Kategorie-Archiv: Allgemein

Ferienzeit

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Mein Kollege Dan macht Urlaub in KW 29, 30, 31. In diesem Zeitraum bin ich zwar in der Werkstatt, aber nicht sehr geregelt. So bitte ich Interessenten und Kunden, mich im voraus via Email zu kontaktieren, damit Ihr nicht vor geschlossener Tür stehet.

Für diejenige, die Urlaub machen, wünsche ich eine schöne Zeit und gute Erholung! Wenn ich selbst dazu kommen sollte,, werde ich das rechtzeitig hier bekanntmachen. Berlin ist bereits ruhiger geworden, Strassen auch leerer, angenehm zu radeln. So könnte es ganzes Jahr durch bleiben.
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Stadtverkehr

Vor einer Woche gab es vor dem Verkehrsministerium eine Versammlung, auf die ich zufällig zustieß, die einen sichereren Radverkehr in der Stadt verlangte. Ein Tag davor war ein seltsamer Tag, Irgendwie kam es mir vor, Verkehrsteilnehmer hätten nicht gut geschlafen oder wären auf Drogen, Autofahrer, Radler wie Fußgänger. Viele machten seltsame Sachen, waren unachtsam. Ich habe mehere Beinah-Unfälle gesehen, blockierten Fahrwege von anderen. Irgendwelche seltsame Sternkonstellation? Auch deshalb schien mir diese Versammlung richtig und ich blieb dort.
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Ich fahre 4 bis 5 Mal Woche 2x12km mit dem Rad in der Stadt, und sehe öfter als genug gefährliche Szenen und erlebe auch selbst brenzlige Situationen. Manchmal sind Radfahrer unter sich daran schuld. Oft aber sind Autofahrer, die vielleicht am Steuer schlafen/Augen zu haben oder Denken ausgeschaltet haben. Außerdem gibt es ganz klar gefährliche Stellen, die so nicht sein sollten und mit relativ einfachen Mitteln sicherer gemacht werden könnten. Warum das nicht passiert, ist mir ein Rätzel. Bevor man über Fahrradautobahn spricht, sollte man solche Dinge verbessern. Und Tempo von Automobile an bestimmten Stellen drosseln lassen. Man könnte theoretisch die Fahrgeschwindigkeit durch Telemetrie drosseln, wenn die Autofahrer das nicht selbst tun und die Autos dafür ausgerüstet werden(eine Art Zwangsautopilot). Aber in erster Stelle steht; Umsichtigeres und rücksichtsvolleres Fahren. Das wird einiges angenehmer machen. Ich weiß auch, daß manche Autofahrer sehr umsichtig fahren. Und viele Radfahrer wie Fußgänger sind ja auch Autofahrer. Vielleicht ist ein geheime Software in manchen Autos eingebaut, was menschliches Verständnis ausschaltet? Vielleicht auch an manchen Fahrrädern?

Großstadt hat ein komplexes Strassensystem mit unterschiedlichen Strassencharaktere wie Durchgangsstrassen, Kietzstrassen usw. Die Rollen der einzelnen Strassen sollen wir vielleicht neu verteilen und umgestalten für zukunftsgerechten Stadtverkehr. Hier spielt Interessen von Immobilienbesitzern, auch Ladengeschäftsbetreibern oder Anwohnern. Wir alle sollen darüber reden. Projekt wie Karl-Marx-Allee(Vorzeigeprojekt der Senatsverwaltung?) ist nur eine Mögliche Maßnahme. Es gibt sicher einfachere und kostengünstigere Maßnahmen, die sich organisch in Gesamtkonzept integrieren lassen. So wie jetzt ist, ist Berlin noch meilenweit von einer wirklich fahrradfreundlichen Stadt entfernt(besser als Stuttgart ist sie schon,,). Und mir scheint die Stadtverwaltung ideenlos, machtlos und/oder mittellos zu sein. Arm und gar nicht sexy sind die Berliner Strassen.

Kimono Radeln

Ich denke, japanische Kimonos sind denkbar ungeeignet zum Radeln. Trotzdem, gab es früher und jetzt wieder Leute, die in Kimonos geradelt haben und radeln.
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Erste Fahrrad kam nach Japan etwa um 1870, mitgebracht von westlichen Geschäftsleuten, die in Japan niederlassen haben und waren sehr wahrscheinlich Typ Ordinary und Tricycles. Japaner interessieren sich schnell an das neue Maschine. Es gibt Fotos wie Zeichnungen, die Japaner auf Ordinary zeigen.
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Männer hatten es leichter. Zum Radfahren mußten sie nur westliche Kleidung anziehen, was viele sowieso schon taten. Dagegen hatten die Frauen recht schwer, denn weder westliche Kleidung noch Kimonos sind zum Radfahren unmöglich geeignet gewesen. Ordinary fahren ist sowieso schwierig. Sie mußten noch eine Weile warten bis der Typ Safety kam.

