Kategorie-Archiv: Rahmen

Claud Butler „New Allrounder“ 1954

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Allrounder ist schon ein verdächtiger Begriff. Ist das eine Art VW Golf, mit dem man so ziemlich alles erledigen könnte? Geometrie ist sicher für damaliges Verständnis ein universeller Standard (wahrscheinlich 72°/72°). Es ist eher britisch als kontinental. Muffen sind doch aufwendig ausgeführte Bilaminates. Claud Butler ging 1956 Pleite. Einige Jahre im voraus gingen manche Spitzenrahmenbauer bereits weg, da der Untergang des Imperiums bereits sichtbar war.
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Dieser Rahmen war teilweise rostig wie so oft bei britischen Rahmen, denn es ist feuchter dort. Rost wurde sorgfältig entfernt, Innenraum mit Wachs versiegelt, die Oberfläche Phosphorbehandelt, bevor er grundiert/lackiert wurde.
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Lackierung ist Cremeweiss mit Perlmutt, Rot- und Bronzetöne mit Metallic. Also keine damalige Farbgebung. Trotzdem soll sie traditionell britische Farbgeschmack widerspiegeln.
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Dazu kommen NewBaum Lenkerband in Violette, Bremszughülle in Rotbraun. Insgesamt etwas bunt und leicht kitchig? Ich würde meinen, es sieht britisch aus.
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Briten lassen oft ihren Rahmen umbauen, um ihn mit zeitgemäßen Teilen bestücken zu können. So v erändert sich ein Rahmen durch die Jahrzehnte. Bei diesem Rahmen sind die Anschläge f. hintere Bremszug original, aber ich wollte Bremszughülle durchgehend haben so daß ich sie mit Schellen befestigt habe. Aber die hintere Ausfallenden mit Schaltwerkauge könnten spätere Umbauten sein.
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Auch ich bestücke diesen Rahmen relativ freizügig, ignoriere historische Reinheit. Eine Kombination von Huret Alvit Schaltwerk und Simplex Hebel ist schon ein wenig hart. Dazu ein Sugino Kurbel, SOMA-Pedale, Grandbois Steuersatz, Silk Vorbau, Philippe Lenker, Kerzenstütze von heute, Brooks B17 von heute, Normandie Naben und Super Champion Felgen, Conti GP Classic Reifen, also eine recht bunte Mischung, die einen stimmigen? Eindruck verleihen soll.
Mir ist aber ein ganz klarer „Fehler“ unterlaufen,,, Kenner werden es finden.
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Natürlich ist das Rad nicht fürs Rennen, auch nicht für den Alltag. Eher für Spazierfahrten, wie zur Eisdiele oder Café hin und zurück, oder an die Wand im Wohn-/Arbeitszimmer.

Stahl wird weicher

Einmal sollte ich auch darüber schreiben, über die Eigenschaft von Stahl. Ernsthaft trainierende Rennradfahrer wissen das, daß Stahlrahmen im Laufe der Zeit weicher wird. Keirin-Fahrer(Profi-Bahnfahrer) sagen, daß ihre Rahmen schon in 2 oder 3 Jahren weicher werden. Das bestätigen die Rahmenbauer auch. Das sind aber richtig kraftvolle Fahrer, die unmenge von Kilometer fahren. Sie merken das auch nicht so leicht. Aber wenn man baugleichen Rahmen neu baut und mit dem 3 Jahre tüchtig gefahrenem Rahmen(die Laufleistung von Profis ist aber für Laie nicht so einfach nachzumachen) vergleicht, wird man es merken. Vor allem der Hinterbau, und auch Gabel(je nach Bauart) wird weicher. Fahrradrahmen ist in Fahrtrichtung recht steif. Aber gegenüber seitliche Bewegungen ist er weniger steif. Da der Hinterbau und Gabel auch als Federung funktioniert, werden sie vielen Bewegungen ausgesetzt. Und diese Bewegungen/Schwingungen machen Stahl weicher. Beim Hinterbau ist typischerweise gleich hinter Tretlagerschale, nicht aber die Lötstellen. Wenn der Hinterbau sehr weich wird, wird das Fahrrad etwas eiern auch beim Geradeauslauf. Man kann solches Fahrrad trotzdem noch fahren, ohne Problem, denn Stahl bricht nicht so leicht, aber ist nicht mehr für wirklich schnelles Fahren geeignet. Auch für großes schweres Gepäck ist das Rad nicht mehr geeignet, wenn der Hinterbau weich ist und eiert.

