? Denn strammer Körper verträgt schon einiges.
Und die beiden Fahrräder sehen recht ähnlich aus. Aber das alte ist kompakter in der Länge, nicht nur in der Höhe. Mir gefällt diese Entwicklung nicht. Soll ich aber jeden Interessenten erzählen, daß die richtige Sitzhaltung wichtig ist? Aus Erfahrung weiss ich leider, das graut manche Kunden sichtlich. Wenn einer auf solch aufrechte Haltung besteht, würde ich ihn empfehlen, Hollandrad o.ä. zu kaufen. Wenn man gesund bleiben möchte, oder durch Radeln gesund werden möchte, sollte man auf Körperhaltung achten und ein wenig dafür üben.
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Diese Dame hat beinah richtige Haltung. Neigung des Oberkörpers ist korrekt, d.h. das Rad hat richtige Größe. Sie aber hat noch nicht ihre Bauchmuskel entdeckt. Deswegen ist ihr Rücken noch gerade und nicht leicht in Bogenform, und ihre Arme sind gestreckt, Ellenbogen nicht leicht angewinkelt. Das bedeutet, sie stützt ihren Oberkörper mit den Händen. Folge wäre bald auftretende Probleme an Handgelenke. Schauen wir Schnelleisläufer an; Sie beugen sich nach vorn, die Beine machen große Bewegung und Arbeit, die Arme balancieren mit ihrer lockeren Bewegungen. So ähnlich sollte Radeln sein. Oberkörper wird von Bauchmuskeln gehalten, die auch der Beinbewegung aktiv beteiligen. Hände werden nur leicht am Lenker gelegt und stützen nur ein wenig. Beine machen große Bewegung, die möglichst gleichmäßigen Drehmomenteinsatz ermöglicht. Heftiges treten nach unten könnte Knien kaputt machen, was ich leider oft sehe. Das ist eine recht schwierige Sache. Ich kann nicht jeden das alles erzählen, vorführen und versprechen lassen, daß er das übt, obwohl es doch wichtig ist. Richtiges Gehen und Laufen muß man auch lernen. Radeln genauso. Aber wer will das?

Eigentlich gibt es bei der Auswahl vom Fahrrad/Fahrradrahmen eine Gesetzmäßigkeit; „Wenn zwei Größen in Frage kommen, dann kleineres nehmen.“
Kleinere Version ist(vielleicht nicht immer so, aber) leichter, kompakter zum Hantieren(z.B. im S-Bahnzug), wendiger beim Fahren und steifer der Rahmen. Also gibt es nur Vorteile, solange das Rad dem Fahrer größenmäßig passt.

Ich höre aber auch oft, daß man mit einem größeren Fahrrad ein sichereres Gefühl bekommt. Das wäre etwa so, daß man sich in einem großen SUV(SAV, MPV usw.) sicherer fühlt? Das wäre rein psychologisch beim Fahrrad. Wenn das Fahrrad zu groß ist, wird das Fahren und Umgang mit dem Fahrrad unsicherer. Aber Gefühl deutet etwas anders,,

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Wenn ich kompakteres Fahrrad preisen will, weil ich es in vielen Hinsichten praktisch finde, muß nicht gleich Minivelos sein, auch wenn ich gar nichts dagegen habe und für sie auch hierzulande eine große Zukunft sehe. Mit Minivelos haben viele schon Angst und ein Gefühl, daß das Fahren damit automatisch unsicherer sein müßte. Warum? Eigentlich nicht, mindestens nicht mit gut konstruierten Minivelos. Oft gesagte Kreiseleffekt von größerem Raddurchmesser, was Radfahren sicherer machen solle, stimmt auch nicht. Irgendwie werden sie aber nicht voll genommen. Das wäre kein richtiges Fahrrad. Zu Mickrig!

Was wäre dann mit 26″er?

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Noch ganze Menge Mountainbikes sind unterwegs in der Stadt, obwohl der Mode ist längst vorbei. Viele wurden umgebastelt, um die Nachteile von damaligen MTBs(langer Oberrohr, tiefere Lenkerposition, Dicke reifen, kein Licht, kein Gepäckträger, kein Schutzblech usw.) aufzuheben.
MTBs von damals, ich meine besonders welche mit guten Stahlrahmen und ohne Federung/Hardtail, sind abgesehen von langem Oberrohr eine gute Basis für stadtgerechte Fahrräder. Leicht, kompakt und hat tiefe Schwerpunktlage.

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Diese Skizzen sind schematisch. Es soll nur verdeutlichen, daß mit 26″ ein kompakteres und vollwertiges Fahrrad möglich ist. Es gibt weiter Möglichkeiten, das Rad noch kompakter zu gestalten, z.B. mit Sloping. Hier gehe ich aber nicht ins Detail.