Für Frauen war es extrem schwer, sich auf Fahrrad zu zeigen. denn die Gesellschaft verachtete solche Frauen, sozusagen als Satansweib. Eine Opernsängerin Tamaki Miura(bekannt durch Puccini-Auftritte in Europa) hat damals in Tokio ersten Frauenfahrradclub gegründet. Das war so um 1900 und damals war ein Fahrrad so teuer wie ein gutes Mittelklasseauto heute. Natürlich konnten nur Damen aus gutem Haus so etwas leisten. Und manche Studentinnen beginnen mit dem Rad zur Schule zu fahren. Das wurde auch bald in der intellektueller Szene als modisch, modern und schön bewundert.
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Und nun gibt es wieder Menschen dort, öfters Kimono tragen wollen. Das bringt wieder das alte Problem beim Radeln. Es gibt zaghafte Versuchung, für Kimonoträgern ein passendes Rad anzubieten wie das.
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Tiefer Einstieg ist selbsverständlich. Aber das Prinzip des rotierenden Kurbels ist etwas gegen Kimono-Ästhetik, finde ich, auch aus praktischem Grund. Hier könnte das Hebelprinzip vielleicht helfen, mit kleineren Beinbewegungen vorwärtszukommen. Historisch gab es eine ganze Reihe von Hebelräder, die allsamt wegen deutlich zu spürenden Totpunkten gescheitert sind.
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Tiefer Einstieg, Hebelprinzip, gepaart mit gescheiter elktronischer Steuerung des Hilfsmotors, könnte Totpunkte ausgeglichen werden. Dann wäre ein Kimono-Fahrrad fertig. oder ist es mehr eine fahrende Omas Nähmaschine?

Solche sexy Radlerinnen werde ich dann vermissen,,
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beach & mountain, California 1980

Über die Erfindung? und Entwicklung von Mountainbikes gibt es viele Websites. Hier werde ich nur belanglose Nebensächlichkeiten schreiben, vielleicht etwas durcheinander, und beginne diesen Eintrag mit diesem Foto.

From Repack to Rwanda: The Origins, Evolution, and Global Reach of the Mountain Bike. Presented by SFO Museum

From Repack to Rwanda: The Origins, Evolution, and Global Reach of the Mountain Bike. Presented by SFO Museum

Hier inspizieren die Herren von der Fa. Suntour ein Fahrrad sehr interessiert. Der zweite von links ist der Chef von Suntour, Junzo Kawai, am Rad der Entwicklungschef Nobuo Ozaki, der leidenschaftlicher Ingenieur. Hinten am Auto der Erbauer dees Rades Charlie Cunningham. Diese Cross Country Maschine ist mit einer Fülle von Neuigkeiten bepackt. Der Rahmen wurde geschweißt, bestehend aus temperierten Aluröhren. Hat das Rad nicht die Ähnlichkeit mit den Gravel-Bikes von heute?
Cunningsham CCPROTO
Damals war Suntour stark vertreten auf dem US-Markt. Die Firma engagierte sich auch auf BMX-Markt. Der Sohn von Kawai-san war Chefvertreter in den USA und hatte gute und direkte Verbindung mit der neuesten Entwicklung dort. So war die Reaktion auf die neue Mountainbikes recht schnell. Hier hat Shimano verschlafen, bzw. hat sich auf Renngeschehen in Europa konzentriert und hatte keine Kapazität frei.

Apropos Suntour,, dieser Markenname gehörte einer anderen Firma in Tokio, Iwai-Manufacturer Co., die Schaltwerke gebaut hat. Suntour, damals Maeda Iron Works Co., stellt damals Ritzelpakete her und kooperierte mit Iwai(ab ca. 1954).
SUN tour Schaltwerk
Iwai ging aber 1958 pleite, und Maeda mußte verbliebene Schulden auf sich tragen. Dabei ging Maeda fast pleite. Es blieb nur der Markenname Suntour für Maeda übrig. Aber die Firmenbezeichnung blieb bis zu ihrem Ende Maeda Industries Co. und Suntour blieb Markenname.

Jetzige SR Suntour ist faktisch eine Weiterentwicklung von SR Sakae Ringyo Co.. Maeda beakm Problem, hauptsächlich nach dem Losbindung des Yens vom USD 1985 und wurde 1993 zusammengeschlossen mit SR Sakae. Fabrikation wurde nach Taiwan verlagert und Hauptprodukte von Maeda wie Schaltkomponente aufgegeben. SR Suntour wird heute noch von ehm. Chefs der Fa. SR Sakae geleitet, also ist sie ein taiwanesisches Unternehmen mit japanischer Leitung.

