Kategorie-Archiv: Medien

Domenica d’agusto, Ein Sonntag im August

Domenica 3
Der Sommer ist noch weit weg, 1950 ist auch bereits sehr weit weg von uns. Aber dieser Film ist schön, voll bepackt mit alltäglicher Freude der Nachkriegszeit. Rom im typisch chaotischen Rausch an einem Sonntag. Fast alle wollen zum Strand. Das könnte aber auch in Berlin oder Tokio ganz ähnlich gewesen sein. Der ganze Film wirkt sehr lebendig und realistisch, als hätte man spontan aus der Hand gefilmt.
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Und, was uns Fahrradliebhabern interessiert, sind Szenen mit Rennrad fahrenden Jugentlichen. Da sieht man Trikot von Cinelli oder Olmo, man sieht auch Details wie 4-Gang Cambio Corsa Schaltung. Und wie man Rennrad fährt, viel öfter am Unterlenker greifend. Auch daher ist die Sattelüberhohung damals viel kleiner als heute. Sehenswert.
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Fahrradgeschichten

„Ich glaube, daß die Benutzung von Fahrrädern dabei ist, unsere Sitten tiefgreifender zu verändern, als man sich allgemein noch im Zweifel ist. All diese jungen Frauen, all die jungen Mädchen, die losfahren und den Raum erobern, hängen einen Großteil des häuslichen Lebens, des Familienlebens an den Nagel. (Sarah Bernhardt 1896)

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Prompt nachdem ich gesagt habe, Medienfaulheit ablegen zu wollen, habe ich zu Weihnachten Bücher geschenkt bekommen. Beide über die Entwicklungsgeschichte Fahrrades, vom gleichen Autor, Hans-Erhard Lessing. Er ist ein führender Forscher der Fahrradhistorie und hat bereits viele Bücher darüber geschrieben. „Das Fahrrad“ vom Klett-Cotta ist mehr über die Entwicklungsgeschichte, im „Ich fahre so gerne Rad…“ vom dtv sind die glücksbringende Geschichten mit dem Fahrrad von verschiedenen Autoren zusammengestellt. Diese beiden Bücher sind irgendwie ähnlich, voll mit positiver Strahlung des Fahrrades, für den Körper wie für die Seele. Beide empfehlenswert, Mir gefiel „Ich fahre,,,“ etwas besser.

Ich sehe nicht ein, warum ein Fahrrad nicht ebensogute Gesellschaft leisten kann wie die meisten Ehemänner nach zwei Jahren. Mir wäre es genauso lieb, zu dem einen wie zu dem anderen leblosen Gegenüber zu sprechen. Und sehr viel lieber mit einem, der nicht antworten kann statt nicht antworten zu wollen. Ich kann mir eine sympathische Rückantwort von einem spiegelnden Lenker eher vorstellen als die Gewißheit, daß es von einem stirnrunzelnden Mann(der gähnt oder zu gähnen anfängt, wenn ich ihn etwas frage) keinen geben kann,,, (Ann Strong 1895)

Grünes Band

grünes Band
Berliner Senat will Fahrradwege in grün streichen. Das ist immerhin eine Verbesserung, finde ich. Grün sieht man besser. Aber die Pfosten zwischen Radweg und Fahrbahn für Autos,, da habe ich etwas dagegen. Es wäre mir wünschenswert, Miteinander von Fahrrad und Auto zu verbessern. Auf ganz getrennten Wege zu gehen bedeutet; Autos können gedankenlos schnell fahren. Autofahrer vergessen, in der Stadt umsichtig und langsamer zu fahren. Fahrräder sind eingeschlossen in eine Schneise. Schnelles Ausweichen wird nicht mehr möglich, was manchmal notwendig ist. Breitere Fahrspur, die in der Zukunft für den Fahrradverkehr gestellt werden könnte/sollte, wird de facto verneint. Der Plan von Senat kommt mir vor, als wäre es mehr Zugeständnis für Autofahrer. Verringerung von Gefahr sollte auf anderer Weise erreicht werden.
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Zuerst, solche Engpässe sollen eliminiert werden. Mit dem Tram geht es ja. Aber hier fahren auch Autos. Das kann man umleiten. Dann das Netz von fahrradfreundlichen(verkehrsberuhigten) Strassen ausbauen, bevor man Fahrradschnellstrassen(Autobahnen für Fahrrad, klingt vielleicht schlagkräftig. Aber wer braucht das eigentlich?) baut. Natürlich sollen die Radfahrer auch entspannt fahren, und nicht rasen. Vielleicht insgesamt Tempo verringern, alle Verkehrsteilnehmer.

„Ich trete in die Pedale, also bin ich!“

2017 wird ein Jahr für Fahrradbücher. 200 Jahre Fahrrad. Das ist für viele Verlage Anlaß genug, Fahrrad-Bücher herauszubringen, auch für Suhrkamp. Das habe ich gerade als Geschenk bekommen und fange an zu lesen, nicht von Seite 1, sondern so mittendurch.
philo rad
Vielleicht nichts neues drin, aber es liest sich gut. So formulieren wie die Philosophen tun, kann ich nicht.
„Wir sind dazu gemacht, in allem nach einer Bedeutung zu suchen. Und auch während wir schnell dahinfahren,… können wir nicht dagegen an, Dingen und Vorgängen eine Bedeutung zuzuschreiben… Mein In-der Welt-Sein manifestiert sich in einem Körper auf einem Rad in Bewegung, einem Körper, der mehr kann, als er weiß. Meine Identität befindet sich in einem ständigen Prozess des Werdens, zwischen dem Rad, den Erlebnissen und einem Ozean an Interpretationsmöglichkeiten…..“ (Steen Nepper Larsen)