Nun, vielleicht kommt die Frage auf; „Was ist dann mit Vintage Fahrrädern!?“. Zu recht. Intensiv gefahrene Rahmen haben ihre ursprüngliche Steifigkeit/Festigkeit verloren und fahren sich anders. Wie anders? Das ist unterschiedlich und hängt von vielen Faktoren ab, wie intensiv wurde er gefahren? war der Fahrer kraftvoll? Hatte da Rad viel schwere Gepäck zu tragen? Hat der Fahrer unsauber pedaliert? Wurde das Rad auf unebenen Wege gefahren? Ist der Rahmen ein Leichtbau(also Auswahl von Rohrsatz)? usw. usf.

Und wie merkt man das? Optisch kann man das nicht feststellen. Man muß mal fahren. Und für den Urteil müßte man auch viele Rahmen/Fahrräder kennen. Evtl. könnte man etwas vorstellen, wie der Rahmen genommen/genutzt/gepeinigt wurde, durch den Zustand vom Lack. Das ist aber nur eine Vermutung. Wenn der Rahmen mit Neulack restauriert ist, kann man das auch nicht mehr. Eine schwierige Sache.

Es kann auch passieren, daß ein etwas weicher gewordener Rahmen für den neuen Zweck gut passt. So gesehen ist die Sache recht individuell und nicht allgemein zu beurteilen. Sowieso ist es Unsinn, wenn man sagen würde, Weich ist schlecht, hart ist gut. Jeder Rahmen durchläuft zeitlich einen Veränderungsprozess. Wenn er für den Zweck passt, ist es gut. Aber er wird im Laufe der zeit noch weicher, was aber recht lange dauern könnte, bis er eiern beginnt und nicht mehr zweckerfüllend wird. Pfleglicher Umgang beim Fahren wird das Leben jedes Rahmens verlängern.

Wenn ich alte Rahmen restauriere, merke ich das schnell; wenn ich Hinterbau richte, spreize oder zusammendrücke. Oft gibt es sehr weich gewordene Hinterbau. Solche Rahmen sind dann zum (behutsames) Spazierfahren gut. Das sind aber meist Rahmen aus den 60er Jahren oder noch deutlich älter. Ab und zu gibt es auch Rahmen aus den 70ern/80ern sogar 90ern und neuer, die zum forcierten Fahren nicht mehr geeignet sind. Allgemein kann man keine Aussage machen. Daher ist es immer zu empfehlen, nach Möglichkeit probezufahren. Wenn man nur den Rahmen kauft, ist es schwierig. Am besten fragt man nach der Historie des Rahmens nach.

Und, Alu verhält sich anders. Alu wird härter, und zugleich poröser und kann irgendwann ziemlich plötzlich und ohne Vorwarnung brechen. Eigenschaft ist auch hier je nach Legierung unterschiedlich(und das passiert auch nicht zu oft). Daher kann man nicht allgemein sagen, daß Alu gefährlich sei. Aber Alu ist nicht einfach zu beherrschen. Das sieht man auch, wenn man Automobil anschaut. Dort gibt es heute noch kaum welches aus Alu. Auch aus diesem Grund? gibt es wieder zunehmend Lenker als Stahl. Stahllenker federt mehr, auch Stahlvorbau federt, und somit komfortabler und vielleicht etwas sicherer.

Testfahrt

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Kollege Dan Santicci hat den Prototyp für seine Touren-/Gravelrad aufgebaut. Wir fuhren eine Testrunde im Grunewald. Der Rahmen, made in Italy, ist sehr klassisch, aber aufbaubar mit modernen Teilen. Reifendurchlaß von 37mm mit Schutzblech oder 45mm ohne Blech ist zeitgemäß. Der Rahmen soll steif und stabil sein, trotz klassischem Rohrsatz und Gabeloffset(ich kann den großen Prototyp leider nicht fahren). Auf Asphalt wie Waldwege macht das Rad eine gute Figur.
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misty, 26″ Rennrad, Rahmen by Philip Pike

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Ein 26″ Rennrad, für Jugendliche aufgebaut. Dieser Rahmen stammt aus Bristol, England. Gebaut wurde vom Philip Pike, der Sohn Stan Pikes, einer der besten Rahmenbauer dort in den 70s. Die beiden haben auch den mehreren Radgeschäfte Rahmen geliefert.