Zurück zu California um 1980. Ich frage mich, warum damals und dort Mountainbikes entstanden sind. Ich schaue mal ein bisschen rum in das Leben in Kalifornien damals. Dort war schon lange Bicology angesagt. Jeder fuhr entweder Rennrad aus Europa(neuerdings auch aus Japan), oder gestrippte alte Beach Cruisers von Schwinn. Schwinn, übrigens dessen Gründer deutschstämmig war, hat auch die alten Beach Cruisers wieder aufgelegt, weil der Markt dafür recht groß wurde. 70er Jahre, das ist der Schlüssel. Es liegt Gefühl von Freiheit oder Verlangen nach Freiheit, nachdem Vietnamkrieg zu Ende ging und fast zeitgleich Hippiebewegung langsam verschwand. Für mich war die Dekade 70er Jahre lange stark verbunden mit einem denkbar schlechten Geschmack. Aber hier muß ich einmal überdenken, was dahinter stand. Es könnte Ausdruck gegen Establishment und guten Geschmack sein, es könnte auch unbeholfene Versuche sein, sich selbst freizügig auszudrücken. Auf alle Fälle ist diese Dekade auch dafür sehr wichtig, zu begreifen, warum die Welt jetzt so aussieht, denke ich.
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beach bikers
beach police
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Deutlicher als beim Fahrrad ist der Boom von Roller Skating und Roller Disco. Sonnenschein und blauer Himmel, freie Bewegung, Körperkult, Klammoten ohne Konvention, alles scheint die Freiheit zu zielen. AIDS ist noch nicht angekommen. Unbekümmert frei bis freizügig ist das Leben zu geniessen.
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Dieses Foto zeigt den Alltag im Venice Beach, Stadtteil von Los Angels. Spaß ist der wichtigste Faktor hier. Jeden Tag gibt es Parties. Das Leben ist eine Party.
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Kommt dieser Mann irgendwie bekannt vor? Ja, er ist Hugh Hefner vom „Playboy“-Magazin. Das Foto enstand bei seiner Roller Disco Party, vielleicht ein Promotionvideo. Neben ihm ist sicher irgendeine Playmate.

Spaß pur am Strand. Und was ist mit Mountains? Naturfreunde? Vielleicht teilweise ja. Mit konventionellen Radnennen waren sie nicht zufrieden oder hatten sie nichts am Hut. Hier auf den Bergen waren sie frei. MOuntainbiking war eine etwas andere Art und Weise, um Freiheitsgefühl zu erleben als am Beach. Und auch die Entwicklung von Mountainbikes lief ziemlich frei, ohne Regelments von UCI, die Radrennen streng regelmentierte(und immer noch regelmentiert). Sie nahmen die Technik aus anderen Bereich, z.B. vom Motorrad, entwickelten Fahrrad, wie sie es brauchten, vieles durch eigenes Probieren. Das sieht man heute noch bei den Rahmenbauer an der Westküste. Sie fahren, haben Spaß daran und bauen/verbessern den Rahmen wie das Fahrrad durch eigene Erfahrungen. Dabei ist Kategorie relatv egal, denn sie sind keine Großunternehmen. Persönliche Bedürfnisse stehen im Vordergrund und sie lassen neuartige Fahrräder entstehen. Etwa vergleichbar, scheint mir so, was momentan in Deutschland mit Cargobikes passiert.
Cunningham in action
Koski Brueder
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Ich schweife wieder etwas aus, nachdem ich diese Werbung von damals gefunden habe. Für das Freiheitsgefühl spielte die Markteinführung von „Walkman“ auch eine sehr große Rolle. Nun konnte man unterwegs problemlos Musik hören. Mensch wurde ein Stückchen mobiler, und damit freier?. Eigentlich eine Erfindung von einem Deutschen, Andreas Pavel, der 1977 körpergebundenes Musikabspielgerät patentieren ließ. Sony und Philips hatte er bereits 1976 seine Idee präsentiert aber die beiden Konzerne zeigten kein Interesse daran. Nachdem Sony 1980 Walkman herausbrachte, gab es langen Rechtsstreit, in dem er finaziell in den Ruin getrieben wurde, aber letztenendlich von Sony eine Entschädigung bekam(erst 2004!). So sind Großkonzerne, nicht immer, aber oft genug.
walkman

Freizügigkeit wurde sehr bald durch AIDS gestoppt. Freiheitsgefühl durch Wirtschaftskrise,,

ein Buch, Oderbruch und Immigrant Song

Ich habe ein Buch geschenkt bekommen, „Die Gleichung des Lebens“ von Norman Ohler. Es geht um die Melioration des Oderbruchs, angetrieben durch alten Fritz, der machtbewußte Aufklärer. Für die Stabilität und den Wachstum des aufstrebenden Preussens, der gerade Schlesien eroberte, landwirtschaftliche Leistungssteigerung vorantreiben wollte.
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Ich habe gerade erste 1/3 gelesen. Es ist spannend, hier im Oderbruch prallen unterschiedliche Parteien und Ansichten, Aufklärung gegen Tradition, Staatsmacht gegen kleine Volksgruppe, Rationale Aufklärung gegen die Natur, Ehrlichkeit gegen Intrigue, Vernunft gegen Leidenschaft. Oh, es klingt nach einer Kinowerbung o.ä. Aber während ich es lese, wurde mein Verlangen schnell groß, Oderbruch wieder anzuschauen, wo ich einige Jahre nicht mehr war. Eine hauptsächlich von Menschenhand geformte Landschaft, mit nur noch ganz wenig gebliebener sümpfigen Wasserwelt entlang Alten Oder, vor allem im Bereich des NSG Niederoderbruch. Wie bewertet man dieses Großprojekt Preussens aus heutiger Sicht? War das eine kluge Staatsführung, oder eine vom machtbesessenen Kalkül getriebene Umweltzerstörung? Hier habe ich keine Antwort. Aber der Schicksal Oderbruchs finde ich kinofilmreif.