Das ist kein MTB, sondern für die Nutzung in der Stadt gedacht, daher CTB. So könnte der Rahmen insgesamt leichter gebaut werden, denn die Belastungsspitze ist nicht so heftig wie beim Sporteinsatzu auf unwegbaren Gelände. Und komfortabler, aber quicklebendig. Zusammenbau wird auch anders, weniger Gänge, mit wartungsärmeren und alltagstauglichen Teilen, mit Licht, Schutzblech, Ständern, Gepäckträgern.

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Für Menschen, die denken, „Kleine Räder sind langsamer“, eine Tabelle hier. Wenn man Geschwindigkeit, Trittfrequenz und Kettenblattgröße festlegt, ergibt sich jeweils Übersetzungsverhältnis je nach dem Raddurchmessern. Und daraus benötigte Ritzelgröße. Ich sehe hier, 26″er muß nur minimal (höchstens einen Gang) höher schalten, um mit dem 28″ern zusammenzufahren. In der Praxis wird der Unterschied marginaler.

Ich denke, wenn man einmal den Vorteil von einem kompakten Fahrrad erlebt hat, wird man nicht so schnell zu großen und schweren Fahrrädern zurückkehren. Ich denke so,,

Projekt Meral 02

Ein sportliches & cooles Unisex-Fahrrad diesmal. Rahmen blieb einfarbig, keine Autofarbe, aber ein schönes Metallic-Grünton. Dazu cremefarbige Reifen und farblos transluzente Sattel + Lenkerband. Hochprofilfelgen DP18 von Rigida in Silber passen gut dazu.
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Der Rahmen stammt von einem Winora. Ich vermute, er ist auch bei Meral hergestellt. Aber genaueres weiss ich nicht. Alle Gewinde sind BSC.
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Dieser Sattel, von „fabric“, ein Sub-Label von Cannondale, machte mich schon seit einer Weile neugierig. Es ist aus Kunststoff und mit Luftkämmerchen gepolstert. Wenn man ihn mit Finger drückt, bekommt man ein komisches Gefühl. Man sitzt aber sehr bequem drauf. Es fühlt sich so an, als passe dieser Sattel meinem Hintern an, zwar sofort auf der Stelle. Ich bin fürs erste begeistert. Nur weiss ich nicht, wielange dieser Komfort halten wird, wegen Materialermüdung. Auf alle Fälle werde ich ihn weiter einbauen. Ich finde, er sieht auch cool aus. Mindestens etwas anders als herkömmliche Sättel.
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Eingebaute Teile sind, wie so oft bei mir, ein Mischmasch von neu und alt von unterschiedlichen Herstellern. Naben Simano 105 in Hellgrau, Schalthebel auch, Schaltwerk Campa Veloce, Vorbau 3TTT Stahl, Lenker alt-französisch Stahl. Lenkerband Benotto, Bremshebel Tektro, Bremse Dia-Compe, Reifen Kenda 28mm. Platz für evtl. Schutzblech ist knapp, aber Curana C-lite könnte noch passen. Projekt Meral geht weiter.
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‚Jade‘