Rahmennummer PJ 53, Baujahr so um 1980. Gebaut für ein Fahrradgeschäft C.C.Competition, entweder für Jugendliche oder für kleine Person so zwischen 155 bis 160cm. Rohrsatz ist Reynolds 531. Rahmenhöhe 440mm(mitte-mitte), Oberrohrlänge 475mm(mitte-mitte), front-center 540mm, rear-center 380mm. Klein aber reinrassiger Rennradrahmen.

Die Frabe ist mit Verlauf. Basisfarbe ist Orangemetallic. Darauf wurde weißliche Perlmutt gesprüht, zu den Ausfallenden hin immer mehr Richtung Pink. Diese Farbgebung zeigt unterschiedliche Farbnuancen je nach dem Licht, recht kräftig orangig bis sehr hell pinky. Beschriftung und Muster ist in silber, ausgeführt mit Wrap-Technik. Frischhaltefolien werden zerknittert, dann wieder glatt gemacht. Darauf wird der Lack gesprüht. Diese Folien werden auf Rahmen leicht angedrückt. Im voraus wurde der Rahmen maskiert so daß nur erwunschte Stellen diese Silberton bekommt, mit interessanten Zufallmustern. Etwas mehr Silber hätte der Rahmen gut vertragen, vielleicht.
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Aufbau ist wie so oft, mit den Teilen aus den Kisten im Keller. Radsatz besteht aus: Conti GrandPrix 28mm, Aero-Felge, Shimano Naben/vorn Exage, hinten Deore). Antrieb ist,, Innenlager Suntour, Stronglight Kurbel, 1 Kettenblatt 42Z, 6-fach-Ritzelpaket, Pedale mit Gummi(weil das Rad für ein Kind ist). Schaltung mit Shimano 105. Vorbau ATAX, Lenker no name, Lenkergriffe OURY transparent wie der Sattel vom fabric, Aero-Sattelstütze von Shogun. Bremsen Campa Mirage, Bremshebeln Tektro. Zufhüllen Pearl-Silber.
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Klar, das ist ein Fahrrad für Mädchen. Mädels lieben Pink, nicht wahr? Leider kenne ich zuviel Mädels, die Pink hassen,, Ach und warum „misty“? Nur weil ich den Song von Errol Garner mag, und die Lackierung etwas nebligen Eindruck erzeugen sollte(ob es so gelungen ist,,). Also, das ist kein Frauenname.
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Shimano Aero 1980

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Shimano fing 1977 damit an, Aerodynamik des Fahrrad zu forschen. 1980 brachte Shimano åx-Teile auf den Markt, die aerodynamisch gestaltet wurden. Shimano hat die eigenständige Entwicklung des Unternehmes darauf konzentriert, und ist beinah pleite gegangen. Geschäftlich war das ein Flopp. Aerodynamik ist zwar wichtig, aber mußte als gesamtes System Mensch-Maschine entwickelt werden. Für normalsterblichen war der Effekt nicht spürbar, obwohl angeblich 20% Reduktion des Luftwiderstand erzielt wurde(das ist Werte ohne Fahrer, also Aero-Rahmen + åx-Teilen gegenüber herkömmliches Fahrrad) Aber Shimano versuchte seitdem, technisch auf Überholspur zu gehen, was der Firma auch gelang.
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Es gibt heute noch diese Shimano-Aero-Rahmen aus der Zeit in einem guten Zustand. Sie wurden im Auftrag Shimanos bei manchen japanischen Rahmenbauwerkstätte gebaut. Er besteht aus Tange-Aero-Rohrsatz, und es gibt einige Varianten. Der hier ist mit normalen Muffen. Es gibt auch Rahmen mit Aero-Muffen. Das ist eine gute Basis für originelle Umbauten, als Singlespeed, als City Flyer. Reinrassig mit åx-Teilen oder irgendwas aus der Zeit, macht es fast immer eine gute Figur.
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Not-Operation, oder die Liebe wird besiegen.

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SOS, ein Fahrrad im Seenot, mit einem gebrochenen Ausfallende gerät es in Gefahr, in den Müll zu landen. Aber die Liebe zu der alten Weggefährte ist stark. Und die Liebe ist die Rettung. So kam die gebrechliche Dame zu mir, und soll wieder auf alten neuen Glanz gebracht werden. Votox-Spritze? Nönö, der Rahmen soll repariert und gerichtet werden, dann neu lackiert werden, natürlich in gleicher Farbe, ganz klar. Bei der Gelegenheit sollen einige Teile upgradet werden. Das wird eine Groß-OP.