Berlin-Lichtenberg 7:27. Der NEB-Zug RB26 kommt aus Küstrin. Menschen, meist Polnisch sprechend, strömen aus dem vollen Zug. Sie alle arbeiten in Berlin. 7:39 fährt der Zug wieder ab, ist halbvoll. Die meisten Fahrgäste steigen in Müncheberg aus. Danach fährt der Zug ziemlich leer durch Oderbruch nach Küstrin. Ich steige in Golzow aus, um ein wenig Landstrasse/Feldwege zu fahren. Nur Oder-Radweg wäre etwas eintönig. Golzow, bekannt geworden durch die Langzeitverfilmung „Kinder von Golzow“. Die habe ich nach der Maueröffnung im Historischen Museum gesehen(letzte 2 Teile müßte ich noch nachholen).
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Es ist weit und flach hier. Im heutigen Oderbruch kann man sich kaum die ursprüngliche Sumpflandschaft vorstellen, außer wenige Stellen an der Alten Oder. Die Melioration ist gut gelungen. Es ist aber, wenn ich so sagen darf, ein ödes Land, kaum Wald, keine Erhebungen bis zum Moränenrand(wie Oderberg, Oderinsel, Bad Freienwalde, Wrietzen, u.a.). Die Kornkammer Preussens, und der DDR, und nun wird beherrscht durch landwirtschaftliche Großbetriebe mit gigantischen Traktoren, um irgendwann kommende Lebensmittelkrise zu überstehen?
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An der Oder ist es hübsch mit großflächigen Auen, viel Schilfinseln. Drüben ist Polen. Dort weiden die Kühe genauso wie diesseits. Gleiche Landschaft. Hier taucht mir immer die Fragen,, was ist eigentlich die Staatsgrenze?
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Ich sehe Oderbruch aber nicht negativ. Ich werde sogar sagen, daß diese Landschaft gewisse Charme besitzt. Diese mit viel Anstrengung gewonnenew Fläche von ca. 20x80km ist ein ausgesprochenes Immigrantenland. Es ist sozusagen Amerika Deutshlands und gab sicher viele Menschendramen und bewegte Schicksale. Wie haben die Menschen in den neu aufgebauten Kolonistendörfer gelebt, die z.T. von sehr weit hierher kamen, um dort ein neues und hoffentlich ein besseres Leben zu beginnen? Allein das ist spannend.
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Im Neulietzegöricke, das erste Kollonistendorf im Oderbruch, stehen die Häuser fast wie damals. Es ist kurz vor Mittag, ganz still. Nur ein Mini-Kaufladen des Dorfs ist offen, und hat einige Kunden, die im Vorgarten was Kühles trinken, offesichtlich Dorfbewohner. Ich kaufe mir ein Eis, Fürst-Pückler-Eis. Ich mag das, aus Nostalgie. Denn ich hatte als Kind gerne dieses Eis gegessen, auch in Japan, dieses 3-farbige Eis im Waffel. Es ist heiß unter der Sonne. Zum Glück gibt es ein wenig Wind. Ich geniesse das einfache und altmodische Eis.
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_Ich erinnere mich, es war etwa vor 10 Jahren, im Oderbruch irgendwo in einem kleinen Kolonistenangerdorf. Es war auch ein heißer Tag. Ganzes Dorf riecht nach frisch geerntetem Heu. Mein Wasservorrat war bereits leer. Natürlich kein Ladengeschäft weit und breit, wahrscheinlich nächste 15km gar nichts. Niemand ist da zu sehen. Ich muß irgendwo klopfen/klingeln und um Wasser bitten. Ich zögere, denn es herrscht eine Totenstille, will niemanden aus dem Mittagsschlaf reissen. Ich schiebe mein Rad, komme gleich zum Dorfrand. Dann, höre ich ganz leise Musik laufen von einem Innenhof am Dorfrand. Immigrant Song, von Led Zeppelin. Ich bin erleichtert, nicht alle Häuser klingeln zu müssen, und gehe mein Rad schiebend in den offenen Hof hinein, die Musik folgend. Das Haus im Kolonistenstil und die Scheune aus Backstein sind nicht in einem gepflegten Zustand. Dann sehe ich eine Frau auf einem Liegestuhl, unter einem Lindenbaum, neben ihr ein Radio, aus dem die Musik kommt. Ich nehme meine Mütze ab und sage, „Guten Tag, ich bin ein Radwaderer. Ist es möglich, etwas Wasser zu bekommen? Ist mein Vorrat seit 1 Stunde alle.“ Sie hebt ihren Cowboyhut und schaut mich an. Fixierender Blick, eine Frau so knapp 40,, Etwas verlegen warte ich auf ihre Antwort, vielleicht war es nur ein Paar Sekunden. Sie sagt “ klar, da ist ein Wasserhahn, bediene Dich einfach. Erst etwas laufen lassen, Das Wasser kann jetzt sehr warm sein.“ Sie zeigt mit ihrer Hand die Richtung. „Oja, vielen Dank. Und entschuldige bitte für die Störung.“ „Kein Ding.“ Sie steht auf, ist nicht so groß, aber erweckt mir einen Eindruck, sie wäre ein Modell von Helmut Newton, irgendwie. „Du hast Glück. Bin hier erst seit 2 Tagen, wieder,,“ „Na sowas, ja ich bin wirklich froh. Mit so einem heißen Wetter habe ich nicht gerechnet. Diese Musik hat mich gerettet, Immigrant Song, was?“ „Du kennst das Stück? Schön, so ein Zufall.“ Zufall? Ich ahne nicht was sie damit meinte. Das schien mir kein Zufall zu sein, Immigrant Song in einem Kolonistendorf zu hören. Ich sage aber, „Allerdings, ich fand es auch,, Ein seltsamer Zufall. Sind Sie im Urlaub gewesen?“ Sie lacht, „Urlaub? So könnte man es auch sagen,, ich war für 10 Jahre weg, und nun wieder hier, zuhause.“ „Waren Sie in Berlin? Oder wo waren Sie, wenn ich fragen darf,,“ „Berlin? Das interessiert micht nicht sehr. Ich bin in die USA ausgewandert. Hier wars mir zu eng gewesen.“ „Zu eng? Das klingt ja lustig. Mir kommt es sehr weit vor, dieses Oderbruch.“ „Ha, Du kommst aus Berlin, nehme ich an. Bin hier geboren, genauso wie meine Ururgroßeltern und noch weiter zurück. Irgendwann wird alles zu klein und eng.“ Sie dutzt mich, na dann,, „Wenn Du das meinst, kann ich auch nachvollziehen. Und, wo in USA?“ „Hmm. Neil Young,, sagt Dir was?“ „Äh,, Ohio?“ Sie steht plötzlich direkt vor mir. „Huh, bist Gut!“ grinst Sie,,,_
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Ich wollte an der Zollbrücke Mittag machen. Aber nach dem Eis fühle ich mich wieder erfrischt. Man kann im „Zollbrücke“ gut essen, aber ich möchte mich nicht vollstopfen.So fuhr ich weiter auf dem Deich. Ich habe auch 2 Butterbrot und Nußriegel eingepackt. Proviant ist sehr wichtig, wenn man an Wochentage unterwegs ist. Viele Lokale machen nur am Wochenende auf.
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Ab Neuglietzen wird es etwas langweiliger. Der Radweg auch etwas schlechter. Vor Hohensaaten wird es wieder besser. Aber vorher biege ich links ab, radle entlang Wrietzener Alten Oder. Oderberg ist eine alte Stadt. Im Sommer sind viele Urlauber hier. Jetzt ist die Stadt aber ruhig. Cafe „Hier und Jetzt“, wo ich einkehren wollte, war zu(wird nur an Wochenenden aufgemacht). So gönne ich mir 3 Kugeln Eis a 80 Cent in einer Eisdiele, der ziemlich als einzige in der Stadt offen ist. Diese Stadt entwickelt sich leider sehr langsam, und recht unterschiedlich.
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Eberswalder Chaussee direkt hinter der Stadt ist gesperrt wegen Bauarbeiten so daß man einen Umweg um einen Berg machen muß. Die Strasse von Oderberg zum nächsten Ort Liepe ist soweiso etwas ganz anders als Oderradweg, mit einem bergigen Charakter, was für den Radfahrer Spaß bereitet. Hier befindet man sich an Moränenkanten, die teils bis über 120m hoch sind.