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Jade nannte ich diese Lackfarbe, auch wenn es etwas gelblicher ist als meisten Jade. Aber Jade in solcher Farbe kommt auch vor. Ich muß sagen, es ist schwer, diese Lackfarbe farbecht zu fotografieren. Die Fotos hier sind etwas zu gelblich. In Wirklichkeit ist es grünlicher, ein wenig Richtung grüne Äpfel. Diese Farbe wirkt changierend je nach Lichteinfall und ist eine Metallicfarbe von Citroen.
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Und diese Farbe war ausschlaggebend für den Auftrag. Aus Hamburg bekam ich Mail mit dem Lob für meine Räder, vor allen für einen Eintrag, ein Farbversuch mit dieser Farbe.
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Nach einiger Korrespondenzen kam er nach Berlin, um meine Werkstatt zu besuchen. Hanseatisch sympathisch war mein erster Eindruck. Unser Gespräch kreiste nicht nur um Fahrrad, da dieser Mensch auch Interesse an japanisch-asiatische Kultur hat und Zen praktiziert. Idealerweise versuche ich den ganzen Menschen kennenzulernen, wenn ich für ihn/sie ein Fahrrad aufbauen soll. Denn es ist nicht ein für jeden passendes smartes Massenprodukt, was ich mache. Aber ich muß auch vorsichtig feinfühlig antasten, denn viele mögen es nicht, neugierig begutachtet zu werden.
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Er erzählte auch, daß er Design wie Architektur aus den 50er/60er Jahre mag. Also eher subtil zurückhaltende Formsprache. Kein Schreihals, ein Hanseat halt. Nach dem Treffen haben wir rege Korrespondenz. Telex rattert(nur so um 50er/60er Atmo zu simulieren). Aber das Projekt will nicht reifen. Ich könnte für ihn einen Rahmen entwerfen. Das wäre aber zu teuer. Zeit, um einen Rahmen zu suchen, vergeht.
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Auf beiden Seiten spürt man leichte Ungeduld. Ich muß auf Eingebung warten. Und plötzlich finde ich ihn, in England. Wie ein Blitzschlag, denke ich, „das ist es!“. Ein Neil Orrell, Liebevoll wie sauber gebaut und sehr gut erhalten. Nun kann es losgehen.
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Der Rahmen wirkt dezent wie elegant, hat wie so viele britische Rahmen, dünne Gabel und Hinterbau. Es wird bestimmt komfortabel fahren. Die bestückende Teile sind meistens bereits bestellt. Einige Unklarheiten wie Lenkerform muß ich bei Montage ausprobieren.
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Rahmen wurde gestrahlt, chemisch behandelt, grundiert, dann lackiert. Nachdem der Rahmen fertig lackiert zurückkam, denke ich an Linierung. Silber, oder Gold. Silber wäre etwas cooler, aber Gold wird beser passen im Gesamtbild. Sehr britisch gestaltetes Sitzstrebendeckel war im Original auch liniert. Hier will ich auch linieren, aber anders.
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Pflanzenmuster denke ich, weil er auch mit japanischen Gartenbau beschäftigt hat. Ein Zweig, einfach, abstrakt und mit Schwung wie Tuschmalerei. Handbewegung wird im Kopf simuliert. Ruhig atmen, Pinsel in die Hand nehmen, fertig.
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Die neue Lampe von B&M ist extrem hell. Es sieht auch gut aus. Nicht zuviel Design, gerade noch. Sattel und Lenkerband sind aus Kunstleder, so sind sie Pflgeleicht. 9-fache Schaltung(46 x 11/28) müßte für Flachland für allemal reichen. Conti Grandprix 4 Seasons in 32mm ist eine gute Wahl, schön und stadttauglich. Wunderschönen Inverse-Bremshebel von SOMA habe ich für den schönen Rahmen gegönnt.
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Das Rad bekommt noch einen Gepäckträger, und dazugehörendes Rücklicht. Ein freudiges Erscheinungsbild, wird leuchten auch in der dunkleren Jahreszeit.
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Hercules, Birmingham England

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Hercules ist ein beliebter Name für Fahrradmarke. Dieser Hercules aus Birmingham, The Hercules Cycle & Motor Co. Ltd., hat mit deutschen Hercules Werk, Nürnberg(ist älter) nichts zu tun.

In den 30er Jahren war Hercules der größte Fahrradproduzent der Welt, und natürlich Nr. 1 in Großbritanien, also absolute Massenproduktion. Hercules hat alles selbst hergestellt, ausser Gummiteile wie Reifen/Schlauch. Dessen Fahrräder waren aber konservativ und schwer. Dir Firma hat auch Rennen sponsiert. Eileen Sheridan z.B. fuhr für Hercules Rennen, fuhr aber kein Hercules-Rad beim Rennen. Sie sagte, „es ist so schwer!“.

Markenname Hercules lebt heute noch, in Indien, als Teil von TI Cycles. Dort wird u.a. noch Roadsters nach altbritischen Entwürfe produziert(dort für weniger als 60 Euro zu kaufen!).

Was ich hier aber hervorheben will, ist Hercules‘ Werbung damals. Sie wurde mit schönen Illustrationen verziert, die damaligen Life-Style sehr gut spiegeln. Schön hübsch und sehenswert zum Studieren.
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Neil Orrell

Nie gehört? Kein Wunder. Auch kaum ein Brite kennt ihn. Er ist einer von damals vielen Rahmenbauer, sozusagen. Ja, er ist, d.h. er arbeitet scheinbar noch, in Manchester.
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Diesen Rahmen hat er angangs 80ern gebaut. Eine saubere Arbeit, recht dünn gefeilte Muffen, typisch alt-britische Sattelstrebenaugen, mit hübscher Linierung.

Ihn nahm ich für einen Kunden, um ein elegantes Stadtfahrrad aufzubauen. Auch wenn Originallack hübsch war, nehme ich den Rahmen als Ausgangsbasis, mit Respekt.
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Wenn Muffen sauber verarbeitet/verlötet sind, ohne Überläufern, ist die Linierung auch einfacher. Die ausgesuchte Farbe finde ich extrem erfrischend wie elegant. Bin gespannt auf das Endergebnis.