Der Lack, Peugeot Metallic Grün aus den 80ern, hat sehr viel Abplatzer. Das ist nicht normal.
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Erster Schritt ist Zerlegen des Rades in Einzelteile, dann die Reparatur vom Rahmen. Für die Rahmenreparatur beauftrage ich David, der sorgfältig arbeitet. Gebrochen ist zwar nur rechte Seite, ausgetauscht werden aber beiden Ausfallenden, um die Waagerechte des Rahmens zu garantieren.
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Wie so oft bei älteren Rahmen, hatten wir schwer, Innenlager zu lösen. Da das Innenlagergehäuse(Rahmenteil) kein Entwässerungsloch hat, konnte die Feuchtigkeit nicht auslaufen, und den Innenlager total rosten lassen. Hier war eine chirurgische Behandlung bzw. Metzgerarbeit notwendig. Zum Glück sind die Gewinde noch heil geblieben. Nun wurde ein Loch zum Entwässern gebohrt. Da die Innenseite des Rahmens relativ viel Rost auswies, wurde sie nach dem Lackieren mit Wachs hohlraumversiegelt.
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Halter von alten Dynamo, was schon lange nicht gebraucht wird, wurde geflext, und die Stellen der Punktschweissung mit Lot gefüllt.
Bis dahin hat es fast 3 Wochen gedauert. Dann kam die Fahrradmessen dazwischen und das Projekt ruhte eine Weile. Danach für die die Lackierung weitere 2 Wochen. Am lliebsten würde ich den frisch lackieren Rahmen weitere 4 Wochen auf Fleischerhaken hängen, um die Lackschicht weiter härten zu lassen. Dafür habe ich diesmal nur eine Woche Zeit genommen. Denn das Wetter wurde fast sommerlich gut. Das Rad will gefahren werden. FÜr die Montage wurde gewünscht, das Vorderlicht am Ausfallende, und das Rücklicht am Sattel zu montieren. Solche Arbeit mache ich gerne. Nun ist die alte Dame wieder ganz frisch und sieht verjungt aus, ohne ihr Wesen verändert zu haben.
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Das war eine kostenintensive und zeitaufwendige Operation. Das ist ja eine wahre Liebe.
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A.S. Gillott Italo Road, 1968 by Ron Cooper

A.S: Gillot war ein Fahrradgeschäft in London, gegründet vom Arthur Gillott 1921. De Geschäftsführer Harry Carrington hatte gleich nach dem Krieg eine Voraussicht, daß eine große Nachfrage auf hochwertige Lightweight Cylcles geben wird. So hat er eigene Werkstatt vorbereitet und exzellente Rahmenbauer wie Jim Coliier und Bill Philbrook eingestellt. Gillot wurde respektiert wegen seines sehr hohen Qualitätsstandard und der fein dosierten Ästhetik. Bis in die 60er Jahre wurde Gillot für Weltmeisterschaft/Olympiade eingesetzt, in der Zeit, als italienische Rennräder sich weltweit durchsetzen begannen(Cinelli, Masi usw.). Über die Geschichte von Gillott bitte lese hier und dort. Hilary Stone sagt, alle Gillotts sind ausnahmslos gut gebaut. Er kenne keinen schlechten Gillott. Gillott Bahn- wie Rennräder wurden von vielen Profis und Topfahrer gefahren. Es war eine der feinsten Rahmenbauwerkstatt weltweit.

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In den 60er Jahren sid traditionell britische Rahmenbauformen beinah verschwunden, ersetzt durch italienische Machart, was mehr wendigkeit und Steifheit, Vorteilhaft in Massenrennen, versprach. Dieser Rahmen(51cm c-t), gebaut von Ron Cooper, der langjährige Rahmenbauer bei Gillott, der 1967 die Firma verließ, um eigene Werkstatt aufzumachen, aber noch weiter für Gillott gebaut hat, zeigt typisch italienische Geometrie und Details von damals. Einige britische Details wie die Behandlung von Sattelstreben, Vorbereitung für Blumels-Schutzblech sind noch vorhanden und das macht diesen Rahmen interessant.
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Dieses Rad habe ich völlig histrorisch inkorrekt aufgebaut, mit den Teilen, die ich in Kisten hatte. Wahrscheilich wäre Campa Record/Nuovo Record das richtige Auswahl für diesen Rahmen. Das wird aber nicht als Rennrad verwendet. Großes Kettenblatt und kleiner Ritzel wollte ich auch nicht. So kam ein praktisch bequemes Junk-Parts-Assenbly zustande, was mich überhaupt nicht stört. Das ist ein einfacher Gillott-Rahmen. Es gibt viel schönere, mit ‚Fleur de Lis‘-Bilaminates oder Spear Point Muffen, R.J.B.Doppelplattengabelkrone usw.(ich habe auch noch so einen). Die Lackierung scheint original zu sein. Rohrsatz ist komplett aus Reynolds 531.
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magnolia المغنوليا

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Schade, ich konnte das Rad, das Magnolia genannt wurde, nicht vor einem prächtigen Magnolienbaum fotografieren. Dafür, ein Foto vor einem prachtvollen Birnbaum.