In Liepe, mehr touristisch orientiert?, überquere ich die Wrietzener Alten Oder, und fahre die Feldwege. Strasse nach Schiffshebewerk ist mehr für Motorrad. Ich nehme den Weg neben Finowkanal, um den Baufotschritt des neuen Schiffshebewerk anzuschauen.
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Mensch, es ist aber häßlich diese Betonkiste!! Unnötig dekorativ und bunt auch noch, was bereits jetzt veraltet aussieht. Mir kommt die Frage auf, ob dieses neue Hebewerk überhaupt notwendig ist, oder nur ein Beamtenprojekt, um Projekt zu machen und zu betreuen, ist. Ich bin recht suspekt. Dagegen hat das alte Hebewerk nichts unnötige an sich, hat mehr Bestand und Berechtigung. Ich würde das neue in Betrieb nehmen, um das alte komplett zu sanieren, und danach das neue wieder abreissen.
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Der Feldweg, den ich von Niederfinow Richtung Falkeberg genommen habe, war zuerst Panzerplatten, dann aber wird deutlich schlechter, mit groben Schottern. Irgendwo verschwindet der Weg, aber zum Glück kommt man doch noch zu einem Feldweg entlang Kanal. Gar nicht zum Empfehlen! Ich bekam Platten auf dem Schotterweg, fuhr dummerweise 100m weiter. Schlauch war durchlöchert. Das konnte ich nicht mehr reparieren. Neuen Schlauch hatte ich blöderweise auch nicht. So habe ich das Rad bis zum Bahnhof Falkenberg geschoben und endete die Tour dort. Eigentlich wollte ich bis Wrietzen radeln,,, nächstes Mal(mit Ersatzschlauch). Trotzdem, eine nette Tour. Überall singen Kukucks jetzt. Im Sumpf unzäglige Frösche und viele Libellen. Einige Ritterfalter auch. Ich werde das Buch zu Ende lesen. Dann werde ich wieder hierherkommen.

Route des Tages, 90km. Die Bahnstrecke zwischen Frankfurt Oder und Eberswalde wird Wrietzen-Eberswald in Stundentakt, Wrietzen-Frankfurt in 2-Stundentakt bedient. Ich nahm den Zug nach Frankfurt, dann vor dort direkt nach Charlottenburg, damit ich nicht oft umsteigen mußte, mit meinem platten Rad.
Route Golzow Falkenberg

Not-Operation, oder die Liebe wird besiegen.

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SOS, ein Fahrrad im Seenot, mit einem gebrochenen Ausfallende gerät es in Gefahr, in den Müll zu landen. Aber die Liebe zu der alten Weggefährte ist stark. Und die Liebe ist die Rettung. So kam die gebrechliche Dame zu mir, und soll wieder auf alten neuen Glanz gebracht werden. Votox-Spritze? Nönö, der Rahmen soll repariert und gerichtet werden, dann neu lackiert werden, natürlich in gleicher Farbe, ganz klar. Bei der Gelegenheit sollen einige Teile upgradet werden. Das wird eine Groß-OP.

Der Lack, Peugeot Metallic Grün aus den 80ern, hat sehr viel Abplatzer. Das ist nicht normal.
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Erster Schritt ist Zerlegen des Rades in Einzelteile, dann die Reparatur vom Rahmen. Für die Rahmenreparatur beauftrage ich David, der sorgfältig arbeitet. Gebrochen ist zwar nur rechte Seite, ausgetauscht werden aber beiden Ausfallenden, um die Waagerechte des Rahmens zu garantieren.
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Wie so oft bei älteren Rahmen, hatten wir schwer, Innenlager zu lösen. Da das Innenlagergehäuse(Rahmenteil) kein Entwässerungsloch hat, konnte die Feuchtigkeit nicht auslaufen, und den Innenlager total rosten lassen. Hier war eine chirurgische Behandlung bzw. Metzgerarbeit notwendig. Zum Glück sind die Gewinde noch heil geblieben. Nun wurde ein Loch zum Entwässern gebohrt. Da die Innenseite des Rahmens relativ viel Rost auswies, wurde sie nach dem Lackieren mit Wachs hohlraumversiegelt.
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Halter von alten Dynamo, was schon lange nicht gebraucht wird, wurde geflext, und die Stellen der Punktschweissung mit Lot gefüllt.
Bis dahin hat es fast 3 Wochen gedauert. Dann kam die Fahrradmessen dazwischen und das Projekt ruhte eine Weile. Danach für die die Lackierung weitere 2 Wochen. Am lliebsten würde ich den frisch lackieren Rahmen weitere 4 Wochen auf Fleischerhaken hängen, um die Lackschicht weiter härten zu lassen. Dafür habe ich diesmal nur eine Woche Zeit genommen. Denn das Wetter wurde fast sommerlich gut. Das Rad will gefahren werden. FÜr die Montage wurde gewünscht, das Vorderlicht am Ausfallende, und das Rücklicht am Sattel zu montieren. Solche Arbeit mache ich gerne. Nun ist die alte Dame wieder ganz frisch und sieht verjungt aus, ohne ihr Wesen verändert zu haben.
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Das war eine kostenintensive und zeitaufwendige Operation. Das ist ja eine wahre Liebe.
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Strassenbahnfahrt durch Leipzig 1931