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Statement der Besitzerin ist deutlich. Das gefällt mir. Die Marschrichtung war vom Anfang an klar. Ein leichtes Rad für 1,55m größe Frau(Schrittlänge 70cm), die bisher mit einem über 23kg schwere 28″ E-Bike eines renommierten Herstellers kämpfen mußte. Das neue Rad sollte passgenau für sie entworfen sein, also ohne Frage ein 26″ Rad mit leichten Teilen equippt. Nicht nur leicht im Gewicht, sondern auch in der Handhabung. Leichtgängigkeit ist groß geschrieben, da sie auf ihrem Arbeitsweg einige kurze, aber heftige Steigungen zu meistern hat. Und wenn sie S-Bahn nehmen will/muß, kann sie das Rad selbst tragen, und muß nicht mehr auf hilfsbereite und kräftige Männer warten.

Auch daher eine extrtaleichte Übersetzung. Bis der Rahmen fertig konstruiert wurde, fiel die Entscheidung noch nicht, ob Schaltwerk oder Schaltnabe. So habe ich für beide Möglichkeiten gesorgt.Letztenendlich wurde auf Schaltnabe(Alfine 11fach) entschieden, weil sie diese Schaltung bereits auf dem E-Bike hat und sie doch gut findet. Ursprünglich mit einem Kettenspanner gedacht, aber zum Glück passte die Hinterachse goldrichtig in die Mitte des kurzen Ausfallende so daß ich auf Kettenspanner verzichtet habe.
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Ach ja, der Rahmen wurde in Deutschland gebaut, von einem erfahrenen Rahmenbauer, dessen Vater auch Rahmenbauer war. Ich bin froh, daß ich ihn kenne. Gewisse Sachen kann man mit ihm sehr gut machen. Wie immer, ich muß begreifen und wissen, wie der Rahmenbauer arbeitet, und den Entwurf so steuern, daß er möglichst ohne Problem bauen kann, nach seiner Arbeitsweise. Das mache ich mit jedem Rahmenbauer. Dann habe ich einen großen Vorteil, daß ich je nach Bedarf einen bestpassenden Rahmenbauer aussuchen kann.

Und die Farben! Es gab klare Aussage; es soll so ähnliche Farbe sein wie von Mericer in den 80er Jahren, pink mit leichter Brise Lila in Metallic. Das Rad soll Magnolia heissen. Das klang alles gut nachvollziehbar. Hier herrscht gedanklich die Klarheit. Beschriftung etwas grünlich wie die Blätter, und Bilder von Magnolienblüte, einmal ganz abstrahiert, und einmal eher realistisch. Ich habe die Masken gezeichnet und mein Vertrauenslackierer Robert hat sie mit seinem Airbrush-Können realisiert, wirklich prima.
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Und warum المغنوليا, Magnolia auf Arabisch? Einfach weil sie Arabisch lernt und die Sprache toll findet. Arabische Kaligraphie finde ich sehr schön. Da könnte ich auch mal was probieren, verschiedene Schriften als grafische Muster für den Rahmen zu nehmen.