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Als ich zum ersten Mal diesen Film gesehen habe, dachte ich, „Wow, so sollte es sein, so sollte es wieder werden!“. Es ist eine Filmaufnahme der Stadtlandschaft, vom Führerstand eines Trams. Man kann die Route verfolgen, wenn man gleichzeitig Google Maps o.ä. anschaut, denn die Strassenbezeichnungen werden eingeblendet. Für heutiges Verhältnis sind die Strassen recht leer, und der Verkehr entspannt. Leipzig war damals schon eine Großstadt hatte damals den Höchststand der Einwohnerzahl erreicht, über 700.000. Hier im Film fehlen aber die Automasse, und das Tempo ist anders. Man sieht recht unterschiedliche Fahrzeuge für unterschiedliche Zwecke. Mittel zum Transport scheint vielfältiger zu sein als heute.
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Und viele Radfahrer, Herren wie Damen. Für Klassik-Fans auch interessant, die Räder und Kleidung anzuschauen.
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Heute wäre solche Situation mit leer wirkenden Strassen nur denkbar in der Sommerferienzeit, wobei das Tempo des Autoverkehr hoch bleibt. Ich will nicht mit dem modernen Begriff Entschleunigung was anfangen, aber vielleicht mit der Entspannung. Täglich merke ich auch unter den radelnden Pendlern Leistungsdruck. Man will schnell ans Ziel, zur Arbeit oder Nachhause, kommen. Man radelt schnell wie möglich und tritt verbissen auf Pedale. Die Gesichtzüge sind fast in der Kampfstimmung, mindestens nicht vergnügt fröhlich. Wenn ich 10km so hart radle und 5 oder 10 Minuten schneller ankomme, bin ich damit glücklicher?
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Ich bin dankbar, daß einer so viel Mühe gemacht hat, diesen Film entwackelt und in richtigem Tempo zu restaurieren.

Angermünde – Templin

Meine Freundin schaute Kartenmaterial, was ich vom ‚Tourismus Marketing Uckermark‘ auf der Velo Berlin Messe geholt habe. Und sagte, „diese Route am Sonntag“. Jawohl!
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Angermünde – Templin hatten wir schon vor Jahren. Ich weiss aber nicht mehr, welche Route wir genommen haben. Diese Route hier ist ein Teil vom „Uckermärkischen Radrundweg(290km)“. Es ist auch interessant zu erfahren, was Tourismusbüro empfiehlt. Von diesen Broschüren habe ich einiges in der Werkstatt. Wer sie haben möchte, kann abholen kommen.

Angermünde wie Templin sind recht hübsche Städte, wobei Templin mit ihrer Stadtmauer und -Toren etwas mehr zu bieten hat. Stadtkern beider Orte haben einen barocken Grundriß. Gut erhaltener mittelalterlicher Stadtkern ist selten, denn es wurde meistens durch Feuer zerstört und danach ganz neu wiederaufgebaut. Gebäude sind aus verschiedenen Epochen, aber es gibt kaum ganz neuzeitliche Gebäude in Innenstadt, das finde ich nicht schlecht.

Wir starten in Angermünde. Die Zugverbindung von Berlin nach Norden ist momentan etwas schlecht, weil der Strecknabschnitt um Bernau saniert wird(zu lange vernachläßigt!). Das wird noch ganze Weile dauern. Erst mit der S-Bahn nach Bernau, dann mit Regionalzug nach Angermünde fahren. Wir haben Stoßzeiten vermieden und der Zug war recht leer. Im Stadtkern eine Runde drehen. Am Sonntag ist es sehr ruhig hier.
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Ein recht hübscher, klassizistischer Wasserspender und Maibaum am Marktplatz. Ich dachte, Maibaum ist nicht typisch brandenburgisch, im Nordbrandenburg gar nicht. Aber das verbreitet sich immer mehr. Hübsch ist das ja.

Draussen blühen Raps und Apfelbäume. Rapsfelder in geschwungener Landschaft sind hübsch. Der Duft ist für mich angenehm.
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Gerade 12km geradelt, ist gleich in Wolletz Mittagessen angesagt. Ein netter Platz, nettes Lokal. Heute Knacker mit Kartoffelsalat, meine Freundin Wildschweinwürstchen mit Bratkartoffeln.
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In Wolletzt gibt es auch kleine versteckte Badestellen. Das Wasser ist noch etwas frisch. Meine Freundin liebt das Wasser, hat aber diesmal nicht reingesprungen.
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Überall Löwenzahn, gelb und verblüht. manche Felder sehen gelb gepunktet aus.
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EIne Blindschleiche legt sich auf wärmenden Boden. Sie hat Tarnfarbe und ist nicht sehr gut erkennbar. Oft wird sie auch von Radfahrern überfahren, unbemerkt.
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Der Weg entlang Wolletzsee ist wunderbar. Das ist ein alter Weg, gesäumt von prächtigen Kastanienbäume. Mit angenehmen Auf und Ab macht das Radeln Freude.
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Kolonie von Waldmeister sieht man hier und da im lichten Wald. Und auch diese hübsche Blumen, deren Namen ich nicht weiss, sind oft anzutreffen.
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Zwischen Glambeck, Parlow udn Friedrichswalde ist stellenweise sumpfig(Erlenbruch) moorig. Früher bedeckte das Moor über 20% des Norddeutschlands, hier in Brandenburg genauso, oder noch mehr. Im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin versucht man, Moor wiederauferwecken zu lassen. Wasserstand der durch Kanalisierung trockengelegten Fläche wird wieder angehoben.
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Schön sind die alte Alleebäume. Das heißt oft so, dieser Weg hier war eine alte wichtige Strasse, nicht mehr benützt weil eine neue autogerechte Strasse gebaut wurde, dann neuerdings auf Fahrradstrasse umgebaut, zum Glück des Radlers. Trinkpause vor lauter glücklichen? und friedlich in der Sonne Gras kauenden Kühen.
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Ach ja, an diesem Sonntag, sonnig ,22 Grad, wenig Wind, also ideales Radelwetter, waren erstaunlich wenig Radfahrer unterwegs. Vielleicht wollte man eine Paus einlegen zwischen beiden langen Wochenenden. Ein Kranichpaar sucht Futter auf dem Feld. Manche Kraniche bleiben ganzjährig in Brandenburg und brüten im versteckte Moor/Sümpf.
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Der Weg ab Solln nach Templin ist etwas langweiliger. Erst neben einer Strasse, dann im Wald, aber gerade und flach. Das ist vielleicht ökonomisch und einfacher, Radwege zu bauen. Zum Radeln ist es aber etwas eintönig. Zumal sieht man auch nicht viel von anliegendem Lübbesee. Hier werde ich empfehlen, andere Wege zu nehmen. Ansonsten ist diese Route, fast gänzlich gut geteert, recht angenehm, kann von jedem mühelos gefahren werden. Also empfehlenswert. Mir aber fehlt etwas an Abwechselung, da fast nur Radwege.
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Am Starandbad Templin waren einige Schwimmer zu sehen. Von hier bis zum Bahnhof Templin Stadt ist nur 2km. Da meine Freundin nicht in Templin abendessen will, fahren wir direkt zum Bahnhof. Den hübschen Stadtkern lassen wir links liegen. Also nächstes Mal. Gerade erwischen wir einen Zug, der normalerweise bis Oranienburg fahren soll, aber wegen Bauarbeiten auf der Streck nur bis Löwenberg fährt. Im Bahnhof Löwenberg muß man Bahnsteig wechseln, ohne Aufzug, durch Treppenbrücke. Das ist für manche nicht leicht, vor allem für diejenige mit schweren E-Bikes. Der Zug aus Rostock ist gut gefüllt. Die Sommersaison beginnt, auch die volle Fahrradabteilung(das ist noch überschaubar).
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A.S. Gillott Italo Road, 1968 by Ron Cooper

A.S: Gillot war ein Fahrradgeschäft in London, gegründet vom Arthur Gillott 1921. De Geschäftsführer Harry Carrington hatte gleich nach dem Krieg eine Voraussicht, daß eine große Nachfrage auf hochwertige Lightweight Cylcles geben wird. So hat er eigene Werkstatt vorbereitet und exzellente Rahmenbauer wie Jim Coliier und Bill Philbrook eingestellt. Gillot wurde respektiert wegen seines sehr hohen Qualitätsstandard und der fein dosierten Ästhetik. Bis in die 60er Jahre wurde Gillot für Weltmeisterschaft/Olympiade eingesetzt, in der Zeit, als italienische Rennräder sich weltweit durchsetzen begannen(Cinelli, Masi usw.). Über die Geschichte von Gillott bitte lese hier und dort. Hilary Stone sagt, alle Gillotts sind ausnahmslos gut gebaut. Er kenne keinen schlechten Gillott. Gillott Bahn- wie Rennräder wurden von vielen Profis und Topfahrer gefahren. Es war eine der feinsten Rahmenbauwerkstatt weltweit.

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In den 60er Jahren sid traditionell britische Rahmenbauformen beinah verschwunden, ersetzt durch italienische Machart, was mehr wendigkeit und Steifheit, Vorteilhaft in Massenrennen, versprach. Dieser Rahmen(51cm c-t), gebaut von Ron Cooper, der langjährige Rahmenbauer bei Gillott, der 1967 die Firma verließ, um eigene Werkstatt aufzumachen, aber noch weiter für Gillott gebaut hat, zeigt typisch italienische Geometrie und Details von damals. Einige britische Details wie die Behandlung von Sattelstreben, Vorbereitung für Blumels-Schutzblech sind noch vorhanden und das macht diesen Rahmen interessant.
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Dieses Rad habe ich völlig histrorisch inkorrekt aufgebaut, mit den Teilen, die ich in Kisten hatte. Wahrscheilich wäre Campa Record/Nuovo Record das richtige Auswahl für diesen Rahmen. Das wird aber nicht als Rennrad verwendet. Großes Kettenblatt und kleiner Ritzel wollte ich auch nicht. So kam ein praktisch bequemes Junk-Parts-Assenbly zustande, was mich überhaupt nicht stört. Das ist ein einfacher Gillott-Rahmen. Es gibt viel schönere, mit ‚Fleur de Lis‘-Bilaminates oder Spear Point Muffen, R.J.B.Doppelplattengabelkrone usw.(ich habe auch noch so einen). Die Lackierung scheint original zu sein. Rohrsatz ist komplett aus Reynolds 531.
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