Meiste Teile hat sie, zusammen mit ihrem Mann selbst ausgesucht, chapeau! ich bin nur beratend zur Seite gestanden(nur gedanklich, denn sie lebt 600km von Berlin entfernt). Bei 26″ ist es heute schwer, leichte Felgen in silber zu finden. Reifenwahl war sie nicht ganz sicher, ob 38mm reicht, oder besser 42mm oder breiter. Rahmen wurde so konstruiert, Reifen bis 45mm aufnehmen zu können, zusammen mit 50mm breitem Gilles Berthoud Schutzblech. Nun ist die wahl auf 38mm schmale Panaracer gefallen. Daher etwas großer Raum zwischen Reifen und Blech. Das finde ich nicht schlimm, denn keiner sieht das Rad wirklich von der Seite. Die Möglichkeit, evtl. später breitere reifen einbauen zu können, ist wichtiger.
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Hier ein Wort zu Shimano-Teile,, Ich verstehe es nicht, warum Shimano eigene PRodukt so häßlich gestaltet. Häßlich ist nicht gleich markant. Sie sind so beliebig und gedankenlos geformt. Schalthebel von Shimano möchte ich eigentlich nicht einbauen, wenn ich darauf verzichten könnte,, Vielleicht hat Shimano zuviel Produkte.Wer kann Deore, XT oder SLX auf Anhieb unterscheiden? Und den Sinn dieser gewisse Vielfalt verstehe ich auch nicht, außer daß sie unterschiedlich kosten. Eine radikale Produktbereinigung täte gut. Aber als Marktführer hat Shimano Angst, kleinste Marktnische liegen zu lassen. Genau, diese Häßlichkeit ist Ausdruck der Angst, oder?
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beflügelt durch die Stadt

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Ein moderner Stadtflitzer, der schnelles und elegantes Fahren in der Stadt ermöglicht. Beinah ein rennrad, aber mit stadttauglicher Geometrie, Bereifung und auch Platz für Schutzblech. Das ist doch eine geeignete Gelegenheit, mit Nico von Cicli Bonanno zusammenzuarbeiten. Nico spezialisiert sich auf schnelle und leichten Rennradrahmen, in TIG-Verfahren. Das Rad ist nicht ganz Rennrad, aber mit ihm kann man auch schnell und flink fahren. Rohrsatz ist Mischung von Columbus Spirit und Zona, alles obersized(Oberrohr 31,8, Unterrohr 35,0, Sitzrohr 33,5, Steuerohr 36,0mm), Der Rahmen ist für die Größe(615mm) recht leicht. Lackiert wurde in zurückhaltender Blau Metallic bei Velociao. Das ganze Rad wirkt schlicht und modern, ist aber extravagant und hat auch nette Details. Hauptröhre wurden TIG-geschweißt. Streben, Ausfallenden, Gabel sind hartgelötet. Es ist eher eine Ausnahme, daß Nico auch Gabel aus Stahl baut. Carbongabel lehne ich für täglichen Stadteinsatz ab.
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Gewünscht wurde auch Bullhornlenker. Das mit normaler Schalt- u. Bremseinheit zu kombinieren ist nicht so einfach. Ich hätte auch normalen Rennlenker abschneiden können. Ich fand aber einen geeigneten Bullhornlenker mit Aeroform, der nur poliert werden mußte.
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Radsatz besteht aus blauen Felgen(Rigida DP18 in NOS), hintere Nabe Campa Veloce, vordere Nabe Shimano Ultegra. Reifen sind Continental Contact Speed 32mm. Hierzu paast noch Schutzblech von Curana oder Pelago, wenn es später gewünscht wird.
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Antrieb ist Campagnolo Veloce, hauptsächlich aus dem Grund, weil es silber ist. Wenn Shimano Antrieb/Transmission in Silber hätten, würde ich auch nehmen. Ursprünglich hätte man eine 1×10-fach Schaltung gedacht, aber 2×10-fach wird nicht schaden, vor allem wenn man mit dem Rad auch Touren macht.
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Ein beflügelnd inspirierendes Stadtrad, das alltägliches Radeln Freude bereiten wird. Ich hoffe, es kommt bald wieder Gelegenehit dazu, mit Nico von Cicli Bonanno zusammenzuarbeiten.
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b i c h e, 700C MERAL by Raizin Works

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Geschmeidig und elegant wie Biche, eine Ricke, soll das Tourenrad werden. Raizin Works ist genau die richtige, so einen Rahmen in Auftrag zu geben. Schlicht und unscheinbar auf Anhieb, aber alles wirklich gerade, Fillet nur soviel wie notwendig, um optimale Steifigkeit zu erzielen, ohne zuviel Hitze zuzufügen. Passend zum Fillet Brazing eine Cinelli Gabelkrone SCA. Es ist eine Freude, so einen sauber gebauten Rahmen anzuschauen. Nur Bremszug hinten ist innenverlegt. Die Farbe erinnert an Peugeot von Ende 70er/Anfang 80er.
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Bald beginnt die Montage. Teile liegen berreit. Sogar die Taasche für die Touren ist schon fertig. Man muß ihr nur noch die Seele einhauchen. Geschwungene Landstrassen und Feldwege warten auf die hübsche Ricke. Frühling, lass sie nicht zu lange warten.
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